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Ich lege Euch meine wissenschaftliche Theorie im Bereich der Entstehung des Universums dar, der bekanntlich auch konkurrenzlos von Männern besetzt ist - ich bitte also um Nachsicht: |
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1. Am Anfang war gar nichts. Nur Gott und ein roter Ball. Gott bestund irgendwie aus einer organischen Materie, ein bisschen so wie wir. Der rote Ball war aus einer extrem dichten mineralischen Materie. Gott hatte so etwas wie eine kleine Macke, er ging immer überall rum mit seinem roten Ball in der Hand. Gott war zwar einsam, hatte jedoch nie Langeweile. Klar, er hatte ja in seinem göttlichen Kopf: DIE ERKENNTNIS. Er konnte jederzeit das sein, was ihm eben lustig war: Eine gelbe Tulpe, eine Wolke, die Zukunft, eine Kuh, das Regen, ein Tumtum Baum, |
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die Zeit, die Nacht, eine ägyptische Königin, die Gegenwart, ein Marsmännchen, eine Teekanne, das Licht, ein Nusskuchen, ein Butje in der See, ein Pluckerwank, eine Trompete, also alles, was man sich eben vorstellen kann. Er war dabei sehr glücklich und fröhlich und hatte nie Langeweile. Eines Tages jedoch kam die Katastrophe, das war das Ende vom Anfang. Als er da ganz zufrieden saß, guckte er zum ersten Mal seinen roten Ball mit einem komischen Auge: "Ist dieser Ball rot?". Naja, leicht gesagt, dass dieser Ball rot ist, es ist ja niemand da um das Gegenteil zu behaupten. Aber nehmen Wir an, es wäre jemand da, Meine Mutter zum Beispiel. Würde Sie den Ball auch rot sehen? Oder grün, vielleicht? |
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Diese Frage beschäftigte ihn dermaßen intensiv, dass sein Kopf fing an sich zu erhitzen, die Temperatur ging auf den ganzen Körper über und sogar bis in den roten Ball - nach dem Wärmetauscherprinzip oder so was Ähnliches. Irgendwann erreichte die Temperatur eine solche phänomenale Größe, dass ich nicht in der Lage bin, sie Euch zu beziffern. Kurz und gut: Gott explodierte, mit seinem roten Ball. Und wenn ich explodieren sage, es ist untertrieben: in Wirklichkeit wurde er quasi zertrümmert. Das war das Ende vom Anfang: das Big-Bang. Seitdem explodiert er immer noch, das ist die Expansion. Das war meine Theorie des Big-Banges.
2. Bei diesem kolossalen Ereignis haben die defragmentierten Teilchen von Gott, von seinem roten Ball und von seiner Erkenntnis (= die Materie) sich mit Hilfe der Energie, die zu ihrer Defragmentierung geführt hatte, wieder durch Anziehungskraft oder so zueinander gefunden (= die Antimaterie). Sie haben sich bloß anscheinend - zumindest für uns - in eine total willkürliche Ordnung wieder refragmentiert, also ein völliges Kudelmudel, eine chaotische Ordnung, wenn Ihr versteht, was ich meine. Zum Beispiel (natürlich Pi mal Daum): Eine Rose hat 0,0000001 Anteil der göttlichen Erkenntnis geerbt, die Bakterie helicopter pilotis 0,000032, ein Bolero-Schimpanse gleich 0,95, eine Tüte Pommes ohne Mayo 0,002, ein Mann stolze 0,999 Anteil der göttlichen Erkenntnis. Ihr wird jetzt aber bestimmt denken, dass der Mann, mit stolzen 0,999 Anteil göttlicher Erkenntnis in der Lage sein könnte, die ursprüngliche Ordnung wieder zu rekonstruieren - vor allem wenn er noch dazu Mathematiker ist. Ja, vielleicht, irgendwann... Aber eigentlich wäre es nicht empfehlenswert: Die Antimaterie würde wieder zu Materie werden, das Universum würde in sich zusammenfallen, und - falls nichts verloren geht - würde Gott wieder mit seinem roten Ball da sein. Das wäre das Anti-Big-Bang. Zurück zum Start, wir wären nicht weiter. Das war meine Theorie der Materie und der Antimaterie.
3.
Außerdem besteht wohl kaum die
Gefahr, dass das Universum in sich zusammenfällt. Betrachtet man zum
Beispiel zwei hochbegabte Exemplare der letztgenannten willkürlichen
göttlichen Zusammensetzung:
Dieses „wissenschaftliche Märchen“ möchte ich den beiden Ärzten
Paul Runge und Steffen Rehm widmen, die mir maßgeblich
mitgeholfen haben, als es mir gesundheitlich sehr schlecht ging. Auch
die beiden haben mir dabei… Märchen erzählt: Dr. Paul Runge „Der Fischer
und seine Frau“ (sogar auf plattdeutsch…), Steffen Rehm „mathematische
und algorithmische“ Märchen... |
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Copyright © 2003 - Jocelyne Lopez. - All Rights Reserved Foto © 2003 - photografically |