{"id":384,"date":"2008-07-24T09:23:23","date_gmt":"2008-07-24T08:23:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=384"},"modified":"2008-07-24T09:28:54","modified_gmt":"2008-07-24T08:28:54","slug":"austausch-mit-herrn-dr-frank-goering-am-210708","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2008\/07\/austausch-mit-herrn-dr-frank-goering-am-210708\/","title":{"rendered":"Austausch mit Herrn Dr. Frank Goering vom 21.07.08"},"content":{"rendered":"<p>Ich beziehe mich auf meine <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=361\">Anfrage<\/a> an Prof. Dr. Franz Embacher\u00a0\u00fcber mein Gedankenexperiment \u00a0<a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=333\">Was w\u00fcrde am Strand passieren?<\/a>, die ich mittlerweile an eine Vielzahl von deutschen Fakult\u00e4ten f\u00fcr Mathematik oder offiziellen Bildungsstellen der \u00f6ffentlichen Hand im Rahmen des \u201e<em>Jahres der Mathematik<\/em>&#8220; gerichtet habe.<\/p>\n<p>Ich erhielt am 21.07.08 folgende E-Mail-Antwort von Dr. Frank G\u00f6ring, Fakult\u00e4t f\u00fcr Mathematik, TU Chemnitz:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p><strong>Von Frank G\u00f6ring<br \/>\nAn Jocelyne Lopez<br \/>\nDatum: 21.07.08<br \/>\nBetr.: 2008, Jahr der Mathematik oder des Mathematismus?<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Frau Lopez,<\/p>\n<p>zun\u00e4chst einmal zum Ursprung der Relativit\u00e4tstheorie:<br \/>\nEinstein ist nicht selber auf die Idee gekommen, dass die Lichtgeschwindigkeit elativ zum Beobachter unabh\u00e4ngig von dessen Geschwindigkeit ist. Das ist letztlich eine Folgerung der Maxwellschen Gleichungen der Elektrodynamik und ist &#8211; wie im \u00fcbrigen die Folgerungen der Relativit\u00e4tstheorie &#8211; inzwischen sehr genau nachgemessen worden. H\u00e4tte man die Relativit\u00e4tstheorie nicht gekannt, w\u00fcrden beispielsweise unsere Navis im Auto nicht korrekt funktionieren.<\/p>\n<p>In der Tat wurden die ersten Navigationssatelliten zun\u00e4chst nicht mit Programmen gem\u00e4\u00df der Relativit\u00e4tstheorie ausgestattet, was Mi\u00dfweisungen von \u00fcber f\u00fcnf Kilometern in kurzer Zeit zur Folge hatte. Danach waren die Kritiker der Relativit\u00e4tstheorie in der NASA ganz still (so es welche gab &#8211; ich glaube, man war einfach zu faul, die kompliziertere Lorenz-Transformation zu implementieren) und es wurde relativistisch gerechnet &#8211; siehe da, die Genauigkeit stieg auf wenger als einen Meter!<\/p>\n<p>Die Relativit\u00e4tstheorie beschreibt die uns bekannte Wirklichkeit lediglich genauer, als die klassische Mechanik &#8211; wobei bei Geschwindigkeiten, die Sie und ich erleben, der Unterschied weit unterhalb der Me\u00dfgenauigkeit unserer Sinne liegt. Weil&#8217;s einfacher ist, und f\u00fcr uns irrelevant, was bei Relativgeschwindigkeiten von tausenden von Kilometern pro Sekunde so an Paradoxien auftritt, denken wir intuitiv im Sinne der klassischen Mechanik von Newton.<\/p>\n<p>Der komische Effekt, der die paradoxe Situation bei hohen Geschwindigkeiten kl\u00e4rt, ist, dass jeder Beobachter auf seine eigene Uhr kuckt und seine eigenen L\u00e4ngenmessungen durchf\u00fchrt.Wie das genau geht, hat die Nutzerin Trigema soweit ich&#8217;s bisher sehe, v\u00f6llig korrekt vorgerechnet. Dass f\u00fcr den ruhenden Betrachter (in dessen Koordinatensystem Sie die Geschwindigkeiten der anderen Betrachter angegeben haben) die Beobachtungen unabh\u00e4ngig von der &#8222;<em>Lichtgeschwindigkeit<\/em>&#8220; (Geschwindigkeit, die f\u00fcr alle gleich ist &#8211; im klassischen Sinne w\u00e4re das unendlich, im Einsteinschen Sinne die Geschwindigkeit des Lichts und im Sinne Ihres Gedankenexperimentes w\u00e4re dies die Geschwindigkeit der kontra-intuitiven Wasserwelle) ist, ist v\u00f6llig korrekt.