{"id":5374,"date":"2013-02-28T08:16:54","date_gmt":"2013-02-28T07:16:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=5374"},"modified":"2013-02-28T08:19:08","modified_gmt":"2013-02-28T07:19:08","slug":"unsere-antwort-an-das-umweltministerium-nrw-wegen-vorwurf-des-verstoses-gegen-das-tierschutzgesetz-durch-das-lanuv-nrw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2013\/02\/unsere-antwort-an-das-umweltministerium-nrw-wegen-vorwurf-des-verstoses-gegen-das-tierschutzgesetz-durch-das-lanuv-nrw\/","title":{"rendered":"Unsere Antwort an das Umweltministerium NRW wegen Vorwurf des Versto\u00dfes gegen das Tierschutzgesetz durch das LANUV NRW"},"content":{"rendered":"<p>Wir sind eine Gruppe von Tiersch\u00fctzern und stellen die Primatenversuche an der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum vor dem Hintergrund der Aufnahme des Tierschutzes in der deutschen Verfassung 2002 und der Erkl\u00e4rung des Tierschutzes als Staatsziel tatkr\u00e4ftig in Frage. Wir haben unsere Auseinandersetzung mit der genehmigenden Beh\u00f6rde (Landesamt f\u00fcr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, Recklinghausen \u2013 LANUV NRW) seit April 2012 in diesem Blog zusammengestellt, siehe: <a href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2012\/07\/primatenversuche-in-bochum-auseinandersetzung-mit-behorden\/\" target=\"_blank\">Primatenversuche in Bochum: Auseinandersetzung mit Beh\u00f6rden<strong>. <\/strong><\/a><\/p>\n<p>Im<strong> <\/strong>Zusammenhang mit unserer Fachaufsichtsbeschwerde vom 6.10.2012 hat sich die Aufsichtsbeh\u00f6rde des LANUV NRW, das Ministerium f\u00fcr Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW eingeschaltet, siehe unseren Austausch vom 10.01.13 \/ 16.01.13 :<a href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2013\/01\/vorwurf-der-verstos-gegen-das-tierschutzgesetz-wegen-primatenversuchen-an-der-ruhr-universitat-bochum\/\">Vorwurf des Versto\u00dfes gegen das Tierschutzgesetz wegen Primatenversuchen an der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum. <\/a>\u00a0Das Ministerium hat mit Schreiben vom 19.02.2013 ausf\u00fchrlich auf unseren Vorwurf Stellung genommen, siehe:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/pdfDateien\/Antwort_Ministerium_NRW_vom_19_02_13_Seite1.jpg\" target=\"_blank\">Seite 1<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/pdfDateien\/Antwort_Ministerium_NRW_vom_19_02_13_Seite2.jpg\" target=\"_blank\">Seite 2<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/pdfDateien\/Antwort_Ministerium_NRW_vom_19_02_13_Seite3.jpg\" target=\"_blank\">Seite 3<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/pdfDateien\/Antwort_Ministerium_NRW_vom_19_02_13_Seite4.jpg\" target=\"_blank\">Seite 4<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/pdfDateien\/Antwort_Ministerium_NRW_vom_19_02_13_Seite5.jpg\" target=\"_blank\">Seite 5<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/pdfDateien\/Antwort_Ministerium_NRW_vom_19_02_13_Seite6.jpg\" target=\"_blank\">Seite 6<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/pdfDateien\/Antwort_Ministerium_NRW_vom_19_02_13_Seite7.jpg\" target=\"_blank\">Seite 7<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Nachstehend unsere Antwort vom 26. Februar 2013 auf diesem Schreiben des Umweltministeriums NRW:<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Tierschutz: Primatenversuche in Bochum an der Ruhruniversit\u00e4t<br \/>\nIhr Schreiben vom 19.02.2013 \u2013 AZ: VI-5-4203<br \/>\n26. Februar 2013<\/strong><\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Professor Jaeger,<br \/>\nsehr geehrter Herr Knitsch,<\/p>\n<p>wir danken f\u00fcr Ihr o.g. ausf\u00fchrliches Schreiben vom 19.02.2013 als Antwort auf unser Schreiben vom 16.01.2013, in dem wir den Vorwurf des Versto\u00dfes gegen das Tierschutzgesetz der von Ihrer Beh\u00f6rde LANUV NRW langj\u00e4hrig genehmigten Affenversuche in der Hirnforschung an der Ruhruniversit\u00e4t Bochum erhoben haben.