Blog – Jocelyne Lopez

Dr. Petra Schulz: Das Denkgebäude der Physik wackelt

Nachstehend Auszüge aus einem Artikel der Chemikerin Dr. Petra Schulz in der Zeitschrift „raum&zeit“ Nr. 5 (2), Seiten 75-76, 1983: Das Denkgebäude der Physik wackelt

Die Physiker des 20. Jahrhunderts können zaubern. Ein bekannter Zaubertrick ist der folgende: Zwei Photonen (Lichtteilchen) treten zum Wettlauf an. Beide Teilchen fliegen mit Lichtgeschwindigkeit von c= 300 000 Kilometern pro Sekunde. Ein uninteressantes Rennen? Keineswegs. Dank der Mithilfe eines Physikers behauptet Photon 1 nicht, dass es genauso schnell wie Photon 2 wäre und es ihm beim Wettlaufen die ganze Zeitlang die Hand hätte reichen können. Photon 1 meint vielmehr, Photon 2 eile mit Lichtgeschwindigkeit voraus. Dem gesunden Menschenverstand will diese Tatsache nicht einleuchten. Auch nicht, dass zwei auseinanderfliegende Photonen nicht die Relativgeschwindigkeit 2c besitzen, sondern nur c.  Die Physiker glauben seit 1904 an diese Zauberkunststücke und halten sie sogar für Realität, bloß weil sie seit 1887 so ratlos waren, das Ergebnis des Michelson-Versuchs zu interpretieren.

Michelson und sein Kollege Morley spalteten an einer schrägstehenden Glasplatte einen Lichtstrahl in zwei Anteile auf. Ein Teilstrahl bewegte sich parallel zur Bahnrichtung der Erde, der andere senkrecht dazu Die Einzelstrahlen wurden von Spiegeln reflektiert und am Strahlteller wieder vereinigt. Sie zeigten keinen Gangunterschied, der an auftretenden Interferenzstreifen erkennbar gewesen wäre. Beide Lichtstrahlen schienen sich gleich schnell ausgebreitet zu haben.

Albert Einstein fand 1904 durch seine spezielle Relativitätstheorie eine Erklärungsmöglichkeit für den Versuch, die leider bisher die einzige geblieben ist. Das mathematische Rezept der Lorentz-Transformation musste herhalten. Alle Ereignisse mussten durch die Raum und Zeit verzerrende Brille für eine vierdimensionale Raum-Zeit-Welt betrachtet werden, in der die Lichtgeschwindigkeit eine penetrant konstante Größe darstellte. Wurde der Raum (Ortsraum) etwas zusammengestaucht, so blähte sich der Zeitraum auf, das heißt die Uhren gingen langsamer.
[…]
In vielen Fällen war es zu umständlich, ständig in der vierdimensionalen Lorentz-verzerrten Raum-Zeit-Welt zu operieren. Man hackte einfach eine Dimension ab und befand sich plötzlich wieder in der alltäglichen Welt. Aber plötzlich stimmten die Massen und Ladungen der Elementarteilchen nicht mehr, sie explodierten ins Unendliche. Anstatt über den Gültigkeitsbereich der speziellen Relativitätstheorie gründlicher nachzudenken, fingen die theoretischen Physiker lieber zu schummeln an. Die Massen und Ladungen wurden neu „frisiert“, das heißt renormiert. Im Betrügen geübt störte es die Wissenschaftler auch nicht, für kurze Zeit gegen den Energiehaltungssatz zu verstoßen und die Gaunerei dreist „Vakuumpolarisation“ zu nennen.

Der Weg zum Beschub in der Physik war frühzeitig geebnet worden. Diesmal war Einstein völlig unschuldig, im Gegenteil hat er sogar versucht, diese entartete Entwicklung aufzuhalten.
[…]
Fest zementiert ist nun das Denkgebäude der Physik, das durch Einsteins Relativitätstheorie und Schrödingers Quantenmechanik begründet worden ist. Fast alle Physiker stützen es und bauen weiter daran. Festgefahren sind inzwischen die Lehrmeinungen. Eine gründliche Renovierung von den Grundpfeilern her tut not.

Aber wehe dem, der jetzt gerade das eherne physikalische Denkgebäude erschüttern will. Hier wird demokratisch regiert.
[…]
Zu starr ist die Masse der Physiker den alten Denkgewohnheiten verhaftet. Ja, sie wehrt sich gegen jede Neuerung, indem sie neue Theorien nicht mehr in wissenschaftlichen Physikzeitschriften abdrucken läßt. Wohl dem, der sich und seine Meinung trotzdem noch behaupten kann. Einen schweren Stand haben Außenseiter auch auf Tagungen. Ich denke da gerade an die Frühjahrstagung „Teilchenphysik 1983″ an der Universtität-Gesamthochschule Wuppertal, wo man andersdenkenden Rednern Chairman und Diaprojektor versagte. Sollte heutzutage die Gründung eines Selbstverlags wie bei Röschlau der einzige Ausweg sein, neue Ideen an den Mann zu bringen?

Weshalb fällt es den Physikern unserer Tage so schwer zu akzeptieren, dass auch deterministische Elementarereignisse in der Lösung der Schrödinger-Gleichung enthalten sind? Die Begriffe „Raum“ und „Zeit“ einschließlich der speziellen Relativitätstheorie müssten neu überdacht und neue Axiome (=unbeweisbare Grundsätze) aufgestellt werden. Die Wissenschaft müsste sich von dem blinden Glauben an die Realität nur von messbaren Größen befreien. Prinzipiell würde die Physik dadurch endlich einfach und anschaulich. Abstraktes könnte plausibel dargestellt werden. Die Schummelei hätte in der Physik endlich ein Ende.

(Dr. Petra Schulz)



Was würde am Strand passieren?

