Blog – Jocelyne Lopez

Archiv für 2008

Andreas Vosskuhle: Es darf keine Tabus im wissenschaftlichen Denken geben

Nachstehend Auszüge aus einem Artikel über den neuen Verfassungsrichter Andreas Voßkuhle in der Allgemeinen Frankfurter Zeitung vom 26.04.08: Familie und Bildung sind der Klebstoff der Gesellschaft“ – Neuer Verfassungsrichter Voßkuhle stellt sich vor.

rso. Freiburg, 25. April 2008 – Der künftige Vizepräsident des Bundesverfassungs-gerichts, Andreas Voßkuhle, hat sich für eine Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts ausgesprochen: „Wir sind eine Gesellschaft, die eine ungeheuere Dynamik erlebt. Wir müssen versuchen, die stabilisierenden Element zu stärken – vor allem Familie und Bildung. Das ist der Klebstoff der Gesellschaft“ sagte Voßkuhle im Gespräch mit dieser Zeitung. Er glaube an die „staatliche Verantwortung“ zur Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit. „Ich bin kein Freund des Spiels der freien Kräfte.“
[…]
Voßkuhle kritisierte die politische Kultur in Deutschland: „Wir sind eine diskursive Demokratie, in der öffentlichen Diskussion würde ich mir aber mehr Inhalte und weniger Verkauf wünschen„, sagte Voßkuhle; Deutschland brauche wieder eine „Kultur des guten Arguments„.

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sowie Auszüge aus einem Gespräch mit Andreas Voßkuhle in der FAZ vom 02.5.08: „Nicht alles zur Frage der Menschenwürde deklarieren„.

Aber man kann sich gleichwohl als Wissenschaftler Gedanken über Konfliktsituationen und Pflichtenkollisionen machen, ohne dass das gleich eine Entwertung der Menschenwürde ist.

Ich denke nicht, dass wir die Debatte über Folter und Stammzellen, die im Zusammenhang mit einer möglichen Nominierung von Herrn Dreier geführt wurde, jetzt fortsetzen sollten.

Aber die Front in der Wissenschaft bröckelt…

Ja, diesen Eindruck hat man, wenn man empirisch die Grundgesetzkommentare durchschaut. Wissenschaftlich gesehen ist diese Diskussion offen.

Bedrückt Sie das?

Mich bedrückt es nie, wenn sich in der Wissenschaft etwas ändert. Man kämpft für seine Auffassung, manchmal ist man in der Minderheit, manchmal in der Mehrheit. Das ist das, was auch den Reiz von Wissenschaft ausmacht.
[…]
Aber gilt nicht für die Wissenschaft erst recht, was auch Schäuble für sich in Anspruch nimmt: Es darf keine Tabus im Denken geben?

Für die Wissenschaft würde ich das so unterschreiben.



Bernhard Losch und Andreas Schwartze: Rechtswissenschaft für Gesellschaftswissenschaften

Eine Buchempfehlung:

Rechtswissenschaft für Gesellschaftswissenschaften
Juristische Grundlagen für Ökonomen, Politologen, Sozial- und Kulturwissenschaftler
Bernhard Losch, Andreas Schwartze
Verlag Kohlhammer, 1. Auflage 2006
ISBN: 3170135937

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Vorwort

Während des letzten Jahrzehnts haben sich die Grenzen vieler Fachdisziplinen verschoben, um die bereichsspezifische Ausbildung durch die Einbeziehung interdisziplinärer Aspekte zu ergänzen. Im Zuge dieser Entwicklung findet das Recht wegen seiner grundlegenden Ordnungsaufgabe für die Wirtschaft, das politische System und die soziale Organisation verstärkte Aufmerksamkeit in den Nachbardisziplinen. Insbesondere in den Wirtschaftswissenschaften wurden die herkömmliche rechtliche Grundausbildung vertieft und die Möglichkeiten der rechtlichen Zusatz- und Spezialausbildung in Richtung auf das Berufsfeld des Wirtschaftsjuristen erweitert. Ebenso wurde in der Politik sowie der Sozialwissenschaft die Integration rechtswissenschaftlicher Ausbildungsschwerpunkte vorangetrieben. In den kulturwissenschaftlichen Studiengängen findet das Recht ebenfalls wachsende Beachtung.

Daher scheint es an der Zeit, den verschiedenen Aufbereitungen einzelner Rechtsgebiete für die Nachbarwissenschaften eine grundlegende, interdisziplinär orientierte Einführung in die Rechtswissenschaft an die Seite zu stellen. Unser Ziel ist es, einen fachverbindenden Zugang zum Recht zu eröffnen, der Verständnis für dessen Funktion ermöglicht.

Die einleitenden Teile 1 und 2 wurden von beiden Autoren gemeinsam verfasst. Die anderen Teile haben die Autoren in Abstimmung untereinander jeweils eigenständig bearbeitet: Bernhard Losch das Öffentliche Recht (3. Teil) sowie das Strafrecht (5. Teil), Andreas Schwartze das Privatrecht (4. Teil).

