{"id":390,"date":"2008-07-28T07:02:09","date_gmt":"2008-07-28T06:02:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=390"},"modified":"2008-08-01T12:57:48","modified_gmt":"2008-08-01T11:57:48","slug":"austausch-mit-herrn-dr-markus-poessel-vom-26270708","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2008\/07\/austausch-mit-herrn-dr-markus-poessel-vom-26270708\/","title":{"rendered":"Austausch mit Herrn Dr. Markus Poessel vom 26.\/27.07.08"},"content":{"rendered":"<p>Ich erhielt am 26.07.08 im Zusammenhang mit dem <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=389\">Austausch mit Herrn Dr. Markus Poessel vom 24.\/25.07.08<\/a>\u00a0folgende R\u00fcckfrage von Herrn Dr. P\u00f6ssel:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p><strong>Von Markus P\u00f6ssel<br \/>\n<\/strong><strong>An Jocelyne Lopez<br \/>\n<\/strong><strong>Datum 26.07.08<br \/>\n<\/strong><strong>Betr.: Re: Frage zur Speziellen Relativit\u00e4tstheorie<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Sehr geehrte Frau Lopez,<\/p>\n<p>eine Rueckfrage meinerseits. Sie schrieben in Ihrer letzten Mail:<\/p>\n<p>\u00a0<em>&#8222;70 km\/h + 3 km\/h ist die Geschwindigkeit des Beobachters A relativ zur Wasserwelle&#8220;<br \/>\n<\/em><br \/>\nWelche der folgenden beiden Aussagen meinen Sie damit?<\/p>\n<p>\u00a0a) Beobachter A misst(*) fuer die ihm entgegeneilende Wasserwelle die \u00a0Geschwindigkeit 70 km\/h + 3 km\/h = 73 km\/h<\/p>\n<p>\u00a0b) Der am Strand ruhende Beobachter misst(*), dass der Abstand zwischen Beobachter A und der Wasserwelle um 70 km\/h + 3 km\/h = 73 km\/h abnimmt<\/p>\n<p>Mit den besten Gruessen,<\/p>\n<p>Markus Poessel<\/p>\n<p>\u00a0(*) in seinem eigenen Bezugssystem, mit seinen eigenen Massstaeben und Uhren<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;&#8212;&#8212;<\/font><\/p>\n<p>Meine Antwort dazu vom 27.07.08:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p><strong>Von Jocelyne Lopez<br \/>\n<\/strong><strong>An Markus P\u00f6ssel<br \/>\n<\/strong><strong>Datum: 27.07.08<br \/>\n<\/strong><strong>Betr.: Frage zur Speziellen Relativit\u00e4tstheorie<br \/>\nMeine Anfrage vom 17.06.08<br \/>\nIhre Antwort vom 30.06.07<br \/>\nMeine R\u00fcckfrage vom 01.07.08<br \/>\nMeine R\u00fcckfrage vom 12.07.08<br \/>\nUnser Austausch vom 21.07.08<br \/>\nUnser Austausch vom 24.\/25.07.08<br \/>\n<\/strong><br \/>\nSehr geehrter Herr Dr. P\u00f6ssel,<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr Ihre E-Mail vom 26.07.08.<\/p>\n<p>Sie fragen:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p>&#8222;<em>70 km\/h + 3 km\/h ist die Geschwindigkeit des Beobachters A relativ zur Wasserwelle<\/em>&#8220;<\/p>\n<p>Welche der folgenden beiden Aussagen meinen Sie damit?<\/p>\n<p>a) Beobachter A misst(*) fuer die ihm entgegeneilende Wasserwelle die Geschwindigkeit 70 km\/h + 3 km\/h = 73 km\/h<\/p>\n<p>b) Der am Strand ruhende Beobachter misst(*), dass der Abstand zwischen Beobachter A und der Wasserwelle um 70 km\/h + 3 km\/h = 73 km\/h abnimmt<\/p>\n<p>(*) in seinem eigenen Bezugssystem, mit seinen eigenen Massstaeben und Uhren<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;-<\/font><\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p>Ich meine damit nat\u00fcrlich Aussage b):<\/p>\n<p>70 km\/h + 3 km\/h ist die Geschwindigkeit des Beobachters A relativ zur Wasserwelle, gemessen von <u>einem (externen) ruhenden Messtechniker<\/u>.<\/p>\n<p>Diese Messvorschrift ist die einzige g\u00fcltige Messvorschrift und liefert per (stillschweigende) Konvention das einzig g\u00fcltige und anerkannte Messergebnis in der Physik f\u00fcr die Messung einer Geschwindigkeit: Ein bewegter Beobachter kann n\u00e4mlich keine Strecke genau messen, das leuchtet ein. Wie sollte denn der bewegte Beobachter A die\u00a0 Strecke am Strand selber messen, die er gerade zur\u00fccklegt? Nur die von einem ruhenden Messtechniker gemessene Strecke gilt in der Physik als g\u00fcltiges Messergebnis: Die g\u00fcltige Messung einer Strecke wird vorgenommen und ermittelt, wenn das zu messende Objekt (hier der Strand), der Ma\u00dfstab und der Messtechniker sich zueinander in Ruhe befinden.