Im Zusammenhang mit der Annahme Einsteins, die Geschwindigkeit eines Lichtstrahls sei konstant zu allen bewegten Beobachtern, stelle ich hier eine Frage, die ich schon in verschiedenen Diskussionsforen gestellt habe:

Der Normalfall bei einer Relativgeschwindigkeit zwischen zueinander bewegten Objekten ist die Geschwindigkeitsaddition, was nicht nur in der theoretischen Physik und in der Technologie sich bestens bewährt hat, sondern auch jedermann Erfahrung entspricht.

Nehmen wir also eine große Wasserwelle, die sich zum Strand bewegt, wo beliebig viele Beobachter an verschiedenen Orten liegen oder sich mit beliebig vielen Geschwindigkeiten und Richtungen bewegen.

1) Der Normalfall: Die Welle wird jeden einzelnen Beobachter am Strand gemäß der Geschwindigkeitsaddition erreichen, mal früher, mal später, mal näher, mal weiter. Das leuchtet jedem ein.

2) Was würde aber am Strand passieren, wenn die Geschwindigkeitsaddition nicht gelten würde, wie bei Lichtwellen behauptet, und die Geschwindigkeit der Wasserwelle zu allen bewegten Beobachtern konstant wäre?

Kann sich das jemand vorstellen? Ich nämlich nicht…

(Jocelyne Lopez)

—–

——————————-

NB: Da sich zu meinem Gedankenexperiment  noch keiner in Diskussionsforen mir seine Vorstellung mitgeteilt hat, und ich selbst leider absolut keine Vorstellung habe, habe ich heute per E-Mail an die Webseite Einstein online meine Frage direkt gerichtet. Ich bin auf die Antwort gespannt und werde sie auch hier für interessierte Leser veröffentlichen.



G.O. Mueller zur Annahme Einsteins der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit zu allen bewegten Beobachtern

Nachstehend Auszüge aus der Analyse der Forschungsgruppe G.O. Mueller aus dem Kapitel 2 – Fehlerkatalog, Fehler B2, Seiten 51-53 ihrer Dokumentation:

Alle verschieden bewegten Beobachter sollen für einunddenselben Lichtstrahl dieselbe Lichtgeschwindigkeit c messen

Die kritische Analyse der behaupteten Nicht-Relativität, also der absoluten Konstanz der Lichtgeschwindigkeit ist ein ständiges Thema der Kritiker seit 1909:

(1) Es handelt sich um eine Annahme, für die es keine empirische Bestätigung gibt; v. Laue selbst gibt zu, daß sie „über den experimentellen Befund hinausgeht„.

(2) Experimentell nicht bestätigte Annahmen können unmöglich als „Gesetze“ gelten, selbst wenn man sie dazu ernennt.

(3) Die Annahme der absoluten Konstanz kann keine vom „Relativitätsprinzip geforderte“ Aussage sein, weil sie dem Relativitätsprinzip direkt widerspricht, das Relativitätsprinzip für Bewegungen für die Bewegung des Lichts außer Kraft setzt.

(4) Während Albert Einstein 1905 überhaupt keinen empirischen Befund für seine Annahme angeben kann, bezieht sich v. Laue 1913 (S. 35) auf den Michelson-Morley-Versuch (MMV): er soll bewiesen haben, daß die „Lichtfortpflanzung im Vakuum … bezogen auf alle Systeme, nach allen Richtungen gleichmäßig erfolgt„. Diese Behauptung kann durch den ersten Versuch, 1881/87 erstmalig und mit unvollkommenen Instrumenten unternommen und nicht vollständig durchgeführt, überhaupt nicht bewiesen werden, sondern wird, ganz im Gegenteil, durch ein sehr geringes positives Ergebnis bereits des MMV höchst unwahrscheinlich gemacht.

(5) Spätestens aber nach Sagnac 1913 oder D. C. Miller 1925 und 1927 hätten v. Laue und alle Relativisten den Verlust aller Grundlagen für das „Gesetz“ öffentlich einräumen und das „Gesetz“ kassieren müssen.

Der Haltlosigkeit in der Sache entspricht Albert Einsteins listige Methode seiner Argumentation in AE1905: auf S. 891-892 gibt er noch zu, daß Relativitätsprinzip und absolute C Konstanz „nur scheinbar unverträglich“ sind, macht aber beide schon zur Voraussetzung für die weiteren Überlegungen; S. 895 werden beide Behauptungen zu Prinzipien ernannt, auf die sich alles weitere stützt; S. 899 dreht Albert Einstein den Spieß um: nun wird die absolute Konstanz von den Prinzipien sogar „verlangt„: „wie das Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit in Verbindung mit dem Relativitätsprinzip verlangt„, beide Prinzipien sollen offensichtlich bereits als vereinbar gelten und gehen in Albert Einsteins Transformationsgleichungen (S. 899-900) ein; S. 900-901 stellt Albert Einstein überraschend fest, daß die Vereinbarkeit der beiden Prinzipien noch nicht bewiesen (!) sei; S. 901 beweist er dann die Vereinbarkeit beider Prinzipien unter Verwendung der Transformationsgleichungen von S. 899-900 – in die seine beiden Prinzipien bereits eingegangen waren.

Albert Einstein baut also darauf, daß der Leser eine verschlungene Argumentationslinie über 10 Textseiten nicht mehr überblicken kann, in denen Behauptungen aufgestellt, ihre Beweise aber erst für später angekündigt werden, inzwischen wird mit den Behauptungen schon gerechnet und die Behauptungen in Formeln eingebracht, aus denen sie später „bewiesen“ werden können.

Immerhin hat Albert Einstein nicht vergessen das Kaninchen, das er aus dem Hut zaubern will, vorher hineinzutun. Die offizielle Physik der Nobelpreisträger Planck, v. Laue, Einstein und Born und ihrer Nachfolger verkauft diese Methode und dieses Ergebnis seit 100 Jahren erfolgreich als geniale Revolution aller unserer Vorstellungen über Raum und Zeit.

