{"id":393,"date":"2008-08-05T14:26:09","date_gmt":"2008-08-05T13:26:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=393"},"modified":"2008-08-05T17:32:04","modified_gmt":"2008-08-05T16:32:04","slug":"austausch-mit-herrn-dr-markus-poessel-vom-04050808","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2008\/08\/austausch-mit-herrn-dr-markus-poessel-vom-04050808\/","title":{"rendered":"Austausch mit Herrn Dr. Markus Poessel vom 04.\/05.08.08"},"content":{"rendered":"<p>Ich erhielt am 04.08.08 im Zusammenhang mit dem <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=391\">Austausch mit Herrn Dr. Markus Poessel vom 31.07.\/01.08.08<\/a>\u00a0folgende\u00a0Antwort:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p><strong>Von Markus P\u00f6ssel<br \/>\nAn Jocelyne Lopez<br \/>\nDatum: 04.08.08<br \/>\nBetr. : Re: Frage zur Speziellen Relativit\u00e4stheorie<\/strong><\/p>\n<p>Sehr geehrte Frau Lopez,<\/p>\n<p>Ihre letzte Mail arbeitet sehr klar die mit der Speziellen Relativitaetstheorie unvertraegliche Zusatzannahme heraus, auf die ich Sie bereits hingewiesen hatte.<\/p>\n<p>(a) Im Postulat Einsteins heisst es noch &#8222;<em>Alle Beobachter messen die gleiche Geschwindigkeit zu einem Lichtstrahl<\/em>.&#8220;<\/p>\n<p>(b) Sie verwenden die, wie Sie sagen, &#8222;<em>sinngemaess und physikalisch exakt gleich[e]&#8220; Formulierung &#8222;Die Relativgeschwindigkeit aller Beobachter zu einem Lichtstrahl ist invariant<\/em>.&#8220;<\/p>\n<p>(c) In Ihrer Rechnung ist dann aber mit &#8222;<em>die Relativgeschwindigkeit<\/em>&#8220; ein \u00a0Geschwindigkeitswert gemeint, den ein ganz anderer Beobachter gemessen hat &#8211; naemlich ein relativ zum Strand ruhender Beobachter.<\/p>\n<p>In (a) geht es um eine im Bezugssystem eines bewegten Beobachters, von diesem bewegten Beobachter selbst gemessene Geschwindigkeit (im Zahlenbeispiel: von Beobachter A). In (c) geht es um eine Messung eines externen Beobachters (im Zahlenbeispiel: dem am Strand ruhenden Beobachter), in einem ganz anderen Bezugssystem.<\/p>\n<p>Zwei verschiedene Bezugssysteme, zwei verschiedene Beobachter, zwei verschiedene Messungen. Und Sie setzen die beiden gleich, obwohl sie in der Speziellen Relativitaetstheorie eben nicht gleich sind. Das kommt nicht von Einstein oder aus der Speziellen Relativitaetstheorie. Das ist eine von Ihnen gemachte Zusatzannahme und, wie ebenfalls bereits gesagt: Mit unvertraeglichen Zusatzforderungen laesst sich aus jeder Theorie ein Widerspruch &#8222;herleiten&#8220;.<\/p>\n<p>Zu Messungen, die bewegte Beobachter durchfuehren: Sie sollten erwaehnen, dass Einstein in &#8222;Zur Elektrodynamik bewegter Koerper&#8220; direkt im Anschluss an den von Ihnen zitierten Textabschnitt beschreibt, wie die Laenge eines bewegten Stabes von zwei relativ zueinander bewegten Beobachtern gemessen wird (S. 895 unten). Im direkten Widerspruch zu Ihrer Behauptung. Auf S. 897-898 werden ganz allgemein Messungen relativ zueinander bewegter Systeme erklaert &#8211; das sind eben zentrale Konzepte in der Speziellen Relativitaetstheorie.<\/p>\n<p>Darueber hinaus kann ich nach wie vor nicht nachvollziehen, wie Sie darauf kommen, es gaebe &#8222;<em>in der Theoretischen- und Experimentalphysik<\/em>&#8220; eine &#8222;<em>einzig anerkannt[e] und angewandt[e] Messvorschrift<\/em>&#8220; wie die von Ihnen angegebene, die (wie definierte?) ruhende Beobachter auszeichnet. Selbstverstaendlich fuehren z. B. Astronomen Entfernungsbestimmungen von der durchs Sonnensystem fliegenden Erde aus durch, Satelliten erstellen entfernungstreue Reliefkarten, Roboterautos entfernungstreue Karten ihrer Umgebung. Warum auch nicht, solange die betreffenden Beobachter die relevanten physikalischen Gesetze bei der Umrechnung Ihrer Messergebnisse in Entfernungswerte korrekt anwenden.<\/p>\n<p>Mit den besten Gruessen,<br \/>\nMarkus Poessel<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;&#8212;<\/font><\/p>\n<p>Meine Antwort dazu vom 05.08.08:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p><strong>Von Jocelyne Lopez<br \/>\nAn Markus P\u00f6ssel<br \/>\nDatum: 05.08.08<br \/>\n<\/strong><strong>Meine Anfrage vom 17.06.08<\/strong><strong><br \/>\n<strong>Ihre Antwort vom 30.06.07<\/strong><br \/>\n<strong>Meine R\u00fcckfrage vom 01.07.08<\/strong><br \/>\n<strong>Meine R\u00fcckfrage vom 12.07.08<\/strong><br \/>\n<strong>Unser Austausch vom 21.07.08<\/strong><br \/>\n<strong>Unser Austausch vom 24.