Blog – Jocelyne Lopez

Archiv für 'Kritik der Relativitätstheorie'

Kritik der Relativitätstheorie auch offiziell unerwünscht

Zitiert von Georg Galeczki und Peter Marquardt
in ihrem Buch „Requiem für die Spezielle Relativität“ (Seite 19)
Haag + Herchen, 1997:

Lustigerweise sorgen aber die Wächter der Relativität noch 90 Jahre nach dem Erscheinen der berühmtesten Arbeit dafür, daß kein mißliebiger Kritiker durch die Tore huscht und im Tempel Unheil anrichtet.

„Contributors should note that the starting point of the Conference programme is the acceptance of the accuracy and excellence of Relativity Theory, so that the questions raised are directed towards examining the philosophical, historical, and methodological aspects of the formal structure (mathematical theory), and the implications which these several interpretations have for the physical theories listed under the specialist sections. Therefore polemical „anti-Einstein“ and „anti-Relativity“ papers will not be accepted for inclusion in the programme“ (1)

heißt es unmißverständlich in der Einladung zur I. Internationalen Konferenz über die physikalischen Interpretationen der Relativitätstheorie, London 1990, die von C. W. Kilmister organisiert wurde.

Diese Politik dauert an. Wir zitieren aus dem Briefwechsel anläßlich einer Einladung zur III. Internationalen Konferenz 1994:

„I am a member of the academic committee of a bi-annual Conference on the „Physical Interpretations Theory“ which is scheduled to take place first in September this year at the Imperial College of London. So, I am authorized to invite you formally to participate in this Conference. But we have a problem: outspoken Opposition to the establishment is not welcome! However, an intelligent criticism presented in moderate terms will be tolerated – and if you can promise that the style of your presentation will be not offensive to the orthodox, I can promise you that you will not be alone with your heresies! Is this acceptable to you? Then, please, suggest a title (or 2-3) of your lecture. Yours sincerely, Mogens“

——————

(1) Teilnehmer nehmen bitte zur Kenntnis, daß im Konferenzprogramm Richtigkeit und Vortrefflichkeit der Relativitätstheorie von vorneherein akzeptiert werden, sodaß die aufgeworfenen Fragen sich den philosophischen, historischen und methodischen Aspekten der formalen Struktur (mathematische Theorie) und den Implikationen dieser verschiedenen Interpretationen für die physikalischen Theorien der einzelnen Fachsitzungen zuwenden. Polemische „Anti-Einstein“-und „Anti-Relativitäts“- Beiträge werden also nicht in das Programm aufgenommen.

(Georg Galeczki und Peter Marquardt)



Jocelyne Lopez: Stalking, Mobbing, Einschüchterungs- und Terrormethoden

Ich mache auf einen Thread im Forum von Ekkehard Friebe „Wissenschaft und moralische Verantwortung“ aufmerksam: Unterdrückung, Mobbing, Stalking, wo ich in Kurzform über meine Erfahrungen seit ein paar Jahren in Zusammenhang mit der Hinterfragung der Relativitätstheorie und die Vorstellung der Kritik in Internetforen berichte.

Die Unterdrückung und die grobe Missachtung der Grundrechte der Kritiker der Relativitätstheorie, so wie es zum Beispiel die Forschungsgruppe G.O. Mueller in ihrer Dokumentation und durch ihre öffentlichen Aktionen an die politischen Verantwortliche seit 2001 vorgetragen hat, habe ich  persönlich und in sehr belastender Weise erleben und miterleben müssen, als Opfer aber auch als Zeuge. Diese bedenkliche und sogar erschreckende Sachlage ist nicht zu übersehen oder zu leugnen: Kritiker der Relativitätstheorie werden in der Öffentlichkeit des Internet als Freiwild behandelt und gejagt, es erfolgt nicht nur eine Unterdrückung ihrer Kritik, sondern in Einzelfällen auch eine regelrechte Hexenjagd und ein systematisches Stalking, sowohl gegen namentlich genannte Autoren, als auch pauschal gegen alle Personen, die es wagen, in der Öffentlichkeit eine Kritik dieser Theorie zu äußern, zum Beispiel in meinem Fall seitdem ich die Relativitätstheorie in Foren hinterfrage, auch zusammen mit Ekkehard Friebe in unserer Funktion als offizielle Interessevertreter der Forschungsgruppe G.O. Mueller:

– Verleumdung als Mafiosi, Betrügerin und Lügnerin
– fingierte Notfallwarnung für einen Familienangehörige im Gästebuch meiner Homepage
– Verleumdungen als Nazis, Antisemiten, Rassisten, Rechtsextremisten
– Verleumdungen als psychisch Kranke
– Verleumdungen als Fanatiker, religiöse Extremisten, Satanisten oder Sektenanhänger (2005 mit einer Denunzierung von Ekkehard Friebe bei Behörden zur Überwachung von gefährlichen Sekten)
– Aufrufe zum Hacken des Forums von Ekkehard Friebe
– Namenmissbräuche in Foren
– Beleidigungen und Einbeziehungen in die Hetze von Familienangehörigen
– Setzung eines falschen Links im Internet zum Forum von Ekkehard Friebe
– Veröffentlichung der privaten Adresse und von privaten Angaben zum Wohnsitz im Internet
– Missbrauch von einem privaten Bild mit Copyright in einem Forum
– Aufrufe zum Boykott und zur Hetze (in einem Fall Aufruf zur Handgreiflichkeiten)
– Aufrufe zur öffentlichen Ächtung
– Aufrufe zur Sperrung von Foren
– Drohungen in Foren
– Drohungen, Beleidigungen und Belästigungen per E-Mails und auf den Gästebuch meiner Homepage
– Übergriffe von Pöbelern bei Neuregistrierungen im Forum von Ekkehard Friebe
– wiederholte Versuche zum Hacken und zum Löschen des Forums von Ekkehard Friebe

(Jocelyne Lopez)



Jocelyne Lopez: Wie ich zur Kritik der Relativitätstheorie kam

Ich habe erst vor 3-4 Jahren zum ersten Mal in meinem Leben etwas von einer Kritik der Relativitätstheorie gehört und gelesen. Vorher habe ich nie in meinem ganzen Leben eine einzige Zeile über die Kritik der Relativitätstheorie je gelesen, weder im Bildungssystem noch in den Medien, obwohl ich mich immer für die Wissenschaft (auch für die Physik) interessiert habe, schon als Kind, und obwohl ich über 30 Jahre die französische, als sehr seriöse angesehene populärwissenschaftliche Zeitschrift „Science & Vie“ abonnierte. Auch dort die ganze Zeit keine einzige Zeile oder ein Hinweis über eine Kritik der Relativitätstheorie.

Ich bin also völlig ahnungslos in diesen Kontext reingerutscht, als ich vor ca. 4 Jahren, aus rein persönlichem Interesse und aus persönlichen Überlegungen die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit in Foren hinterfragt und Einwände oder Bedenken darüber geäußert habe. Die Reaktionen waren in solcher Maße heftig, aggressiv und sogar regelrecht feindlich, dass ich nicht mehr wußte, was mir geschah… Bis ich allmählich mitbekommen habe, dass ich ahnungslos ein Tabu, die heilige Kuh der modernen Physik angetastet hatte.

Das hat mich dann nicht mehr losgelassen, ich habe auch die zahlreichen Kritiker der Relativitätstheorie und ihre vielfältigen Ansätze allmählich entdeckt und kennen gelernt. Das ist für mich jetzt indiskutabel, ich bin jetzt für den Rest meines Lebens nicht mehr umzustimmen und nicht mehr in der Lage, diese Theorie als gültig anzusehen, sie haben mich völlig überzeugt, sie haben die einleuchtendesten und solidesten Argumente. Diese Theorie halte ich definitiv für unhaltbar, unwissenschaftlich und unsinnig.