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Klappentext:

Für sämtliche Gesellschaftswissenschaften ist ein grundlegender Einblick in die Rechtsordnung unentbehrlich, denn die Rahmenbedingungen für das Zusammenleben der Gesellschaft werden in erster Linie durch das Recht bestimmt. Rechtliche Regeln steuern die Wirtschaftsordnung, das politische System und die soziale Organisation. Ebenso wichtig wie die institutionelle Struktur sind die Verfahrensweisen, nach denen sich die rechtsverbindliche Kommunikation richtet. Vor allem Ökonomen, Politologen und Sozialwissenschaftler benötigen daher ein Verständnis für die rechtlichen Grundlagen von Staat und Zivilgesellschaft. Das Buch führt in die wichtigsten Rechtsgebiete ein und öffnet den Zugang zu einem kontextbezogenen juristischen Grundwissen.



Joao Magueijo: Schneller als die Lichtgeschwindigkeit. Der Entwurf einer neuen Kosmologie

schneller_als_die_lgEine Buchempfehlung:

Schneller als die Lichtgeschwindigkeit
Der Entwurf einer neuen Kosmologie
Joao Magueijo
Verlag Bertelsmann, München (Februar 2003)
ISBN-10: 3570005801

 

Aus der Amazon.de-Redaktion:

Spannend, lehrreich, witzig: Magueijo zeigt die Welt der Wissenschaft als Welt der Wissenschaftler, voller Rangeleien um Geld und Einfluss, voller Exzentrik, Eitelkeit und jahrelangem Sich-Mühen. Banalität und Genialität sind enge Nachbarn und oft nicht zu unterscheiden. Mittendrin der Autor selbst mit einer revolutionären Theorie über das Universum: Empfehlung.

Als Magueijo den Gedanken einer nichtkonstanten Lichtgeschwindigkeit zum ersten Mal äußert, entsteht in der Runde junger Kosmologen, in der sonst jede Verrücktheit ausgesprochen werden darf, ein Schweigen, als hätte er einen peinlichen Witz erzählt und man geht still auseinander. Er hatte gewagt, das Undenkbare zu denken. Der Autor kultiviert die Geste des Jungen Wilden, schimpft auf Britanniens Bürokraten, arrogante amerikanische Kollegen und verhöhnt die grassierende Political Correctness. Aber er erzählt auch staunenswerte, erhellende Geschichten, wie die von Einsteins Fehlern oder die eines dänischen Malers, der das Malen in Paris für seine zweite Leidenschaft, die Kosmologie, aufgibt und es dank Genie ohne Studium zum Physikprofessor in Toronto bringt.

Möglicherweise werden Sie — wie der Rezensent — auch nach der Lektüre nicht völlig verstanden haben, was es bedeuten würde, behielte der Autor Recht, und die Lichtgeschwindigkeit wäre tatsächlich nicht immer gleich. Aber Magueijo schafft es, uns eine sehr lebendige Vorstellung davon zu vermitteln, wie auf dem Gebiet der Kosmologie Theorien aufgestellt, weltweit von vielen Köpfen geprüft und dann bestätigt oder wieder verworfen werden. Er nimmt auch den wenig Physikerfahrenen mit auf eine Reise ans Ende des Universums und — streng genommen sogar noch darüber hinaus. — Michael Winteroll



Ist das Experiment Hafele/Keating methodologisch ungeeignet, um die Zeitdilatation aus der Speziellen Relativitätstheorie nachzuprüfen?

Die Anfrage von Ekkehard Friebe an die Deutsche Physikalische Gesellschaft über das Hafele-Keating Experiment hat in mehreren Diskussionsforen ein sehr hohes Interesse erweckt und gibt Anlaß zu zahlreichen und regen Austauschen. Ich verweise hier auf einen Austausch im Forum von Ekkehard Friebe über dieses umstrittene Experiment und seine vermeintliche Bestätigung der „Zeitdilatation“ aus der Speziellen Relativitätstheorie Einsteins:

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Zitat Sebastian Hauk:
Auf jeden Fall sollte das Experiment von 1972 wiederholt werden. Es ist keine gute wissenschaftliche Vorgehensweise so ein wichtiges Experiment nicht zu wiederholen.

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Zitat Jocelyne Lopez:
Ich meine, dass auch mit einer Wiederholung dieses Experiment nicht geeignet ist, um das Postulat Einsteins und die gefolgerte „Zeitdilatation“ aus seiner SRT nachzuprüfen, geschweige denn zu bestätigen:

– die Bewegung war nicht „geradlinig„, sondern kreisförmig (um die Erde)

– die Bewegung war nicht „gleichförmig„, sondern beschleunigt (Starten und Landungen, Kurshaltung)

– die Bewegung hat nicht in einem leeren und kräftefreien Vakuum stattgefunden, sondern im Medium Atmosphäre unter Einfluß von Gravitation, Kraftfeldern und sonstigen Störfaktoren.

Dieses Experiment ist m.E. völlig ungeeignet zur Nachprüfung der SRT Einsteins.

