{"id":3777,"date":"2009-07-21T09:47:54","date_gmt":"2009-07-21T08:47:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=3777"},"modified":"2009-07-21T09:47:54","modified_gmt":"2009-07-21T08:47:54","slug":"peter-ripota-physik-der-wunder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2009\/07\/peter-ripota-physik-der-wunder\/","title":{"rendered":"Peter Ripota: Physik der Wunder"},"content":{"rendered":"<p>Es war einmal &#8230; so beginnt jedes M\u00e4rchen. Und die Geschichte der Relativit\u00e4tstheorie, ebenso wie diese selbst, \u00fcbertrifft an Seltsamkeiten jedweges M\u00e4rchen. Also: Es war einmal ein gro\u00dfer Ritter, der besiegte eines Tages einen furchtbaren Drachen namens &#8222;\u00c4ther&#8220;. Namenlosen Terror hatte dieser Drache \u00fcber die Gemeinde der Gelehrten gebracht. Er hatte sie genarrt, indem er sich ihnen entzog, als sie sicher waren, ihn eingesperrt zu haben. Er hatte sich ihnen als federleichtes Wesen gezeigt, unsichtbar, von niemandem wahrgenommen &#8211; und gleichzeitig als st\u00e4hlernes Ungeheuer, fester als tausend Eisenst\u00e4be, ineinander gepresst. Doch der mutige Ritter namens Albert hatte eine neue Theorie entwickelt und aus dieser den Drachen durch seine Zauberspr\u00fcche ein f\u00fcr alle Mal verbannt.<\/p>\n<p>Da wagte es einer seiner unwichtigen Knappen, einen kleinen Einwand zu erheben. <strong><em>Paul Ehrenfest<\/em><\/strong> hie\u00df der kecke Knabe, und er hatte die K\u00fchnheit zu behaupten, es g\u00e4be da in des Gro\u00dfen Ritters Genialer Theorie eine kleine Unebenheit. Eine Scheibe, die sich drehe &#8211; so der Knappe &#8211; eine solche Scheibe k\u00f6nne n\u00e4mlich gar nicht existieren. Der Gro\u00dfe Ritter war schockiert, denn es stimmte. Er ver\u00f6ffentlichte in einer Fachzeitschrift ein paar Gegenargumente, verschaffte dem Knappen den begehrten Posten eines Professors in den Niederlanden, die beiden wurden Freunde, und das war&#8217;s. Seine Entdeckung, <span style=\"text-decoration: underline;\">Ehrenfestsches Paradoxon<\/span> genannt, wurde fortan in den B\u00fcchern \u00fcber des Gro\u00dfen Ritters Theorie nicht mehr erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Werden wir wieder realistisch. Was hat es mit Ehrenfests Scheibe auf sich? Alles, was sich bewegt, zieht sich nach den Regeln der Relativit\u00e4tstheorie zusammen (&#8222;L\u00e4ngen-Kontraktion&#8220;). Das gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr den gesamten Umfang einer Scheibe, wenn sie sich rasch dreht. Wenn der Umfang, also das Rad, kleiner wird, m\u00fcsste sich die Scheibe verbiegen, was man aber verhindern kann, wenn man statt der Scheibe einen langen Zylinder aus einem festen Material nimmt. Wie aber kann sich etwas verbiegen, ohne sich zu verbiegen?<\/p>\n<p>Darauf gibt es nur eine vern\u00fcnftige Antwort: Es geht nicht, die Theorie ist Unsinn. Doch Einstein und seine Verehrer fanden eine andere, v\u00f6llig groteske L\u00f6sung:<\/p>\n<p><em>Es gibt keine starren K\u00f6rper<\/em>.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich glaubt das niemand, denn der allt\u00e4gliche Augenschein \u00fcberzeugt selbst einen Blinden, dass starre K\u00f6rper wie Felsen oder Gl\u00e4ser existieren. Schlimmer noch: Die gesamte Spezielle Relativit\u00e4tstheorie st\u00fctzt sich darauf, dass es starre K\u00f6rper gibt! &#8222;Starrer K\u00f6rper&#8220; ist derjenige Ausdruck, den Einstein am h\u00e4ufigsten verwendet. Diese K\u00f6rper dienen als Ma\u00dfst\u00e4be, ohne sie geht nichts.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p>Das Absurde der Speziellen Relativit\u00e4tstheorie geschieht durch Wechsel des Standpunkts: Bin ich bewegt, stehst du still, bin ich still, bewegst du dich. Die Effekte gelten aber auf jeden Fall, egal ob bei dir oder bei mir. Das Wechseln des Standpunkts macht etwas m\u00f6glich, was vorher unm\u00f6glich war. Um das Wunderbare &#8211; oder Absurde &#8211; der Situation ganz deutlich zu machen, stellen Sie sich folgendes vor: Sie hocken ganz friedlich am Tresen Ihrer Lieblingsbar, und pl\u00f6tzlich kommt so ein Kerl daher und macht Stunk. Er provoziert Sie, wie auch immer. Doch Sie lassen sich nicht einsch\u00fcchtern und behaupten k\u00fchn, Sie k\u00f6nnten ihn mit dem kleinen Finger Ihrer linken Hand in die Luft heben. Er lacht sich kaputt, aber sie sagen, Sie m\u00fcssten nur &#8222;den Standpunkt wechseln&#8220;. Sie gehen also ein halbes Mal um ihn herum, setzen sich noch eine Brille auf (m\u00f6glichst eine in rosa) &#8211; und schwupp, schon ist der Kerl so leicht, dass Sie ihn ohne weiteres mit dem kleinen Finger hochheben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein Wunder? In der Tat! Warum nur hat Einstein seinem Fantasiegebilde einen so langweiligen Namen gegeben und dieses nicht einfach &#8222;Physik der Wunder&#8220; getauft?<\/p>\n<p>(<a href=\"http:\/\/www.peter-ripota.de\/einstein\/relativitaet-de-205.html\" target=\"_blank\">Peter Ripota<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war einmal &#8230; so beginnt jedes M\u00e4rchen. Und die Geschichte der Relativit\u00e4tstheorie, ebenso wie diese selbst, \u00fcbertrifft an Seltsamkeiten jedweges M\u00e4rchen. Also: Es war einmal ein gro\u00dfer Ritter, der besiegte eines Tages einen furchtbaren Drachen namens &#8222;\u00c4ther&#8220;. 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