{"id":422,"date":"2008-09-16T08:49:44","date_gmt":"2008-09-16T07:49:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=422"},"modified":"2008-09-16T08:49:44","modified_gmt":"2008-09-16T07:49:44","slug":"austausch-mit-herrn-dr-markus-poessel-vom-15160908","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2008\/09\/austausch-mit-herrn-dr-markus-poessel-vom-15160908\/","title":{"rendered":"Austausch mit Herrn Dr. Markus Poessel vom 15.\/16.09.08"},"content":{"rendered":"<p>Ich erhielt im Zusammenhang mit dem <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=416\">Austausch mit Herrn Dr. Markus P\u00f6ssel vom 06.\/08.09.08 <\/a>folgende E-Mail-Antwort:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p><strong>Von Markus P\u00f6ssel<\/strong><strong><br \/>\n<strong>An Jocelyne Lopez<\/strong><br \/>\n<strong>Datum: 15.09.08<\/strong><br \/>\n<strong>Betr: Re: Frage zur Speziellen Relativit\u00e4tstheorie<\/strong><\/strong><\/p>\n<p>Sehr geehrte Frau Lopez,<\/p>\n<p>ich bitte noch um etwas Geduld. Ich denke wirklich, dass unsere beste Chance auf eine konstruktive Diskussion darin besteht, Schritt fuer Schritt weiterzugehen, und wie gesagt: dabei sollten die Fragen, die Sie in Ihrer vorletzten Mail gesammelt aufschrieben und in Ihrer letzten Mail z.T. wiederholten, nach und nach an die Reihe kommen.<\/p>\n<p>Gut, dass wir uns, wie Sie schrieben, ueber die Grundlagen der Laengenmessung einig sind.<\/p>\n<p>Ihre Zusatzbemerkung darueber, dass optische Verfahren ungenauer seien als das Anlegen von Maszstaeben kann ich zwar nicht nachvollziehen &#8211; nicht ohne Grund werden ja z.B. im Baubetrieb hochpraezise Theodoliten eingesetzt und nicht Maszstaebe aneinandergelegt, und gerade neulich las ich von einem Laser-Triangulationssystem, das fuer Abstaende von bis zu 25 m auf eine Genauigkeit von weniger als 0,6 Millimeter kam. Aber ich denke nicht, dass uns diese Meinungsverschiedenheit an dieser Stelle aufhalten muss.<\/p>\n<p>Hier die naechsten Schritte; es waere hilfreich, wenn Sie nur kurz sagen koennten, ob Sie mit den folgenden Aussagen (die immer noch nicht spezifisch fuer die Relativitaetstheorie sind, sondern nach wie vor auch in der klassischen Mechanik gueltig) uebereinstimmen:<\/p>\n<p>Wir hatten uns darauf geeinigt, wie man messen kann, wie weit ein bewegtes Objekt zu einem gegebenen Zeitpunkt von einem relativ zum Beobachter ruhenden Bezugspunkt entfernt ist.<\/p>\n<p>Auf die gleiche Weise kann man auch die Laenge eines bewegten Objekts feststellen. Nehmen wir der Einfachheit halber an, das Objekt sei in Bewegungsrichtung orientiert &#8211; es geht dann um den Abstand zwischen seinem in Bewegungsrichtung vordersten und hintersten Punkt. Dann muss man zur Laengenmessung nur zu ein und demselben Zeitpunkt feststellen, wie weit der vorderste Punkt und der hinterste Punkt des Objekts jeweils von ein und demselben, ebenfalls in Bewegungsrichtung liegenden festen Bezugspunkt entfernt sind. Die Differenz dieser Entfernungen ist die Laenge des bewegten Objekts.<\/p>\n<p>Diese Art der Laengenmessung haengt vom Gleichzeitigkeitsbegriff ab &#8211; es geht per Definition darum, gleichzeitig festzustellen, wo sich das Vorderende und das Hinterende des Objekts befinden.<\/p>\n<p>Mit den besten Gruessen,<br \/>\nMarkus Poessel<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;&#8212;&#8212;-<\/font><\/p>\n<p>Hierzu meine Antwort vom 16.09.08:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p><strong>Von Jocelyne Lopez<\/strong><br \/>\n<strong>An Markus P\u00f6ssel<\/strong><br \/>\n<strong>Datum: 16.09.08<\/strong><strong><br \/>\n<strong>Meine Anfrage vom 17.06.08<\/strong><\/strong><br \/>\n<strong>Ihre Antwort vom 30.06.07<\/strong><br \/>\n<strong>Meine R\u00fcckfrage vom 01.07.08<\/strong><br \/>\n<strong>Meine R\u00fcckfrage vom 12.07.08<\/strong><br \/>\n<strong>Unser Austausch vom 21.07.08<\/strong><br \/>\n<strong>Unser Austausch vom 24.\/25.07.08<\/strong><br \/>\n<strong>Unser Austausch vom 26.\/27.07.08<\/strong><br \/>\n<strong>Unser Austausch vom 31.07.