Ich kann mir auch kein Realexperiment vorstellen, das geeignet wäre, die vermeintliche „Zeitdilatation“ (oder auch ihr Pendant die „Längenkontraktion„) nachzuprüfen und zu bestätigen. Wir sind lediglich auf die Gedankenexperimente Einsteins aus dem Bereich Science-Fiction angewiesen (Hier: Zwillingsparadoxon), die absolut keine Beweiskraft, sondern nur der Status von Behauptungen haben.

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Zitat Sebastian Hauk:
Eine Wiederholung wäre aber schon einmal sehr wichtig.
Eigentlich wird jedes Experiment in der Physik oder in einer anderen Wissenschaft mehrfach durchgeführt.

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Zitat Jocelyne Lopez:
Das stimmt. Und viele Experimente sollten eigentlich wiederholt werden (siehe zum Beispiel die Liste von 11 Experimenten, die nach Auffassung von G.O. Mueller in seinem Offenen Brief an 200 Professoren wiederholt werden sollten).

Auch eine Einwegmessung der Lichtgeschwindigkeit als „geradlinig gleichförmige“ Bewegung sollte durchgeführt werden. Bis jetzt verfügen wir nämlich nur über gemittelte Werte hin und zurück zwischen Spiegeln, was nicht die Auflage Einsteins aus seinem Postulat erfüllt. Siehe hierzu der Thread Warum keine Einwegmessung der Lichtgeschwindigkeit? oder auch Lichtgeschwindigkeit in einer Flüssigkeit, wo sogar ein Anhänger der Relativitätstheorie in unserem Forum eine Einwegmessung der LG in einer Flüssigkeit vorgeschlagen hat.

Es geht aber hier bei der Untersuchung des Hafele/Keating Experiments zu verdeutlichen, dass die etablierte Physik gar keine Hemmung hat, ein Experiment, das grundsätzlich völlig ungeeignet ist die SRT bzw. die Zeitdilatation nachzuprüfen… uns als triumphale Bestätigung der SRT zu verkaufen!

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Zitat Ekkehard Friebe:
Hierzu verweise ich auf folgenden Beitrag von Harald Maurer (Edition Mahag): Das Experiment von Hafele und Keating. Hierin heißt es zu Beginn:

Das Experiment von Hafele und Keating

(Leseprobe aus „Die Relativitätstheorie – Lehre, Wirkung, Kritik“ von Prof. Dr. rer. nat. Walter Theimer)

Hafele und Keating flogen im Oktober 1971 mit vier Cäsium-Atomuhren in fahrplanmäßigen Verkehrsflugzeugen um die Erde. Atomuhren gelten als empfindlich genug, um die in Betracht kommenden winzigen Veränderungen zu registrieren. Die Erde wurde einmal in Ost-, einmal in Westrichtung umflogen. Es wurde von einer modifizierten Relativitätstheorie ausgegangen, die einen Unterschied in beiden Richtungen voraussagt, weil die Geschwindigkeit des Flugzeugs relativ zur Erde je nachdem, ob es mit der Erddrehung oder ihr entgegen fliegt, verschieden ist. (Davon hatte Einstein nichts gesagt.) Die Ostreise dauerte 65,4 Std., davon 41,2 Std. Flugzeit. Die Westreise dauerte 80,3 Std., davon 48,6 Std. Flugzeit. Die Routen waren nicht die gleichen. Die Uhren waren gegen magnetische Einflüsse, Druck- und Temperaturänderungen geschützt.

Angewandt wurde eine Kombination der speziellen und der allgemeinen Relativitätstheorie unter Addition ihrer Effekte. Dem Ansatz Einsteins widersprach der Versuch insofern, als Einstein hinsichtlich der speziellen Theorie eine gleichförmige und geradlinige Bewegung postuliert, hier aber die Bewegung ständig wechselte; ferner wirkte hier das Gravitationspotential dauernd über die Flughöhe, nicht nur momentan an einem Wendepunkt wie bei Einstein, und es wirkte additiv. Als Unterlage wurden die Daten der Flugkapitäne (Höhe, Geschwindigkeit, geographische Breite usw.) verwendet. Die Ostreise wurde in 125 Intervalle, die Westreise in 108 Intervalle geteilt. Daraus wurden mittlere Daten berechnet.

Eine weitere Vereinfachung der Berechnungen bestand darin, daß der Gangfaktor nicht mit Quadratwurzel aus (1 – v²/c²) sondern mit 1 – v²/2c² gewählt wurde. Dabei handelt es sich um eine Näherung zur Vermeidung von Rundungsfehlern bzw. endloser Dezimalstellen. Als Vergleichsuhr auf der Erde diente eine Normal-Atomuhr gleicher Bauart im Marine-Observatorium der USA. Die Autoren betonen jedoch, daß eine Bodenuhr, weil sie sich mit der Erde dreht, nicht als ruhende Kontrolluhr verwendet werden kann. Man kann aber, sagen die Autoren, einen nichtrotierenden inertialen Raum zu dieser Uhr konstruieren. Die Geschwindigkeit der bewegten Uhr relativ zu diesem konstruierten System bestimmt ihr Gangverhalten. Der als Bezugssystem dienende hypothetische Raum entsteht aus Berechnungen, die bereits eine Verschiedenheit der Zeit im Flugzeug und am Boden voraussetzen. Es werden also schon ziemlich viele relativistische Hypothesen als Voraussetzungen der Überprüfung der Relativitätstheorie verwendet. Weiter wird vorausgesetzt, daß die Bewegung den Uhrengang ontologisch beeinflußt (Relativitätstheorie Nr. 2). Von Messungen durch relativ bewegte Beobachter mit Hilfe von Lichtstrahlen (Relativitätstheorie Nr. 1) ist längst keine Rede mehr.



