{"id":334,"date":"2008-06-18T07:16:13","date_gmt":"2008-06-18T06:16:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=334"},"modified":"2008-06-21T09:15:08","modified_gmt":"2008-06-21T08:15:08","slug":"dr-petra-schulz-das-denkgebaude-der-physik-wackelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2008\/06\/dr-petra-schulz-das-denkgebaude-der-physik-wackelt\/","title":{"rendered":"Dr. Petra Schulz: Das Denkgeb\u00e4ude der Physik wackelt"},"content":{"rendered":"<p>Nachstehend Ausz\u00fcge aus einem Artikel der Chemikerin Dr. Petra Schulz in der Zeitschrift \u201e<em>raum&amp;zeit<\/em>&#8220; Nr. 5 (2), Seiten 75-76, 1983: <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/Petra-Schulz-'Denkgebaeude'.pdf\">Das Denkgeb\u00e4ude der Physik wackelt<\/a><\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p>Die Physiker des 20. Jahrhunderts k\u00f6nnen zaubern. Ein bekannter Zaubertrick ist der folgende: Zwei Photonen (Lichtteilchen) treten zum Wettlauf an. Beide Teilchen fliegen mit Lichtgeschwindigkeit von c= 300 000 Kilometern pro Sekunde. Ein uninteressantes Rennen? Keineswegs. Dank der Mithilfe eines Physikers behauptet Photon 1 nicht, dass es genauso schnell wie Photon 2 w\u00e4re und es ihm beim Wettlaufen die ganze Zeitlang die Hand h\u00e4tte reichen k\u00f6nnen. Photon 1 meint vielmehr, Photon 2 eile mit Lichtgeschwindigkeit voraus. Dem gesunden Menschenverstand will diese Tatsache nicht einleuchten. Auch nicht, dass zwei auseinanderfliegende Photonen nicht die Relativgeschwindigkeit 2c besitzen, sondern nur c. \u00a0Die Physiker glauben seit 1904 an diese Zauberkunstst\u00fccke und halten sie sogar f\u00fcr Realit\u00e4t, blo\u00df weil sie seit 1887 so ratlos waren, das Ergebnis des Michelson-Versuchs zu interpretieren.<\/p>\n<p>Michelson und sein Kollege Morley spalteten an einer schr\u00e4gstehenden Glasplatte einen Lichtstrahl in zwei Anteile auf. Ein Teilstrahl bewegte sich parallel zur Bahnrichtung der Erde, der andere senkrecht dazu Die Einzelstrahlen wurden von Spiegeln reflektiert und am Strahlteller wieder vereinigt. Sie zeigten keinen Gangunterschied, der an auftretenden Interferenzstreifen erkennbar gewesen w\u00e4re. Beide Lichtstrahlen schienen sich gleich schnell ausgebreitet zu haben.<\/p>\n<p>Albert Einstein fand 1904 durch seine spezielle Relativit\u00e4tstheorie eine Erkl\u00e4rungsm\u00f6glichkeit f\u00fcr den Versuch, die leider bisher die einzige geblieben ist. Das mathematische Rezept der Lorentz-Transformation musste herhalten. Alle Ereignisse mussten durch die Raum und Zeit verzerrende Brille f\u00fcr eine vierdimensionale Raum-Zeit-Welt betrachtet werden, in der die Lichtgeschwindigkeit eine penetrant konstante Gr\u00f6\u00dfe darstellte. Wurde der Raum (Ortsraum) etwas zusammengestaucht, so bl\u00e4hte sich der Zeitraum auf, das hei\u00dft die Uhren gingen langsamer.