Auch die aggressiven und feindlichen Reaktionen und Aktionen, sowie die Verletzungen der Menschenwürde und der Grundrechte der Kritiker lassen mich nicht mehr los. Mein Engagement ist nicht nur durch die Gewissheit angetrieben, dass diese Theorie unhaltbar ist, sondern wohl noch mehr durch die erschreckende Feststellung, dass die Freiheit von Menschen, sowie auch von der Wissenschaft, Forschung und Lehre damit angegriffen wird.

(Jocelyne Lopez)



Gesellschaft zur Förderung der wissenschaftlichen Physik e.V. (GFWP e.V.)

Die Gesellschaft zur Förderung der wissenschaftlichen Physik e.V.  (GFWP e.V.) hatte zur jährlichen Tagung in Salzburg Mitglieder und Freunde zum Wochenende am 6./7.10.2007 eingeladen. Der Vorsitzende der GFWP hat zu dieser Tagung mit Datum vom 14.11.2007 folgende, abschließende Stellungnahme abgegeben:

Der Vorsitzende der GFWP.
OStR Peter Rösch Silcherstr. 5 D-76709 Kronau

Kronau,14.11.2007

Liebe Freunde und Mitglieder der GFWP,

unsere große Salzburger Tagung 2007 hat gezeigt, wie sich unsere seit nunmehr über zwölf Jahren bestehende GESELLSCHAFT ZUR FÖRDERUNG DER WISSENSCHAFTLICHEN PHYSIK e. V. zur zentralen Anlaufstelle der Relativitätstheorie-Kritik im deutschsprachigen Raum entwickelt hat. Über den Ablauf des Treffens informieren sich die Mitglieder erforderlichenfalls anhand des als Anlage beigefügten Protokolls. Bisher noch Außenstehenden mag der dynamisch waltende Geist unserer Gesellschaft eindrücklich werden, wenn sie die Internetadresse Harald Maurers aufrufen: http://www.mahag.com und dem dortigen Verweis folgen. In bemerkenswerter Weise gelingt der GFWP inzwischen der Spagat, Einzelkämpfernaturen mit ausgeprägt individualistischen Mentalitäten zusammenzuführen zu einem als notwendig erkannten verantwortungsvollen Dienst in einem gemeinsamen, der Wahrhaftigkeit verpflichteten Anliegen: die unter dem fragwürdigen Signum „Einstein“ verdunkelte Gegenwartswissenschaft zu erhellen.

Die neueste Erkenntnis im Namen Einsteins ging am 8. November durch die Presse: Danach dürfen wir, als neuerliche Bestätigung der Relativitätstheorie, jetzt vermuten, daß kalter Kaffee auch im Schnellzug kalter Kaffee bleibt! (http://www.wissenschaft-online.de/artikel/910979) Offenbar sind die Fachkreise um Professor Dunkel (!) in Augsburg zunächst vom Gegensätzlichen ausgegangen, wonach etwa die Sterne leuchtend heiß erscheinen wegen ihrer eminent hohen Relativgeschwindigkeit um die Erde! – Wir erlauben uns anzudenken, wie viele Steuer-Euro und DFG-Gelder für das Nullergebnis wohl verschlungen wurden. (Von der Relativitätstheorie noch unbehelligt gebliebene Schüler führen den kalten Kaffee ganz selbstverständlich auf den Boltzmannschen Grundsatz zurück, nach dem nur die regellose Teilchenbewegung temperaturrelevant ist, die Bewegung des Zuges also außer Acht bleibt.) Die revolutionäre Erkenntnis der Einstein-Jünger wurde auch in einer international verbreiteten Zeitschrift, bestimmt nach eingehendstem „Peer Reviewing“, veröffentlicht.

„International“ ist nichtsdestotrotz ein so großes Wort, daß es unserer GFWP bisher noch nicht ganz passen mag; doch haben wir schon Mitglieder aus mehreren Nationen. Deren Nennung kann durchaus den Namen des Vereins und seinen Anspruch unterstreichen, wie im überarbeiteten Antragsformular zu sehen ist, ohne dadurch eine Einschränkung zu betreiben. Deutsch, freilich, ist die angestammte Konferenzsprache; sie läßt die wissenschaftshistorischen Nuancen am besten erkennen, denn Deutsch war die Sprache sowohl der Schöpfer der modernen Physik als auch ihrer ersten Kritiker.

