Blog – Jocelyne Lopez

Hans Deyssenroth zur Mathematik und zum Mathematismus

Ein Kommentar von Hans Deyssenroth  im Rahmen meiner Anfrage vom 27.06.08 an die Fakultät für Mathematik von 12 deutschen Universitäten, siehe: 2008, Jahr der Mathematik oder des Mathematismus?:

Im Taschenbuch von R. Feynman QED (für Laien) finden Sie auf der Seite 114 im Feynmandiagramm ein Elektron, das in der Zeit zurückeilt, um ein Photon zu absorbieren. Wir wissen aber, dass die Zeit nur in einer Richtung zeigen kann, nämlich in die Zukunft. Dennoch wird in der mathematischen Verfahrensweise die zurücklaufende Zeit für die Beschreibung von Antiteilchen benutzt, weil Theorie und Experiment auf viele Stellen hinter dem Komma exakt übereinstimmen. Dies ist ganz typisch für die heutige Physik: man kann die beobachteten Befunde mit absurden mathematischen Formeln beschreiben, aber man kann sie nicht erklären. Den meisten Physikern fehlt das Bewusstsein für diesen Unterschied. S. Hawkins hat Jahrzehnte gebraucht, um einzusehen, dass die Zeit nur vorwärts läuft.

In den modernen Relativitätstheorien läuft es so ähnlich: Man baut die allgemeine RT auf Axiomen auf, die rein geometrisch begründet sind. Sie sind daher nicht angreifbar. Die axiomatische RT ist mathematisch voll konsistent mit den Axiomen (im Gegensatz zu der alten SRT, die ihren Postulaten widerspricht) und daher mathematisch vollkommen richtig. Die experimentellen Resultate z.B. in den Elementarteilchen-Beschleunigern stimmen auf mehrere Stellen hinter dem Komma mit dieser Theorie überein. Darum sagen die Physiker: Die RTen sind richtig! Jeder, der daran zweifelt hat nicht alle Tassen im Schrank. Einige Physiker sind sich aber darüber im Klaren, dass die RT die beobachteten Phänomene nur beschreibt und den gesunden Menschenverstand übersteigt.

Wenn Sie also versuchen die RT mit dem gesunden Menschenverstand zu verstehen, kämpfen Sie gegen Windmühlen. Die Mathematik der axiomatischen RT ist in Ordnung. Sie hat aber keinen Bezug zur Wirklichkeit!

Das Ganze erinnert mich an die Epizyklentheorie. Auch dort stimmten die Berechnungen mit den Beobachtungen genau überein, aber die physikalische Interpretation war völlig falsch. Eines muss man Einstein zugute halten: Er hat die Situation richtig eingeschätzt, als er sagte: „Mathematik ist die perfekte Methode, sich selbst an der Nase herum zu führen.“ Wenn Mathematik und Experiment übereinstimmen, muss also die mathematische Interpretation, wie z.B. die zurücklaufende Zeit oder die gekrümmte Raumzeit nicht notwendigerweise physikalisch richtig sein. Das wird z.Z. von den meisten Physikern nicht wahrgenommen.

Meines Erachtens muss man daher einen anderen Weg suchen, um aus diesem 100 Jahre dauernden Konflikt rauszukommen. Man muss sich z.B. überlegen, warum ein Myon, das sich schnell bewegt, langsamer zerfällt. Es müssen bislang unbekannte Wechselwirkungen einen Einfluss auf die Zerfallszeit haben. Warum das gerade mit den Formeln der SRT so exakt beschrieben werden kann, müsste dann auch erklärt werden.

(Hans Deyssenroth)



Dr. Markus Poessel zu meinem Gedankenexperiment „Was würde am Strand passieren?“

Am 30. Juni 2008 erhielt ich entgegen meiner Erwartung eine Antwort auf meine Anfrage vom 17.06.08 Was würde am Strand passieren? von Dr. Markus Pössel, Redakteur der Webseite „Einstein Oline“ des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik:

Von Dr. Markus Pössel
An Jocelyne Lopez
30. Juni 2008

Sehr geehrte Frau Lopez,

vielen Dank fuer Ihre Frage an Einstein Online.

