{"id":391,"date":"2008-08-01T13:04:11","date_gmt":"2008-08-01T12:04:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=391"},"modified":"2008-08-01T13:17:44","modified_gmt":"2008-08-01T12:17:44","slug":"austausch-mit-herrn-dr-markus-poessel-vom-3107010808","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2008\/08\/austausch-mit-herrn-dr-markus-poessel-vom-3107010808\/","title":{"rendered":"Austausch mit Herrn Dr. Markus Poessel vom 31.07.\/01.08.08"},"content":{"rendered":"<p>Ich erhielt am 31.07.08 im Zusammenhang mit dem <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=389\">Austausch mit Herrn Dr. Markus Poessel vom 26.\/27.07.08<\/a> folgende\u00a0Antwort von Herrn Dr. P\u00f6ssel:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p><strong>Von Markus P\u00f6ssel<\/strong><strong><br \/>\n<strong>An Jocelyne Lopez<\/strong><br \/>\n<strong>Datum: 31.07.08<\/strong><br \/>\n<strong>Betr.: Re: Frage zur Speziellen Relativit\u00e4tstheorie<\/strong><\/strong><\/p>\n<p>Sehr geehrte Frau Lopez,<\/p>\n<p>aus meiner Sicht entziehen Sie mit Ihrer letzten Mail Ihren vorherigen Ausfuehrungen die Grundlage. Am 21. Juli schrieben Sie, der von Ihnen behauptete Widerspruch folge direkt aus Einsteins Postulat der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit, welches Sie wie folgt wiedergaben:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p>&#8222;Alle bewegten Beobachter messen die gleiche Geschwindigkeit c zu einem Lichtstrahl, unabhaengig von ihren eigenen Geschwindigkeiten, genau analog mit der Konstellation in meinem Gedankenexperiment, wo alle bewegten Beobachter die gleiche Geschwindigkeit 70 km\/h zur Wasserwelle messen, unabhaengig von ihren eigenen Geschwindigkeiten.&#8220;<br \/>\n<font color=\"#ffffff\">&#8212;<\/font><\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p>Entweder gibt es gar keine relevanten Messungen bewegter Beobachter (Ihre Mail vom 27. Juli). Dann koennen Sie sich schwerlich auf ein Postulat berufen, welches voraussetzt, dass &#8222;bewegte Beobachter&#8220; etwas &#8222;messen&#8220;. Damit fehlt in dem widerspruechlichen Ausdruck &#8222;70 km\/h = 70 km\/h + 3 km\/h&#8220;, den Sie angeben, hergeleitet zu haben, die linke Seite.<\/p>\n<p>Oder aber bewegte Beobachter koennen sehr wohl Messungen anstellen. Das entspricht nicht nur den Verhaeltnissen in der Speziellen Relativitaetstheorie, wo die Messungen bewegter Beobachter eine grundlegende Rolle spielen, sondern auch einer Vielzahl praktischer Anwendungen der Physik, z.B. Radar-Entfernungsbestimmungen von bewegten Schiffen, Flugzeugen oder Raumsonden aus.<\/p>\n<p>Dann waere klar, woher in dem erwaehnten widerspruechlichen Ausdruck die 70 km\/h auf der linken Seite stammen. Bliebe noch zu klaeren, wie Sie auf das Gleichheitszeichen kommen, beziehen sich linke und rechte Seite dann doch auf verschiedene Messungen unterschiedlicher Beobachter.<\/p>\n<p>Mit den besten Gruessen,<br \/>\nMarkus Poessel<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p><strong><font color=\"#ffffff\">\u00a0&#8212;&#8212;&#8212;-<\/font><\/strong>\u00a0<\/p>\n<p>Dazu meine Antwort vom 01.08.08:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p><strong>Von Jocelyne Lopez<\/strong><strong><br \/>\n<strong>An Markus P\u00f6ssel<\/strong><br \/>\n<strong>Datum: 01.08.08<\/strong><br \/>\n<strong>Betr.: Frage zur Speziellen Relativit\u00e4tstheorie<\/strong><br \/>\n<strong>Meine Anfrage vom 17.06.08<\/strong><br \/>\n<strong>Ihre Antwort vom 30.06.07<\/strong><br \/>\n<strong>Meine R\u00fcckfrage vom 01.07.08<\/strong><br \/>\n<strong>Meine R\u00fcckfrage vom 12.07.08<\/strong><br \/>\n<strong>Unser Austausch vom 21.07.08<\/strong><br \/>\n<strong>Unser Austausch vom 24.