Eine weitere Neuerung: die angelegte „Informationsschrift“ zu unserem Verein wurde nun mit geeigneten Quellenangaben ausgestattet. Die Zitate der Nobelpreisträger pflegen ungläubiges Erstaunen hervorzurufen, so daß mir der jeweilige Beleg nun wichtig geworden ist.

Die Informationsschrift mit dem umseitigen Antragsformular ist zum Weiterreichen an geeignete Persönlichkeiten gedacht; jedes Mitglied sollte auch auf diese Weise Sorge für das weitere Gedeihen der GFWP tragen.

Wir sind auf gutem Kurs!

Mit den besten Wünschen für eine besinnliche Adventszeit
gez. Peter Rösch
Peter Rösch, Vorsitzender der GFWP e. V.

Siehe auch:

Gesellschaft zur Förderung der wissenschaftlichen Physik – Tagung vom 30. September bis 1. Oktober 2006 in Salzburg
und
Gesellschaft zur Förderung der wissenschaftlichen Physik – Tagung vom 6./7.10.2007 in Salzburg



Karl Popper: Die Unmenschlichkeit der Unfehlbarkeit

Der alte Imperativ für den Intellektuellen ist: Sei eine Autorität. Wisse alles in Deinem Gebiet. Wenn Du einmal als Autorität anerkannt bist, dann wird Deine Autorität auch von Deinen Kollegen beschützt werden und Du mußt natürlich Deinerseits die Autorität Deiner Kollegen beschützen. Ich brauche kaum zu betonen, daß diese alte, professionelle Ethik immer schon intellektuell unredlich war. Sie führt zum Vertuschen der Fehler um der Autorität willen, insbesondere auch in der Medizin. Ich schlage deshalb eine neue Berufsethik vor, und nicht nur für Naturwissenschaftler. Ich schlage vor, sie auf folgende zwölf Sätze zu gründen, mit denen ich schließe:

1. Unser objektives Vermutungswissen geht immer weiter über das hinaus, was ein Mensch wissen kann. Es gibt daher keine Autoritäten. Das gilt auch innerhalb von Spezialfächern.

2. Es ist unmöglich, alle Fehler zu vermeiden oder auch nur alle an sich vermeidbaren Fehler. Fehler werden dauernd von allen Wissenschaftlern gemacht. Die alte Idee, daß man Fehler vermeiden kann und daher als Autorität verpflichtet ist, sie zu vermeiden, muß revidiert werden. Sie ist selbst fehlerhaft

3. Natürlich bleibt es unsere Aufgabe, Fehler nach Möglichkeit zu vermeiden. Aber gerade, um sie zu vermeiden, müssen wir uns vor allem klar darüber werden, wie schwer es ist, sie zu vermeiden und daß es niemand völlig gelingt. Es gelingt auch nicht den schöpferischen Wissenschaftlern, die von ihrer Intuition geleitet werden. Die Intuition kann auch irreführen.

4. Auch in den am besten bewährten unter unseren Theorien können Fehler verborgen sein. Und es ist die spezifische Aufgabe des Wis­senschaftlers, nach solchen Fehlern zu suchen. Die Feststellung, daß eine gut bewährte Theorie oder ein viel verwendetes praktisches Ver­fahren fehlerhaft ist, kann eine wichtige Entdeckung sein.

5. Wir müssen deshalb unsere Einstellung zu unseren Fehlern ändern. Es ist hier, wo unsere praktische ethische Reform beginnen muß.

6. Denn die alte berufsethische Einstellung führt dazu, unsere Fehler zu vertuschen und zu verheimlichen und so schnell wie möglich zu vergessen.

