{"id":490,"date":"2008-11-23T10:48:55","date_gmt":"2008-11-23T09:48:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=490"},"modified":"2009-06-19T15:38:03","modified_gmt":"2009-06-19T14:38:03","slug":"10-das-forschungsprojekt-go-mueller-zieht-eine-zwischenbilanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2008\/11\/10-das-forschungsprojekt-go-mueller-zieht-eine-zwischenbilanz\/","title":{"rendered":"10 &#8211; Das Forschungsprojekt G.O. Mueller zieht eine Zwischenbilanz"},"content":{"rendered":"<p>Nachstehend\u00a010. Abschnitt der bisher unver\u00f6ffentlichen Arbeit <a href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=455\" target=\"_blank\"><em>Das Forschungs-<\/em><em><span style=\"text-decoration: underline;\"><br \/>\n<\/span><\/em><em>projekt G.O. Mueller zieht eine Zwischenbilanz<\/em><\/a>, die im Forum von Ekkehard Friebe als <a href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/friebeforum\/thread.php?threadid=651&amp;sid=04e68a9c48641e9b6d8ceac60dbd5cd2\" target=\"_blank\"><strong><em><span style=\"color: #8e1600;\">Fortsetzungsreihe<\/span><\/em><\/strong><\/a>\u00a0vorgestellt wird:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p><strong>1924, April &#8211; Briefwechsel zwischen Oskar Kraus und Max v. Laue<\/strong><\/p>\n<p>Kraus schickt die Zusammenfassung eines &#8222;<em>Offenen Briefes<\/em>&#8220; an Einstein zum Abdruck an die &#8222;<em>Zeitschrift f\u00fcr Physik<\/em>&#8222;. Der Redakteur Karl Scheel lehnt ab und zitiert zur Begr\u00fcndung ein ablehnendes Gutachten von Max v. Laue, der die fehlende &#8222;<em>mathematische Durcharbeitung<\/em>&#8220; bem\u00e4ngelt. Eine Erwiderung von Kraus wird vom Redakteur wiederum an den Gutachter v. Laue weitergereicht und v. Laues Antwort an Kraus mitgeteilt. Darin findet sich die folgende bemerkenswerte Aussage v. Laues:<\/p>\n<p><strong>&#8222;<em>Findet ein Philosoph in ihr [der Relativit\u00e4tstheorie] innere Widerspr\u00fcche, so sage ich ihm auf den Kopf zu und ohne mir seinen Gedankengang in allen Einzelheiten anzusehen, da\u00df er die Sache nicht verstanden hat. Denn, das kann man nicht scharf genug betonen: Die mathematische Durchbildung, welche die Theorie erfahren hat, sichert dagegen vollst\u00e4ndig.<\/em>&#8220; <\/strong><\/p>\n<p>Damit hat der Theorievertreter den Kritikern in sch\u00f6ner Offenheit seine eigene Borniertheit als wissenschaftlichen Grundsatz verk\u00fcndet: die Relativit\u00e4tstheorien ist gegen innere Widerspr\u00fcche &#8222;<em>vollst\u00e4ndig gesichert<\/em>&#8222;, weshalb man sich mit solcher Kritik nicht zu besch\u00e4ftigen braucht. Der Physiker braucht die Kritik gar nicht erst zu lesen.<\/p>\n<p>Kraus hat diesen Briefwechsel in seinen &#8222;<em>Offenen Brief<\/em>&#8220; an v. Laue aufgenommen, den er im n\u00e4chsten Jahr in einem Buch ver\u00f6ffentlicht hat:<\/p>\n<p><strong>1925 &#8211; Oskar Kraus: Offene Briefe an Albert Einstein und Max von Laue<\/strong><\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlicht als Buch (104 S.) je einen &#8222;<em>Offenen Brief<\/em>&#8220; an Albert Einstein (S. 1 &#8211; 74) und einen an Max v. Laue (S. 75 &#8211; 98). Anhang (S. 99 &#8211; 104): &#8222;<em>Die rotierende Kreisscheibe<\/em>&#8222;. &#8211; Tr\u00e4gt Einstein Kritik der Theorien vor und m\u00f6chte eine Antwort von Einstein haben, weil nur die authentisch w\u00e4re. Hauptpunkt ist das Experiment mit einer rotierenden Scheibe, in deren Mittelpunkt und an deren Rand je eine Uhr fest montiert ist; diskutiert das Verhalten der Uhren bei Drehung der Scheibe, bezweifelt die Behauptungen der Relativisten dazu; vgl. Anhang. &#8211; Beschreibt die Strategie der Relativisten in der Abwehr der Kritiker: Relativisten, die selbst eine Darstellung der Theorie ohne jede Mathematik geliefert haben, weisen Kritiker als mathematisch inkompetent zur\u00fcck; Zeitschriften akzeptieren lobende Artikel, weisen aber kritische Artikel ab. Auf Kongressen werden jetzt auch Naturwissenschaftler nicht zugelassen, wenn sie als Gegner der Theorie bekannt sind.<\/p>\n<p>Wirft v. Laue vor, da\u00df er mit seinem Votum die Ver\u00f6ffentlichung seines &#8222;<em>Offenen Briefes<\/em>&#8220; an Einstein in der &#8222;<em>Zeitschrift f. Physik<\/em>&#8220; verhindert hat und druckt den diesbez\u00fcglichen Briefwechsel ab (S. 75 &#8211; 86); vgl. den vorangehenden Eintrag &#8222;<em>1924, April<\/em>&#8222;. Verwahrt sich gegen v. Laues Behauptung, er, Kraus habe nur popul\u00e4rwissenschaftliche Darstellungen verwendet; verweist auf drei kritische Fragen, auf die er Antworten erbeten, aber stattdessen nur Polemik erhalten habe. Bestreitet, da\u00df die Spezielle Relativit\u00e4tstheorie nicht von jedem verstanden werden k\u00f6nne. Zu dem oben zitierten Wort v. Laues \u00fcber die &#8222;<em>vollst\u00e4ndige Sicherung<\/em>&#8220; der Theorie <strong>stellt Kraus fest, da\u00df wir &#8222;<em>also bereits bei dem Unfehlbarkeitsdogma angekommen sind<\/em>&#8222;<\/strong> (S. 93)<\/p>\n<p>Die Schlu\u00dfseiten dieses Briefes geh\u00f6ren zu den klarsten und hellsichtigsten, die jemals von Kritikern geschrieben worden sind.<\/p>\n<p>Kraus hat von beiden Adressaten nie eine Antwort erhalten, weder privat noch \u00f6ffentlich. (Dok. Kap. 3, S. 296 &#8211; 298; Kap. 4, S. 630 &#8211; 632.)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.antiquariat-weinek.at\/d_artikel.php?art_nr=2626CB&amp;PHPSESSID=79026f9a6c0d8ebed2e70eaea22d517a\" target=\"_blank\"><em>Siehe URL<\/em><\/a><\/p>\n<p>(G.O. Mueller)<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachstehend\u00a010. Abschnitt der bisher unver\u00f6ffentlichen Arbeit Das Forschungs- projekt G.O. Mueller zieht eine Zwischenbilanz, die im Forum von Ekkehard Friebe als Fortsetzungsreihe\u00a0vorgestellt wird: 1924, April &#8211; Briefwechsel zwischen Oskar Kraus und Max v. Laue Kraus schickt die Zusammenfassung eines &#8222;Offenen Briefes&#8220; an Einstein zum Abdruck an die &#8222;Zeitschrift f\u00fcr Physik&#8222;. 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