Zur grundsätzlichen Problematik: Wenn das Licht sich bewegen soll und in seiner Ausbreitung (Fortpflanzung) eine meßbare Geschwindigkeit aufweisen soll (alle sind sich einig über die 300000 km/sec), dann müßte auch diese Bewegung dem Relativitätsprinzip Galileis unterliegen, also stets in Bezug auf ein Bezugssystem angegeben werden. Als mögliche Bezugssysteme stehen für diesen Zweck grundsätzlich 3 naheliegende physikalische Optionen zur Auswahl: (1) die Lichtquelle; (2) das Medium (der Äther oder nur der Raum selbst), in dem sich das Licht ausbreitet; (3) der Empfänger (Beobachter), der das Eintreffen des Lichtstrahls feststellt. Quelle, Medium und Empfänger können sich gegeneinander bewegen, und ein Lichtstrahl kann sich gegen jedes der drei Objekte anders bewegen. Jede physikalische Betrachtung der Lichtbewegung muß vier Objekte einbeziehen.

In der Literatur, größtenteils auch der kritischen, wird allgemein angenommen, daß die Option 1 (Lichtquelle) als Bezugssystem für die Lichtgeschwindigkeit ausscheidet, weil man allgemein die Unabhängigkeit der Lichtgeschwindigkeit von der Quelle für erwiesen annimmt (bekannte Ausnahmen: W. Ritz; M. La Rosa).

Die Option 2 (Medium, Äther, Raum) wird von Albert Einstein von 1905 bis 1920 angeblich für „abgeschafft“ erklärt, käme also im Rahmen seiner SRT erst wieder nach 1920 in Betracht, ist jedoch in der Relativistik nach 1920 nicht zur Kenntnis genommen worden.

So bleibt für die Relativistik seit 1905 als Bezugssystem nur die Option 3 (Beobachter) verfügbar: und hier verfügt Albert Einstein eine Behauptung als Prinzip, für die es auch nicht den Schatten eines empirischen Beweises gibt, und die außerdem gegen sein eigenes Relativitätsprinzip (und das Galileis) verstößt. Darin, ohne jeglichen empirischen Befund eine reine Behauptung als universelles Prinzip der Physik auszugeben, könnte die vielgerühmte physikalische Kühnheit der Theorie tatsächlich bestehen. Angesichts des Ergebnisses erweist sich die Kühnheit jedoch als Leichtsinn.

Geradezu eine Absurdität ist v. Laues Behauptung, ausgerechnet das Relativitätsprinzip fordere (!) notwendig dieselben Meßwerte für C in allen Systemen, also die Nicht-Relativität. Albert Einstein hatte immerhin noch eine wenn auch nur „scheinbare Unverträglichkeit“ eingeräumt. Erst die Relativität aller Bewegungen großartig verkünden und anschließend die Relativität für eine bestimmte Erscheinung unterdrücken: das ist sogar Albert Einstein selbst als „scheinbar unverträgliche Voraussetzung“ (AE1905, S. 891-892) aufgefallen. Bei v. Laue wird der Widerspruch ausdrücklich zum Gesetz erhoben. Albert Einstein und seine Nachfolger gehen gern noch einen Schritt weiter und wollen die – angeblich überall mit gleichem Wert gemessene – Lichtgeschwindigkeit sogar zur Einheit des Messens machen, um ihre mathematischen Konstrukte zu vereinfachen. Die Relativisten wollen damit den Grundwiderspruch ihrer Theorie sogar in das empirische Messen einführen. Dabei vergessen sie, daß sie einen Quotienten aus zwei Werten bilden müssen, von denen sie einen Wert empirisch bisher gar nicht messen können: die Zeit für die Ein-Weg-Geschwindigkeit.
AE 1905. – Laue, Max v.: Das Relativitätsprinzip. 2. Aufl. 1913.

(G.O. Mueller)



Die Eselei des Jahrhunderts in der theoretischen Physik

Ich komme zurück auf die Forumsdiskussion Einsteins Postulat: Wo bleiben die experimentellen Bestätigungen? im Forum Politik.de und wiedergebe hier einen weiteren Austausch über das Postulat Einsteins der Invarianz der Lichtgeschwindigkeit relativ zu allen bewegten Beobachtern:

—–

Gerhard Kemme:

Aus logischen Gründen kann „c“ nicht invariant gegenüber anderen Geschwindigkeiten sein, dann gäbe es – wie es Frau Jocelyne Lopez bereits gesagt hat – ausschließlich Ruhesysteme bezüglich Lichtwellen, was bereits durch eine Scheinwerferaufblendung hinter dem eigenen Fahrzeug widerlegt wird.

—–

Jocelyne Lopez:

Genau das ist aus meiner Sicht der springende Punkt: Es gäbe nach Einstein ausschließlich Ruhesysteme relativ zum Licht, was eine riesige Eselei ist.

Ob es ein Äther gibt oder nicht, das spielt hier absolut keine Rolle: Diese Annahme Einsteins der Invarianz der Lichtgeschwindigkeit zu allen beliebig bewegten Beobachtern im Universum ist und bleibt die Eselei des Jahrhunderts in der theoretischen Physik.

—–



Die Schnapsidee des Herrn Albert Einstein

Ich beziehe mich auf meinen Thread im Forum Politikforum.de

Einsteins Postulat: Wo bleiben die experimentellen Bestätigungen?
Eröffnet am 27.04.07
Beiträge bis heute: 4264
Aufrufe bis heute: 87.311

der jedoch vollständig seit Anfang an wie gewöhnlich von einer kleinen Gruppe von Aktivisten aus dem Hetz- und Stalkerforum „Alpha Centauri“ zugepöbelt wird, ohne Eingreifen der Moderation – das Forum Politikforum.de schützt ersichtlich die Mobbers und Stalkers aus „Alpha Centauri“ und gewährt ihnen seit Jahren freie Bahn für ihre massiven Störangriffe und für ihren schwerwiegenden Pöbeleien.

