{"id":352,"date":"2008-07-01T11:07:51","date_gmt":"2008-07-01T10:07:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=352"},"modified":"2008-07-02T18:39:22","modified_gmt":"2008-07-02T17:39:22","slug":"dr-walter-theimer-zur-mathematik-und-zum-mathematismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2008\/07\/dr-walter-theimer-zur-mathematik-und-zum-mathematismus\/","title":{"rendered":"Dr. Walter Theimer zur Mathematik und zum Mathematismus"},"content":{"rendered":"<p>Nachstehend Ausf\u00fchrungen von Dr. Walter Theimer aus seinem Buch <a href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=168\">Die Relativit\u00e4tstheorie &#8211; Lehre &#8211; Wirkung &#8211; Kritik <\/a>\u00a0(Seite 174 bis 176) im Zusammenhang mit meiner Anfrage vom 27.06.08 an die Fakult\u00e4t f\u00fcr Mathematik von 12 deutschen Universit\u00e4ten, siehe: <a rel=\"bookmark\" href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=345\"><font color=\"#8e1600\">2008, Jahr der Mathematik oder des Mathematismus? <\/font><\/a><\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ffffff\">&#8212;&#8211;<\/font><strong>Zur Kritik des Mathematismus<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>Den Mathematismus der Relativit\u00e4tstheorie bringen zwei ihrer Vertreter eindeutig zum Ausdruck.<br \/>\n<strong><br \/>\nMarch:<\/strong> \u00ab<em>Die physikalische Welt ist bis auf den strukturellen Grund entleerte ph\u00e4nomenale Welt, die nurmehr aus einem Skelett mathematisch erfa\u00dfbarer Beziehungen besteht.<\/em>\u00bb Die Kritik fragt nat\u00fcrlich sofort: Ist das ein zul\u00e4ssiges Vorgehen? Darf man die ph\u00e4nomenale Welt von den Ph\u00e4nomenen entleeren und nur mathematische Beziehungen \u00fcbriglassen? Zwischen welchen Ph\u00e4nomenen bestehen dann noch Beziehungen? Woran kann man die Richtigkeit dieser Beziehungen noch kontrollieren? Ist ein reales Denken m\u00f6glich, ohne Qualit\u00e4ten zu unterscheiden?<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote><p><strong>Weyl:<\/strong> \u00ab<em>Innerhalb der Physik ist es erst durch die Relativit\u00e4tstheorie ganz deutlich geworden, da\u00df von dem uns in der Anschauung gegebenen Wesen von Raum und Zeit in die mathematisch konstruierte physikalische Welt nichts eingeht.<\/em>\u00bb Sehr gut charakterisiert; es fragt sich blo\u00df, welche Beziehung zwischen dieser konstruierten und der wirklichen Welt besteht.<\/p>\n<p>Einsteins Mathematikerphilosophie ist eine typische Fachmannsphilosophie. Immer wieder versuchen Mathematiker, Physiker, Biologen und Techniker, eine Philosophie von ihrem fachlichen Horizont her zu konstruieren. Allen ist gemeinsam, da\u00df sie keine systematische philosophische Ausbildung genossen haben; naturgem\u00e4\u00df kommt das in ihren Philosophien zum Ausdruck. Die wirklichen Philosophen halten nicht viel von der Amateurphilosophie der Fachwissenschaftler; noch mehr lehnen sie eine Usurpation der gesamten Philosophie durch Physiker, Mathematiker usw. ab. <strong>Heidegger<\/strong> (1970): \u00ab<em>Die Wissenschaft denkt nicht. . . das bedeutet, sie bewegt sich nicht in der Dimension der Philosophie. Sie ist aber, ohne da\u00df sie es wei\u00df, auf diese Dimension angewiesen.<\/em>\u00bb Die Fachgelehrten w\u00fcrden es sich ja gleichfalls verbitten, wenn ihnen Leute ohne Fachwissen in ihre wissenschaftlichen Theorien hineinreden wollten.<\/p>\n<p>Die Mathematik kann Vorhandenes z\u00e4hlen und berechnen, aber sie kann nichts schaffen, was noch nicht vorhanden ist. Das hat die allerh\u00f6chste Mathematik mit dem Einmaleins gemeinsam. Die Mathematik denkt ihrem Wesen nach quantitativ und nicht qualitativ. Ihr Erkenntniswert ist auf ein bestimmtes, wenn auch wichtiges Gebiet begrenzt. Sie kann nur \u00fcber das Wieviel und nicht \u00fcber das Was eine Aussage machen. Die Behauptung, da\u00df die Welt eine mathematische Struktur habe, geht bereits \u00fcber die Mathematik hinaus.<\/p>\n<p>Von mathematischen Systemen wird nichts verlangt als innere logische Konsistenz unter dem Gesichtspunkt bestimmter Axiome; solche Konstruktionen sind ohne Bezugnahme auf irgendeine Wirklichkeit m\u00f6glich. Die imagin\u00e4ren Geometrien sind in sich geschlossen. Damit ist aber nichts \u00fcber ihre Beziehung zur Realit\u00e4t gesagt. Sie \u00fcbersteigen jede m\u00f6gliche Erfahrung. Ihre Unanschaulichkeit, in der die Relativit\u00e4tstheoretiker einen Vorzug erblicken, sperrt ihnen den Weg in die Wirklichkeit. (<strong>Lipsius<\/strong> 1927: \u00ab<em>Ein unvorstellbarer Raum ist auch undenkbar.