<\/p>\n<p>Wir nehmen zu verschiedenen Punkten aus Ihrem Schreiben wie folgt Stellung:<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\"><strong>Zitat Ministerium f\u00fcr Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW \u2013 Seite 2<\/strong>:<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\"><em>Andererseits haben Sie in den verschiedenen Antwortschreiben in der Summe eine Vielzahl von beh\u00f6rdlichen Informationen bekommen, die zumindest den Gro\u00dfteil der gestellten Fragen hinreichend beantwortet haben d\u00fcrfte. Insbesondere das an Frau Lopez gerichtete Schreiben des LANUV vom 11.01.2013 beschreibt in gro\u00dfer Ausf\u00fchrlichkeit nachvollziehbar die medizinisch begr\u00fcndete Notwendigkeit der in Frage stehenden Primatenversuche.<\/em><br \/>\nZitatende<\/p>\n<p>Es trifft nicht zu, dass das LANUV NRW \u201e<em>in gro\u00dfer Ausf\u00fchrlichkeit nachvollziehbar die medizinisch begr\u00fcndete Notwendigkeit der in Frage stehenden Primatenversuche<\/em>\u201c in seinen verschiedenen Antwortschreiben beschrieben hat:<br \/>\n\u00a0<\/p>\n<ol>\n<li>In seinem Schreiben vom \u00a027.07.12 antwortet das LANUV NRW unmissverst\u00e4ndlich auf unsere Frage hin, dass diese Versuche <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht in der medizinischen Forschung<\/span>, sondern in der Grundlagenforschung angesiedelt sind.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/li>\n<li>In seinem Schreiben vom 04.09.12 beschreibt das LANUV NRW den in Rede stehende Forschungszweck wie folgt, Zitat: \u201e<em>Das Versuchsvorhaben widmete sich dem Zweck zur Erforschung der neuronalen Grundlagen sensorisch gesteuerter Orientierungsleistungen von S\u00e4ugern, d.h. u.a. der Hand-Augen-Koordination<\/em>.\u201c Zitatende<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/li>\n<li>In seinem Schreiben vom 11.01.2013 f\u00fchrt das LANUV NRW ganz allgemein gehaltene Aussagen \u00fcber die Wichtigkeit der wissenschaftlichen\u00a0Forschung f\u00fcr die Heilung von menschlichen Erkrankungen wie z.B. Parkinson, Alzheimer oder Multiple Sklerose an, jedoch ist kein Zusammenhang zwischen diesen Ausf\u00fchrungen und \u00a0den seit 1987 an der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum durchgef\u00fchrten Primatenversuchen zu erkennen.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/li>\n<li>Dar\u00fcber hinaus wurde unsere grundlegende Frage nicht beantwortet, welche konkrete und brauchbare neue Erkenntnisse zur Heilung der angef\u00fchrten menschlichen Krankheiten bei der Primatenforschung an der RUB erzielt wurden, und zwar weder vom LANUV NRW (solche Informationen w\u00fcrden ihm nicht vorliegen), noch vom Tierschutzbeauftragten, an den diese wichtige Frage weitergeleitet wurde.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/li>\n<li>Das LANUV NRW hat uns lediglich 4 Verlinkungen auf Forschungsergebnisse in der Hirnforschung an der RUB angegeben, darunter zum Beispiel solche Forschungsergebnisse aus dem Jahre 2007 (d.h. nach 20 Jahren Primatenversuche):<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 90px\"><a href=\"http:\/\/www.pm.ruhr-uni-bochum.de\/pm2007\/msg00378.htm\">http:\/\/www.pm.ruhr-uni-bochum.de\/pm2007\/msg00378.htm<\/a><br \/>\n<strong><em>Das Hirn des Torwarts beim Elfmeter\u00a0 &#8211; Spickzettel half Jens Lehmann tats\u00e4chlich wie man seine Reaktion verbessern kann<\/em><\/strong><em>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/em>\n<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 90px\"><em>Blitzschnell hechtete Jens Lehmann, Torwart der deutschen Nationalmannschaft bei der Fu\u00dfball-WM 2006, genau in die richtige Ecke und hielt zwei von vier Elfmetersch\u00fcssen der Argentinier auf sein Tor \u2013 Argentinien war besiegt, Lehmann ein Star.