Jedoch wurde kürzlich ausnahmsweise ein kurzer sachlicher Austausch ab Beitrag 4208 trotz diesen massiven Störungen mit einem Teilnehmer Pathfinder  über das 2. Postulat Einsteins möglich, wonach die Lichtgeschwindigkeit invariant relativ zu allen bewegten Beobachtern sein sollte.

Ich wiedergebe hier die Zusammenfassung meiner persönlichen Argumentierung darüber:

Meiner Meinung nach ist die Unhaltbarkeit dieses Postulats auf einen ganz primitiven Fehler zurückzuführen: Auf eine sprachliche Verwirrung zwischen Begriffen, und zwar zwischen den verschiedenen Begriffen der „Geschwindigkeit„. Die Sprache ist wohl die Quelle der meisten Missverständnisse…

Die verschiedenen Geschwindigkeiten, die wir bestimmen wollen und können, werden jedoch  in der Physik grundsätzlich definiert, das ist auch Voraussetzung für das Verständnis der Physik:

1) Eine „Fortbewegungsgeschwindigkeit“ (als Sammelbegriff für z.B. Ausbreitungs-geschwindigkeit oder Fortpflanzungsgeschwindigkeit oder Eigengeschwindigkeit) ist die Geschwindigkeit eines Objekts zwischen zwei Punkten A und B. Einstein definiert sie sogar für das Licht in seiner Theorie auch so, explizit und ausdrücklich mit der Formel Weg/Zeit. Was auch richtig ist: Der Wert c wurde auch immer tatsächlich als einzelne Fortbewegungsgeschwindigkeit eines Lichtstrahles auf einer bestimmten Strecke gemessen.

2) Eine „Relativgeschwindigkeit“ dagegen kann nur, wie der Name schon sagt, zwischen zwei Objekten berechnet werden, die sich relativ zueinander bewegen. Sie ist zu berechnen als die Differenz der jeweiligen Fortbewegungsgeschwindigkeiten der beiden Objekte auf einer bestimmten Strecke (je nach Bewegungsrichtung mit Addition oder Substraktion).

Diese Geschwindigkeiten sind Grundlage der Physik, man kriegt sie auch gleich in der Grundschule gelehrt, die sind für jedes Kind und jeden Physiklaie auch verständlich und nachvollziehbar, sie sind im Anklang mit der Erfahrung und der Empirie und haben sich überdies auch in der Technologie brillant bewährt.

Jetzt kommt Einstein und entscheidet aus heiterem Himmel in seinem 2. Postulat, dass es für die Geschwindigkeit des Lichts relativ zu einem anderen bewegten Objekt ganz anders sei, als einzige Ausnahme im Universum: Für das Licht wird keine Relativgeschwindigkeit als Differenz zwischen den jeweiligen Fortbewegungs-geschwindigkeiten der beiden Objekten berechnet, das gelte für das Licht nicht: Die Relativgeschwindigkeit des Lichts zu allen anderen bewegten Objekten sei immer unverändert exakt c.

Das bedeutet im Endeffekt, mathematisch beschrieben, dass jedes beliebig bewegte Objekt als ruhend zu einem Lichtstrahl stillschweigend vorausgesetzt wird, so kann die Relativgeschwindigkeit zwischen den beiden mathematisch dann immer c als Differenz betragen. Das ist aber völlig abstrus! Ein bewegtes Objekt ruht nicht gegenüber einem Lichtstrahl. Warum sollte es das tun? Ein bewegtes Objekt bewegt sich ganz normal weiter mit seiner eigenen Fortbewegungsgeschwindigkeit gegenüber einem Lichtstrahl, wenn gerade ein Lichtstrahl zufällig vorbei saust. Wenn man mit 170 km/St auf der Autobahn fährt, dann ruht man mitnichten nicht relativ zu einem Lichtstrahl, der sich mit 300.000 km/s durch die Gegend bewegt. Warum sollte man auf einmal ruhen? Die kleinen 170 km/St sind zwar kaum rechnerisch relevant bei der Berechnung der Relativgeschwindigkeit zwischen Auto und Lichtstrahl und messtechnisch sowieso bei dieser gewaltigen Relation nicht feststellbar, aber die 170 km/st existieren als eigenständige Fortbewegungsgeschwindigkeit des Autos (das wird durch den Benzinkonsum auch bewiesen, oder?), sie sind nicht 0!!

—-
Ein Objekt kann auch nur eine einzige Fortbewegungsgeschwindigkeit auf einer Strecke AB haben, es kann aber dabei gleichzeitig unendlich viele Relativgeschwindigkeiten paarweise zu anderen Objekten auf dieser Strecke haben. Ich kann zum Beispiel sagen:

Auto A fährt mit 170 km/St auf der Strecke AB
– es fährt dabei gleichzeitig mit 230 km/St zu Auto B
– es fährt dabei gleichzeitig mit 190 km/St zu Radfahrer C
– es fährt dabei gleichzeitig mit 80 km/St zu Auto D
usw.

Für das Licht hat aber Einstein aus heiterem Himmel entschieden, weiß der Kuckuck warum, dass dies nicht gelte. Er kann offensichtlich keinen Unterschied zwischen einer Fortbewegungsgeschwindigkeit und einer Relativgeschwindigkeit erkennen. Es gelte für das Licht folgende Konstellation:

Ein Lichtstrahl fliegt mit 300.000 km/s auf der Strecke AB
– er fliegt dabei gleichzeitig mit 300.000 km/s zu Auto A
– er fliegt dabei gleichzeitig mit 300.000 km/s zu Auto B
– er fliegt dabei gleichzeitig mit 300.000 km/s zu Radfahrer C
– er fliegt dabei gleichzeitig mit 300.000 km/s zu Auto D
usw.