Analogien sind zum Verstaendnis physikalischer Theorien nur dann nuetzlich, wenn sie die wesentlichen Aspekte richtig abbilden. Bei ihrer Strand-Analogie scheint mir das nicht der Fall zu sein: das Wasser als handgreiflich-nachweisbares Medium und das Licht als offensichtliche Moeglichkeit, schneller als „mit Wasserwellengeschwindigkeit“ zu kommunizieren, sind entscheidende Abweichungen von der Rolle des Lichts in der Speziellen Relativitaetstheorie.

Daher gleich fuer Licht formuliert: Auch ein Lichtsignal wird die Beobachter an Ihrem Strand je nach deren Aufenthaltsort frueher oder spaeter erreichen. Jeder Beobachter(*), der die Geschwindigkeit des Lichtes misst (und dazu ja mindestens zweimal bestimmen muss, wann sich das Licht an welchem Ort befindet) wird allerdings den gleichen Geschwindigkeitswert erhalten, im Gegensatz zu Geschwindigkeitsmessungen an Wasserwellen.

Wenn jeder der Beobachter zu erklaeren versucht, warum relativ zu ihm bewegte andere Beobachter den gleichen Geschwindigkeitswert messen, kommen relativistische Effekte wie Zeitdilatation, Laengenkontraktion und die Relativitaet der Gleichzeitigkeit ins Spiel.

Wir haben vor, Einstein Online in Zukunft noch einige Vertiefungsthemen zu diesen relativistischen Basiseffekten hinzuzufuegen, die dann vielleicht ja auch Ihnen beim Verstaendnis der Grundlagen der Speziellen Relativitaetstheorie etwas weiterhelfen koennen.

Mit den besten Gruessen,

Markus Poessel

(*) Genauer: jeder Beobachter, der mit hinreichender Genauigkeit die
Eigenschaften eines der ausgezeichneten „Inertialbeobachter“ der
Speziellen Relativitaetstheorie besitzt

(**) mit seinen eigenen Massstaeben und Uhren oder, um den Fachbegriff zu verwenden: im Bezugssystem dieses Beobachters gemessen



Dr. Walter Theimer zur Mathematik und zum Mathematismus

Nachstehend Ausführungen von Dr. Walter Theimer aus seinem Buch Die Relativitätstheorie – Lehre – Wirkung – Kritik  (Seite 174 bis 176) im Zusammenhang mit meiner Anfrage vom 27.06.08 an die Fakultät für Mathematik von 12 deutschen Universitäten, siehe: 2008, Jahr der Mathematik oder des Mathematismus?

—–Zur Kritik des Mathematismus

Den Mathematismus der Relativitätstheorie bringen zwei ihrer Vertreter eindeutig zum Ausdruck.

March:
«Die physikalische Welt ist bis auf den strukturellen Grund entleerte phänomenale Welt, die nurmehr aus einem Skelett mathematisch erfaßbarer Beziehungen besteht.» Die Kritik fragt natürlich sofort: Ist das ein zulässiges Vorgehen? Darf man die phänomenale Welt von den Phänomenen entleeren und nur mathematische Beziehungen übriglassen? Zwischen welchen Phänomenen bestehen dann noch Beziehungen? Woran kann man die Richtigkeit dieser Beziehungen noch kontrollieren? Ist ein reales Denken möglich, ohne Qualitäten zu unterscheiden?

Weyl: «Innerhalb der Physik ist es erst durch die Relativitätstheorie ganz deutlich geworden, daß von dem uns in der Anschauung gegebenen Wesen von Raum und Zeit in die mathematisch konstruierte physikalische Welt nichts eingeht.» Sehr gut charakterisiert; es fragt sich bloß, welche Beziehung zwischen dieser konstruierten und der wirklichen Welt besteht.