\/25.07.08<br \/>\n<\/strong><\/strong><strong>Unser Austausch vom 26.\/27.07.08<\/strong><\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Dr. P\u00f6ssel,<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr Ihre Antwort vom 31.07.08<\/p>\n<p>Sie schreiben:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p><em>aus meiner Sicht entziehen Sie mit Ihrer letzten Mail Ihren vorherigen <\/em><em><em>Ausfuehrungen die Grundlage. Am 21. Juli schrieben Sie, der von Ihnen <\/em><em>behauptete Widerspruch folge direkt aus Einsteins Postulat der Konstanz <\/em><em>der Lichtgeschwindigkeit, welches Sie wie folgt wiedergaben:<\/em><br \/>\n<\/em><br \/>\n&#8222;<em>Alle bewegten Beobachter messen die gleiche Geschwindigkeit c zu einem <\/em><em><em>Lichtstrahl, unabhaengig von ihren eigenen Geschwindigkeiten, genau analog <\/em><em>mit der Konstellation in meinem Gedankenexperiment, wo alle bewegten <\/em><em>Beobachter die gleiche Geschwindigkeit 70 km\/h zur Wasserwelle messen, <\/em><em>unabhaengig von ihren eigenen Geschwindigkeiten<\/em><\/em>.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote><p>Diese Formulierung \u201e<em>alle bewegten Beobachter messen die gleiche Geschwindigkeit zu einem Lichtstrahl<\/em>&#8220; habe ich aus der Formulierung Einsteins \u00fcbernommen bzw. es ist die Formulierung, die sehr oft von Relativisten benutzt wird, um das Postulat Einsteins wiederzugeben.<\/p>\n<p>Verschiedene Formulierungen f\u00fcr die Beschreibung ein und desselben Vorganges sind in der Sprache Gang und G\u00e4be &#8211; und auch v\u00f6llig normal &#8211; sie \u00e4ndern jedoch rein gar nichts an dem Ablauf des beschriebenen Vorganges in der Physik und in der Natur. Diese Formulierung der Relativisten f\u00fcr das Postulat Einsteins \u201e<em>Alle Beobachter messen die gleiche Geschwindigkeit zu einem Lichtstrahl<\/em>&#8220; ist n\u00e4mlich sinngem\u00e4\u00df und physikalisch exakt gleich mit der Formulierung (die ich pers\u00f6nlich bevorzuge und meistens verwende): \u201e<em>Die Relativgeschwindigkeit aller Beobachter zu einem Lichtstrahl ist invariant<\/em>&#8222;. Es ist also ein Denkfehler Ihrerseits zu unterstellen, dass durch verschiedene von mir benutzen Formulierungen, die sinngem\u00e4\u00df gleichwertig den selben Vorgang beschreiben, ein Widerspruch entstehen w\u00fcrde. Der Widerspruch entsteht nicht durch die verschiedenen Formulierungen, sondern er entsteht direkt aus dem physikalischen Vorgang selbst, den Einstein postuliert hat, und zwar, dass die Relativgeschwindigkeit aller Beobachter zu einem Lichtstrahl invariant bleibt. Man kann also in der mathematischen Sprache dieses Postulat korrekt wie folgt beschreiben, sowohl f\u00fcr einen Lichtstrahl als auch f\u00fcr eine Wasserwelle:<\/p>\n<p>299.792.458 m\/s + 3 km\/h = 299.792.458 m\/s<br \/>\nbzw.<br \/>\n70 km\/h + 3 km\/h = 70 km\/h<\/p>\n<p>was in allen F\u00e4llen und bei allen Werten ung\u00fcltig ist und nicht angenommen werden darf.<\/p>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Sie schreiben:<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote><p><em>Oder aber bewegte Beobachter koennen sehr wohl Messungen anstellen. Das <\/em><em><em>entspricht nicht nur den Verhaeltnissen in der Speziellen <\/em><em>Relativitaetstheorie, wo die Messungen bewegter Beobachter eine <\/em><em>grundlegende Rolle spielen, sondern auch einer Vielzahl praktischer <\/em><em>Anwendungen der Physik, z.B. Radar-Entfernungsbestimmungen von bewegten <\/em><em>Schiffen, Flugzeugen oder Raumsonden aus.