\/25.07.08<\/strong><br \/>\n<strong>Unser Austausch vom 26.\/27.07.08<br \/>\n<\/strong><\/strong><strong>Unser Austausch vom 31.07.\/01.08.08<\/strong><\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Dr. P\u00f6ssel,<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr Ihre Antwort vom 04.08.08.<\/p>\n<p>Sie schreiben:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p>Ihre letzte Mail arbeitet sehr klar die mit der Speziellen Relativitaetstheorie unvertraegliche Zusatzannahme heraus, auf die ich Sie bereits hingewiesen hatte.<\/p>\n<p>(a) Im Postulat Einsteins heisst es noch &#8222;<em>Alle Beobachter messen die gleiche Geschwindigkeit zu einem Lichtstrahl.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>(b)<\/em> Sie verwenden die, wie Sie sagen, <em>&#8222;sinngemaess und physikalisch exakt gleich[e]&#8220; Formulierung &#8222;Die\u00a0 elativgeschwindigkeit aller Beobachter zu einem Lichtstrahl ist invariant<\/em>.&#8220;<\/p>\n<p>(c) In Ihrer Rechnung ist dann aber mit &#8222;<em>die Relativgeschwindigkeit<\/em>&#8220; ein Geschwindigkeitswert gemeint, den ein ganz anderer Beobachter gemessen hat<br \/>\n&#8211; naemlich ein relativ zum Strand ruhender Beobachter.<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;-<\/font><\/p>\n<p>Ich arbeite mitnichten mit einer \u201e<em>unvertr\u00e4glichen Zusatzannahme<\/em>&#8220; zur Speziellen Relativit\u00e4tstheorie, sondern vielmehr mit zwei Me\u00dfvorschriften f\u00fcr die Messung einer L\u00e4nge, die in der Relativit\u00e4tstheorie beschrieben wurden:<\/p>\n<p>1) Die auch von Albert Einstein anerkannte Me\u00dfvorschrift der Messung einer Strecke durch einen <u>ruhenden<\/u> Beobachter (bzw. einen ruhenden Messtechniker).<\/p>\n<p>2) Die von Albert Einstein postulierte Me\u00dfvorschrift der Messung einer Strecke durch einen <u>bewegten<\/u> Beobachter.<\/p>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;<\/font><\/p>\n<p><strong><u>Zu 1<\/u><\/strong>: Diese Me\u00dfvorschrift ist die einzige, die in der <strong>Experimentalphysik<\/strong> bei Hochgenauigkeitsmessungen f\u00fcr die Messung einer Strecke anerkannt und verwendet wird: L\u00e4ngen und Strecken werden in der Experimentalphysik bei Hochgenauigkeitsmessungen nicht mit bewegten Me\u00dftechnikern und nicht mit bewegten Me\u00dfvorrichtungen gemessen, sondern mit <u>ruhenden<\/u> Me\u00dftechnikern und <u>ruhenden<\/u> Me\u00dfvorrichtungen. Auch bei den Me\u00dfanordnungen zur Messung der Lichtgeschwindigkeit haben keine bewegten Me\u00dftechniker und keine bewegten Me\u00dfvorrichtungen die Lichtstrecke gemessen, sondern <u>ruhende<\/u> Me\u00dftechniker. Diese Me\u00dfvorschrift ist also die anerkannte Me\u00dfvorschrift in der Experimentalphysik \u00fcberhaupt, einschlie\u00dflich f\u00fcr die Messung von Hochgeschwindigkeiten wie die Lichtgeschwindigkeit selbst. (Ein \u201eRadar&#8220; kann keine Strecken, Zeiten oder Geschwindigkeiten von <u>Lichtsignalen, d.h. elektromagnetischen Wellen<\/u>, messen, da es selbst elektromagnetische Wellen als Me\u00dfhilfsmittel verwendet).<\/p>\n<p><strong><font color=\"#ffffff\">&#8212;<\/font><\/strong><\/p>\n<p><strong><u><\/u><\/strong><\/p>\n<p><strong><u>Zu 2<\/u><\/strong>: Die von Albert Einstein vorgeschlagene Me\u00dfvorschrift f\u00fcr die Messung einer Strecke oder einer L\u00e4nge bei zueinander bewegten Me\u00dfobjekten und Me\u00dftechnikern wird lediglich als <u>Postulat<\/u> in der Astronomie und in der angewandten Technik verwendet f\u00fcr die F\u00e4lle, wo es me\u00dftechnisch nicht m\u00f6glich ist, eine klassische Messung nach 1) mit zueinander ruhenden Me\u00dfobjekten und Beobachtern durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Diese Me\u00dfvorschrift beruht also einzig und allein auf einem <u>Postulat<\/u>, das eine hinreichende bzw. nachpr\u00fcfbare Genauigkeit weder in der astronomischen Dimension, noch in der mikroskopischen Dimension, noch in unserer Alltagsdimension liefern kann. Die Genauigkeit dieser Me\u00dfvorschrift ist f\u00fcr die Messung einer L\u00e4nge bzw. einer Strecke nicht relevant und me\u00dftechnisch auch nicht zu verifizieren. Die mit dieser Me\u00dfvorschrift erzielte Genauigkeit ist eine rein abstrakte mathematische Genauigkeit aus einem Postulat heraus, die dadurch aber nicht den Anspruch erheben kann, die Realit\u00e4t zu beschreiben, sowie nicht die Illusion erzeugen sollte, es handele sich um eine me\u00dftechnische Hochgenauigkeit, wie man sie in der Theoretischen- und Experimentalphysik braucht.