<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 90px\"><em>Welche Rolle hat dabei der Spickzettel gespielt, auf den Lehmann zwischen den Torsch\u00fcssen immer mal wieder blickte? Hat es geholfen, zu lesen, dass Cruz h\u00e4ufig nach rechts schie\u00dft und Ayala nach links unten? Diese Frage versuchen Neurobiologen der Ruhr-Universit\u00e4t um Prof. Dr. Klaus-Peter Hoffmann zu beantworten. Sie untersuchen den Zusammenhang zwischen Vorhersagbarkeit und der Reaktionszeit bestimmter Bewegungen steuernder Nervenzellen im Gehirn. [&#8230;]<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 60px\">Ich zitiere in diesem Zusammenhang <strong>\u00a7 7 (3) TierSchG<\/strong>:<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 90px\">\u201e<em>Versuche an Wirbeltieren d\u00fcrfen nur durchgef\u00fchrt werden, wenn die zu erwartenden Schmerzen, Leiden oder Sch\u00e4den der Versuchstiere im Hinblick auf den Versuchszweck ethisch vertretbar sind. Versuche an Wirbeltieren, die zu l\u00e4nger anhaltenden oder sich wiederholenden erheblichen Schmerzen oder Leiden f\u00fchren, d\u00fcrfen nur durchgef\u00fchrt werden, wenn die angestrebten Ergebnisse vermuten lassen, dass sie f\u00fcr wesentliche Bed\u00fcrfnisse von Mensch oder Tier einschlie\u00dflich der L\u00f6sung wissenschaftlicher Probleme von hervorragender Bedeutung sein werden.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 60px\">Es ist sehr daran zu zweifeln, dass der Gesetzgeber bzw. die Gerichtsbarkeit die Verbesserung der Reaktionen des Torwarts der deutschen Nationalmannschaft bei der Fu\u00dfball-WM 2006 als ein \u201e<em>wesentliches Bed\u00fcrfnis von Mensch oder Tier einschlie\u00dflich L\u00f6sung wissenschaftlicher Problem von hervorragender Bedeutung<\/em>\u201c ansehen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\"><strong>Zitat Ministerium f\u00fcr Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW \u2013 Seite 2<\/strong>:<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\"><em>\u201eZum Teil haben Sie sogar Antworten enthalten, die \u00fcber die gesetzlichen Verpflichtungen des IFG NRW hinaus gingen. So h\u00e4tte das LANUV z.B. Fragen nach beh\u00f6rdlichen Einsch\u00e4tzungen bestimmter Sachverhalte (wie etwa die letzten beiden Fragen Ihrer ersten Anfrage vom 15.05.2012) \u00fcberhaupt nicht beantworten m\u00fcssen, da das IFG NRW nur einen Auskunftsanspruch hinsichtlich vorhandener Tatsachen einr\u00e4umt, nicht jedoch in Bezug auf Bewertungen.\u201c<br \/>\n<\/em>Zitatende\u00a0<\/p>\n<p>Die Bewertung der genehmigenden Beh\u00f6rde LANUV NWR \u00fcber die Entscheidung der genehmigenden Beh\u00f6rde in Bremen, die gleichen langj\u00e4hrigen Makakenversuche an der Universit\u00e4t Bremen zu untersagen, geht aus unserer Sicht keinesfalls\u00a0 \u00fcber die gesetzlichen Verpflichtungen von Beh\u00f6rden im Rahmen von genehmigungspflichtigen Tierversuchen hinaus. Ich zitiere hier <strong>\u00a7 7 (1) TierSchG<\/strong>:\n<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">\u201e<em>Bei der Entscheidung, ob Tierversuche unerl\u00e4sslich sind, ist insbesondere der jeweilige Stand der wissenschaftlichen Erkennt-nisse zugrunde zu legen und zu pr\u00fcfen, ob der verfolgte Zweck nicht durch andere Methoden oder Verfahren erreicht werden kann<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>Der jeweilige Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse ist logischerweise f\u00fcr alle Akteure in der Fachwelt gemeinsam, und es obliegt dementsprechend \u00a0gleicherma\u00dfen allen Beh\u00f6rden der Bundesrepublik Deutschland diesen gemeinsamen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse bei der Erteilung der Genehmigung gem\u00e4\u00df TierSchG zugrunde zu legen und zu bewerten.