{"id":477,"date":"2008-11-13T08:32:24","date_gmt":"2008-11-13T07:32:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=477"},"modified":"2009-06-19T15:40:31","modified_gmt":"2009-06-19T14:40:31","slug":"6-das-forschungsprojekt-go-mueller-zieht-eine-zwischenbilanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2008\/11\/6-das-forschungsprojekt-go-mueller-zieht-eine-zwischenbilanz\/","title":{"rendered":"6 &#8211; Das Forschungsprojekt G.O. Mueller zieht eine Zwischenbilanz"},"content":{"rendered":"<p>Nachstehend\u00a06. Abschnitt der bisher unver\u00f6ffentlichen Arbeit <a href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=455\" target=\"_blank\"><em>Das Forschungs-<\/em><em><br \/>\n<\/em><em>projekt G.O. Mueller zieht eine Zwischenbilanz<\/em><\/a>, die im Forum von Ekkehard Friebe als <a href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/friebeforum\/thread.php?threadid=651&amp;sid=04e68a9c48641e9b6d8ceac60dbd5cd2\" target=\"_blank\"><strong><em><span style=\"color: #8e1600;\">Fortsetzungsreihe<\/span><\/em><\/strong><\/a>\u00a0vorgestellt wird:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p><strong>Die Vorgeschichte seit 1920<\/strong><\/p>\n<p>Der Zustand der Diskriminierung jeglicher Kritik an Albert Einsteins Relativit\u00e4tstheorien ist schon vor 1922 eingetreten und z. B. schon 1920 von Ernst Gehrcke in einem \u00f6ffentlichen Vortrag (<em>Die Relativit\u00e4tstheorie eine wissenschaftliche Massensuggestion: gemeinverst\u00e4ndlich dargestellt<\/em> [Vortrag in der Berliner Philharmonie, 24. Aug. 1920]. Berlin 1920. 31 S.) gegei\u00dfelt worden. Seine Diagnose: Die \u00d6ffentlichkeit erliegt einer <strong>Massensuggestion, wenn sie die Propaganda der offiziellen Physik in der Presse schlichtweg glaubt, ohne die Kenntnis und Beachtung der existierenden Kritik.<\/strong> Ohne das Wort &#8222;<em>Betrug<\/em>&#8220; durch die Wissenschaftler zu verwenden, war &#8222;<em>Massensuggestion<\/em>&#8220; durch die Presse, von den Wissenschaftlern gesteuert, nur eine vornehme Umschreibung.<\/p>\n<p>Wie hat die \u00d6ffentlichkeit die schon 1920 in Berlin \u00f6ffentlich vorgetragene Warnung vor der &#8222;<em>Suggestion<\/em>&#8220; und den impliziten Vorwurf des Betrugs aufgenommen? Ganz offensichtlich v\u00f6llig unbeeindruckt.<\/p>\n<p>Die offiziellen Relativit\u00e4ts-Physiker wie <strong>Max Planck, Albert Einstein, Max v. Laue und Max Born haben die Theorie f\u00fcr gl\u00e4nzend best\u00e4tigt und jegliche Kritik ohne Diskussion f\u00fcr irrelevant erkl\u00e4rt.<\/strong> Die Presse hat sowohl den Vorredner der Veranstaltung in der Philharmonie am 24. August, Paul Weyland, und mit ihm auch den 2. Redner des Abends, Ernst Gehrcke, als Antisemiten verleumdet und damit jegliche Kritik mit einer Duftnote versehen, die alle anst\u00e4ndigen Leute zu vermeiden suchten. Die Redetexte von Weyland und Gehrcke sind ver\u00f6ffentlicht, und wer sie liest, wird in keinem der Texte auch nur ein antisemitisches Wort finden. Woher also kam die Verleumdung als antisemitisch?<\/p>\n<p>Am Eingang zum Veranstaltungsort Philharmonie hetzten nach dem verlorenen Weltkrieg die Polit-Aktivisten und Antisemiten der politischen extremen Rechten lauthals gegen Albert Einstein. F\u00fcr die angeblich so &#8222;<em>objektiv<\/em>&#8220; berichtende Presse war dies ein v\u00f6llig ausreichender und obendrein sch\u00f6ner Vorwand, die im Saal vorgetragene vernichtende Theoriekritik von Weyland und Gehrcke gegen die Relativit\u00e4tstheorien einfach verleumderisch in eine N\u00e4he zu dem Polit-P\u00f6bel zu stellen, wo die Relativisten die Kritik bis zum heutigen Tage gern einsperren und &#8222;<em>unsch\u00e4dlich<\/em>&#8220; machen m\u00f6chten. Motto: Wo schon am Eingang antisemitisch gehetzt wird, werden die Redner im Saale sicher nichts anderes tun.