7. Das neue Grundgesetz ist, daß wir – um zu lernen, Fehler möglichst zu vermeiden – gerade von unseren Fehlern lernen müssen. Fehler zu vertuschen ist daher die größte intellektuelle Sünde.

8. Wir müssen deshalb dauernd nach unseren Fehlern Ausschau halten. Wenn wir sie finden, müssen wir sie uns einprägen, sie nach allen Seiten analysieren, um ihnen auf den Grund zu gehen. Die selbstkritische Haltung und die Aufrichtigkeit werden damit zur Pflicht.

9. Da wir von unseren Fehlern lernen müssen, so müssen wir es auch lernen, es anzunehmen, ja, dankbar anzunehmen, wenn andere uns auf unsere Fehler aufmerksam machen. Wenn wir andere auf ihre Fehler aufmerksam machen, so sollen wir uns immer daran erinnern, daß wir selbst ähnliche Fehler gemacht haben wie sie. Und wir sollen uns daran erinnern, daß die größten Wissenschaftler Fehler gemacht haben. Ich will sicher nicht sagen, daß unsere Fehler gewöhnlich entschuldbar sind. Wir dürfen in unserer Wachsamkeit nicht nachlassen. Aber es ist menschlich unvermeidbar, immer wieder Fehler zu machen.

10. Wir müssen uns klar werden, daß wir andere Menschen zur Entdeckung und Korrektur von Fehlern brauchen und sie uns. Insbesondere auch Menschen, die mit anderen Ideen in einer anderen Atmosphäre aufgewachsen sind. Auch das führt zu Toleranz.

11. Wir müssen lernen, daß Selbstkritik die beste Kritik ist, daß aber die Kritik durch andere eine Notwendigkeit ist. Sie ist fast ebenso gut wie Selbstkritik.

12. Rationale Kritik muß immer spezifisch sein. Sie muß spezifische Gründe angeben, warum spezifische Aussagen, spezifische Hypothesen falsch zu sein scheinen oder spezifische Argumente ungültig. Sie muß von der Idee geleitet sein, der objektiven Wahrheit näher zu kommen. Sie muß in diesem Sinne unpersönlich sein.

(Karl Popper)

Quelle:

Niederschrift eines Tonband-Mitschnitts einer Fernsehsendung des Zweiten Öster­reichischen Fernsehens (ORF 2) am Mittwoch, den 28. Juli 1982, um 23.05 Uhr



Thomas Samuel Kuhn: Die Wissenschaft sei eine Vereinbarung jeweils einer Wissenschaftsmafia, die von der nächsten abgelöst wird

Nobelpreise – Lohn für die siegreiche Mafia?

Franz Kreuzer: Hier sollte man doch ein paar Worte über Thomas Kuhn sagen. Von ihm stammt die Wissenschaftstheorie der „Paradigmata„. Er sagte, die Wissenschaft sei eine Vereinbarung jeweils einer Wissenschaftsmafia, die von der nächsten abgelöst wird.

Roman Sexl: Es sei eher ein soziologischer Prozeß als ein logischer Prozeß oder ein kritischer Prozeß…

Franz Kreuzer: Wissenschaft ist das, was zwischen den Wissenschaftler ausgemacht wird…

Roman Sexl: Es wird ausgemacht zwischen Gruppen – wer gewinnt, der hat dann den Nobelpreis. Und da ist die Frage, ob das, wenn die Beschreibung des Widerlegungsvorganges durch Falsifikation so kompliziert wird, eine einfachere und adäquatere Beschreibung eines solchen Prozesses sein könnte.