<\/em><\/em><\/p>\n<p><em><font color=\"#ffffff\">&#8212;<\/font><\/em><\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p>Mir ist nicht bekannt, dass Einstein mit dem Begriff \u201e<em>Beobachter<\/em>&#8220; in der Speziellen Relativit\u00e4tstheorie \u201e<em>Radar<\/em>&#8220; meinte. Das Postulat Einsteins in seiner SRT beruht n\u00e4mlich ausdr\u00fccklich auf der in der Theoretischen- und Experimentalphysik einzig anerkannten und angewandten Messvorschrift f\u00fcr die Messung einer L\u00e4nge bzw. einer Strecke: Durch einen (externen) <u>ruhenden<\/u> Me\u00dftechniker bei einem ebenfalls <u>ruhenden<\/u> Me\u00dfobjekt. Siehe die Me\u00dfvorschrift Einsteins in seiner SRT (Seite 895) in meiner vorherigen Mail: &#8222;<em>Es sei ein ruhender starrer Stab gegeben; derselbe besitze, mit einem ebenfalls ruhenden Ma\u00dfstabe gemessen, die L\u00e4nge l<\/em>.&#8220;<\/p>\n<p>Ein Radar ist in der Tat ein \u201e<em>Beobachter<\/em>&#8222;, der bei Bewegung auswertbare Streckenmessungen in der Praxis vornimmt. Jedoch legen Radare in ihrer Funktionsweise die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit <u>relativ zum Radarger\u00e4t<\/u> zugrunde und sind daher nicht geeignet, Einsteins Postulat theoretisch zu beweisen. In der Praxis sind sie daf\u00fcr auch nicht geeignet: In unserer Dimension und bei den in unserer Dimension vorkommenden Geschwindigkeiten haben die relativistischen Effekte sowieso keine Auswirkungen und sind nicht beobachtbar oder auswertbar (Schiffe, Flugzeuge). Bei Raumsonden werden wohl auch Korrekturen manuell von den Kontrollstationen vorgenommen, wie es mit der GPS-Technologie auch der Fall ist.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang verweise ich z.B. auf die Arbeiten von Harald Maurer, die ich in meinem Blog vorgestellt habe:<\/p>\n<p><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=258\">Das M\u00e4rchen der GPS-Navigatore als Best\u00e4tigung der Relativit\u00e4tstheorie <\/a><\/p>\n<p>\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Auch verweise ich hier auf die Antwort auf meine Anfrage von Prof. Dr. Ernst Peter Fischer: \u201e<em>Im Normalfall am Strand gilt eine Physik ohne relativistische Effekte (wie \u00fcberhaupt im Alltag, selbst wenn wir bis zum Mond reisen)<\/em>.&#8220;, siehe in meinem Blog:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=374\">Antwort von Prof. Dr. Ernst Peter Fischer zu meinem Gedankenexperiment \u2018Was w\u00fcrde am Strand passieren?&#8216; <\/a><\/p>\n<p>\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Bitte beachten Sie au\u00dferdem, dass die Widerspr\u00fcche und die mathematische Unzul\u00e4ssigkeit bestehen bleiben, wenn man sich in meinem Gedankenexperiment die vier bewegten Beobachter als Radar A, B, C und D vorstellt, und wenn die vier bewegten Radare dieselbe Relativgeschwindigkeit von 70 km\/h zur Welle messen, wie es von Einstein postuliert wurde.<\/p>\n<p>Mein Fazit:<\/p>\n<p>Die Ung\u00fcltigkeit der Gleichsetzung ungleicher Gr\u00f6\u00dfen liegt grunds\u00e4tzlich und direkt im Postulat Einsteins der Invarianz der Lichtgeschwindigkeit relativ zu allen bewegten Beobachtern, deshalb auch dieses Postulat unzul\u00e4ssig ist und nicht angenommen werden darf.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<br \/>\nJocelyne Lopez<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich erhielt am 31.07.08 im Zusammenhang mit dem Austausch mit Herrn Dr. Markus Poessel vom 26.\/27.07.08 folgende\u00a0Antwort von Herrn Dr. P\u00f6ssel: Von Markus P\u00f6ssel An Jocelyne Lopez Datum: 31.07.08 Betr.: Re: Frage zur Speziellen Relativit\u00e4tstheorie Sehr geehrte Frau Lopez, aus meiner Sicht entziehen Sie mit Ihrer letzten Mail Ihren vorherigen Ausfuehrungen die Grundlage. 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