{"id":430,"date":"2008-09-28T15:28:27","date_gmt":"2008-09-28T14:28:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=430"},"modified":"2008-09-28T15:28:27","modified_gmt":"2008-09-28T14:28:27","slug":"austausch-mit-herrn-dr-markus-poessel-vom-280908","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2008\/09\/austausch-mit-herrn-dr-markus-poessel-vom-280908\/","title":{"rendered":"Austausch mit Herrn Dr. Markus Poessel vom 28.09.08"},"content":{"rendered":"<p>Ich erhielt im Zusammenhang mit dem <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=427\">Austausch mit Herrn Dr. Markus P\u00f6ssel vom 21.09.08 <\/a>folgende E-Mail-Antwort:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p><strong>Von Markus P\u00f6ssel<br \/>\n<\/strong><strong>An Jocelyne Lopez<br \/>\n<\/strong><strong>Datum: 28.09.08<br \/>\n<\/strong><strong>Betr: Frage zur Speziellen Relativit\u00e4tstheorie<\/strong><\/p>\n<p>Sehr geehrte Frau Lopez,<\/p>\n<p>ich kann Sie natuerlich nicht zwingen, mir bei meiner Schritt-fuer-Schritt-Darstellung zu folgen, obwohl ich solch ein systematisches Vorgehen nach wie vor fuer das beste halte. Stattdessen, wie gewuenscht, direkt zu den Fragen in Ihrer letzten Mail:<\/p>\n<p>Fuer die Laengenmessung gibt es bei Einstein entgegen Ihrer Behauptung in Ihrer letzten Mail keineswegs eine andere Messvorschrift als bei Newton. Die Messvorschrift, die ich in meinen letzten Mails entwickelt habe, ist sowohl in der Speziellen Relativitaetstheorie wie auch in der klassischen Physik gueltig.<\/p>\n<p>Werden wie in Ihrem Beispiel von zwei verschiedenen Bezugssystemen aus Laengen gemessen, macht sich bemerkbar, dass bei der Messung der Gleichzeitigkeitsbegriff des jeweiligen Bezugssystems eingeht. Das Ergebnis der Laengenmessung haengt damit eben nicht nur von den Eigenschaften des Objekts ab, dessen Laenge gemessen wird, sondern ueber den Gleichzeitigkeitsbegriff auch vom Bezugssystem, in dem die Messungen stattfinden.<\/p>\n<p>In der Speziellen Relativitaetstheorie ist Gleichzeitigkeit relativ: relativ zueinander bewegte Bezugssysteme beurteilen unterschiedlich, welche Ereignisse gleichzeitig stattfinden. Deswegen erhaelt man fuer die Laenge ein und desselben Objekts unterschiedliche Messergebnisse, je nachdem, in welchem Bezugssystem die Messung vorgenommen wird. Denn, wie gesagt, bei der Laengenmessung geht der Gleichzeitigkeitsbegriff des Bezugssystems ein.<\/p>\n<p>Ist einer der von den verschiedenen Bezugssystemen aus gemessenen Laengenwerte richtig, und sind alle anderen zwangslaeufig Fehlmessungen? Keineswegs. Ebenso wenig wie der Umstand, dass die Geschwindigkeit ein und desselben Objekts von einem Bezugssystem aus gemessen 30 km\/h betraegt, von einem zweiten Bezugssystem aus gemessen aber nur 20 km\/h, bedeutet, dass einer dieser Werte eine Fehlmessung ist. Jeder der verschiedenen Messwerte ist der richtige Wert relativ zu dem Bezugssystem, in dem er gemessen wurde.<\/p>\n<p>Ist es ein logischer Widerspruch, dass verschiedene Messergebnisse vorliegen? Ebenso wenig wie sich aus den erwaehnten 30 km\/h und 20 km\/h schliessen liesse, dass die klassische Physik auf die widerspruechliche Gleichung 30 = 20 fuehrt. In beiden Faellen haengt das Messergebnis vom Bezugssystem ab.<\/p>\n<p>Mit den besten Gruessen,<br \/>\nMarkus Poessel<\/p>\n<p>P.S.: Ich stimme der Aussage zu, dass die klassische Geschwindigkeitsaddition falsch, aber in der Praxis (naemlich bei den im Alltag ueblichen Geschwindigkeiten, die im Vergleich zur Lichtgeschwindigkeit sehr klein sind) eine gute Naeherung ist, wenn es gilt, aus in einem Bezugssystem A gemessenen Geschwindigkeiten auf in einem relativ zu A bewegten Bezugssystem B gemessene Geschwindigkeiten zu schliessen.