Einsteins Mathematikerphilosophie ist eine typische Fachmannsphilosophie. Immer wieder versuchen Mathematiker, Physiker, Biologen und Techniker, eine Philosophie von ihrem fachlichen Horizont her zu konstruieren. Allen ist gemeinsam, daß sie keine systematische philosophische Ausbildung genossen haben; naturgemäß kommt das in ihren Philosophien zum Ausdruck. Die wirklichen Philosophen halten nicht viel von der Amateurphilosophie der Fachwissenschaftler; noch mehr lehnen sie eine Usurpation der gesamten Philosophie durch Physiker, Mathematiker usw. ab. Heidegger (1970): «Die Wissenschaft denkt nicht. . . das bedeutet, sie bewegt sich nicht in der Dimension der Philosophie. Sie ist aber, ohne daß sie es weiß, auf diese Dimension angewiesen.» Die Fachgelehrten würden es sich ja gleichfalls verbitten, wenn ihnen Leute ohne Fachwissen in ihre wissenschaftlichen Theorien hineinreden wollten.

Die Mathematik kann Vorhandenes zählen und berechnen, aber sie kann nichts schaffen, was noch nicht vorhanden ist. Das hat die allerhöchste Mathematik mit dem Einmaleins gemeinsam. Die Mathematik denkt ihrem Wesen nach quantitativ und nicht qualitativ. Ihr Erkenntniswert ist auf ein bestimmtes, wenn auch wichtiges Gebiet begrenzt. Sie kann nur über das Wieviel und nicht über das Was eine Aussage machen. Die Behauptung, daß die Welt eine mathematische Struktur habe, geht bereits über die Mathematik hinaus.

Von mathematischen Systemen wird nichts verlangt als innere logische Konsistenz unter dem Gesichtspunkt bestimmter Axiome; solche Konstruktionen sind ohne Bezugnahme auf irgendeine Wirklichkeit möglich. Die imaginären Geometrien sind in sich geschlossen. Damit ist aber nichts über ihre Beziehung zur Realität gesagt. Sie übersteigen jede mögliche Erfahrung. Ihre Unanschaulichkeit, in der die Relativitätstheoretiker einen Vorzug erblicken, sperrt ihnen den Weg in die Wirklichkeit. (Lipsius 1927: «Ein unvorstellbarer Raum ist auch undenkbar.») Geometrie ist nach Kant wohl eine geistige Konstruktion, aber im Sinne reiner Anschauung. Sie ist daher ihrem Wesen nach anschaulich und mit der Wirklichkeit verbunden. Die Suche einiger Astronomen nach dem krummen Raum in der Tiefe des Weltalls ist aussichtslos; nie wird jemand einen krummen Raum schauen.

Als Gegenstück zu dem Relativistenspruch «Jedem Nichtmathematiker ist der Eintritt verwehrt» schlug Vogtherr (1923) den Satz vor: «Jedem Nurmathematiker ist der Austritt aus dem Gehäuse seiner Spekulationen in die wirkliche Welt physikalischen Geschehens verwehrt.»

Es gibt nicht nur mathematische Ordnungsformen. Die rein qualitative Betrachtung gibt ein unvollständiges Wissen; die rein mathematische Betrachtung gibt überhaupt kein Wissen, außer von sich selbst. Die Physik, auch die mathematische, ist nicht nur Mathematik, sondern hat mit realen Dingen mit bestimmten Eigenschaften zu tun. Die mathematische Physik (H. Driesch 1930) steht im Dienst der eigentlichen Physik und kann sich nicht selbständig machen. Ihre Rolle ist eine dienende, nicht eine herrschende. Die Mathematik untersucht Zusammenhänge, nicht Dinge. Die Zusammenhänge müssen vorher gegeben sein. Driesch: «Die Philosophie ist nicht die Magd der Mathematik und irgendwelcher modischer Theorien. Über Wesensmöglichkeiten hat nur die Philosophie als Wesenslehre zu entscheiden.» Die Relativitätstheorie stellt übertriebene Forderungen nach Invarianz unter qualitativ veränderten Umständen. «Mathematische Lösungen sind nur Scheinlösungen, wenn sie die Grenzen des realontologisch Erlaubten überschreiten.»