G.O. Mueller zum Hafele/Keating Experiment

Vor dem Hintergrund der Anfrage von Ekkehard Friebe an Prof. Dr. Gerd Litfin, Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, wiedergebe ich nachstehend eine kurze Bewertung der Forschungsgruppe G.O. Mueller über das Hafele/Keating Experiment, aus ihrem Buch Über die absolute Größe der Speziellen Relativitätstheorie:

Kapitel 2 – Fehlerkatalog – D: Zeit – Fehler Nr. 7 – Seite 96-97

Der Atomuhren-Transport von Hafele / Keating 1972 soll eine Zeitverzögerung bewiesen haben

Der Transport von 2 Paaren von Atomuhren um die Erdkugel in Düsenflugzeugen, in Ost-West- und in West-Ost-Richtung, insgesamt fünf Tage lang, hat nach dem Bericht von Hafele und Keating 1972 folgende Ergebnisse gebracht (kritische Zusammenfassung nach Louis Essen 1978): die Autoren haben nicht alle Daten mitgeteilt, haben statt Einzeldaten nur Durchschnittswerte für eine Durchschnittsuhr angegeben und nur eine nichtdefinierte Auswahl der Daten verwendet; es wurden jeweils Paare von Uhren transportiert, um Gangunterschiede zu erkennen: diese betrugen bis zu ca. 300 Nanosekunden zwischen den einzelnen Uhren eines Paares (also auf demselben Flug!); die von Hafele / Keating mitgeteilten Rohdaten für eine Durchschnittsuhr betrugen einen Zeitverlust von 132 Nanosekunden auf der West-Ost-Reise und einen Zeitgewinn von 134 Nanosekunden auf der Ost-West-Reise. Nach Korrekturberechnungen von Hafele / Keating soll die Durchschnittsuhr 59 Nanosekunden auf dem Flug nach Osten verloren und 273 Nanosekunden auf dem Flug nach Westen gewonnen haben und sich damit in enger Übereinstimmung mit den vorhergesagten Werten befinden.

L. Essen beurteilt das Ergebnis als nicht aussagekräftig, weil die mitgeteilten Messwerte nur Durchschnittswerte sind und obendrein geringer sind als die Gangunterschiede der Uhrenpaare.

Nach Galeczki / Marquardt 1997, S. 114-115, haben Hafele / Keating ihre Uhren während der Reise persönlich justiert und synchronisiert: ihre Daten sind deshalb völlig wertlos und fallen unter die Kategorie des wishful thinking (nach Wesley 1983, S. 171-172).

J. P. Wesley diskutiert den Zweck des Experiments: Hafele / Keating nahmen an, daß die Geschwindigkeit der Reise eine Wirkung auf die Uhren hat im Sinne der behaupteten Zeitdilatation der SRT; die Autoren haben jedoch keine theoretische Rechtfertigung geliefert für die Annahme, daß die relative Geschwindigkeit der Uhren in Bezug auf die Erdoberfläche ihren Gang einmal verlangsamt und einmal beschleunigt.

Unklar ist im übrigen die Geltung jeglicher Ergebnisse eines Atomuhren-Transports um die Erde: die mehrtägige Reise ist keine geradlinig-gleichförmige, sondern durch die Flugbahnkrümmung ständig beschleunigte Bewegung, fällt also nicht in das definierte Gebiet der SRT (wofür das Ergebnis jedoch angeblich entscheidend sein soll!); die mehrtägige Reise durch das ungleichmäßige Gravitationsfeld der Erde und durch das ungleichmäßige Magnetfeld der Erde könnte allenfalls in die Zuständigkeit der ART fallen, von der eine Interpretation in der kritischen Literatur nicht erwähnt wird.

Der von Hafele / Keating behauptete Unterschied in beiden Reiserichtungen kann in der SRT auch deshalb keine Erklärung finden, weil nach dem Relativitätsprinzip die Richtungen der relativen Bewegungen keine Rolle spielen.

Wenn zwei überzeugte Relativisten ein Experiment allein und unkontrolliert durchführen können, so muß die offizielle Schul-Physik um das Ergebnis des Experiments eigentlich nicht bangen. Die Nicht-Bekanntgabe sämtlicher relevanten Einzeldaten, die Zusammenfassung zu Durchschnittswerten von „Durchschnittsuhren“ (wo, bitte schön, gibt es eine Durchschnittsuhr?) und vor allem das eigenhändige Weg-Justieren der Gangunterschiede der Uhrenpaare sollten dafür sorgen, daß der Relativistik nichts Böses zustößt. Aber alle Vorsichtsmaßnahmen haben nichts genutzt: Hafele / Keating haben immer noch zuviel erzählt.