<\/p>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;<\/font><\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p>Hierzu meine Antwort am selben Tag:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p><strong>Von Jocelyne Lopez<br \/>\nAn Markus P\u00f6ssel<br \/>\nDatum: 28.09.08<br \/>\nUnser Austausch vom 21.09.08<\/strong><\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Dr. P\u00f6ssel,<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr Ihre E-Mail vom 28.09.08.<br \/>\nSie schreiben:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p>In der Speziellen Relativitaetstheorie ist Gleichzeitigkeit relativ: relativ zueinander bewegte Bezugssysteme beurteilen unterschiedlich, welche Ereignisse gleichzeitig stattfinden. Deswegen erhaelt man fuer die Laenge ein und desselben Objekts unterschiedliche Messergebnisse, je\u00a0 nachdem, in welchem Bezugssystem die Messung vorgenommen wird.<\/p>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;<\/font><\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p>Das habe ich schon seit vielen Jahren zur Kenntnis genommen, dass in der Speziellen Relativit\u00e4tstheorie die Messergebnisse f\u00fcr die materielle L\u00e4nge eines Objektes verschiedentlich ausfallen, je nach der Geschwindigkeit des Beobachters. Das wusste ich ja schon lange bevor wir unseren Dialog aufgenommen haben, das ist also an dieser Stelle keine neue Erkenntnis f\u00fcr mich.<\/p>\n<p>Ausgerechnet meine Frage war n\u00e4mlich, welches von zwei verschiedenen Messergebnissen als wahr und als der exakteste Wert f\u00fcr die materielle L\u00e4nge eines Objekts anzusehen und als g\u00fcltig zu erkl\u00e4ren sei. Diese Frage haben Sie jetzt in Ihrem <strong>P.S.<\/strong> dankenswerterweise beantwortet: Das Messergebnis, das man nach Einstein erh\u00e4lt unter der mathematischen Ber\u00fccksichtigung der L\u00e4ngenkontraktion &#8211; sprich der Geschwindigkeit des Beobachters &#8211; ist die exaktstete materielle L\u00e4nge eines Objektes, wobei das Messergebnis ohne Ber\u00fccksichtung dieser L\u00e4ngenkontraktion lediglich eine gute N\u00e4herung in unserer Alltagsdimension ist.<\/p>\n<p>Damit sind erfreulicherweise erst einmal verwirrende Meinungsverschiedenheiten ausger\u00e4umt, womit man in Internetdiskussionen g\u00e4ngig konfrontiert wird, sogar zwischen ausgebildeten Physikern.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang habe ich auch in Foren folgende Austausche gef\u00fchrt, die mich sehr perplex gestimmt haben. Ich habe folgende Frage gestellt:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p>Wenn ich <u>ruhend<\/u> meinen Schreibtisch mit 1 m messe und <u>beim Laufen<\/u> mit 90 cm messe, sind beide Werte wahr und ich kann mich verbindlich darauf verlassen, dass er in eine L\u00fccke von 90 cm auf jeden Fall passt?<\/p>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;<\/font><\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p>Auf diese Frage habe ich von mehreren Teilnehmern sinngem\u00e4\u00df die Antwort bekommen:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p><em>Wenn Du die L\u00fccke beim Laufen gemessen hast: Ja.