Mohorovicic, Professor der Physik an der kroatischen Universität Zagreb, schrieb (1931): «Die Einsteinsche Relativitätstheorie ist nur ein Glied in der Reihe der vielen rein spekulativen, mathematisch-metaphysischen Theorien.» Die Relativitätstheorie «verzichtet auf jede physikalische Erklärung; der Charakter dieser Theorie ist rein formalistisch-phänomenalistisch ohne Rücksicht auf die Wirklichkeit.»

Der Naturphilosoph H. Dingler sprach von «in der Physik dilettierenden Mathematikern» und verwies mit vielen anderen Kritikern darauf, daß mathematische Operationen die Wirklichkeit nicht verändern können.

Schärfer äußerte sich Reuterdahl (1931), Professor in St. Louis: «Einstein verallgemeinert, bis jede Spur einer Realität fortgefegt ist, und wirbelt einen mathematischen Staub auf, der seine Leser blind macht.»

(Dr. Walter Theimer)



Ekkehard Friebe zur Mathematik und zum Mathematismus

Im Rahmen meiner Anfrage vom 27.06.08 an die Fakultät für Mathematik von 12 deutschen Universitäten, siehe: 2008, Jahr der Mathematik oder des Mathematismus? zitiere ich nachstehend Aussagen von Dipl.-Ing. Ekkehard Friebe aus der Seite Innovationshemmende Dogmen aus seiner Homepage:

Der Glaube an die Unfehlbarkeit der Mathematik

Man kann im Zusammenhang mit diesem ersten DOGMA zwei Gruppen von Wissenschaftlern unterscheiden:

1. GRUPPE: Diese Wissenschaftler glauben echt an die Unfehlbarkeit der Mathematik und lassen sich auf diese Weise mit einfachen mathematischen Tricks beliebig manipulieren.

2. GRUPPE: Diese Wissenschaftler nutzen die Gutgläubigkeit der Anhänger der ersten Gruppe in schamloser Weise aus, um ihre Machtposition in der Wissenschafts-Hierarchie zu errichten und zu festigen.

Im allgemeinen ist es nicht ganz einfach zu entscheiden, ob ein Wissenschaftler der ersten oder der zweiten Gruppe angehört.

(Ekkehard Friebe)



Georg Galeczki und Peter Marquardt zur Mathematik und zum Mathematismus

Im Rahmen meiner Anfrage vom 27.06.08 an die Fakultät für Mathematik von 12 deutschen Universitäten, siehe: 2008, Jahr der Mathematik oder des Mathematismus? zitiere ich nachstehend eine Aussage von Georg Galeczki und Peter Marquardt, beide promovierte Physiker, in ihrem Buch Requiem für die Spezielle Relativität, Seite 66:

Transformationen als Gaukler

Der Zirkus der Mathematik hält einige Taschenspielertricks bereit, die sich nicht leicht durchschauen lassen und oft für bare Physik genommen werden. Theimer (1977) zitiert Melchior Palágyi: „Mathematik schützt vor Torheit nicht„. Und was dabei herauskommt, ist Mathematismus, zur Formel erstarrte Pseudo-Physik.

(Georg Galeczki / Peter Marquardt)



Gerhard Kemme zur Mathematik und zum Mathematismus

Nachstehend ein Kommentar von Gerhard Kemme zu meiner Anfrage vom 27.06.08 an die Fakultät für Mathematik von 12 deutschen Universitäten, siehe: 2008, Jahr der Mathematik oder des Mathematismus?

Im Jahr der Mathematik 2008 sollte auch etwas Diskussion und eventuell sogar ein Dialog über grundsätzliche Mathematikprobleme erlaubt sein. Es wird die Umsetzung der Mathematik auf physikalische Sachverhalte angesprochen und dabei geht es darum, ob die physikalische Realität durch eine ihr aufgeprägte mathematische Struktur determiniert werden soll oder ob der Grundsatz zu wahren ist, dass der Ausgangpunkt für angewandte Mathematik immer die konkrete Anwendung, in diesem Fall also die physikalische Realität sein sollte.