Für Einstein ist die Fortbewegungsgeschwindigkeit eines Lichtstrahles auf einer Strecke immer gleich seine Relativgeschwindigkeit zu allen anderen bewegten Objekten. Ein echter Hammer… Wo er sich diese Schnapsidee ausgesucht hat weiß keiner. Vielleicht im Traum beim Reiten auf einem Lichtstrahl? Auf jeden Fall hat er die diesmal nicht abgeguckt, das ist seine ureigne Produktion, wenn schon, dann schon. 

Vor diesem Hintergrund nehmen aber für mich seine rührenden Worte an einen Freund am Ende seines Lebens, die ich schon in diesem Blog zitiert habe, eine besondere Bedeutung:

Sie stellen es sich so vor, dass ich mit stiller Befriedigung auf ein Lebenswerk zurückschaue. Aber es ist ganz anders von der Nähe gesehen. Da ist kein einziger Begriff, von dem ich überzeugt wäre, dass er standhalten wird, und ich fühle mich unsicher, ob ich überhaupt auf dem rechten Wege bin.

—–

(Jocelyne Lopez)



Andreas Vosskuhle: Es darf keine Tabus im wissenschaftlichen Denken geben

Nachstehend Auszüge aus einem Artikel über den neuen Verfassungsrichter Andreas Voßkuhle in der Allgemeinen Frankfurter Zeitung vom 26.04.08: Familie und Bildung sind der Klebstoff der Gesellschaft“ – Neuer Verfassungsrichter Voßkuhle stellt sich vor.

rso. Freiburg, 25. April 2008 – Der künftige Vizepräsident des Bundesverfassungs-gerichts, Andreas Voßkuhle, hat sich für eine Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts ausgesprochen: „Wir sind eine Gesellschaft, die eine ungeheuere Dynamik erlebt. Wir müssen versuchen, die stabilisierenden Element zu stärken – vor allem Familie und Bildung. Das ist der Klebstoff der Gesellschaft“ sagte Voßkuhle im Gespräch mit dieser Zeitung. Er glaube an die „staatliche Verantwortung“ zur Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit. „Ich bin kein Freund des Spiels der freien Kräfte.“
[…]
Voßkuhle kritisierte die politische Kultur in Deutschland: „Wir sind eine diskursive Demokratie, in der öffentlichen Diskussion würde ich mir aber mehr Inhalte und weniger Verkauf wünschen„, sagte Voßkuhle; Deutschland brauche wieder eine „Kultur des guten Arguments„.

——–

sowie Auszüge aus einem Gespräch mit Andreas Voßkuhle in der FAZ vom 02.5.08: „Nicht alles zur Frage der Menschenwürde deklarieren„.

Aber man kann sich gleichwohl als Wissenschaftler Gedanken über Konfliktsituationen und Pflichtenkollisionen machen, ohne dass das gleich eine Entwertung der Menschenwürde ist.

Ich denke nicht, dass wir die Debatte über Folter und Stammzellen, die im Zusammenhang mit einer möglichen Nominierung von Herrn Dreier geführt wurde, jetzt fortsetzen sollten.

Aber die Front in der Wissenschaft bröckelt…

Ja, diesen Eindruck hat man, wenn man empirisch die Grundgesetzkommentare durchschaut. Wissenschaftlich gesehen ist diese Diskussion offen.

Bedrückt Sie das?

Mich bedrückt es nie, wenn sich in der Wissenschaft etwas ändert. Man kämpft für seine Auffassung, manchmal ist man in der Minderheit, manchmal in der Mehrheit. Das ist das, was auch den Reiz von Wissenschaft ausmacht.
[…]
Aber gilt nicht für die Wissenschaft erst recht, was auch Schäuble für sich in Anspruch nimmt: Es darf keine Tabus im Denken geben?

Für die Wissenschaft würde ich das so unterschreiben.



Bernhard Losch und Andreas Schwartze: Rechtswissenschaft für Gesellschaftswissenschaften

Eine Buchempfehlung:

Rechtswissenschaft für Gesellschaftswissenschaften
Juristische Grundlagen für Ökonomen, Politologen, Sozial- und Kulturwissenschaftler
Bernhard Losch, Andreas Schwartze
Verlag Kohlhammer, 1. Auflage 2006
ISBN: 3170135937

 losch-zweites_buch.jpg

Vorwort

Während des letzten Jahrzehnts haben sich die Grenzen vieler Fachdisziplinen verschoben, um die bereichsspezifische Ausbildung durch die Einbeziehung interdisziplinärer Aspekte zu ergänzen. Im Zuge dieser Entwicklung findet das Recht wegen seiner grundlegenden Ordnungsaufgabe für die Wirtschaft, das politische System und die soziale Organisation verstärkte Aufmerksamkeit in den Nachbardisziplinen. Insbesondere in den Wirtschaftswissenschaften wurden die herkömmliche rechtliche Grundausbildung vertieft und die Möglichkeiten der rechtlichen Zusatz- und Spezialausbildung in Richtung auf das Berufsfeld des Wirtschaftsjuristen erweitert. Ebenso wurde in der Politik sowie der Sozialwissenschaft die Integration rechtswissenschaftlicher Ausbildungsschwerpunkte vorangetrieben. In den kulturwissenschaftlichen Studiengängen findet das Recht ebenfalls wachsende Beachtung.

Daher scheint es an der Zeit, den verschiedenen Aufbereitungen einzelner Rechtsgebiete für die Nachbarwissenschaften eine grundlegende, interdisziplinär orientierte Einführung in die Rechtswissenschaft an die Seite zu stellen. Unser Ziel ist es, einen fachverbindenden Zugang zum Recht zu eröffnen, der Verständnis für dessen Funktion ermöglicht.