\u00a0<\/p>\n<p>Die fragw\u00fcrdige und befremdliche Aussage des LANUV NRW in seinem Schreiben vom 27.07.12, Zitat: \u201e<em>Die Weigerung der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden in Bremen, die Versuchsgenehmigung zu verl\u00e4ngern, war ausschlie\u00dflich politisch motiviert<\/em>.\u201c l\u00e4sst aus unserer Sicht eine \u00e4u\u00dferst bedenkliche Grundeinstellung des LANUV NRW durchblicken: Diese fachlich und gesetzlich begr\u00fcndete beh\u00f6rdliche Entscheidung in Bremen als \u201e<em>ausschlie\u00dflich politisch motiviert<\/em>\u201c abzutun, stellt unserer Meinung nach eine ungeheuerliche Missachtung und Herabw\u00fcrdigung des Grundgedankens des Tierschutzes dar, sowie der Einf\u00fcgung 2002 des Art. 20 a im Grundgesetz und der Verankerung des Tierschutzes als Staatsziel mit Verfassungsrang, als Ergebnis des Strebens der Legislative als Volksvertretung aus der Verantwortung des Menschen f\u00fcr das Tier als Mitgesch\u00f6pf, dessen Leben und Wohlbefinden auf der Ebene der Bundesrepublik Deutschland zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Genauso bedenklich im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Zugrundelegung des jeweiligen Stands der Wissenschaft bei den Genehmigungen des LANUV NRW, ist seine Einsch\u00e4tzung \u00fcber eine der f\u00fchrenden Tierschutzorganisationen in Deutschland, die Vereinigung \u201e\u00c4rzte gegen Tierversuche e.V.\u201c, die seit mehr als 30 Jahren wissenschaftliche Studien, Analysen und Datenbanken \u00fcber Tierversuche von hoher internationaler wissenschaftlicher Qualit\u00e4t und zeitnaher Aktualit\u00e4t zug\u00e4nglich macht. Das LANUV NRW stuft dieses sorgf\u00e4ltig dokumentierte wissenschaftliche Material als \u201e<em>Ansichten<\/em>\u201c ohne wissenschaftlichen Wert in seinem Schreiben vom 27.07.12 ein, Zitat: \u201c<em>Die Ansichten des Vereins ,,\u00c4rzte gegen Tierversuche e.V.\u201d \u00fcber die Primatenversuche in Bochum besitzen in erster Linie nicht den Wert von wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen<\/em>\u201c. Hier wird deutlich, welchen Stellenwert die genehmigende Beh\u00f6rde den Tierschutzorganisationen zubilligt. Das ist aus unserer Sicht nicht nur eine fachliche Fehleinsch\u00e4tzung, sondern auch eine Missachtung und Herabsetzung des Tierschutzgedankens aus der Verfassung und aus der Bev\u00f6lkerung.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\"><strong>Zitat Ministerium f\u00fcr Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW \u2013 Seite 2:<\/strong><\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\"><em>\u201eWenn Sie aus meiner Aussage, dass seit mindestens 20 Jahren an der Ruhruniversit\u00e4t Bochum Versuche mit Affen durchgef\u00fchrt werden, offenbar den Schluss ziehen, hierbei handele es sich mehr oder weniger um ein- und dieselbe Versuchsreihe, also um Doppel- und Wiederholungsversuche und somit tierschutzwidrige Praktiken, so ist auch diese Folgerung ohne jede Grundlage. Wenn Ihre Vermutung zutr\u00e4fe, w\u00e4ren die entsprechenden Versuchsreihen in der Tat wegen Versto\u00dfes gegen die Vorgaben des Tierschutzgesetzes nicht genehmigt worden.