Wenn man weiß, wer Louis Essen war, dann liest man seinen Bericht geradezu mit Vergnügen: er ist der „Vater“ (oder einer der Väter) der Atomuhr und durchschaut, was die Experimentatoren mit „seinen“ Uhren angestellt haben.

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J. C. Hafele, R. E. Keating: Around-the-world atomic clocks : observed relativistic time gains. In: Science. 177. 1972, S. 166-168; 168-70. – Essen, Louis: Relativity and time signals : „The theory is so rigidly held that young scientists dare not openly express their doubts“. In: Wireless world. 84. 1978, October, S. 44-45. – Wesley, James Paul: Causal quantum theory. Blumberg, BR: Benjamin Wesley, 1983. 405 S. – G. Galeczki, P. Marquardt: Requiem für die Spezielle Relativität / Georg Galeczki, Peter Marquardt. Frankfurt a. M.: Haag u. Herchen, 1997. 271 S.

(G.O. Mueller)

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Folgende Autoren, die Einwände, Bedenken und kritische Argumente bzgl. dem Hafele/Keating-Experiment vorgebracht haben wurden von der Forschungsgruppe G.O. Mueller (bzw. von Ekkehard Friebe in seiner Anfrage) dokumentiert:

Kelly, A.G.
Theimer, Dr. Walter 1985
Rudakov, N. 1981
Wesley, J.P. 1983
Essen, Louis 1978
Georg Galeczki / Peter Marquardt, 1997
Agathangelidis, Antonis 2001
Aspden, Harold 1980
Hayden, Howard C. 1991
McCarthy, Dennis J. 1997 u. 2001
McCausland, Ian 1980
Oliveira, E. C. de, 1989
Rodrigues, Waldyr Alves, jr. 1988
Selleri, Franco 1998
Weitzel, Donald F. 1998



Die Grundlagen der Speziellen Relativitätstheorie Einsteins sind logisch und mathematisch ungültig und unzulässig

Ich komme auf die Anfrage von Ekkehard Friebe vom 10.04.08 an die Deutsche Physikalische Gesellschaft über das Experiment Hafele/Keating und auf eine Diskussion im Forum Auf zur Wahrheit zurück und wiedergebe hier einen Austausch mit einem Teilnehmer über die von Einstein postulierte Symmetrie der relativistischen Effekte:

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Zitat Chris_XY:

Wenn du etwas Beschleunigst, musst du Energie reinstecken. Das kannst du dir bei dem Raumschiff noch gut vorstellen […]

Jetzt stellen wir uns den umgekehrten Fall vor:

Du stehst in dem „ruhenden“ beschleunigenden Raumschiff.

Du siehst, dass die Materie um dich herum ohne äußere Krafteinwirkung von dir weg beschleunigt.

Also ich persönlich kann mir ohne Probleme vorstellen, dass hier etwas Asymmetrisches passiert – du nicht?

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Zitat Lopez:

Nein, ich kann mir persönlich nicht ohne Probleme vorstellen, dass hier etwas Asymmetrisches passiert… Ich kann mir sowieso auch nicht vorstellen, dass überhaupt was passiert: Objekte können sich ja nicht ohne Krafteinwirkung bewegen.  

Und wenn was Asymmetrisches passiert, dann wäre es auch ein grober Widerspruch zum Postulat Einsteins, wo eben zwischen zwei relativ zueinander bewegten Objekten per Prinzip festgesetzt wurde, dass die physikalischen Effekte symmetrisch sind.

Es handelt sich auch um eine Relation und in einer Relation sind die Effekte per Logik (und per Mathematik) immer symmetrisch, das ist trivial.

Wenn ich zum Beispiel sage, dass Peter 10 cm größer als Paul ist, darf ich nur folgern, dass Paul 10 cm kleiner als Peter ist. Nur diese Folgerung ist per Logik und per Mathematik zulässig. Der Satz: „Peter ist 10 cm größer als Paul und Paul ist 10,01 cm kleiner als Peter“ ist logisch und mathematisch ungültig und unzulässig.

Wenn ich zum Beispiel sage, Auto A fährt relativ zu Auto B mit einer Relativgeschwindigkeit von 70 km/St darf ich nur folgern, dass Auto B mit einer Relativgeschwindigkeit von 70 km/St relativ zu Auto A fährt. Der Satz: „Auto A fährt relativ zu Auto B mit 70 km/St und Auto B fährt relativ zu Auto A mit 70,01 km/st“ ist logisch und mathematisch ungültig und nicht zulässig.

