{"id":686,"date":"2008-12-27T12:06:08","date_gmt":"2008-12-27T11:06:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=686"},"modified":"2008-12-30T08:59:15","modified_gmt":"2008-12-30T07:59:15","slug":"keine-primatenforschung-an-der-universitat-bremen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2008\/12\/keine-primatenforschung-an-der-universitat-bremen\/","title":{"rendered":"Keine Primatenforschung an der Universit\u00e4t Bremen!"},"content":{"rendered":"<p>Nachstehend Ausz\u00fcge aus einem Leserbrief von Wolfgang Apel, dem Pr\u00e4sidenten des <a href=\"http:\/\/www.tierschutzbund.de\/\" target=\"_blank\"><em>Deutschen Tierschutzbundes e.V.<\/em>, <\/a>zum Artikel vom Dr. Michael Hartmer\u00a0<a href=\"http:\/\/berufundchance.fazjob.net\/s\/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360\/Doc~E09991AA2302E4905900185CECDCA21C4~ATpl~Ecommon~Scontent.html\" target=\"_blank\"><em>Bremer Tierversuche &#8211; Zwischen Provinzposse und Forschungsskandal<\/em> <\/a>&#8211; FAZ .NET vom 27.12.2008 :<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">Bereits im Mai 1997, also vier Monate bevor Andreas Kreiter \u00fcberhaupt den Ruf der Universit\u00e4t Bremen annahm, hatte der Bremer Tierschutzverein seinen B\u00fcrgerantrag \u201e<em>Keine Primatenforschung an der Universit\u00e4t Bremen<\/em>&#8220; eingereicht. Insgesamt haben mittlerweile mehr als 80 000 Bremer B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, darunter mindestens 300 Wissenschaftler, entsprechende B\u00fcrgerantr\u00e4ge unterzeichnet. Schon im Juni 1997 wurde in der Bremischen B\u00fcrgerschaft ein Antrag der Fraktionen der SPD und der CDU \u201e<em>Tierversuche perspektivisch reduzieren<\/em>&#8220; angenommen. Das waren die gesellschaftlichen und politischen Vorgaben. Das gemeinsame Vers\u00e4umnis von Andreas Kreiter und der Universit\u00e4t Bremen, diesen gesellschaftlichen Anspr\u00fcchen auch nur ansatzweise nachzukommen, hat erst das entschiedene &#8211; wenn auch viel zu sp\u00e4te &#8211; Handeln der aktuellen Bremer Regierungsparteien notwendig gemacht.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">Als \u201e<em>Forschungsskandal<\/em>&#8220; gei\u00dfelt Hartmer die Tatsache, dass die Bremer Bev\u00f6lkerung und ihre parlamentarischen Vertreter einen Wissenschaftler in seine Schranken verweisen wollen, dessen Forschungsmethoden in Bremen von Anfang an auf Ablehnung stie\u00dfen und der nun nach zehn Jahren zugeben muss, dass die von ihm vorgeschobenen Versprechungen bez\u00fcglich der Heilung verschiedenster Erkrankungen in keiner Weise gehalten werden konnten. Die ethische Dimension dessen, was Kreiter und andere Affenforscher mit unseren n\u00e4chsten Verwandten im Tierreich anstellen, l\u00e4sst Hartmer vollkommen au\u00dfer Acht.<br \/>\n[&#8230;]<br \/>\nAffen verf\u00fcgen \u00fcber ein hochentwickeltes Gehirn. Das macht sie einerseits zum begehrten Objekt der Hirnforschung, andererseits muss ihnen genau deshalb zugestanden werden, dass sie ihre Situation in einem betr\u00e4chtlichen Umfang realisieren. Das Tierschutzgesetz sieht unter anderem vor, dass Tierversuche \u201e<em>ethisch vertretbar<\/em>&#8220; und \u201e<em>unerl\u00e4sslich<\/em>&#8220; sein m\u00fcssen. Die ethische Vertretbarkeit ist rechtlich nur dann gegeben, wenn dem Tierleid ein entsprechend gro\u00dfer Nutzen gegen\u00fcbersteht. Seit Beginn der Diskussionen haben der Bremer Tierschutzverein und der Deutsche Tierschutzbund in zahlreichen wissenschaftlichen Dokumentationen dargelegt, dass die Bremer Primatenversuche ohne eine konkrete medizinische Zielsetzung erfolgen und einer allgemeinen Grundlagenforschung zuzurechnen sind. Bei so schwer belastenden und lang anhaltenden Versuchen, wie sie in Bremen stattfinden, m\u00fcssen die Ergebnisse aber laut Tierschutzgesetz f\u00fcr \u201e<em>wesentliche Bed\u00fcrfnisse von Mensch oder Tier<\/em>&#8220; von \u201e<em>hervorragender Bedeutung<\/em>&#8220; sein. Selbst eine mit involvierten Affenforschern besetzte Expertenkommission beim Bremer Senat hat 2007 best\u00e4tigt, dass die Bremer Affenversuche nie zum Ziel hatten, therapeutische Anwendungen zu entwickeln, und dass solche auch nach zehn Jahren nicht in Sicht sind. Unter Fachwissenschaftlern m\u00f6gen Ableitungsversuche am Hirn von Affen, die seit den f\u00fcnfziger Jahren durchgef\u00fchrt werden, noch Anerkennung finden. Einen ausreichenden Nutzen aber, um das verursachte Tierleid gem\u00e4\u00df Tierschutzgesetz rechtfertigen zu k\u00f6nnen, haben diese Versuche nicht.