Aus dem Buch
Die Zukunft ist offen
Karl R. Popper / Konrad Lorenz
Piper, Band 340, 1985 (Seite 58)
Mit den Texten des Wiener Popper-Symposiums



Ivan Slade: Falsche Erziehung zur Unfehlbarkeit

Unter dem Titel des heutigen Themas „Die offene Gesellschaft“ geht es in erster Linie um den Menschen. Natürlich hat dieses Thema viel mit Politik zu tun, aber nicht ausschließlich mit Politik, und ich will deshalb versuchen, eine angeblich unpolitische Institution zu kritisieren: das Bildungswesen. Meine These ist einfach, aber ich glaube, sie ist nicht unbedeutend: In der Schule werden wir fast alle dazu erzogen, Autoritäten anzuerkennen. Ich behaupte, dass die kritische Fähigkeit des menschlichen Denkens in der Schule und zum Teil an der Universität nicht gefördert, vielleicht sogar unterdrückt wird. Ich glaube, dass die Lehrer verpflichtet sind, junge Menschen zum kritischen Denken zu erziehen, so dass sie in Zukunft einen Beitrag zur offenen  Gesellschaft leisten können.

Mit zwölf Jahren habe ich meinen Physiklehrer gefragt: Was ist Energie? Inzwischen weiß ich, dass so eine Frage schwer zu beantworten ist. Aber er hat überhaupt nicht versucht, meine Frage zu beantworten. Dies ist ein sehr kleines Beispiel aus meiner Schulzeit. Immer wenn ich während dieser Zeit versuchte, etwas Kritisches zu fragen, bekam ich keine Antwort.

Jeder von uns weiß, dass wir fehlbar sind, sehr fehlbar. Aber unter normalen Umständen geben wir dennoch unsere Fehlbarkeit anderen gegenüber nie oder nur selten zu. Es gibt interessante Ausnahmen. Wenn man zum Beispiel versucht, eine Fremdsprache zu sprechen. Wie oft hört man als Antwort auf die Frage: „Sprechen Sie Deutsch?“ – „Ja, ein bisschen.“ In diesem Fall gibt der Mensch gerne zu, dass seine fremdsprachliche Kenntnis unzulänglich ist, aber auf anderen Gebieten scheut er sich, es zu tun. Normalerweise versucht der Mensch, seine Fehlbarkeit zu verbergen, zu vertuschen. Es könnte als eine Art Verschwörung betrachtet werden: Wir alle wissen, wie fehlbar wir sind, wie wenig wir wissen, aber niemand gibt es gerne zu. In der Schule sind wir nämlich erzogen worden, als ob unser Kopf ein Kübel wäre – wie Popper es beschrieben hat – und die Aufgabe des Lehrers darin bestünde, die Information mit dem passenden Trichter einzugießen. Aber wenn wir einsehen, was an unserer Erziehung falsch ist – warum ist es so schwer, sie zu ändern?

(Ivan Slade, Studium der Physik, Assistent von Karl Popper)

Quelle:

Die Zukunft ist offen
Karl R. Popper / Konrad Lorenz
Piper, Band 340, 1985
Mit den Texten des Wiener Popper-Symposiums



Noam Chomsky: Warum die Medien „Mainstream“ sind.

Aus dem Buch von Noam Chomsky: „Die politische Ökonomie der Menschenrechte„, Trotzdem Verlag, 2000