Ich kann mir eigentlich bei diesem seltsamen Postulat, dass man sich frei und willkürlich als „ruhend“ oder als „bewegt“ (=beschleunigt) ein der beiden Objekte auswählen darf, nur denken, dass diese Vorstellung keine reale Situation in der Physik darstellt kann: Das ist nur eine rein mentale, anekdotische Vorstellung, eine Fiktion, die keinen physikalischen Realitätsbezug hat. In der Empirie und der angewandten Physik ist sie deshalb auch völlig irrelevant. Man berechnet auch in der Physik nicht die Kraft, um die Schienen zu bewegen, man berechnet die Kraft, um den Zug zu bewegen. Das ist auch wahrscheinlich der Grund, warum Einstein in seinen Folgerungen und in seinen Gedankenexperimenten immer nur die physikalischen Effekte dem Objekt zuspricht, das tatsächlich bewegt bzw. beschleunigt ist, d. h. wo eine Kraft einwirkt, wobei er stillschweigend oder explizit in Widerspruch mit seinem eigenen Postulat steht.

Einstein widerspricht also in seiner Speziellen Relativitätstheorie mit seiner „Zeitdilatation“ und seiner „Längenkontraktion“ nicht nur das Reziprozitätsprinzip, das er selbst als Prämisse postuliert – die relativistischen Effekten seien bei zwei relativ zueinander bewegten Objekten symmetrisch – , sondern er verletzt auch gravierend die unverrückbaren Grundlagen der Mathematik, wonach bei einer Relation die Symmetrie der Zahlen immer mathematisch exakt ist und nicht die geringste Abweichung duldet. Seine Folgerungen „Zeitdilatation“ und „Längenkontraktion“ sind also logisch und mathematisch ungültig und unzulässig.

Dass Einstein auf Kriegsfuß mit der Mathematik bzw. den Mathematikern stand ist bekannt und man kann zum Beispiel auch einige Aussagen in diesem Blog darüber nachlesen: Einstein sah wohl nachträglich den Ursprung der unlösbaren Widersprüche seiner Theorie in der Mathematik

(Jocelyne Lopez)



Reinhard Rohmer: Die wahre Geschichte der Zeit

Eine Buchempfehlung:

Die wahre Geschichte der Zeit
Das Weltbild des gesunden Menschenverstands
Reinhard Rohmer
Naturphilosophischer Verlag Reinhard Rohmer, 1998
ISBN-13: 9783000010385

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Aus dem Inhalt:

1. Teil: Das Weltbild des gesunden Menschenverstandes.

1. Über die Grundlagen und Mechanismen unseres Erkenntnisvermögens
2. Das Seiende, Materie und Bewegung
3. Die Materie
4. Die Bewegung
5. Die Zeit
6. Bau und Mechanismus des Universums

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2. Teil: Das schiefe Weltbild der modernen Physik.

1. Die teilweise haarsträubenden Denkfehler der berühmten Physiker allgemeinverständlich dargelegt durch kritische Stellungnahme und Erläuterungen zu bedeutenden wissenschaftlichen Büchern.

2. Die zahlreichen Irrtümer und Erkenntnislücken der Kosmologie und Teilchenphysik allgemeinverständlich dargelegt durch kritische Stellungnahme und Erläuterungen zu bedeutenden wissenschaftlichen Aufsätzen und Büchern.



Einstein sah wohl nachträglich den Ursprung der unlösbaren Widersprüche seiner Theorie in der Mathematik

Als Nachtrag zu meinem vorherigen Eintrag in diesem Blog Einstein widerspricht und widerlegt selbst seine eigene Arbeitshypothese ist es naheliegend zu denken, dass Albert Einstein wohl nachträglich in der Mathematik den Ursprung der unlösbaren Widersprüche seiner Theorie gesehen, so kann man zum Beispiel seine Aussage deuten „Seit die Mathematiker über die Relativitätstheorie hergefallen sind, verstehe ich sie selbst nicht mehr„.

Auch schrieb er 1912 in einem Brief an seinen Freund Paul Ehrenfest:

Ich gratuliere Ihnen herzlich zu Lorentz‘ Nachricht. Außer Ihnen würde sich niemand mehr freuen wie ich, wenn Sie nach Holland berufen würden. Sie sind einer der wenigen Theoretiker, denen die Mathematik-Seuche nicht den natürlichen Verstand geraubt hat.
(„The collected papers of Albert Einstein„, Band 5, Brief vom 30. Juni 1912)

oder auch:

Mathematik ist die einzige perfekte Methode, sich selber an der Nase herumzuführen.

(zitiert in Carl Seelig, Helle Zeit – Dunkle Zeit, S. 72-73)

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Oder auch (zu einem Kind):

Mach‘ dir keine Sorgen wegen deiner Schwierigkeiten mit der Mathematik. Ich kann dir versichern, dass meine noch größer sind.

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Von Prof. Dr. Roman Sexl stammt auch der Satz:  Mathematikunterricht ist der systematische Missbrauch einer eigens dazu erfundenen Formelsprache. (Zitat aus Weber/Mendoza, 1. Auflg., Seite 146).

Viele Kritiker der Relativitätstheorie warnen auch gegen den Missbrauch der Mathematik beim Verständnis von naturwissenschaftlichen Phänomenen.