\n<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">Da hilft es auch nicht, sich auf die im Grundgesetz gew\u00e4hrte Forschungsfreiheit zu berufen. Denn diese findet dort ihre Grenzen, wo andere hochrangige Werte verletzt werden. Ein solch hochrangiger Wert ist auch der Tierschutz. Dadurch, dass er 2002 ebenfalls ins Grundgesetz aufgenommen wurde, hat er eine erhebliche Aufwertung erfahren. Er ist im \u00dcbrigen auch in der Bremischen Landesverfassung verankert, und sogar das Bremische Hochschulgesetz enth\u00e4lt vom Tierschutz erk\u00e4mpfte Tierschutzbestimmungen. Der Schutz unserer Mitgesch\u00f6pfe steht mit der tierexperimentellen Forschung im Widerstreit und wenn Experimentatoren nicht mehr in die Waagschale legen k\u00f6nnen als die Aussicht auf die x-te Fachpublikation oder die gef\u00e4llige Anerkennung einer um sich selbst kreisenden Fach-wissenschaft, muss die Beh\u00f6rde belastende Tierversuche laut Gesetz untersagen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">Der Deutsche Hochschulverband und die Deutsche Forschungs-gemeinschaft (DFG), die Hartmer als Kronzeugin aufruft, m\u00f6gen sich als H\u00fcter von Forschung, Wissenschaft und Lehre gerieren, aber sie verletzen ihre Sorgfaltspflicht, wenn sie nur auf den Plan treten, um die tierexperimentelle Forschung gegen geltendes Recht zu verteidigen &#8211; zumal, wenn dies mit derart unsachlichen und unwahren Einlassungen geschieht, wie sie Hartmer in seinem Artikel pr\u00e4sentiert hat. Wer vertritt eigentlich die hundert Professoren an der Universit\u00e4t Bremen, die sich bereits 1998 in einem Memorandum gegen die Affenversuche ausgesprochen haben? Wo bleiben die Pl\u00e4doyers des Hochschul-verbandes f\u00fcr tierversuchsfreie Forschungsverfahren, und wo bleiben die F\u00f6rderma\u00dfnahmen der DFG f\u00fcr eine moderne, innovative Forschung ohne Tierleid?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">Ich k\u00e4mpfe als Pr\u00e4sident des Deutschen Tierschutzbundes &#8211; dieses ist dem Deutschen Hochschulverband sehr wohl bekannt &#8211; seit drei Jahrzehnten auf Bundes-, L\u00e4nder- und Europaebene, auch und gerade auf parlamentarischer Ebene, mit allen legalen Mitteln gegen den Tierversuch. Dies l\u00e4sst sich unter anderem anhand der verschiedenen Novellierungen des Tierschutzgesetzes nachvollziehen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">(Wolfgang Apel)<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><span style=\"color: #ffffff;\">&#8212;-<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">\u00a0<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr ein sofortiges Verbot von Affenversuchen!<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/sprachen\/angehoerige.html\" target=\"_blank\">Angeh\u00f6rige<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2008\/04\/roger-fouts-unsere-naechsten-verwandten\/\" target=\"_blank\">Roger Fouts: Unsere n\u00e4chsten Verwandten<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.friendsofwashoe.org\/\" target=\"_blank\">Homepage &#8222;Friends of Washoe&#8220;<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2008\/09\/prof-dr-wolf-singer-beruechtigter-tierexperimentator\/\" target=\"_blank\">Prof. Dr. Wolf Singer, ber\u00fcchtiger Tierexperimentator und Retter der Menschheit<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-275\" title=\"banner\" src=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/banner.gif\" alt=\"banner\" width=\"468\" height=\"60\" \/><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.affenversuche-stoppen.de\/\">http:\/\/www.affenversuche-stoppen.de\/<\/a>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-276\" src=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/verbandsklage-banner.gif\" alt=\"\" width=\"468\" height=\"60\" \/><br \/>\n<a href=\"http:\/\/verbandsklage.tierrechte.de\/\">http:\/\/verbandsklage.tierrechte.de\/<\/a>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-274\" title=\"covanceschliessen\" src=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/covanceschliessen.jpg\" alt=\"covanceschliessen\" width=\"360\" height=\"100\" \/><a href=\"http:\/\/www.friendsofwashoe.org\/\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachstehend Ausz\u00fcge aus einem Leserbrief von Wolfgang Apel, dem Pr\u00e4sidenten des Deutschen Tierschutzbundes e.V., zum Artikel vom Dr. Michael Hartmer\u00a0Bremer Tierversuche &#8211; Zwischen Provinzposse und Forschungsskandal &#8211; FAZ .NET vom 27.12.2008 : Bereits im Mai 1997, also vier Monate bevor Andreas Kreiter \u00fcberhaupt den Ruf der Universit\u00e4t Bremen annahm, hatte der Bremer Tierschutzverein seinen B\u00fcrgerantrag [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"om_disable_all_campaigns":false,"_monsterinsights_skip_tracking":false,"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[473,144,309,472,143,308,8,1334,471],"class_list":["post-686","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tierversuche-abschaffen","tag-andreas-kreiter","tag-covance-munster","tag-jane-goodall","tag-michael-hartmer","tag-prof-dr-wolf-singer","tag-roger-fouts","tag-tierrechte","tag-tierversuche-abschaffen","tag-wolfgang-apel"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/686"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=686"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/686\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=686"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=686"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=686"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}