Die einleitenden Teile 1 und 2 wurden von beiden Autoren gemeinsam verfasst. Die anderen Teile haben die Autoren in Abstimmung untereinander jeweils eigenständig bearbeitet: Bernhard Losch das Öffentliche Recht (3. Teil) sowie das Strafrecht (5. Teil), Andreas Schwartze das Privatrecht (4. Teil).

—-

Klappentext:

Für sämtliche Gesellschaftswissenschaften ist ein grundlegender Einblick in die Rechtsordnung unentbehrlich, denn die Rahmenbedingungen für das Zusammenleben der Gesellschaft werden in erster Linie durch das Recht bestimmt. Rechtliche Regeln steuern die Wirtschaftsordnung, das politische System und die soziale Organisation. Ebenso wichtig wie die institutionelle Struktur sind die Verfahrensweisen, nach denen sich die rechtsverbindliche Kommunikation richtet. Vor allem Ökonomen, Politologen und Sozialwissenschaftler benötigen daher ein Verständnis für die rechtlichen Grundlagen von Staat und Zivilgesellschaft. Das Buch führt in die wichtigsten Rechtsgebiete ein und öffnet den Zugang zu einem kontextbezogenen juristischen Grundwissen.



Joao Magueijo: Schneller als die Lichtgeschwindigkeit. Der Entwurf einer neuen Kosmologie

schneller_als_die_lgEine Buchempfehlung:

Schneller als die Lichtgeschwindigkeit
Der Entwurf einer neuen Kosmologie
Joao Magueijo
Verlag Bertelsmann, München (Februar 2003)
ISBN-10: 3570005801

 

Aus der Amazon.de-Redaktion:

Spannend, lehrreich, witzig: Magueijo zeigt die Welt der Wissenschaft als Welt der Wissenschaftler, voller Rangeleien um Geld und Einfluss, voller Exzentrik, Eitelkeit und jahrelangem Sich-Mühen. Banalität und Genialität sind enge Nachbarn und oft nicht zu unterscheiden. Mittendrin der Autor selbst mit einer revolutionären Theorie über das Universum: Empfehlung.

Als Magueijo den Gedanken einer nichtkonstanten Lichtgeschwindigkeit zum ersten Mal äußert, entsteht in der Runde junger Kosmologen, in der sonst jede Verrücktheit ausgesprochen werden darf, ein Schweigen, als hätte er einen peinlichen Witz erzählt und man geht still auseinander. Er hatte gewagt, das Undenkbare zu denken. Der Autor kultiviert die Geste des Jungen Wilden, schimpft auf Britanniens Bürokraten, arrogante amerikanische Kollegen und verhöhnt die grassierende Political Correctness. Aber er erzählt auch staunenswerte, erhellende Geschichten, wie die von Einsteins Fehlern oder die eines dänischen Malers, der das Malen in Paris für seine zweite Leidenschaft, die Kosmologie, aufgibt und es dank Genie ohne Studium zum Physikprofessor in Toronto bringt.

Möglicherweise werden Sie — wie der Rezensent — auch nach der Lektüre nicht völlig verstanden haben, was es bedeuten würde, behielte der Autor Recht, und die Lichtgeschwindigkeit wäre tatsächlich nicht immer gleich. Aber Magueijo schafft es, uns eine sehr lebendige Vorstellung davon zu vermitteln, wie auf dem Gebiet der Kosmologie Theorien aufgestellt, weltweit von vielen Köpfen geprüft und dann bestätigt oder wieder verworfen werden. Er nimmt auch den wenig Physikerfahrenen mit auf eine Reise ans Ende des Universums und — streng genommen sogar noch darüber hinaus. — Michael Winteroll



Ist das Experiment Hafele/Keating methodologisch ungeeignet, um die Zeitdilatation aus der Speziellen Relativitätstheorie nachzuprüfen?

Die Anfrage von Ekkehard Friebe an die Deutsche Physikalische Gesellschaft über das Hafele-Keating Experiment hat in mehreren Diskussionsforen ein sehr hohes Interesse erweckt und gibt Anlaß zu zahlreichen und regen Austauschen. Ich verweise hier auf einen Austausch im Forum von Ekkehard Friebe über dieses umstrittene Experiment und seine vermeintliche Bestätigung der „Zeitdilatation“ aus der Speziellen Relativitätstheorie Einsteins:

—–

Zitat Sebastian Hauk:
Auf jeden Fall sollte das Experiment von 1972 wiederholt werden. Es ist keine gute wissenschaftliche Vorgehensweise so ein wichtiges Experiment nicht zu wiederholen.

—-

Zitat Jocelyne Lopez:
Ich meine, dass auch mit einer Wiederholung dieses Experiment nicht geeignet ist, um das Postulat Einsteins und die gefolgerte „Zeitdilatation“ aus seiner SRT nachzuprüfen, geschweige denn zu bestätigen:

– die Bewegung war nicht „geradlinig„, sondern kreisförmig (um die Erde)

– die Bewegung war nicht „gleichförmig„, sondern beschleunigt (Starten und Landungen, Kurshaltung)

– die Bewegung hat nicht in einem leeren und kräftefreien Vakuum stattgefunden, sondern im Medium Atmosphäre unter Einfluß von Gravitation, Kraftfeldern und sonstigen Störfaktoren.

Dieses Experiment ist m.E. völlig ungeeignet zur Nachprüfung der SRT Einsteins.

Ich kann mir auch kein Realexperiment vorstellen, das geeignet wäre, die vermeintliche „Zeitdilatation“ (oder auch ihr Pendant die „Längenkontraktion„) nachzuprüfen und zu bestätigen. Wir sind lediglich auf die Gedankenexperimente Einsteins aus dem Bereich Science-Fiction angewiesen (Hier: Zwillingsparadoxon), die absolut keine Beweiskraft, sondern nur der Status von Behauptungen haben.