<\/p>\n<p>Die Relativit\u00e4tstheorie versucht ja nicht, die Welt neu zu erfinden. Sie ist lediglich ein streng mathematisch abgeleitetes Modell, welches die paradoxe Beobachtung abstrahiert, dass die Lichtwelle (oder bei ihnen die Wasserwelle) relativ zu den bewegten Beobachtern die gleiche Geschwindigkeit hat (gemessen mit deren bewegten Uhren und bewegten L\u00e4ngenmessger\u00e4ten), wie zu dem am Strande ruhenden.<\/p>\n<p>Grob gesprochen: Experimentelle Grundtatsache ist, dass das Licht relativ zu jedem Beobachter die gleiche Geschwindigkeit hat. Das ist aber nur dann erkl\u00e4rbar, wenn Zeitmessung bzw. L\u00e4ngenmessung abh\u00e4ngig von der Relativgeschwindigkeit unterschiedliche Werte liefern. Diese Folgerungen sind aber ebenso experimentell nachgewiesen.<\/p>\n<p>Wie ich aus Ihrem Blog entnehme, lehnen Sie jedoch sehr schnell ab, was Sie nicht verstehen. Das hilft Ihnen beim Verst\u00e4ndnis allerdings nicht &#8211; es verhindert es. Aber selbst wenn man aufgeschlossen an die Sache herangeht, die Relativit\u00e4tstheorie ist leider nicht sehr intuitiv. Aber sie funktioniert. Und solange wir keinerlei Abweichungen zur Relativit\u00e4tstheorie in der Realit\u00e4t feststellen k\u00f6nnen, ist es v\u00f6llig egal, ob wir sie intuitiv erfassen k\u00f6nnen oder nicht &#8211; wenn&#8217;s darauf ankommt, sollten wir sie nutzen (wie bei der Software f\u00fcr Navigationssatelliten).<\/p>\n<p>Zu ihrem Betreff:<br \/>\nDurch abwertende rhetorische Fragen im Betreff erh\u00f6hen sie die Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen jemand ernsthaft antwortet, nicht gerade.Wenn Sie einen gedanklichen Zugang zu moderner Wissenschaft und zur Funktionsweise aktueller Technik haben wollen, so ist dieser Zugang die Mathematik. Das sch\u00f6ne &#8211; Sie k\u00f6nnen den ganzen Kram (Handy, Auto, Computer,&#8230;) nutzen, ohne sich \u00fcber dessen Funktionsweise klar zu sein.Wenn Sie die Mathematik so wenig m\u00f6gen, dann belassen Sie es einfach dabei.<\/p>\n<p>Weitere E-Mails Ihrerseits beantworte ich nur, wenn sie sich zu einer gewissen Aufgeschlossenheit gegen\u00fcber meinem Fachgebiet durchringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Mit freundlichem Gru\u00df,<br \/>\nF.G\u00f6ring.<\/p>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;-<\/font><\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;<\/font><\/p>\n<p>Dazu meine Antwort am selben Tag:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p><strong>Von Jocelyne Lopez<br \/>\nAn Frank G\u00f6ring<br \/>\nDatum 21.07.08<br \/>\nRe: 2008, Jahr der Mathematik oder des Mathematismus?<\/strong><\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Dr. G\u00f6ring,<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr Ihre heutige ausf\u00fchrliche Antwort zu meiner Anfrage.<\/p>\n<p>Die Argumentierung, die Sie mir entgegen halten weicht nicht von der \u00fcblichen Standard-Darstellung der etablierten Physik aus &#8211; ich kenne sie nun seit mehreren Jahren hin- und auswendig &#8211; und geht allerdings auch kein bisschen auf das hier angesprochene mathematische Problem und auf meine gezielten Fragen ein. Deshalb erlaube ich mir, Sie auf meine Antwort vom 21.07.08 an Herrn Dr. Markus P\u00f6ssel vom Albert-Einstein-Institut in Potsdam zu verweisen, die aus meiner Sicht auch als Antwort zu Ihrer E-Mail fungieren kann, siehe:<\/p>\n<p><a rel=\"bookmark\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=383\">Austausch