Anhand eines Beispiels soll die Problemlage, die sich ähnlich bei der Frage, ob die Lorentztransformationen eine Gruppe sind, ergibt, dargestellt werden:

Es sei die Menge S einer Gruppe (S, #) gegeben, deren Elemente die s(t) sind, welche den Weg eines Turmspringes vom 10-m-Turm beschreibt: s(t)=-9,81/2*t^2+10. Somit wäre also s(1)=-9,81/2*1^2+10=+5,095 und s(2)=-9,81/2*2^2+10=-9,62
Die Verknüpfung # ist definiert durch s(t1)#s(t2)=s(t1+t2)
Jetzt kann man also „beweisen“, dass Abgeschlossenheit gilt:
s(1)#s(2)=s(1+2) €S
-9,81/2*1^2+10#-9,81/2*2^2+10=-9,81/2*(1+2)^2+10=-34,145
Es gelten auch die anderen Gruppeneigenschaften wie Assoziativgesetz, Neutrales Element und Inverses Element.
Somit liegt der Fall wie bei den Lorentztransformationen vor, dass die Gruppeneigenschaften zwar mathematisch formal erfüllt werden, aber die Gruppenelemente aus physikalischem Unsinn bestehen, so dass man dann wieder auf die cantorsche Mengendefinition zurückkommen kann, wonach es sich um „bestimmte, wohlunterschiedene Objekte“ handeln soll. Also die Frage, ob eine Aussage, dass ein Objekt, welches von einem 10-m-Turm springt nach 6 s also -166,58 m tief sein soll, noch eine wahre Aussage darstellt. Wenn das keine wahre Aussage wäre, dann wäre das Unsinn und wir könnten dann die Gruppeneigenschaften der Gruppe (U, ~) „beweisen, wobei die Elemente dann als Unsinn (x) definiert wären mit der Verknüpfung Unsinn (x) ~ Unsinn (y) = Unsinn (x+y).

(Gerhard Kemme)



Albert Einstein zur Mathematik und zum Mathematismus

Ich beziehe mich auf meinem Blog-Eintrag 2008, Jahr der Mathematik oder des Mathematismus? und zitiere Aussagen von Albert Einstein, die m.E. ganz gut in diesem Kontext passt:

Soweit sich die Gesetze der Mathematik auf die Wirklichkeit beziehen, sind sie nicht sicher; soweit sie sicher sind, beziehen sie sich nicht auf die Wirklichkeit

(Albert Einstein)
Rede vor der Preußischen Akademie der Wissenschaften, Berlin, 27. Januar 1921

und

„Seit die Mathematiker über die Relativitätstheorie hergefallen sind, verstehe ich sie selbst nicht mehr.“

und

„Mathematik ist die perfekte Methode, sich selbst an der Nase herum zu führen.“

und (zu einem Kind)

„Mach‘ dir keine Sorgen wegen deiner Schwierigkeiten mit der Mathematik. Ich kann dir versichern, dass meine noch größer sind.“

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Die Philosophie ist tot

Ich wiedergebe nachstehend eine kleine Fortsetzung des Austausches im Forum „Auf zur Wahrheit“ aus meinem gestrigen Blog-Eintrag Die relativistischen Effekten finden nur im Kopf des Beobachters statt:

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Jocelyne Lopez:
Ich meine nämlich, wenn ich einen Wagon beim Vorbeifahren kürzer sehe, dass sich in der Natur, in der Außenwelt rein gar nichts ändert. Es ändert sich nur etwas in meinem Gehirn, durch die Wahrnehmung meines Sinnesapparates, durch die Optik. Da verändert sich in der Natur rein gar nicht, es verändert sich nur was in meiner Innenwelt. Anders gesagt: Es ist eine Eigenschaft unseres menschlichen Sinnesapparates, Perspektiven wahrzunehmen, das ist kein physikalischer Prozess in der Außenwelt, das ist ein biologischer Prozess in der Innenwelt des Beobachters.
Genauso ändert sich z.B. die Höhe eines Turmes in der Außenwelt kein bisschen, wenn ich ihn vom Weit ganz klein sehe und er immer größer wird, wenn ich immer näher komme.