<\/p>\n<p>Die Inkompatibilit\u00e4t dieses Postulats und dieser Me\u00dfvorschrift Einsteins mit der Realit\u00e4t wird \u00fcberdies ersichtlich, wenn man sie z.B. bei meinem Gedankenexperiment zugrunde legt: Trotz extrem hoher mathematischer Genauigkeit der Ergebnisse der relativistischen Addition entsteht in der Realit\u00e4t ein unl\u00f6sbarer Widerspruch: Wie wollen Sie erkl\u00e4ren, dass die L\u00e4nge des Strandes sich in der Realit\u00e4t materiell verk\u00fcrzt, nur weil Beobachter sich gerade am Strand bewegen, und noch dazu sich gleichzeitig um vier bzw. um unendlich viele verschiedene \u201e<em>L\u00e4ngenkontraktionen<\/em>&#8220; verk\u00fcrzen m\u00fcsste? Wie kann so etwas in der Realit\u00e4t m\u00f6glich sein? In diesem Zusammenhang verweise ich auf Einw\u00e4nde und Fragen aus meiner E-Mail vom 27.07.08:<\/p>\n<p><strong><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=346\">Die relativistischen Effekte finden nur im Kopf des Beobachters statt<\/a><\/strong><\/p>\n<p>sowie auf in meinem Blog-Eintrag zitierte Ausf\u00fchrungen von G.O. Mueller mit umfangreichen Literaturfunden:<\/p>\n<p><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=263\"><strong>K\u00f6nnten sich vielleicht die Relativisten dar\u00fcber einigen, ob der <\/strong><strong>relativistische Effekt \u201e<em>L\u00e4ngenkontraktion<\/em>&#8220; Anschein oder Realit\u00e4t sein soll?<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=263\"><\/a><\/p>\n<p>worauf Sie bis jetzt leider nicht eingegangen sind.<\/p>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;<\/font><\/p>\n<p>Mein Fazit:<\/p>\n<p>Die vorgeschlagene Me\u00dfvorschrift Einsteins zur Messung der L\u00e4nge von zueinander bewegten Me\u00dfobjekten und Beobachtern ist me\u00dftechnisch weder relevant, noch verifiziert, noch verifizierbar, ob man sie in der Astronomischen-, der Mikroskopischen- oder der Alltagsdimension anwendet. Ihre Genauigkeit ist illusorisch und physikalisch irrelevant, weil sie lediglich eine reine mathematische Genauigkeit ist. Sie beruht au\u00dferdem auf einem Postulat, das die Gleichsetzung ungleicher Gr\u00f6\u00dfen aus zwei verschiedenen physikalischen Prozessen und zwei verschiedenen Geschwindigkeiten zugrunde legt: Die Ausbreitungs\u00adgeschwindigkeit des Lichtes mit seiner Relativgeschwindigkeit zu allen bewegten Beobachtern, was in der Realit\u00e4t zwangsl\u00e4ufig zu unl\u00f6sbaren Widerspr\u00fcchen f\u00fchrt. Dieses Postulat ist mathematisch und physikalisch unzul\u00e4ssig und darf nicht angenommen werden.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<br \/>\nJocelyne Lopez<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich erhielt am 04.08.08 im Zusammenhang mit dem Austausch mit Herrn Dr. Markus Poessel vom 31.07.\/01.08.08\u00a0folgende\u00a0Antwort: Von Markus P\u00f6ssel An Jocelyne Lopez Datum: 04.08.08 Betr. : Re: Frage zur Speziellen Relativit\u00e4stheorie Sehr geehrte Frau Lopez, Ihre letzte Mail arbeitet sehr klar die mit der Speziellen Relativitaetstheorie unvertraegliche Zusatzannahme heraus, auf die ich Sie bereits hingewiesen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"om_disable_all_campaigns":false,"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[39,28,16,357,1336,183,258],"class_list":["post-393","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kritik-der-relativitatstheorie","tag-dr-markus-possel","tag-forschungsgruppe-go-mueller","tag-gom-projekt","tag-jahr-der-mathematik","tag-kritik-der-relativitatstheorie","tag-markus-possel","tag-relativitatstheorie"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/393"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=393"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/393\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=393"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=393"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=393"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}