<\/p>\n<p>Auch Albert Einstein selbst hat in seiner Arbeit &#8222;<em>Zur Elektrodynamik<br \/>\nbewegter K\u00f6rper<\/em>&#8220; diese g\u00fcltige Messvorschrift und dieses g\u00fcltige<br \/>\nMessergebnis anerkannt und f\u00fcr seine Gedankenexperimente verwendet (Seite 895): &#8222;<em>Es sei ein ruhender starrer Stab gegeben; derselbe besitze, mit einem ebenfalls ruhenden Ma\u00dfstabe gemessen, die L\u00e4nge l<\/em>.&#8220;<\/p>\n<p>Messergebnisse, die von Beobachtern selbst ermittelt werden, k\u00f6nnen in der Physik nicht gebraucht werden. Sie existieren in der Physik als Messergebnisse nicht. Sie liegen im Bereich der groben individuellen Einsch\u00e4tzung und vor allem im Bereich der individuellen biologischen Leistungsf\u00e4higkeit des Wahrnehmungsapparats des Beobachters. Jedoch kann weder ein Physiker noch ein Biologe &#8211; und kein Mensch \u00fcberhaupt &#8211; Zugang zu den Wahrnehmungen eines anderen Menschen haben, geschweige denn sie messen zu k\u00f6nnen! Wie schnell oder wie langsam ein Beobachter die Wasserwelle auf sich zukommen sieht kann keiner wissen, und noch weniger messen. Das ist hier auch v\u00f6llig irrelevant: Hier ist nur relevant, wie schnell die Wasserwelle <u>tats\u00e4chlich<\/u> auf ihn zukommt, das kann der Physiker messen, nur das kann der Physiker messen, und nur das interessiert den Physiker.<\/p>\n<p>Vielleicht wird diese Problematik anschaulicher, wenn wir anstatt bewegter menschlicher Beobachter in meinem Gedankenexperiment uns z.B. Tiere vorstellen:<\/p>\n<p>Katze A bewegt sich zur Welle mit 3 km\/h<br \/>\nHund B bewegt sich von der Welle weg mit 4 km\/h<br \/>\nPferd C bewegt sich zur Welle mit 8 km\/h<br \/>\nEule D bewegt sich von der Welle weg mit 10 km\/h<\/p>\n<p>Hier kann man erkennen, dass Ihre angedachte Messvorschrift a) gar keine Anwendung finden kann und keine Relevanz in der Physik hat:<\/p>\n<p>&#8222;<em>Beobachter A misst(*) fuer die ihm entgegeneilende Wasserwelle die Geschwindigkeit 70 km\/h + 3 km\/h = 73 km\/h<br \/>\n(*) in seinem eigenen Bezugssystem, mit seinen eigenen Massstaeben und Uhren<\/em>&#8220;<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir n\u00e4mlich davon wissen, was &#8222;<em>im eigenen Bezugssystem und mit eigenen Ma\u00dfst\u00e4ben und Uhren<\/em>&#8220; eine Katze, ein Hund, ein Pferd oder eine Eule denn &#8222;<em>messen<\/em>&#8222;? Gar nichts.<\/p>\n<p>Nur das Messergebnis nach b), vorgenommen durch einen externen, ruhenden Messtechniker, kann also in der Physik existieren, anerkannt und verwendet werden. Zu anderen &#8222;<em>Messungen<\/em>&#8220; bzw. Wahrnehmungen haben wir definitiv keinen Zugang, Einstein auch nicht.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang verweise ich z. B. auch auf meinen Blog-Eintrag:<\/p>\n<p><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=346\">Die relativistischen Effekten finden nur im Kopf des Beobachters statt<\/a><\/p>\n<p>oder auf Ausf\u00fchrungen von G.O. Mueller in meinem Eintrag<\/p>\n<p><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=263\">K\u00f6nnten sich vielleicht die Relativisten dar\u00fcber einigen, ob der<br \/>\nrelativistische Effekt \u201e<em>L\u00e4ngenkontraktion<\/em>&#8220; Anschein oder Realit\u00e4t sein soll?<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>Mein Fazit:<\/p>\n<p>Die unzul\u00e4ssige Gleichsetzung ungleicher Messergebnisse durch<br \/>\ndas Postulat Einsteins bleibt also hier bestehen: Gleichsetzung der<br \/>\ngemessenen Geschwindigkeit der Wasserwelle zum Strand (70 km\/h) mit der gemessenen Geschwindigkeit der Wasserwelle zum bewegten Beobachter A (70 km\/h + 3 km\/h), d.h. 70 = 73 bzw. c = c\u00a0+ v.<br \/>\nDieses Postulat ist also unzul\u00e4ssig und darf nicht angenommen werden.<\/p>\n<p>Viele Gr\u00fc\u00dfe<br \/>\nJocelyne Lopez<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich erhielt am 26.07.08 im Zusammenhang mit dem Austausch mit Herrn Dr. Markus Poessel vom 24.\/25.07.08\u00a0folgende R\u00fcckfrage von Herrn Dr. P\u00f6ssel: Von Markus P\u00f6ssel An Jocelyne Lopez Datum 26.07.08 Betr.: Re: Frage zur Speziellen Relativit\u00e4tstheorie Sehr geehrte Frau Lopez, eine Rueckfrage meinerseits. 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