\/01.08.08<\/strong><br \/>\n<strong>Unser Austausch vom 04.\/05.08.08<\/strong><br \/>\n<strong>Unser Austausch vom 07.08.08<\/strong><strong><br \/>\n<strong>Unser Austausch vom 10.\/12.08.08<\/strong><br \/>\n<strong>Unser Austausch vom 17.\/19.08.08<\/strong><br \/>\n<strong>Unser Austausch vom 24.\/26.08.08<\/strong><br \/>\n<strong>Unser Austausch vom 31.08.\/02.09.08<br \/>\nUnser Austausch vom 06.\/08.09.08<br \/>\n<\/strong><\/strong><\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Dr. P\u00f6ssel,<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr Ihre E-Mail vom 15.09.08.<br \/>\nSie schreiben:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p>Ihre Zusatzbemerkung darueber, dass optische Verfahren ungenauer seien als das Anlegen von Maszstaeben kann ich zwar nicht nachvollziehen &#8211; nicht ohne Grund werden ja z.B. im Baubetrieb hochpraezise Theodoliten eingesetzt und nicht Maszstaebe aneinandergelegt, und gerade neulich las ich von einem Laser-Triangulationssystem, das fuer Abstaende von bis zu 25 m auf eine Genauigkeit von weniger als 0,6 Millimeter kam.\u00a0 Aber ich denke nicht, dass uns diese Meinungsverschiedenheit an dieser Stelle aufhalten muss.<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;-<\/font><\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote><p>Dagegen las ich mit Erstaunen vor einiger Zeit, dass die Abstandsmessung mit Laser schon auf ganz kurzen Distanzen in unserer Alltagsdimension unpr\u00e4zise Me\u00dfergebnisse liefert, siehe Wikipedia:<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote><p>Die optische Abstandsmessung (auch: Laserentfernungsmessung) wird benutzt um die Distanz zwischen einem Abstandssensor und einem Objekt zu messen. Die Pr\u00e4zision h\u00e4ngt von verschiedenen Faktoren ab:<\/p>\n<ul class=\"unIndentedList\">\n<li>von der Oberfl\u00e4che der beiden Objekte (Material, Farbe)<\/li>\n<li>von der zu messenden Distanz<\/li>\n<li>von Umwelteinfl\u00fcssen<\/li>\n<\/ul>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;-<\/font><\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p>Sie d\u00fcrfen dar\u00fcber hinaus nicht vergessen, dass die extrem hohe Genauigkeit mit zig Kommastellen, die bei Lasermessungen abgelesen werden kann, gar nichts mit einer Messgenauigkeit zu tun hat: sie ist eine rein mathematisch bedingte Genauigkeit, die lediglich auf einem Postulat bzw. auf einer Konvention basiert: Die absolute Konstanz der Lichtgeschwindigkeit &#8211; sowohl als Ausbreitungs-geschwindigkeit als auch als Relativgeschwindigkeit. Der Einsatz dieser per Konvention festgesetzten Konstanten mag in der Empirie n\u00fctzlich und in der Me\u00dfkunde bequem sein, er sollte aber nicht in der theoretischen-\u00a0 und Experimentalphysik sowie in der Astronomie die Illusion erzeugen, dass es sich um hochgenaue Messergebnisse in der Realit\u00e4t handelt. Die Mathematik ist keine Me\u00dfkunde, eine Konvention ist kein Naturgesetz und der mathematische Einsatz einer per Konvention festgesetzten konstanten Gr\u00f6\u00dfe ist keine direkte Messung in der Realit\u00e4t: Die erzielte Genauigkeit h\u00e4ngt von dem konstant vorausgesetzten Wert ab.<\/p>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;<\/font><br \/>\nSie schreiben:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p>Wir hatten uns darauf geeinigt, wie man messen kann, wie weit ein bewegtes Objekt zu einem gegebenen Zeitpunkt von einem relativ zum Beobachter ruhenden Bezugspunkt entfernt ist.<\/p>\n<p>Auf die gleiche Weise kann man auch die Laenge eines bewegten Objekts feststellen. [&#8230;] Diese Art der Laengenmessung haengt vom Gleichzeitigkeitsbegriff ab &#8211; es geht per Definition darum, gleichzeitig festzustellen, wo sich das Vorderende und das Hinterende des Objekts befinden.<\/p>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;<\/font><\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p>Diese Ausf\u00fchrungen sind aus meiner Sicht widerspr\u00fcchlich: Einerseits postuliert die Spezielle Relativit\u00e4tstheorie, dass es keine absolute Gleichzeitigkeit gibt, andererseits empfiehlt sie eine Me\u00dfvorschrift f\u00fcr L\u00e4ngenmessungen von Objekten, die auf der Bestimmung &#8230;einer absoluten Gleichzeitigkeit basiert. Was nun?