{"id":459,"date":"2008-10-31T08:32:20","date_gmt":"2008-10-31T07:32:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=459"},"modified":"2008-11-03T20:51:02","modified_gmt":"2008-11-03T19:51:02","slug":"helmut-hille-der-ganze-relativismus-ist-ein-bildungsproblem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2008\/10\/helmut-hille-der-ganze-relativismus-ist-ein-bildungsproblem\/","title":{"rendered":"Helmut Hille: Der ganze Relativismus ist ein Bildungsproblem."},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Rolle des Beobachters verstehen lernen!<\/strong><\/p>\n<p><strong><br \/>\n<\/strong>Bevor jemand Naturwissenschaft zu studieren beginnt, w\u00e4re es erforderlich, ihn \u00fcber die Rolle des Beobachters gr\u00fcndlich aufzukl\u00e4ren. Denn nur wer sich dieser Rolle bewusst ist, kann auch ein wirkliches Verst\u00e4ndnis der Sache gewinnen, die er studiert. Nun wissen aber seine Lehrer an den Hochschulen selbst zu wenig bis nichts von dieser Rolle, auch wenn sie von Quantenphysiker des \u00d6fteren erw\u00e4hnt wird, ohne sie konkret zu benennen, weshalb auch von dieser Seite die erforderliche Aufkl\u00e4rung unterbleibt. Oder als Materialisten bestreiten Naturwissenschaftler \u00fcberhaupt die Existenz einer solchen Rolle, weshalb der Autist Einstein, der zeitlebens nichts von ihr wissen wollte, weil er keinen Zugang zu ihr hatte, f\u00fcr sie die h\u00f6chste Quelle der Weisheit ist. Ein schwerwiegendes Defizit verbunden mit einem notorisch falschen Gebrauch der Begriffe wird als Ausweis von h\u00f6chster Weisheit gehalten! Entsprechend verworren ist die Situation in der Physik.<\/p>\n<p>Als ein auf den Boden des Planeten Erde lebendes Wesen, bezieht der Mensch sinnvollerweise alle Ortsver\u00e4nderungen auf ihr und um sie herum automatisch auf deren als stabil gedachte Oberfl\u00e4che. Auch wenn man in der Astronomie und Kosmologie aufgrund genauer Vermessungen der Himmelsbewegungen und durch Vernunft inzwischen eingesehen hat, dass sich &#8211; entgegen dem Augenschein &#8211; die Welt nicht um die Erde dreht, ist es dieses ins Unbewusste eingebrannte Bezugssystem Erde, dass viele Physiker annehmen l\u00e4sst, auch der Gang von GPS-Uhren orientiere sich &#8211; wie sie selbst &#8211; an der Erde. <strong>Sie projizieren ihr Denken auf die Dinge und glauben dann, sie zu verstehen<\/strong>, weshalb sie infolge ihrer Selbstbezogenheit so hartn\u00e4ckig von der Richtigkeit ihrer Meinungen \u00fcberzeugt sind. Es fehlt ihnen einfach an Sachverstand, der sie in die Lage versetzt, <em>von der Sache her zu denken<\/em>. Im Gegensatz zu Lebewesen n\u00e4mlich sind physikalische Objekte in Ermangelung mentaler F\u00e4higkeiten dumm und unwissend. Sie wissen nichts von anderen Dingen, geschweige etwas von Beziehungen zwischen ihnen und Bez\u00fcgen, sondern reagieren ihrem Potential gem\u00e4\u00df <em>einzig auf die vor Ort anwesenden und auf sie direkt einwirkenden Kr\u00e4fte<\/em>. Das ist alles, was sie verm\u00f6gen. Und auf dieser nicht irritierbaren Zuverl\u00e4ssigkeit und damit Steuerbarkeit ihres Verhaltens beruht alle unsere Technik, was man doch endlich einmal zur Kenntnis nehmen sollte.<\/p>\n<p>So hat auch bei Weltraumsonden ihre m\u00f6gliche Geschwindigkeit im Weltraum nichts mit einem irdischen Beobachter zu tun, der ja unaufgekl\u00e4rt immer alles auf sich bezieht, sondern nur mit ihrem Energievorrat, der vor Ort herrschenden Gravitation und mit Teilchenstr\u00f6men, auf die sie treffen, die sie entweder bremsen oder anschieben. Wer dies nicht versteht, sollte besser nicht Physik studieren. <strong>Die generelle Aussage, dass nichts schneller als das Licht sein kann ist so sinnlos wie jede generelle Geschwindigkeitsaussage.