So sind zum Beispiel die Universitäten keineswegs unabhängige Institutionen. Man findet in ihnen zwar hier und da unabhängig gesinnte Geister, aber das gilt auch für die Medien. Solche Leute gibt es im Allgemeinen auch in den Großunternehmen, ja, sogar in faschistischen Staaten. Aber die Universitäten sind letztlich „parasitäre“ Institutionen. Sie sind auf Finanzierung von außen angewiesen, und die Quellen dieser Unterstützung – reiche Mäzene, Großunternehmen und Staat (die beide so eng miteinander verflochten sind, daß man sie kaum auseinander halten kann) – stecken im wesentlichen den Rahmen ab, innerhalb dessen die Universitäten operieren. Wer sich der internen Struktur der Universitäten nicht anpasst, sie nicht in dem für eine reibungsfreie Arbeit innerhalb des Systems notwendigen Maß akzeptiert und internalisiert, wird im Verlauf von Erziehung und Ausbildung mehr und mehr aus dem System hinausgedrängt, ein Prozess, der letztlich schon im Kindergarten beginnt und dann ununterbrochen weitergeht. Es gibt alle möglichen Arten von Filtermechanismen, um Leute loszuwerden, die sich querstellen und unabhängig denken. Jeder, der auf dem College war, weiß, wie sehr das Erziehungssystem auf die Belohnung von Konformität und Gehorsam ausgelegt ist: Wer sich nicht anpasst, ist eben ein Quertreiber. Und aufgrund des Wirkens dieser Filtermechanismen bleiben schließlich Leute übrig, die in aller Aufrichtigkeit ein System von Überzeugungen und Meinungen übernehmen, das den Interessen der gesellschaftlich Mächtigen, mit denen sie zu tun haben, entspricht. Sie brauchen nicht zu lügen, weil sie selbst daran glauben. Eliteinstitutionen wie zum Beispiel Harvard und Princeton und die kleinen Colleges mit Universitätscharakter legen großen Wert auf Sozialisation. In einer Institution wie Harvard geht es zum größten Teil darum, die richtigen Manieren zu lernen: wie man sich als Mitglied der Oberschicht zu verhalten hat, wie man in seinem Denken nicht vom richtigen Weg abweicht und so weiter.

Mitte der vierziger Jahre schrieb George Orwell als Satire auf einen totalitären Staat, nämlich die Sowjetunion, seinen Roman Animal Farm, der damals ein großer Erfolg war. Alle Welt war begeistert. Später stellte sich heraus, daß er eine Einleitung zu Animal Farm geschrieben hatte, die aber nicht gedruckt wurde. Sie erschien erst dreißig Jahre später, als sie in seinem Nachlass gefunden wurde. Thema dieser Einleitung war die „Literarische Zensur in England„. Orwell sagt dort, daß er sich in seinem Buch natürlich über die Sowjetunion und ihre totalitäre Struktur lustig macht. Aber außerdem schreibt er auch, daß England sich gar nicht so sehr davon unterscheidet. Im Westen werden wir nicht auf Schritt und Tritt von einem KGB kontrolliert, aber das Resultat ist doch weitgehend dasselbe. Wer in seinem Denken zu unabhängig ist oder auf die falschen Gedanken kommt, bekommt keine Chance, seine Ideen zu verbreiten.

Außerdem macht er einige kurze Bemerkungen über die institutionelle Struktur der Medien. Er fragt: Wie kommt es zu dieser Art von Zensur? Ihm zufolge liegt das erstens daran, daß die Presse den Reichen gehört, denen es lieber ist, wenn bestimmte Dinge nicht das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Zweitens, so Orwell, lernt man im Rahmen des Erziehungs- und Ausbildungssystems der Elite, zum Beispiel an renommierten Universitäten wie der von Oxford, daß es gewisse Dinge gibt, die man besser nicht erwähnt, daß es gewisse Gedanken gibt, die man besser nicht zulässt. Damit meint er die sozialisierende Rolle der Eliteinstitutionen: Wenn man sich hier nicht anpasst, hat man in der Regel schon verloren. Und mit diesen wenigen Bemerkungen ist das Wesentliche eigentlich schon gesagt.

Wenn man Medienkritik betreibt und sich zum Beispiel mit dem beschäftigt, was Anthony Lewis – oder irgendjemand anders – geschrieben hat, werden die jeweiligen Leute oft sehr wütend. Sie sagen dann ganz richtig: „Niemand sagt mir jemals, was ich zu schreiben habe. Ich schreibe alles, was ich will. Dieses ganze Geschwätz über Druck und Einschränkungen ist Unfug, weil keiner je irgendwelchen Druck auf mich ausübt.“ Und das ist völlig richtig, nur daß es hier um etwas ganz anderes geht, nämlich um die Tatsache, daß sie ihre Position gar nicht inne hätten, wenn sie nicht vorher schon unter Beweis gestellt hätten, daß niemand ihnen sagen muß, was sie schreiben sollen. Es ist längst klar, daß sie das genau wissen. Wenn sie sich als angehende Reporter für die verkehrte Art von Geschichten interessiert hätten, hätten sie es nie zu Positionen gebracht, in denen sie sagen können, was sie wollen. Dasselbe gilt weitgehend auch für die Universitätsdozenten in den stärker ideologisch gefärbten Fächern. Sie haben eine erfolgreiche Sozialisation hinter sich.