<\/em><\/p>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;<\/font><\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p>Darauf hin habe ich erwidert:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p>Eure Argumentierung ist nur dann schl\u00fcssig und logisch haltbar, wenn beim Laufen mein materieller Ma\u00dfstab <u>sich auch entsprechend verk\u00fcrzt<\/u>. Sonst klappt das hinten und vorne nicht. Das w\u00e4re sonst vergleichbar mit der Situation, wo ich z.B. meinen Schreibtisch mit einem Ma\u00dfstab in Meter und die L\u00fccke mit einem Ma\u00dfstab in Zoll messen w\u00fcrde, oder andersrum. Da l\u00e4uft nichts Gescheites&#8230;\u00a0<\/p>\n<p>Und bei der Me\u00dfvorschrift der SRT verk\u00fcrzt sich bei der Messung beim Laufen zwar das Objekt, jedoch <strong><u>der Ma\u00dfstab bleibt invariant<\/u><\/strong>. Da l\u00e4uft auch nichts Gescheites&#8230;<\/p>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;<\/font><\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p>Daraufhin erwiderte ein Teilnehmer:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p>Nein, in der Relativit\u00e4tstheorie sind Ma\u00dfst\u00e4be eben nicht invariant, sondern abh\u00e4ngig vom Beobachter. Das nennt man L\u00e4ngenkontraktion.<\/p>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;<\/font><\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p>Wieso sind in der Speziellen Relativit\u00e4tstheorie die Ma\u00dfst\u00e4be nicht invariant sondern ver\u00e4nderlich??!<\/p>\n<p>Mir ist n\u00e4mlich schon von der Grundschule bekannt, dass man in der Physik und in der Empirie einen Ma\u00dfstab immer als invariant voraussetzt und zweckm\u00e4\u00dfigerweise voraussetzen <u>mu\u00df<\/u>. Sonst w\u00e4ren wohl keine brauchbaren L\u00e4ngenmessungen in der Empirie, in der Technologie und in der Physik zu erzielen, das leuchtet wohl jedem ein. Ausgerechnet deshalb haben ja auch die Menschen seit jeher unver\u00e4nderliche Ma\u00dfst\u00e4be per Konvention festgesetzt und Ma\u00dfeinheitssysteme entwickelt.<\/p>\n<p>Mir ist auch schon lange bekannt, dass Einstein in seiner neuen Me\u00dfvorschrift der SRT die Lichtgeschwindigkeit als Ma\u00dfstab verwendet, und dass er ganz im Gegenteil postuliert, dass <strong>sie absolut invariant ist<\/strong>.<\/p>\n<p>Meine Frage:<\/p>\n<p>Was ist nun jetzt richtig: Ist die Lichtgeschwindigkeit invariant oder ist sie abh\u00e4ngig vom Beobachter?<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<br \/>\nJocelyne Lopez<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich erhielt im Zusammenhang mit dem Austausch mit Herrn Dr. Markus P\u00f6ssel vom 21.09.08 folgende E-Mail-Antwort: Von Markus P\u00f6ssel An Jocelyne Lopez Datum: 28.09.08 Betr: Frage zur Speziellen Relativit\u00e4tstheorie Sehr geehrte Frau Lopez, ich kann Sie natuerlich nicht zwingen, mir bei meiner Schritt-fuer-Schritt-Darstellung zu folgen, obwohl ich solch ein systematisches Vorgehen nach wie vor fuer [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"om_disable_all_campaigns":false,"_monsterinsights_skip_tracking":false,"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[28,16,357,1336,183,258],"class_list":["post-430","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kritik-der-relativitatstheorie","tag-forschungsgruppe-go-mueller","tag-gom-projekt","tag-jahr-der-mathematik","tag-kritik-der-relativitatstheorie","tag-markus-possel","tag-relativitatstheorie"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/430"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=430"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/430\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=430"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=430"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=430"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}