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Ihre Aussage, dass es sich mehr oder weniger um ein- und dieselbe Versuchsreihe handelt, wurde uns von dem Tierschutzbeauftragten in seinem Schreiben vom 15.01.13 best\u00e4tigt, Zitat: \u201e<em>Vier der im Vorhaben verwendeten Versuchstiere hatten bereits an einem fr\u00fcheren Versuchsvorhaben teilgenommen, in dem mit vergleichbaren Methoden gearbeitet wurde<\/em>\u201c. [&#8230;] \u201e<em>Die Arbeitsgruppe hat in Bochum seit 1987 erfolgreich neurobiologische Grundlagenforschung betrieben und dabei auch Experimente mit Makaken durchgef\u00fchrt<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus sollte der genehmigenden Beh\u00f6rde bekannt gewesen sein, im Rahmen ihrer gesetzlichen Verpflichtung gem\u00e4\u00df \u00a7 7 (1) TierSchG den jeweiligen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse vor Erteilung der Genehmigungen zu pr\u00fcfen, dass die gleichen Versuche mit vergleichbaren Methoden mit Primaten in der Hirnforschung auch seit Jahrzehnten an anderen Forschungsstandorten durchgef\u00fchrt wurden oder werden, wie zum Beispiel schon oben erw\u00e4hnt an der Universit\u00e4t Bremen, aber auch in Frankfurt, T\u00fcbingen, M\u00fcnchen, Berlin oder Magdeburg. Ich zitiere auch in diesem Zusammenhang <strong>TierSchG \u00a7 8 (3) b<\/strong>:<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">\u201e<em>Die Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn das angestrebte Versuchsergebnis trotz Aussch\u00f6pfung der zug\u00e4nglichen Informationsm\u00f6glichkeiten nicht hinreichend bekannt ist oder die \u00dcberpr\u00fcfung eines hinreichend bekannten Ergebnisses durch einen Doppel- oder Wiederholungsversuch unerl\u00e4sslich ist;\u201c.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\"><strong>Zitat Ministerium f\u00fcr Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW \u2013 Seite 4:<\/strong><\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\"><em>\u201eZudem entscheidet nicht nur das LANUV allein als Genehmigungsbeh\u00f6rde \u00fcber die Zul\u00e4ssigkeit der Versuchsvorhaben, sondern es findet auch eine ma\u00dfgebliche Einbindung der nach \u00a7 15 Absatz 1 TierSchG eingerichteten Tierschutzkommission in das Verfahren statt. Wenn von diesem Gremium \u2013 unter ma\u00dfgeblicher Beteiligung (1\/3 der Mitglieder) anerkannter Kapazit\u00e4ten aus dem Bereich der Tierschutzorganisationen \u2013 Versuchsantr\u00e4ge positiv beschieden werden, so ist davon auszugehen, dass dies aus Sicht des Tierschutzes seine Richtigkeit hat.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die Einbindung der Tierschutzkommission in das Verfahren kann nicht ma\u00dfgeblich sein, schon aufgrund der Parit\u00e4t zwischen Mitgliedern aus Tierschutzorganisationen und Mitgliedern aus dem Forschungsbereich (1\/3 bzw. 2\/3). M\u00f6glicherweise war sogar auch der Tierschutzbeauftragte der RUB Mitglied bei den jeweiligen Tierschutzkommissionen, wobei er jedoch gem\u00e4\u00df Informationen aus dem Internet selbst Tierversuche an der RUB durchf\u00fchrt. Es ist auch zu vermerken, dass das LANUV NRW unsere wichtige Frage nicht beantwortet\u00a0 hat, ob und welche Einw\u00e4nde \u00fcber die beantragten Versuche bei der Einbindung der Tierschutzkommissionen ge\u00e4u\u00dfert wurden, obwohl diese Information den personengezogenen Datenschutz nicht ber\u00fchrt.