<\/strong> Erst zu einem vom Beobachter gesetzten Bezugspunkt, ergeben sich <em>f\u00fcr ihn<\/em> aufgrund seiner am Lebendigen geschulten Sehgewohnheit die sekund\u00e4ren Eigenschaften \u201eruhend&#8220; und \u201ebewegt&#8220; und stellt sich als Ma\u00df der Ortsver\u00e4nderung die Gr\u00f6\u00dfe \u201eGeschwindigkeit&#8220; ein. Von sich aus verm\u00f6gen physikalische Gegenst\u00e4nde objektiv nur in ihrem Zustand zu verharren, wie dies Newton schon richtig beschrieb. Sie wissen und erfahren nichts von Geschwindigkeiten. Ohne die vom Beobachter gesehenen oder gesetzten Orte kann es eben keine Ortsver\u00e4nderung geben, wie man \u201eBewegung&#8220; sachlich richtig nennen sollte.<\/p>\n<p>Die Unaufgekl\u00e4rtheit von Physikern erkennt man m\u00fchelos schon an ihrer Sprache. Wer tote Dinge \u201eruhend&#8220; oder \u201esich bewegend&#8220; sieht und nennt, redet von ihnen so, als handle es sich um K\u00fche auf der Weide oder um Opa auf dem Sofa, der mal pennt und mal sich ein Bierchen aus dem K\u00fchlschrank holt. Mit einer solchen Metaphorik wird die Wissenschaft nat\u00fcrlich niemals in der Lage sein, einen physikalischen Sachverhalt objektiv zu beschreiben und ihn angemessen zu verstehen. Sie kann dann nur mit Hilfe der Mathematik versuchen, mit den Beobachtungen zurechtzukommen. Die Mathematik erlaubt es, die meisten physikalischen Ph\u00e4nomene zu berechnen, ohne sie erkl\u00e4ren zu m\u00fcssen, was aber auf Dauer nat\u00fcrlich unbefriedigend ist, weshalb dann immer wieder Scheinerkl\u00e4rungen und Hypothesen nachgeschoben werden. Einsteins von v abh\u00e4ngige Raumzeit ist eine solche pseudo-physikalische Scheinerkl\u00e4rung, w\u00e4hrend seine Lorentztransformation in Wahrheit den Denkfehler, dass es auf v ankommt, heimlich beseitigt, so wie bereits Newton mit seiner Fluktuationsrechnung v einfach stillschweigend aus den Gleichungen herausfallen lie\u00df, was so wenig verstanden wird. \u00dcberhaupt ist Newton seit langem der am meisten verkannte Physiker, dem man stillschweigend sein eigenes falsches Denken unterstellt und ihm dann groteskerweise auch noch vorwirft.<\/p>\n<p>Auch den latenten Materialismus von Physikern erkennt man ebenfalls leicht an einer weiteren falschen Verwendung der Sprache, indem sie von physikalischen Gr\u00f6\u00dfen einschlie\u00dflich Raum (L\u00e4ngen), Zeit\u00a0 und Masse so sprechen, als handle es sich bei ihnen um physikalische Gegenst\u00e4nde, weil es f\u00fcr Materialisten zwischen mentalen Gr\u00f6\u00dfen und Sachen keinen Unterschied gibt. F\u00fcr sie ist das Geistige nur das Abbild des Materiellen. So sehen sie auch keinen Unterschied zwischen Zeit und Uhr und glauben, sie k\u00f6nnten mit jeder geschickt manipulierten Uhr die Zeitdehnung \u201ebeweisen&#8220;. Da die Zeit jedoch kein physikalischer Gegenstand ist, sondern <em>das Ma\u00df der Dauer<\/em>, von Menschen als Norm gesetzt, kann sie auch nicht mit materiellen Eigenschaften wie \u201egedehnt&#8220; oder \u201egestaucht&#8220; in Verbindung gebracht werden. Und sie kann auch nicht gemessen werden, <em>weil sie ja das Ma\u00df des Messens ist.<\/em> Wer mit Instrumenten \u201edie wahre Systemzeit&#8220; messen will, verh\u00e4lt sich so unverst\u00e4ndig wie die B\u00fcrger von Schilda, die versucht hatten das Licht mit S\u00e4cken einzufangen, um es ins fensterlose Rathaus zu tragen, was nat\u00fcrlich auch nicht gelingen konnte. Physikalische Gr\u00f6\u00dfen und ihre Einheiten sind keine Frage der Wahrheit sondern der G\u00fcltigkeit und Zweckm\u00e4\u00dfigkeit. Einsteins Rede von der unendlichen Dummheit der Andersdenkenden f\u00e4llt hier voll auf solch relativistisches Argumentieren und Forschen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Man hat entweder gar keine Kenntnis von ihnen oder ist einfach ahnungslos, warum es weltweit Bureaus of Standard, internationale Vereinbarungen \u00fcber Ma\u00dfeinheiten, Physikalisch-Technische Anstalten und unz\u00e4hlige Eich\u00e4mter gibt, die penibel \u00fcber die Einhaltung der international vereinbarten Ma\u00dfeinheiten wachen, <strong>denn auf zuverl\u00e4ssigen Ma\u00dfeinheiten beruht als wichtiger Teil des positiven Rechts seit ihrem Beginn die ganze technische