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Massimo:
Hmm, sehr interessant!! Das ist alles nur „Einbildung“, d.h. ein Bild das sich im Hirn des Beobachters zusammensetzt. Erst dort. Der Turm ist natürlich immer gleich gross, aber in grösserer Entfernung scheint er kleiner!!!! Wenn wir durch ein Fernglas schauen, scheint der Turm wieder grösser, er wird nicht kleiner!!!!! Wenn also Ausserirdische mit riesigen Augen so etwas wie die Relativitätstheorie aufstellen würden, wäre diese eine ganz andere als unsere, und das einfach nur weil sie grössere Augen haben!!!!!! Wieso sehen das die Physiker und ihr Held, der Einstein, nicht einfach ein?? Ist doch logisch!!!!!

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Jocelyne Lopez:
Genau Deine Überlegungen waren auch der Anfangspunkt meiner persönlichen Hinterfragung der Relativitätstheorie vor 4-5 Jahren, jedoch nicht mit Ausserirdischen, sondern mit Eulen…

Dies ist ein grundlegendes Problem der Grenze unserer Erkenntnismöglichkeiten als Menschen, das ist ein erkenntnistheoretisches Problem. Die Physiker und Mathematiker erkennen es nicht und ignorien es drastig. Die Philosophen und Erkenntnistheoretiker können zwar auch damit die Relativitätstheorie widerlegen, aber Philosophen und Erkenntnistheoretiker haben schon lange den Platz vor den Naturwissenschaftlern geräumt. Die Philosophie ist tot. Die heutigen Erkenntnistheoretiker und Philosophen sind in meinen Augen Angsthasen, die sich von den Naturwissenschaften und der Mathematik hoffnungslos einschüchtern lassen haben. Die sich unfähig, sich zu engagieren und klar Position zu aktuellen Problemen zu nehmen. Sie produzieren nur Binsenwahrheiten und allgemeine Lebensweisheiten à la „man kann es so sehen oder man kann es auch so sehen„, typisch Philosoph, also etwas, was jeder Mensch auch ohne Philosophen seit aller Ewigkeit weist und womit auch kein Mensch was anfangen kann.

Von den Philosophen und Erkenntnistheoretikern, die sich wirklich engagieren und klar Position im Hinblick auf die Relativitätstheorie und ihre erkenntnistheoretische Unhaltbarkeit beziehen, ist mir eigentlich nur Helmut Hille bekannt, und er hat eben das Problem der Relativitätstheorie als irreführende Produktion des Gehirns eines Beobachters, das wir soeben kurz angesprochen haben, auch in einem Vortrag bei der Deutschen Physikalischen Gesellschaft vor kurzem vorgestellt, siehe mein Blog-Eintrag: Helmut Hille: Der Humanfaktor in der Wissenschaft .

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Massimo:
Danke für den Link zu Herrn Hille!! Auf der von Ihnen angegebenen Seite ist leider nicht der ganze Text zu sehen, sondern nur die Auszüge!!! Gibt es vieleicht mehr davon?

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Jocelyne Lopez:
Der Link zum kompletten Vortrag von Helmut Hille ist auch in meinem Blog-Eintrag angegeben (rot hinterlegt), aber ich gebe Dir es hier auch: http://www.helmut-hille-philosophie.de/anhang5.html

Vielleicht interessiert Dich auch über die Rolle des Beobachters in der Relativitätstheorie sein Essay Rätselhafter Einstein, wo Hille die These vertritt, dass Einstein unter einer besonderen Form von Autismus gelitten hätte. Mitte Juni 2008 wurde auch eine dreiteilige ARTE-Sendereihe „Expeditionen ins Gehirn“ auf 3Sat erneut ausgestrahlt, dabei ging es um die Autismusforschung, die ganz wesentliche Einblicke in das menschliche Gehirn gewonnen hat. Am 11. Juni kam auch Teil 2 Der Einstein-Effekt (die Sendereihe habe ich persönlich nicht gesehen).



Die relativistischen Effekten finden nur im Kopf des Beobachters statt

Ich komme zurück auf einen zentralen Streitpunkt im Rahmen der Relativitätstheorie, der zum Beispiel von G.O. Mueller analysiert und hervorgehoben wurde, siehe mein Eintrag in diesem Blog Koennten sich vielleicht die Relativisten darüber einigen, ob der relativistische Effekt ‘Längenkontraktion‘ Anschein oder Realität sein soll?