(Jocelyne Lopez)



Einstein widerspricht und widerlegt selbst seine eigene Arbeitshypothese

Ich verweise auf Austausche im Forum Politikforum im Rahmen der Anfrage von Ekkehard Friebe an die Deutsche Physikalische Gesellschaft über das Hafele-Keating Experiment und über den vermeintlichen Nachweis der „Zeitdilatation“ der Speziellen Relativitätstheorie Einsteins:

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Zitat Koboy:

Und was macht es für einen nicht-wissenschaftler dieser Materie für einen Unterschied, ob Einstein richtig oder falsch gelegen hat?

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Zitat Lopez:

Arbeitshypothesen aufzustellen gehört zur Wissenschaft und es ist auch sehr nützlich, dagegen ist nichts einzuwenden. Jedoch muß eine Arbeitshypothese, auch wenn sie nicht (oder noch nicht) experimentell nachgeprüft wurde, erst einmal in sich widerspruchsfrei sein, sonst darf sie nicht angenommen werden, das leuchtet wohl jedem ein, oder?

Die Arbeitshypothese Einsteins aus seinem 1. Postulat ist zwar als solche zulässig, weil sie keinen Widerspruch enthält, sie wird aber durch widersprüchliche Folgerungen unannehmbar und sie hätte eigentlich einer seriösen Prüfung schon von vorneherein nicht bestehen können. Diese seriöse Prüfung hat wohl auch nicht stattgefunden: Die SRT Einsteins als unbekannter 26-jähriger Patentprüfer wurde 1905 quasi über Nachts unter mysteriösen Umständen gleich von der damaligen etablierten Physik veröffentlicht und in einer Phase von weltweit extrem hoher Aktivität und Unsicherheit in der damaligen theoretischen Physik gleich als gültig angenommen. Das handschriftliche Originalmanuskript Einsteins, das möglicherweise von den Herausgebern verändert wurde, wurde auch gleich zerstört, es liegt nur die gedrückte Version vor. Vielleicht ist die Aussage Einsteins „Seit die Mathematiker über die Relativitätstheorie hergefallen sind, verstehe ich sie selbst nicht mehr“ in diesem Kontext zu sehen.

Zur Erinnerung: Einstein postuliert nämlich

1. Die Gesetze, nach denen sich die Zustände der physikalischen Systeme ändern, sind unabhängig davon, auf welches von zwei relativ zueinander in gleichförmiger Translationsbewegung befindlichen Koordinatensystemen diese Zustandsänderungen bezogen werden.

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Wenn man nämlich per Prinzip festsetzt, dass es kein bevorzugtes Bezugssystem existiert, und dass die physikalischen Zustände zwischen zwei relativ zueinander bewegten Objekten sich unabhängig davon ändern, welches der beiden Objekte man als „ruhend“ oder als „bewegt“ willkürlich definiert, würden logischerweise zwei zueinander bewegten Uhren gleichermaßen nachgehen, je nachdem, ob man sie gerade als „ruhend“ oder als „bewegt“ willkürlich definiert. Es würde per Prinzip gar kein Unterschied zwischen den Gängen der Uhren geben. Man würde demzufolge per Prinzip keine „Zeitdilatation“ feststellen können oder berechnen wollen. Die Uhren würden per Prinzip immer exakt synchron laufen. Das Prinzip, das Einstein für seine Theorie festsetzt (Reziprozität) ist im vernichtenden Widerspruch zu der rein mathematisch hergeleiteten Folgerung (Zeitdilatation), die er daraus zieht.

Diesen inneren Widerspruch in seiner Theorie hat Einstein 1911 selbst eklatant dargelegt:

Wenn wir z.B. einen lebenden Organismus in eine Schachtel hineinbrächten und ihn dieselbe Hin- und Herbewegung ausführen lassen wie vorher die Uhr, so könnte man es erreichen, dass dieser Organismus nach einem beliebig langen Fluge beliebig wenig geändert wieder an seinen ursprünglichen Ort zurückkehrt, während ganz entsprechend beschaffene Organismen, welche an den ursprünglichen Orten ruhend geblieben sind, bereits längst neuen Generationen Platz gemacht haben. Dies ist eine unabweisbare Konsequenz der von uns zugrundegelegten Prinzipien, die die Erfahrung uns aufdrängt. [Hervorhebung in Fett durch Lopez]

A. Einstein: Die Relativitätstheorie. In: Naturforschende Gesellschaft in Zürich. Vierteljahrsschrift.56. 1911, H. 1/2, S. 1-14; darin: S. 12.

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Dies ist hier aber gar keine „unabweisbare Konsequenz der von [ihm] zugrundegelegten Prinzipien„, sondern ganz im Gegenteil es ist ein unabweisbarer Widerspruch der von ihm zugrundegelegten Prinzipien!!!