—–

Zitat Sebastian Hauk:
Eine Wiederholung wäre aber schon einmal sehr wichtig.
Eigentlich wird jedes Experiment in der Physik oder in einer anderen Wissenschaft mehrfach durchgeführt.

—-

Zitat Jocelyne Lopez:
Das stimmt. Und viele Experimente sollten eigentlich wiederholt werden (siehe zum Beispiel die Liste von 11 Experimenten, die nach Auffassung von G.O. Mueller in seinem Offenen Brief an 200 Professoren wiederholt werden sollten).

Auch eine Einwegmessung der Lichtgeschwindigkeit als „geradlinig gleichförmige“ Bewegung sollte durchgeführt werden. Bis jetzt verfügen wir nämlich nur über gemittelte Werte hin und zurück zwischen Spiegeln, was nicht die Auflage Einsteins aus seinem Postulat erfüllt. Siehe hierzu der Thread Warum keine Einwegmessung der Lichtgeschwindigkeit? oder auch Lichtgeschwindigkeit in einer Flüssigkeit, wo sogar ein Anhänger der Relativitätstheorie in unserem Forum eine Einwegmessung der LG in einer Flüssigkeit vorgeschlagen hat.

Es geht aber hier bei der Untersuchung des Hafele/Keating Experiments zu verdeutlichen, dass die etablierte Physik gar keine Hemmung hat, ein Experiment, das grundsätzlich völlig ungeeignet ist die SRT bzw. die Zeitdilatation nachzuprüfen… uns als triumphale Bestätigung der SRT zu verkaufen!

—–

Zitat Ekkehard Friebe:
Hierzu verweise ich auf folgenden Beitrag von Harald Maurer (Edition Mahag): Das Experiment von Hafele und Keating. Hierin heißt es zu Beginn:

Das Experiment von Hafele und Keating

(Leseprobe aus „Die Relativitätstheorie – Lehre, Wirkung, Kritik“ von Prof. Dr. rer. nat. Walter Theimer)

Hafele und Keating flogen im Oktober 1971 mit vier Cäsium-Atomuhren in fahrplanmäßigen Verkehrsflugzeugen um die Erde. Atomuhren gelten als empfindlich genug, um die in Betracht kommenden winzigen Veränderungen zu registrieren. Die Erde wurde einmal in Ost-, einmal in Westrichtung umflogen. Es wurde von einer modifizierten Relativitätstheorie ausgegangen, die einen Unterschied in beiden Richtungen voraussagt, weil die Geschwindigkeit des Flugzeugs relativ zur Erde je nachdem, ob es mit der Erddrehung oder ihr entgegen fliegt, verschieden ist. (Davon hatte Einstein nichts gesagt.) Die Ostreise dauerte 65,4 Std., davon 41,2 Std. Flugzeit. Die Westreise dauerte 80,3 Std., davon 48,6 Std. Flugzeit. Die Routen waren nicht die gleichen. Die Uhren waren gegen magnetische Einflüsse, Druck- und Temperaturänderungen geschützt.

Angewandt wurde eine Kombination der speziellen und der allgemeinen Relativitätstheorie unter Addition ihrer Effekte. Dem Ansatz Einsteins widersprach der Versuch insofern, als Einstein hinsichtlich der speziellen Theorie eine gleichförmige und geradlinige Bewegung postuliert, hier aber die Bewegung ständig wechselte; ferner wirkte hier das Gravitationspotential dauernd über die Flughöhe, nicht nur momentan an einem Wendepunkt wie bei Einstein, und es wirkte additiv. Als Unterlage wurden die Daten der Flugkapitäne (Höhe, Geschwindigkeit, geographische Breite usw.) verwendet. Die Ostreise wurde in 125 Intervalle, die Westreise in 108 Intervalle geteilt. Daraus wurden mittlere Daten berechnet.

Eine weitere Vereinfachung der Berechnungen bestand darin, daß der Gangfaktor nicht mit Quadratwurzel aus (1 – v²/c²) sondern mit 1 – v²/2c² gewählt wurde. Dabei handelt es sich um eine Näherung zur Vermeidung von Rundungsfehlern bzw. endloser Dezimalstellen. Als Vergleichsuhr auf der Erde diente eine Normal-Atomuhr gleicher Bauart im Marine-Observatorium der USA. Die Autoren betonen jedoch, daß eine Bodenuhr, weil sie sich mit der Erde dreht, nicht als ruhende Kontrolluhr verwendet werden kann. Man kann aber, sagen die Autoren, einen nichtrotierenden inertialen Raum zu dieser Uhr konstruieren. Die Geschwindigkeit der bewegten Uhr relativ zu diesem konstruierten System bestimmt ihr Gangverhalten. Der als Bezugssystem dienende hypothetische Raum entsteht aus Berechnungen, die bereits eine Verschiedenheit der Zeit im Flugzeug und am Boden voraussetzen. Es werden also schon ziemlich viele relativistische Hypothesen als Voraussetzungen der Überprüfung der Relativitätstheorie verwendet. Weiter wird vorausgesetzt, daß die Bewegung den Uhrengang ontologisch beeinflußt (Relativitätstheorie Nr. 2). Von Messungen durch relativ bewegte Beobachter mit Hilfe von Lichtstrahlen (Relativitätstheorie Nr. 1) ist längst keine Rede mehr.