(Noam Chomsky)



Reiner Georg Ziefle: Ohne Umorientierung droht der Theoretischen Physik die Regression zu den Anfängen der Wissenschaft

Die spezielle und allgemeine Relativitätstheorie Albert Einsteins:
Eine kritische Analyse
Reiner Georg Ziefle
Frieling Verlag Berlin, 2002

Vom Autor aus dem Vorwort des Buches in der Webseite von Armin Witt, Gesellschaft für außergewöhnliche Ideen:
 
Die Suche nach einer „Weltformel“ oder einer „Theorie für Alles“ stieß in den folgenden Jahrzehnten auf mehrere Hindernisse. Es zeigte sich einerseits, dass sich die allgemeine Relativitätstheorie Einsteins und die Quantentheorie nicht in eine gemeinsame mathematische Formulierung bringen ließen, andererseits, dass mögliche Formulierungen einer „Theorie für Alles„, wie z.B. die aktuell diskutierte „Stringtheorie„, keine eindeutigen Lösungen bieten. Immer komplexere mathematische Denkgebäude basieren auf immer unsichereren empirischen Fundamenten. Ohne Umorientierung droht der Theoretischen  Physik deshalb die Regression zu den Anfängen der Wissenschaft, als die Denker noch Zahlenmystik betrieben. In meinem ersten Band der „Kritik der physikalischen Weltordnung des 20. Jahrhunderts“ widme ich mich der speziellen und allgemeinen Relativitätstheorie Einsteins.  Beide zusammen sind  kaum zu widerlegen, Ungereimtheiten bei Experimenten zu den Grundlagen der speziellen Relativitätstheorie können nach der Vorstellung der Physiker durch den Rückgriff auf die allgemeine Relativitätstheorie Einsteins erklärt werden. Ich halte diese Vorgehensweise aber aus erkenntnistheoretischer Sicht  für problematisch, weil hierdurch letztlich ein Zirkelschluss erfolgt.
[…]
Gelangt man zu einem tieferen Verständnis der Natur, so zeigt sich wieder einmal, dass die Welt einfach ist – genial einfach! Doch bekanntlich ist es das Schwierigste, das Einfache hinter den Phänomenen zu erkennen.

(Reiner Georg Ziefle, Arzt und Philosoph)



Georges Bourbaki: Der Sündenfall der Physik und Die Hin-Krieger

Zwei Bücher von Georges Bourbaki, empfohlen als weitere kritische Durchleuchtung der Relativitätstheorie im Gemeinschaftsbuchwerk Die Relativitätstheorie fällt  (Seite 437 u. 440):

Der Sündenfall der Physik
Georges Bourbaki präsentierte 1990 sein erstes Buch, das er drastisch charakterisierte: Der Sündenfall der Physik auf der Frankfurter Buchmesse. Es enthält eine fundierte Kritik beider Relativitätstheorien Einsteins und vermittelt den Zugang zu einer korrekten wissenschaftlichen Physik, deren Ziel ist: „erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält„, wie von Goethe im „Faust“ formuliert.
Zu beziehen beim Verfasser: Georges Bourbaki – Der Sündenfall der Physik

Die Hin-Krieger
Eine Zeittafel zur Relativitätstheorie bringt Georges Bourbaki in seinem Buch „Die Hin-Krieger„. Als Hin-Krieger bezeichnet der Autor diejenigen, welche die moderne Physik durch Entgleisung der theoretischen Physik in doppelter Bedeutung so hin kriegten, wie sie – missraten – geworden ist, als rädelsführende Hin-Krieger Max Planck und Max von Laue.
Zu beziehen beim Verfasser: Georges Bourbaki – Die Hin-Krieger



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