<br \/>\n[&#8230;]<br \/>\nIn vielen F\u00e4llen war es zu umst\u00e4ndlich, st\u00e4ndig in der vierdimensionalen Lorentz-verzerrten Raum-Zeit-Welt zu operieren. Man hackte einfach eine Dimension ab und befand sich pl\u00f6tzlich wieder in der allt\u00e4glichen Welt. Aber pl\u00f6tzlich stimmten die Massen und Ladungen der Elementarteilchen nicht mehr, sie explodierten ins Unendliche. Anstatt \u00fcber den G\u00fcltigkeitsbereich der speziellen Relativit\u00e4tstheorie gr\u00fcndlicher nachzudenken, fingen die theoretischen Physiker lieber zu schummeln an. Die Massen und Ladungen wurden neu \u201efrisiert&#8220;, das hei\u00dft renormiert. Im Betr\u00fcgen ge\u00fcbt st\u00f6rte es die Wissenschaftler auch nicht, f\u00fcr kurze Zeit gegen den Energiehaltungssatz zu versto\u00dfen und die Gaunerei dreist \u201eVakuumpolarisation&#8220; zu nennen.<\/p>\n<p>Der Weg zum Beschub in der Physik war fr\u00fchzeitig geebnet worden. Diesmal war Einstein v\u00f6llig unschuldig, im Gegenteil hat er sogar versucht, diese entartete Entwicklung aufzuhalten.<br \/>\n[&#8230;]<br \/>\nFest zementiert ist nun das Denkgeb\u00e4ude der Physik, das durch Einsteins Relativit\u00e4tstheorie und Schr\u00f6dingers Quantenmechanik begr\u00fcndet worden ist. Fast alle Physiker st\u00fctzen es und bauen weiter daran. Festgefahren sind inzwischen die Lehrmeinungen. Eine gr\u00fcndliche Renovierung von den Grundpfeilern her tut not.<\/p>\n<p>Aber wehe dem, der jetzt gerade das eherne physikalische Denkgeb\u00e4ude ersch\u00fcttern will. Hier wird demokratisch regiert.<br \/>\n[&#8230;]<br \/>\nZu starr ist die Masse der Physiker den alten Denkgewohnheiten verhaftet. Ja, sie wehrt sich gegen jede Neuerung, indem sie neue Theorien nicht mehr in wissenschaftlichen Physikzeitschriften abdrucken l\u00e4\u00dft. Wohl dem, der sich und seine Meinung trotzdem noch behaupten kann. Einen schweren Stand haben Au\u00dfenseiter auch auf Tagungen. Ich denke da gerade an die Fr\u00fchjahrstagung \u201eTeilchenphysik 1983&#8243; an der Universtit\u00e4t-Gesamthochschule Wuppertal, wo man andersdenkenden Rednern Chairman und Diaprojektor versagte. Sollte heutzutage die Gr\u00fcndung eines Selbstverlags wie bei R\u00f6schlau der einzige Ausweg sein, neue Ideen an den Mann zu bringen?<\/p>\n<p>Weshalb f\u00e4llt es den Physikern unserer Tage so schwer zu akzeptieren, dass auch deterministische Elementarereignisse in der L\u00f6sung der Schr\u00f6dinger-Gleichung enthalten sind? Die Begriffe \u201eRaum&#8220; und \u201eZeit&#8220; einschlie\u00dflich der speziellen Relativit\u00e4tstheorie m\u00fcssten neu \u00fcberdacht und neue Axiome (=unbeweisbare Grunds\u00e4tze) aufgestellt werden. Die Wissenschaft m\u00fcsste sich von dem blinden Glauben an die Realit\u00e4t nur von messbaren Gr\u00f6\u00dfen befreien. Prinzipiell w\u00fcrde die Physik dadurch endlich einfach und anschaulich. Abstraktes k\u00f6nnte plausibel dargestellt werden. Die Schummelei h\u00e4tte in der Physik endlich ein Ende.<\/p>\n<p>(Dr. Petra Schulz)<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachstehend Ausz\u00fcge aus einem Artikel der Chemikerin Dr. Petra Schulz in der Zeitschrift \u201eraum&amp;zeit&#8220; Nr. 5 (2), Seiten 75-76, 1983: Das Denkgeb\u00e4ude der Physik wackelt Die Physiker des 20. Jahrhunderts k\u00f6nnen zaubern. Ein bekannter Zaubertrick ist der folgende: Zwei Photonen (Lichtteilchen) treten zum Wettlauf an. 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