G.O. Mueller zum Hafele/Keating Experiment

Vor dem Hintergrund der Anfrage von Ekkehard Friebe an Prof. Dr. Gerd Litfin, Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, wiedergebe ich nachstehend eine kurze Bewertung der Forschungsgruppe G.O. Mueller über das Hafele/Keating Experiment, aus ihrem Buch Über die absolute Größe der Speziellen Relativitätstheorie:

Kapitel 2 – Fehlerkatalog – D: Zeit – Fehler Nr. 7 – Seite 96-97

Der Atomuhren-Transport von Hafele / Keating 1972 soll eine Zeitverzögerung bewiesen haben

Der Transport von 2 Paaren von Atomuhren um die Erdkugel in Düsenflugzeugen, in Ost-West- und in West-Ost-Richtung, insgesamt fünf Tage lang, hat nach dem Bericht von Hafele und Keating 1972 folgende Ergebnisse gebracht (kritische Zusammenfassung nach Louis Essen 1978): die Autoren haben nicht alle Daten mitgeteilt, haben statt Einzeldaten nur Durchschnittswerte für eine Durchschnittsuhr angegeben und nur eine nichtdefinierte Auswahl der Daten verwendet; es wurden jeweils Paare von Uhren transportiert, um Gangunterschiede zu erkennen: diese betrugen bis zu ca. 300 Nanosekunden zwischen den einzelnen Uhren eines Paares (also auf demselben Flug!); die von Hafele / Keating mitgeteilten Rohdaten für eine Durchschnittsuhr betrugen einen Zeitverlust von 132 Nanosekunden auf der West-Ost-Reise und einen Zeitgewinn von 134 Nanosekunden auf der Ost-West-Reise. Nach Korrekturberechnungen von Hafele / Keating soll die Durchschnittsuhr 59 Nanosekunden auf dem Flug nach Osten verloren und 273 Nanosekunden auf dem Flug nach Westen gewonnen haben und sich damit in enger Übereinstimmung mit den vorhergesagten Werten befinden.

L. Essen beurteilt das Ergebnis als nicht aussagekräftig, weil die mitgeteilten Messwerte nur Durchschnittswerte sind und obendrein geringer sind als die Gangunterschiede der Uhrenpaare.

Nach Galeczki / Marquardt 1997, S. 114-115, haben Hafele / Keating ihre Uhren während der Reise persönlich justiert und synchronisiert: ihre Daten sind deshalb völlig wertlos und fallen unter die Kategorie des wishful thinking (nach Wesley 1983, S. 171-172).

J. P. Wesley diskutiert den Zweck des Experiments: Hafele / Keating nahmen an, daß die Geschwindigkeit der Reise eine Wirkung auf die Uhren hat im Sinne der behaupteten Zeitdilatation der SRT; die Autoren haben jedoch keine theoretische Rechtfertigung geliefert für die Annahme, daß die relative Geschwindigkeit der Uhren in Bezug auf die Erdoberfläche ihren Gang einmal verlangsamt und einmal beschleunigt.

Unklar ist im übrigen die Geltung jeglicher Ergebnisse eines Atomuhren-Transports um die Erde: die mehrtägige Reise ist keine geradlinig-gleichförmige, sondern durch die Flugbahnkrümmung ständig beschleunigte Bewegung, fällt also nicht in das definierte Gebiet der SRT (wofür das Ergebnis jedoch angeblich entscheidend sein soll!); die mehrtägige Reise durch das ungleichmäßige Gravitationsfeld der Erde und durch das ungleichmäßige Magnetfeld der Erde könnte allenfalls in die Zuständigkeit der ART fallen, von der eine Interpretation in der kritischen Literatur nicht erwähnt wird.

Der von Hafele / Keating behauptete Unterschied in beiden Reiserichtungen kann in der SRT auch deshalb keine Erklärung finden, weil nach dem Relativitätsprinzip die Richtungen der relativen Bewegungen keine Rolle spielen.

Wenn zwei überzeugte Relativisten ein Experiment allein und unkontrolliert durchführen können, so muß die offizielle Schul-Physik um das Ergebnis des Experiments eigentlich nicht bangen. Die Nicht-Bekanntgabe sämtlicher relevanten Einzeldaten, die Zusammenfassung zu Durchschnittswerten von „Durchschnittsuhren“ (wo, bitte schön, gibt es eine Durchschnittsuhr?) und vor allem das eigenhändige Weg-Justieren der Gangunterschiede der Uhrenpaare sollten dafür sorgen, daß der Relativistik nichts Böses zustößt. Aber alle Vorsichtsmaßnahmen haben nichts genutzt: Hafele / Keating haben immer noch zuviel erzählt.

Wenn man weiß, wer Louis Essen war, dann liest man seinen Bericht geradezu mit Vergnügen: er ist der „Vater“ (oder einer der Väter) der Atomuhr und durchschaut, was die Experimentatoren mit „seinen“ Uhren angestellt haben.

——————
J. C. Hafele, R. E. Keating: Around-the-world atomic clocks : observed relativistic time gains. In: Science. 177. 1972, S. 166-168; 168-70. – Essen, Louis: Relativity and time signals : „The theory is so rigidly held that young scientists dare not openly express their doubts“. In: Wireless world. 84. 1978, October, S. 44-45. – Wesley, James Paul: Causal quantum theory. Blumberg, BR: Benjamin Wesley, 1983. 405 S. – G. Galeczki, P. Marquardt: Requiem für die Spezielle Relativität / Georg Galeczki, Peter Marquardt. Frankfurt a. M.: Haag u. Herchen, 1997. 271 S.

(G.O. Mueller)

——-

Folgende Autoren, die Einwände, Bedenken und kritische Argumente bzgl. dem Hafele/Keating-Experiment vorgebracht haben wurden von der Forschungsgruppe G.O. Mueller (bzw. von Ekkehard Friebe in seiner Anfrage) dokumentiert:

Kelly, A.G.
Theimer, Dr. Walter 1985
Rudakov, N. 1981
Wesley, J.P. 1983
Essen, Louis 1978
Georg Galeczki / Peter Marquardt, 1997
Agathangelidis, Antonis 2001
Aspden, Harold 1980
Hayden, Howard C. 1991
McCarthy, Dennis J. 1997 u. 2001
McCausland, Ian 1980
Oliveira, E. C. de, 1989
Rodrigues, Waldyr Alves, jr. 1988
Selleri, Franco 1998
Weitzel, Donald F. 1998



« Vorherige SeiteNächste Seite »