<\/p>\n<p>Noch heute wird diese <strong>verleumderische Version der Ereignisse von 1920 in der Philharmonie<\/strong> auch von unseren Wissenschaftshistorikern im Dienste der Physik verbreitet. Einfacher und effektiver als mit L\u00fcgen kann man die ungeliebte Kritik nicht entsorgen. W\u00e4hrend sich die allgemeine Historie gern damit br\u00fcstet, eine kritische Wissenschaft zu sein, trampelt unsere akademische Physikgeschichte noch heute auf den Theoriekritikern der Zwanziger Jahre herum, wie die theoretische Physik es verlangt, und hilft damit den Bestand der widerlegten Relativit\u00e4tstheorien sichern: wir nennen das Sozio-Physik.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">&#8212;<\/span><\/p>\n<p><strong>Die Blamage der Relativisten 1920 in Bad Nauheim<\/strong><\/p>\n<p>Nur einen Monat nach Weylands und Gehrckes Vortr\u00e4gen in der Berliner Philharmonie fand in Bad Nauheim die 86. Naturforscherversammlung (Gesellschaft Deutscher Naturforscher und \u00c4rzte &#8211; GDN\u00c4) statt, vom 19.-25. September 1920, in der eine offene und freie Diskussion \u00fcber die Relativit\u00e4tstheorien stattfand, die die letzte dieser Art in Deutschland bleiben sollte. Nach den Berichten von Teilnehmern dauerte diese Diskussion aber nur etwa eine Viertelstunde und wurde von Max Planck wegen &#8222;<em>Zeitmangel<\/em>&#8220; abgebrochen. An Quellen \u00fcber diese Diskussion &#8211; im wesentlichen von Lenard und Einstein bestritten &#8211; stehen z. B. zur Verf\u00fcgung:<\/p>\n<p>&#8211; ein anonymer redaktioneller Bericht in der &#8222;<em>Physikalischen Zeitschrift<\/em>&#8220; (21. 1920, S. 666-668) (referiert in unserer Dokumentation, Textversion 1.2, S. 252 &#8211; 253);<\/p>\n<p>&#8211; von H. Weyl, Bericht \u00fcber &#8222;<em>Relativit\u00e4tssitzung<\/em>&#8220; in der &#8222;<em>Umschau<\/em>&#8222;. 24. 1920, S. 610;<\/p>\n<p>&#8211; eine Erg\u00e4nzung von E. Gehrcke zu Weyl (Die Relativit\u00e4tstheorie auf dem Naturforschertage in Nauheim. In: Umschau. 25. 1921, S. 99);<\/p>\n<p>&#8211; von Paul Forman eine detaillierte Darstellung des Ablaufs mit Auswertung aller Quellen: &#8222;<em>Die Naturforscherversammlung in Nauheim im September 1920<\/em>&#8222;. In: Physiker zwischen Autonomie und Anpassung. Hrsg.: D. Hoffmann. Weinheim 2006, S. 29 &#8211; 58.<\/p>\n<p>In der Sache konnte Einstein den kritischen Fragen Lenards (Warum fliegen nur im abgebremsten Zug alle losen Gegenst\u00e4nde durcheinander, aber der Turm neben dem Gleis bleibt ruhig stehen?) nichts anderes entgegenhalten als die Existenz der Fixsterne. Deshalb mu\u00dfte Planck die Notbremse des &#8222;<em>Zeitmangels<\/em>&#8220; ziehen.<\/p>\n<p>Der Text des anonymen redaktionellen Berichts in der &#8222;<em>Physikalischen Zeitschrift<\/em>&#8220; ist derart verunstaltet, da\u00df man ihn teilweise nicht mehr versteht: so schwer hatte der Zensor zu arbeiten, bis der wahre Gang der Dinge unkenntlich gemacht war.<\/p>\n<p>(G.O. Mueller)<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachstehend\u00a06. Abschnitt der bisher unver\u00f6ffentlichen Arbeit Das Forschungs- projekt G.O. Mueller zieht eine Zwischenbilanz, die im Forum von Ekkehard Friebe als Fortsetzungsreihe\u00a0vorgestellt wird: Die Vorgeschichte seit 1920 Der Zustand der Diskriminierung jeglicher Kritik an Albert Einsteins Relativit\u00e4tstheorien ist schon vor 1922 eingetreten und z. 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