mit Herrn Dr. Markus Poessel vom 21.07.08 <\/a><\/p>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;-<\/font><\/p>\n<p><a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/18040.rapidforum.com\/topic=100468631052&amp;startid=3#p46863105231665650\"><\/a><\/p>\n<p>Nur aber kurz zu Ihren pers\u00f6nlichen Anmerkungen:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p>Zu ihrem Betreff:<br \/>\nDurch abwertende rhetorische Fragen im Betreff erh\u00f6hen sie die Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen jemand ernsthaft antwortet, nicht gerade.Wenn Sie einen gedanklichen Zugang zu moderner Wissenschaft und zur Funktionsweise aktueller Technik haben wollen, so ist dieser Zugang die Mathematik. Das sch\u00f6ne &#8211; Sie k\u00f6nnen den ganzen Kram (Handy, Auto, Computer,&#8230;) nutzen, ohne sich \u00fcber dessen Funktionsweise klar zu sein.Wenn Sie die Mathematik so wenig m\u00f6gen, dann belassen Sie es einfach dabei.<br \/>\nWeitere E-Mails Ihrerseits beantworte ich nur, wenn sie sich zu einer gewissen Aufgeschlossenheit gegen\u00fcber meinem Fachgebiet durchringen k\u00f6nnen.<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;<\/font><\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote><p>Ich wei\u00df nicht, was in meinem Betreff als \u201e<em>abwertende rhetorische Fragen<\/em>&#8220; Ihnen vorgekommen ist. Den Begriff \u201e<em>Mathematismus<\/em>&#8220; habe ich n\u00e4mlich nicht selbst erfunden, er bezeichnet sachlich Umst\u00e4nde innerhalb der Mathematik, die von Wissenschaftlern, Didaktikern und P\u00e4dagogen &#8211; einschlie\u00dflich Mathematikern und Mathematikkennern &#8211; erkannt, kommentiert und untersucht wurden. Wenn Sie davon nichts wissen ist es wohl eine Bildungsl\u00fccke bei Ihnen, Sie k\u00f6nnen es dann einfach dabei belassen oder sich mit der einschl\u00e4gigen Literatur informieren. Weitere E-Mails an Sie w\u00fcrde ich nur richten, wenn Sie sich zu einer gewissen Aufgeschlossenheit gegen\u00fcber Ihrem Fachgebiet durchringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Mit Ihren in meinen Augen unsachlichen Aussagen und Ihrer Einstellung gegen\u00fcber Mathematiklaien hoffe ich sehr, dass Sie pers\u00f6nlich nicht f\u00fcr Veranstaltungen im Rahmen des Jahres der Mathematik in Ihrer Uni verantwortlich sind, dann br\u00e4uchte keiner zu kommen, <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.tu-chemnitz.de\/mathematik\/discrete\/Mathejahr\/ring.php\">zum Beispiel<\/a>:<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote><p>Anl\u00e4sslich des Jahres der Mathematik bietet die Fakult\u00e4t f\u00fcr Mathematik eine popul\u00e4rwissenschaftliche Ringvorlesung an. In den Einzelveranstaltungen werden spannende Einblicke in verschiedene Anwendungsbereiche der Mathematik gew\u00e4hrt und mathematische Verfahren anschaulich und auch f\u00fcr Nichtmathematiker verst\u00e4ndlich erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p><font color=\"#ffffff\">&#8212;<\/font><\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote><p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<br \/>\nJocelyne Lopez<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich beziehe mich auf meine Anfrage an Prof. Dr. Franz Embacher\u00a0\u00fcber mein Gedankenexperiment \u00a0Was w\u00fcrde am Strand passieren?, die ich mittlerweile an eine Vielzahl von deutschen Fakult\u00e4ten f\u00fcr Mathematik oder offiziellen Bildungsstellen der \u00f6ffentlichen Hand im Rahmen des \u201eJahres der Mathematik&#8220; gerichtet habe. 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