Wenn man nämlich die physikalischen Veränderungen in den jeweiligen Bezugssystemen der beobachteten lebenden Organismen untersucht, die man willkürlich und abwechselnd als „bewegt“ oder als „ruhend“ annehmen darf, würden diese Veränderungen per festgesetzes Prinzip exakt identisch sein, und zwar spiegelbildexakt identisch sein, und zwar mathematisch exakt identisch sein, und zwar ohne Messungen vornehmen zu müssen identisch sein, und zwar logischerweise unabhängig davon welche Anzahl von hin-und-her Bewegungen oder welche Geschwindigkeiten zwischen den beiden Objekten stattfinden, das ist hier irrelevant, man kann sie immer per Prinzip spiegelbildexakt willkürlich auf das eine oder das andere Objekt beziehen.

Und nicht nur die zwei gerade beobachtete Organismen würden immer nach dem von Einstein festgesetzten Prinzip exakt gleich altern, sondern auch alle anderen Organismen auf der Welt, weil man immer das Reziprozitätsgesetz von Einstein per Prinzip zwischen allen relativ zueinander bewegten Organismen paarweise anwenden kann. Und nicht nur zwei gerade beobachtete Uhren würden immer exakt synchron laufen, sondern alle anderen Uhren auf der Welt, weil man immer das Reziprozitätsgesetz von Einstein per Prinzip zwischen allen relativ zueinander bewegten Uhren paarweise anwenden kann.

Berechnungen oder Messungen von Abweichungen („Zeitdilatation„) sind hier im vernichtenden Widerspruch zum Postulat, weil es ausgerechnet per Prinzip vorweg festgesetzt wurde, dass es keine Abweichungen geben kann (genaues Spiegelbild)… Die gerechnete „Zeitdilatation“ von Einstein widerspricht und widerlegt also seine eigene Theorie.

(Jocelyne Lopez)



Wie frei ist die Wissenschaft?

Nachstehend Auszüge aus der Dokumentation der Offenen Akademie (4. Offene Akademie 2007 – 29. September bis 6. Oktober 2007) über die Podiumsdiskussion „Wie frei ist die Wissenschaft?„:

Forschung und Lehre gelten nach Artikel 5 des Grundgesetzes als frei. Kann dieser Paragraph gewährleisten, dass die Hochschulen in der Lage sind, frei von mächtigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Einflüssen und Abhängigkeiten unabhängige Wahrheitssuche zu betreiben? Oder ist die stärkere Verknüpfung des Wissenschaftsbetriebs mit den Bedürfnissen der kapitalistischen Wirtschaftspraxis nicht längst zum politischen Programm geworden?

Über diese Fragen diskutierten Prof. Dr. Josef Lutz (Lehrstuhl an der Universität Chemnitz im Bereich Leistungselektronik), Prof. Dr. Frentzel-Beyme (Arzt und Sozialmediziner an der Universität Bremen), Prof. Dr. Inge Schmitz-Feuerhake (ehem. Lehrstuhl für Experimentelle Physik an der Universität Bremen) und Stefan Engel (Publizist aus Gelsenkirchen). Die souveräne Moderation der Veranstaltung übernahm der Geologe und Paläontologe Prof. Dr. Jürgen Schneider von der Universität Göttingen.
[…]
So vielfältig und unterschiedlich die Erfahrungen der Diskussionsteilnehmer mit dem herrschenden Wissenschafts- und Forschungsbetrieb auch waren, lassen sie doch nur einen Schluss zu: Die Freiheit der Wissenschaft ist ein hehres Ziel, aber in unserer Gesellschaft eine Fiktion. Hochschulen und Forschungs-einrichtungen sind keine separaten Einrichtungen, keine Inseln, die sich vom gesellschaftlichen Umfeld abkoppeln lassen. Lehrende und Forschende sind von Geldgebern abhängig und mehr oder weniger gezwungen, sich an deren Vorgaben zu halten. Freiräume, die ein Universitätsprofessor möglicherweise heute noch hat, kann und soll er im Sinne gesellschaftlicher Verantwortung nutzen, indem er z.B. sein Wissen und seine Möglichkeiten zur Verfügung stellt. Doch als Wissenschaftler darf man sich keinen Illusionen hingeben: Wenn die Forschungsergebnisse in Widerspruch zu wirtschaftlichen Interessen geraten, werden sie entweder mit Bestechungsversuchen umschmeichelt oder – wenn das nicht fruchtet – mit Repressalien belegt, was bis zur Gefährdung von Leib und Leben führen kann.

Die Ausbildung an den Hochschulen hat nicht das Ziel, Studenten zum selbständigen Denken zu erziehen. Stattdessen sollen sie sich als künftige Führungspersönlichkeiten möglichst nahtlos in das gesellschaftliche System integrieren, wozu eine kritische Auseinandersetzung mit Lehrinhalten und ihrer Anwendung tunlichst vermieden werden muss.
[…]
Eine freie Wissenschaft kann es geben, wenn sie sich befreit von den Sachzwängen gesellschaftlicher Vorgaben – so wie das in engen Grenzen bei der Offenen Akademie geschieht. Der Kampf um die Freiheit der Wissenschaft muss Bestandteil des Kampfs um eine befreite Gesellschaft werden.

(Offene Akademie – Perspektiven fortschrittlicher
und kritischer Wissenschaft und Kultur)



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