Wendet man sich diesen beiden grundlegenden Effekten zu, so stößt man auf eine Frage, die man bei einer angeblich bestätigten und allgemein akzeptierten Theorie nicht mehr vermuten würde: nämlich ob die behaupteten Effekte wirklich seien oder nur Scheineffekte. (G.O. Mueller)

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Diese Problematik wird auch in einem kleinen Austausch im Forum „Auf zur Wahrheit“ besonders ersichtlich:

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Jocelyne Lopez:
Es handelt sich hier überhaupt nicht um eine Umrechnung zwischen verschiedenen Maßeinheiten…
Hier wird nur mit Maßeinheit „Meter“ und Maßeinheit „Sekunde“ gerechnet, wenn man die Formel einer Fortbewegungsgeschwindigkeit anwendet: Strecke / Zeit. Genauso wie es Einstein für die Lichtgeschwindigkeit anwendet.

——

Chris_XY:
Nein, in einem System hast du die Strecke X und in dem anderen die Strecke X‘.
Wenn du von einem System ins andere transformieren willst, musst du von der Einheit X in die Einheit X‘ umtauschen.
Je nach Geschwindigkeit oder gar Beschleunigung ändert sich dabei der Umrechnungskurs. Und wie, das will die RT beschreiben.

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Jocelyne Lopez:
Es gibt keine zwei Strecken, keine drei Strecken, keine vier Strecken, keine unzähligen Strecken für die Messung einer Strecke, es gibt nur eine einzige Strecke!

Das ist die Strecke, die man gemäß anerkanntem und gültigem Meßvorschrift mit ruhendem Beobachter bei ruhender Strecke misst. Sowie sogar Einstein hochpersönlich es definiert: Es sei L die Länge eines ruhenden, starren Stabs, die mit einem ebenfalls ruhendem Maßstab gemessen wird. […] Du würdest z.B. große Schwierigkeiten haben, die genaue Länge eines fahrenden Wagons zu messen, oder? Und wenn Du den Wagon ganz kurz an Dich vorbeifahren siehst, das ist nur eine optische Täuschung. In Wirklichkeit ist der Wagon beim Fahren nicht kürzer geworden, er hat die Länge beibehalten, die man misst, wenn er ruht.

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Chris_XY:
Laut RT nicht.

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Jocelyne Lopez:
Wenn ich einen Wagon beim Vorbeifahren kürzer sehe, das ist eine optische Täuschung, eine Erscheinung meines Sinnesapparats. Ich sage, dass der Wagon in Wirklichkeit die Länge beibehält, die gemessen wird, wenn er ruht.

Und Du? Sagst Du, dass der Wagon sich real, materiell verkürzt hat, wenn er bei Dir vorbeifährt?

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Chris_XY:
Wieso sage ich das plötzlich? Darum geht es doch: Der Raum krümmt sich.

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Jocelyne Lopez:
Ich verstehe zwar nicht, was Du damit meinst, dass „der Raum sich krümme„, wenn Du einen vorbeifahrenden Wagon kürzer siehst, das macht für mich keinen Sinn, aber ich verstehe auf jeden Fall daraus, dass Du der Meinung bist, dass ein physikalisches Phänomen sich in der Natur dann abspielt, in der Außenwelt. Da verändert sich was in der Natur, in der physikalischen Außenwelt. Einverstanden?

Das ist ein wesentlicher und grundlegender Unterschied zu meiner Auffassung:

Ich meine nämlich, wenn ich einen Wagon beim Vorbeifahren kürzer sehe, dass sich in der Natur, in der Außenwelt rein gar nichts ändert. Es ändert sich nur etwas in meinem Gehirn, durch die Wahrnehmung meines Sinnesapparates, durch die Optik. Da verändert sich in der Natur rein gar nicht, es verändert sich nur was in meiner Innenwelt. Anders gesagt: Es ist eine Eigenschaft unseres menschlichen Sinnesapparates, Perspektiven wahrzunehmen, das ist kein physikalischer Prozess in der Außenwelt, das ist ein biologischer Prozess in der Innenwelt des Beobachters.