<\/p>\n<p>Es ist irgendwie verwirrend und unlogisch die genaue L\u00e4nge eines bewegten Objekts mit Uhren messen zu wollen (\u201e<em>Dann muss man zur Laengenmessung nur zu ein und demselben Zeitpunkt feststellen, wie weit der vorderste Punkt und der hinterste Punkt des Objekts jeweils von ein und demselben, ebenfalls in Bewegungsrichtung liegenden festen Bezugspunkt entfernt sind&#8220;), <\/em>wenn man schon von vornherein voraussetzt, dass es me\u00dftechnisch nicht m\u00f6glich sei und dass eine absolute Gleichzeitigkeit prinzipiell nicht existiere!\u00a0<\/p>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;<\/font><br \/>\nSie schreiben:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p>Aber ich denke nicht, dass uns diese Meinungsverschiedenheit an dieser Stelle aufhalten muss.<\/p>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;<\/font><\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p>Ich bin hier Ihrer Meinung und denke auch, dass wir uns nicht \u00fcber Meinungsverschiedenheiten bzgl. der Genauigkeit von L\u00e4ngenmessungen mit der Lichtgeschwindigkeit oder mit klassischen Me\u00dfmethoden aufhalten lassen sollten. Meine Bedenken bei dieser Me\u00dfvorschrift der Speziellen Relativit\u00e4tstheorie sind n\u00e4mlich von grunds\u00e4tzlicher Natur und sprechen ein Problem der <strong>Logik<\/strong> an &#8211; worauf \u00a0Sie jedoch bis jetzt leider nicht eingegangen sind. Ich wiederhole also meine grunds\u00e4tzliche Frage bzw. mein grunds\u00e4tzliches Verst\u00e4ndnisproblem:<\/p>\n<p>Wenn die materielle L\u00e4nge eines Objekts sich bei Bewegung nicht ver\u00e4ndert, jedoch ein relativ zum Objekt ruhender Beobachter eine andere L\u00e4nge misst als ein relativ zum Objekt bewegter Beobachter, <strong>dann ist zwangsl\u00e4ufig eine der beiden Messungen falsch!<\/strong> Beide k\u00f6nnen nicht wahr sein, das ist f\u00fcr mich von der Logik her v\u00f6llig ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Man darf zum Beispiel nicht annehmen, dass ein Strand in der Realit\u00e4t unendlich viele materielle L\u00e4ngen habe. Diese Annahme ist unzul\u00e4ssig, das ist ausgeschlossen.<br \/>\n<font color=\"#ffffff\">&#8212;<br \/>\n<\/font>Man darf zum Beispiel nicht annehmen, dass ein Beobachter sich gleichzeitig mit 70 km\/h UND 73 km\/h zu einer Welle bewegt, diese Annahme ist unzul\u00e4ssig &#8211; sie f\u00fchrt in der Mathematik zu einer ung\u00fcltigen Gleichung 70 = 73. Das ist ausgeschlossen.<br \/>\n<font color=\"#ffffff\">&#8212;<br \/>\n<\/font>Man darf zum Beispiel auch nicht annehmen, dass ein und dasselbe physikalische Ph\u00e4nomen zwei Mal an zwei verschiedenen Orten zu zwei verschiedenen Zeitpunkten in der Realit\u00e4t stattfinden kann. Das ist ausgeschlossen. Sonst verl\u00e4sst man den Bereich der Physik und tritt in den Bereich der Esoterik ein.<\/p>\n<p>K\u00f6nnten Sie also bitte auf meine Fragen gezielt eingehen:<\/p>\n<p>Welche der beiden L\u00e4ngenmessungen ist dann falsch:<\/p>\n<ul>\n<li>die L\u00e4ngenmessung, die von einem zum Objekt ruhenden Beobachter vorgenommen wird?<\/li>\n<\/ul>\n<p>oder<\/p>\n<ul>\n<li>die L\u00e4ngenmessung, die von einem zum Objekt bewegten Beobachter vorgenommen wird?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Solange diese Frage nicht er\u00f6rtert und gekl\u00e4rt wird, werden meine Verst\u00e4ndnisprobleme der Speziellen Relativit\u00e4tstheorie leider weiter bestehen.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<br \/>\nJocelyne Lopez<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich erhielt im Zusammenhang mit dem Austausch mit Herrn Dr. Markus P\u00f6ssel vom 06.\/08.09.08 folgende E-Mail-Antwort: Von Markus P\u00f6ssel An Jocelyne Lopez Datum: 15.09.08 Betr: Re: Frage zur Speziellen Relativit\u00e4tstheorie Sehr geehrte Frau Lopez, ich bitte noch um etwas Geduld. 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