\u00a0<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon obliegt es einzig der genehmigenden Beh\u00f6rde nach wissenschaftlicher und ethischer Abw\u00e4gung die Entscheidung zur Genehmigung der Forschungsantr\u00e4ge zu erteilen, wobei sie als zust\u00e4ndige und verantwortliche Beh\u00f6rde an Recht und Gesetz gebunden ist und gegen\u00fcber der Bev\u00f6lkerung die Verantwortung tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>In diesem Gesamtkontext bestehen aus unserer Sicht erhebliche Verst\u00f6\u00dfe und Vers\u00e4umnisse der genehmigenden Beh\u00f6rde LANUV NRW im Rahmen des TierSchG bei der Genehmigung der Primatenversuchen an der RUB, sowohl f\u00fcr die Versuche selbst, als auch f\u00fcr die Genehmigung der T\u00f6tung der Versuchstiere,\u00a0 wir verweisen hier auf unsere Strafanzeige vom 18.02.2013: <a href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2013\/02\/neue-strafanzeige-an-die-staatsanwaltschaft-bochum-wegen-totung-von-versuchsaffen-an-der-ruhr-universitat-bochum\/\" target=\"_blank\">Neue Strafanzeige gegen das LANUV NRW wegen T\u00f6tung von Versuchsaffen an der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum.\u00a0<\/a>\u00a0<\/p>\n<p>Bei der Thematik der T\u00f6tung der Versuchstieren erlauben wir uns, auf Ihren Vorschlag in Ihrem Brief vom 10.01.13 zur\u00fcckzukommen, dass wir uns in dieser Angelegenheit mit ggf. noch kl\u00e4rungsbed\u00fcrftigen Fragen direkt an Sie wenden, so dass Sie \u00a0dann die weitere Beantwortung koordinieren k\u00f6nnen. Wir haben n\u00e4mlich noch folgende kl\u00e4rungsbed\u00fcrftige Fragen:\u00a0<\/p>\n<p>In seinem Brief vom\u00a0 15.01.2013 teilte uns der Tierschutzbeauftragte der RUB mit, dass die 6 get\u00f6teten Tiere \u201e<em>aus der institutseigenen Zucht<\/em>\u201c stammten. Unsere Fragen:<\/p>\n<ol>\n<li>Was ist mit den Eltern-Zuchttieren nach endg\u00fcltiger Einstellung der Versuche per 31.08.2012 einzeln passiert?<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/li>\n<li>Falls die Eltern-Zuchttiere noch leben, wo sind sie aktuell untergebracht? Befinden sie sich noch in den R\u00e4umen des Instituts?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wir bitten Sie, f\u00fcr uns die Antworte vom LANUV NRW bzw. vom Tierschutzbeauftragter der RUB zu vermitteln, sowie, falls die Eltern-Zuchttiere noch leben und sich noch in den Geb\u00e4uden des Instituts befinden, sich daf\u00fcr einzusetzen, dass sie umgehend in eine Auffangstation f\u00fcr ehemaligen Versuchstiere gesetzeskonform und artgerecht untergebracht werden.\u00a0<\/p>\n<p>Wir danken im Voraus und verbleiben<br \/>\nmit ehrenamtlichen Gr\u00fc\u00dfen\u00a0<\/p>\n<p>Gisela Urban und Jocelyne Lopez<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir sind eine Gruppe von Tiersch\u00fctzern und stellen die Primatenversuche an der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum vor dem Hintergrund der Aufnahme des Tierschutzes in der deutschen Verfassung 2002 und der Erkl\u00e4rung des Tierschutzes als Staatsziel tatkr\u00e4ftig in Frage. Wir haben unsere Auseinandersetzung mit der genehmigenden Beh\u00f6rde (Landesamt f\u00fcr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, Recklinghausen \u2013 LANUV NRW) seit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"om_disable_all_campaigns":false,"_monsterinsights_skip_tracking":false,"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[889,270,869,887,831,890,885,8,7,1334,888],"class_list":["post-5374","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tierversuche-abschaffen","tag-affenversuche-ruhr-universitat","tag-jocelyne-lopez","tag-lanuv-nrw","tag-peter-knitsch","tag-primatenversuche","tag-prof-dr-klaus-peter-hoffmann","tag-rub","tag-tierrechte","tag-tierschutz","tag-tierversuche-abschaffen","tag-umweltministerium-nrw"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5374"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5374"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5374\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5374"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5374"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5374"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}