Genauso ändert sich z.B. die Höhe eines Turmes in der Außenwelt kein bisschen, wenn ich ihn vom Weit ganz klein sehe und er immer größer wird, wenn ich immer näher komme.

Dieser biologische Prozess des Perspektivsehens ist uns als Menschen angeboren, er gehört zu unserer Erfahrung der Welt seit der ersten Sekunde nach unserer Geburt (bzw. sobald ein Säugling sehen kann) und findet von uns ungesteuert in unserem Gehirn milliardenfach jede Sekunde statt.

Das ist der wesentliche und grundlegende Unterschied zwischen Deiner und meiner Auffassung, wie ich sie bis jetzt zumindest von Dir verstanden habe:

– bei Dir handelt es sich bei Änderungen der Größe eines Objektes um einen physikalischen Prozess, der in der Natur, in der Außenwelt stattfindet.

– bei mir handelt es sich bei Änderungen der Größe eines Objektes um einen biologischen Prozess, der ausschließlich in unserem Gehirn, in unserer Innenwelt stattfindet.

Jocelyne Lopez:
Wann werden sich übrigens die Relativisten mal zutrauen, die genauen Maßen einer Fata Morgana mit 40 Kommastellen zu messen?
:wink:

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Massimo:
Sehr witzig!!! :wink:
Wahrscheinlich versuchen die Physiker das, nachdem sie die Masse der Seele bestimmt haben!!!! 
Die relativistische Masse wohlgemerkt!!!!!!:wink:



2008, Jahr der Mathematik oder des Mathematismus?

Am 27.06.08 habe ich folgende E-Mail an die Fakultät für Mathematik von 12 deutschen Universitäten (willkürlich ausgesucht) geschrieben: Magdeburg, Würzburg, Ulm, Göttingen, Frankfurt, Tübingen, Regensburg, Hannover, Hamburg, Marburg, Stuttgart, Düsseldorf:

Betr.: 2008, Jahr der Mathematik oder des Mathematismus? 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich erlaube mir als Physik- und Mathematiklaiin Sie um die Lösung eines Paradoxons zu bitten, das ich im Rahmen des Postulats Einsteins aus seiner Speziellen Relativitätstheorie mit einem Gedankenexperiment veranschaulicht habe, wonach die Relativgeschwindigkeit eines Lichtstrahles konstant zu allen beliebig bewegten Beobachtern sei.

Dieses Gedankenexperiment ist in meinem Blog unter folgendem Link kurz dargestellt:

Was würde am Strand passieren?

sowie weitere persönliche Überlegungen darüber, die sich aus sehr regen Austauschen in Diskussionsforen ergeben haben:

  1. Das Strand-Paradoxon
  2. Die Mathematiker der Relativitätstheorie sind ganz schön doll auf den Kopf gefallen
  3. Georg Galeczki und Peter Marquardt: Transformationen als Gaukler
  4. Juni 2008: Jocelyne Lopez schreibt an Prof. Dr. Juergen Richter mit Kopie an Frau Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung
  5.  Breitet sich eine Wasserwelle anders als eine Lichtwelle aus?
  6. Die Fehlbarkeit der Mathematik

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich von Ihrem Institut eine für Mathematik- und Physiklaien geeignete Antwort in allgemein verständlicher Sprache erhalten würde und bedanke mich recht herzlich im voraus.

Mit freundlichen Grüßen
Jocelyne Lopez

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N.B.: Da die Frau Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan, mir am 14.08.06 antworten ließ, dass die „Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung unter den Experten in der Wissenschaft selbst zu diskutieren sind“ und wohl unter der Bezeichnung „Experte in der Wissenschaft“ die Universitätsprofessoren meinte, wäre es konstruktiv und sicherlich weiterbringend, wenn interessierte Leser, die Kontakte zu Mathematik-Professoren haben (zum Beispiel Studenten) meine Anfrage auch an anderen Universitäten weiterleiten würden.



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