Zivilisation, begr\u00fcndet sie geradezu<\/strong>. Ohne genormte Einheiten h\u00e4tte es z.B. keine Feldvermessung, keine Pal\u00e4ste, Tempel und Pyramiden gegeben und der Handel krankte unter einem ewigen Streit \u00fcber Mengen. Denn wie k\u00f6nnte etwas solide gemessen werden, wenn es keine zuverl\u00e4ssigen Ma\u00dfeinheiten gibt? Auch um die von Einstein behauptete Nichtkonstanz der\u00a0 Grundeinheiten Raum, Zeit und Masse zu wissen bedarf es unausweichlich ebenfalls der Konstanz dieser Gr\u00f6\u00dfen, was die ganze SRT wegen prinzipieller Unbeweisbarkeit ad absurdum f\u00fchrt, die Einstein selbst daher nur \u201eeine Vermutung&#8220; nannte. Das subjektive Relativieren hat er dabei vom Beobachter weg in ein Zwischenreich verlegt, das er \u201eRaumzeit&#8220; nannte, deren reale Existenz seitdem Generationen von Physiker mit allerlei Tricks zu \u201ebeweisen&#8220; versuchen, das eigentliche Problem, um das sie sich wirklich k\u00fcmmern m\u00fcssten, die in ihr versteckte Rolle des Beobachters, dabei \u00fcberhaupt nicht sehend.<\/p>\n<p>Man muss also nichteinmal etwas von Physik verstehen, um die Verfehltheit der hier aufgezeigten relativistischen Positionen zu erkennen. Sachverstand, kritisches Bewusstsein und ein korrekter Gebrauch der Sprache gen\u00fcgen, um sie gegenstandslos zu machen. Hierzu der Ordinarius f\u00fcr Philosophie Oskar Kraus (1872-1942), der zur selben Zeit wie Einstein an der deutschen Universit\u00e4t in Prag lehrte, zu Einstein, sich dabei auf dessen Behauptung in seinem B\u00fcchlein \u201eGrundz\u00fcge der Relativit\u00e4tstheorie&#8220; beziehend wo es hei\u00dft: dass \u201edie Physiker &#8211; von den Tatsachen gezwungen &#8211; Raum und Zeit aus dem Olymp des Apriori herunterholen mussten, um sie reparieren und wieder in einem brauchbaren Zustand setzen zu k\u00f6nnen.&#8220; Kraus also zu Einstein: \u201eSieht man aber n\u00e4her zu, was Sie eigentlich &#8218;heruntergeholt&#8216; haben, so sind es nicht Raum und Zeit, sondern Ma\u00dfst\u00e4be und Uhren, die Sie, statt sie zu reparieren, v\u00f6llig unbrauchbar machen. Ja im Grunde sind es nicht einmal Uhren und Ma\u00dfst\u00e4be, sondern (einzig) die in der Rechnung auf dem Papier stehenden Ma\u00dfeinheiten f\u00fcr Raum und Zeit l und t &#8230; <strong>(Doch) es geh\u00f6rt zur Definition der Messung, da\u00df die Ma\u00dfeinheit als unver\u00e4nderlich gedacht wird. <\/strong>&#8230; <em>Die Relativit\u00e4tstheorie zu verstehen, hei\u00dft sie (zu) verwerfen.&#8220;<\/em> (Quelle: &#8222;Offene Briefe an A. Einstein und M.v.Laue&#8220; 1925) Man muss also wissen was \u201emessen&#8220; hei\u00dft und was die Voraussetzungen allen Messens sind, um ein verst\u00e4ndnisvoll messender Physiker sein zu k\u00f6nnen. Ansonsten kauderwelscht man mit den anderen Laien nur so dahin, ohne dass man eigentlich weis, von was man redet. Wir haben es hier nicht nur mit einem Bildungsproblem zu tun, sondern \u00fcberhaupt mit dem Problem der geistigen Reife von Menschen und die Physik ist davon ernstlich betroffen. In ihr wird es erst dann einen geistigen Fortschritt geben, wenn man gelernt, was das ist, von dem man bisher immer so salopp in einem unangemessenen Alltagsjargon gesprochen hat.<\/p>\n<p>Helmut Hille<br \/>\n<a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.helmut-hille.de\/\">http:\/\/www.helmut-hille.de\/<\/a> (WEGE DES DENKENS)<br \/>\n<a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.helmut-hille-philosophie.de\/\">http:\/\/www.helmut-hille-philosophie.de\/<\/a> (ZEIT UND SEIN)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Rolle des Beobachters verstehen lernen! Bevor jemand Naturwissenschaft zu studieren beginnt, w\u00e4re es erforderlich, ihn \u00fcber die Rolle des Beobachters gr\u00fcndlich aufzukl\u00e4ren. Denn nur wer sich dieser Rolle bewusst ist, kann auch ein wirkliches Verst\u00e4ndnis der Sache gewinnen, die er studiert. 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