<\/em>\u00bb) Geometrie ist nach Kant wohl eine geistige Konstruktion, aber im Sinne reiner Anschauung. Sie ist daher ihrem Wesen nach anschaulich und mit der Wirklichkeit verbunden. Die Suche einiger Astronomen nach dem krummen Raum in der Tiefe des Weltalls ist aussichtslos; nie wird jemand einen krummen Raum schauen.<\/p>\n<p>Als Gegenst\u00fcck zu dem Relativistenspruch \u00ab<em>Jedem Nichtmathematiker ist der Eintritt verwehrt<\/em>\u00bb schlug <strong>Vogtherr<\/strong> (1923) den Satz vor: \u00ab<em>Jedem Nurmathematiker ist der Austritt aus dem Geh\u00e4use seiner Spekulationen in die wirkliche Welt physikalischen Geschehens verwehrt.<\/em>\u00bb<\/p>\n<p>Es gibt nicht nur mathematische Ordnungsformen. Die rein qualitative Betrachtung gibt ein unvollst\u00e4ndiges Wissen; die rein mathematische Betrachtung gibt \u00fcberhaupt kein Wissen, au\u00dfer von sich selbst. Die Physik, auch die mathematische, ist nicht nur Mathematik, sondern hat mit realen Dingen mit bestimmten Eigenschaften zu tun. Die mathematische Physik (<strong>H. Driesch<\/strong> 1930) steht im Dienst der eigentlichen Physik und kann sich nicht selbst\u00e4ndig machen. Ihre Rolle ist eine dienende, nicht eine herrschende. Die Mathematik untersucht Zusammenh\u00e4nge, nicht Dinge. Die Zusammenh\u00e4nge m\u00fcssen vorher gegeben sein. Driesch: \u00ab<em>Die Philosophie ist nicht die Magd der Mathematik und irgendwelcher modischer Theorien. \u00dcber Wesensm\u00f6glichkeiten hat nur die Philosophie als Wesenslehre zu entscheiden.<\/em>\u00bb Die Relativit\u00e4tstheorie stellt \u00fcbertriebene Forderungen nach Invarianz unter qualitativ ver\u00e4nderten Umst\u00e4nden. \u00ab<em>Mathematische L\u00f6sungen sind nur Scheinl\u00f6sungen, wenn sie die Grenzen des realontologisch Erlaubten \u00fcberschreiten.<\/em>\u00bb<\/p>\n<p><strong>Mohorovicic,<\/strong> Professor der Physik an der kroatischen Universit\u00e4t Zagreb, schrieb (1931): \u00ab<em>Die Einsteinsche Relativit\u00e4tstheorie ist nur ein Glied in der Reihe der vielen rein spekulativen, mathematisch-metaphysischen Theorien.<\/em>\u00bb Die Relativit\u00e4tstheorie \u00ab<em>verzichtet auf jede physikalische Erkl\u00e4rung; der Charakter dieser Theorie ist rein formalistisch-ph\u00e4nomenalistisch ohne R\u00fccksicht auf die Wirklichkeit.<\/em>\u00bb<\/p>\n<p>Der Naturphilosoph <strong>H. Dingler<\/strong> sprach von \u00ab<em>in der Physik dilettierenden Mathematikern<\/em>\u00bb und verwies mit vielen anderen Kritikern darauf, da\u00df mathematische Operationen die Wirklichkeit nicht ver\u00e4ndern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sch\u00e4rfer \u00e4u\u00dferte sich <strong>Reuterdahl<\/strong> (1931), Professor in St. Louis: \u00ab<em>Einstein verallgemeinert, bis jede Spur einer Realit\u00e4t fortgefegt ist, und wirbelt einen mathematischen Staub auf, der seine Leser blind macht.<\/em>\u00bb<\/p>\n<p>(Dr. Walter Theimer)<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachstehend Ausf\u00fchrungen von Dr. Walter Theimer aus seinem Buch Die Relativit\u00e4tstheorie &#8211; Lehre &#8211; Wirkung &#8211; Kritik \u00a0(Seite 174 bis 176) im Zusammenhang mit meiner Anfrage vom 27.06.08 an die Fakult\u00e4t f\u00fcr Mathematik von 12 deutschen Universit\u00e4ten, siehe: 2008, Jahr der Mathematik oder des Mathematismus? &#8212;&#8211;Zur Kritik des Mathematismus Den Mathematismus der Relativit\u00e4tstheorie bringen zwei [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"om_disable_all_campaigns":false,"_monsterinsights_skip_tracking":false,"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[340,357,1336,199],"class_list":["post-352","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kritik-der-relativitatstheorie","tag-dr-walter-theimer","tag-jahr-der-mathematik","tag-kritik-der-relativitatstheorie","tag-walter-theimer"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/352"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=352"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/352\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=352"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=352"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=352"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}