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Von meiner Schwester Muriel, die jüngste meiner drei Schwestern, musste ich mich öfter verabschieden:  Sie hat von der Natur nicht nur eine schöne,  leicht raue Stimme  und  eine 

auffällige Frühbegabung als Skiläuferin geerbt – woher sie kam war uns immer rätselhaft… -, sondern auch eine ausgesprochene Neigung zum Verreisen.

 

Die schönsten Abschiedsworte, die ich kenne stammen zwar nicht von ihr, ich bringe sie jedoch immer in der Erinnerung mit ihr in Verbindung. Sie hatte mir nämlich lange bevor sie nach La Gouadeloupe zog mal ein Buch geliehen, wo ich diese Abschiedworte gelesen habe, aus der kreolischen Sprache, einer bunten, eigenwilligen, lustigen Kreation der Menschen aus den französischen Antillen, ehemaligen verschleppten Sklaven aus Afrika.

Von dort müssen wohl viele Menschen öfter mal nach Frankreich

Abschied nehmen, ihre Umwelt ist zwar von einer luxuriösen Schönheit, ihre Lebensbedingungen jedoch anscheinend nicht ganz entsprechend. Ein Vater hat seinen Sohn bevor er an Bord ging mit diesen Worten verabschiedet: „Die Hinfahrt gehört Dir. Die Rückfahrt wird für mich sein“. Schön, finde ich. Das ist natürlich noch schöner auf kreolisch:
Le va c'est pour toué
Le vient c'est pour moué


Wie einfach und hübsch kann man Liebe mitteilen, oder?




 


Unsere jüngste Schwester Muriel haben wir vor 5 Jahren verloren.

Die französische Zeitung Le Monde hat 2010 eine Reportage über 6 Frauen online gestellt: Comment le cancer du sein m'a changée (Wie der Brustkrebs mich verändert hat). Bei der zweiten Reportage, über Aminata, handelt es sich um meine Schwester Muriel, eine zerbrechliche und zugleich starke Frau, und eine wunderbare Mutter.

 



 

 

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