{"id":323,"date":"2008-06-03T12:51:33","date_gmt":"2008-06-03T11:51:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=323"},"modified":"2009-06-19T21:19:18","modified_gmt":"2009-06-19T20:19:18","slug":"ist-das-experiment-hafelekeating-methodologisch-ungeeignet-um-die-zeitdilatation-aus-der-speziellen-relativitatstheorie-nachzuprufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2008\/06\/ist-das-experiment-hafelekeating-methodologisch-ungeeignet-um-die-zeitdilatation-aus-der-speziellen-relativitatstheorie-nachzuprufen\/","title":{"rendered":"Ist das Experiment Hafele\/Keating methodologisch ungeeignet, um die Zeitdilatation aus der Speziellen Relativit\u00e4tstheorie nachzupr\u00fcfen?"},"content":{"rendered":"<p>Die <a href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=285\" target=\"_blank\">Anfrage von Ekkehard Friebe<\/a>\u00a0an die Deutsche Physikalische Gesellschaft \u00fcber das Hafele-Keating Experiment hat in mehreren Diskussionsforen ein sehr hohes Interesse erweckt und gibt Anla\u00df zu zahlreichen und regen Austauschen. Ich verweise hier auf einen Austausch im Forum von Ekkehard Friebe \u00fcber dieses umstrittene Experiment und seine vermeintliche Best\u00e4tigung der &#8222;<em>Zeitdilatation<\/em>&#8220; aus der Speziellen Relativit\u00e4tstheorie Einsteins:<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">&#8212;&#8211;<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/friebeforum\/thread.php?postid=12887#post12887\" target=\"_blank\">Zitat Sebastian Hauk<\/a>:<br \/>\nAuf jeden Fall sollte das Experiment von 1972 wiederholt werden. Es ist keine gute wissenschaftliche Vorgehensweise so ein wichtiges Experiment nicht zu wiederholen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">&#8212;-<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/friebeforum\/thread.php?postid=12890#post12890\" target=\"_blank\">Zitat Jocelyne Lopez<\/a>:<br \/>\nIch meine, dass auch mit einer Wiederholung dieses Experiment nicht geeignet ist, um das Postulat Einsteins und die gefolgerte &#8222;<em>Zeitdilatation<\/em>&#8220; aus seiner SRT nachzupr\u00fcfen, geschweige denn zu best\u00e4tigen:<\/p>\n<p>&#8211; die Bewegung war nicht &#8222;<em>geradlinig<\/em>&#8222;, sondern kreisf\u00f6rmig (um die Erde)<\/p>\n<p>&#8211; die Bewegung war nicht &#8222;<em>gleichf\u00f6rmig<\/em>&#8222;, sondern beschleunigt (Starten und Landungen, Kurshaltung)<\/p>\n<p>&#8211; die Bewegung hat nicht in einem leeren und kr\u00e4ftefreien Vakuum stattgefunden, sondern im Medium Atmosph\u00e4re unter Einflu\u00df von Gravitation, Kraftfeldern und sonstigen St\u00f6rfaktoren.<\/p>\n<p>Dieses Experiment ist m.E. v\u00f6llig ungeeignet zur Nachpr\u00fcfung der SRT Einsteins.<\/p>\n<p>Ich kann mir auch kein Realexperiment vorstellen, das geeignet w\u00e4re, die vermeintliche &#8222;<em>Zeitdilatation<\/em>&#8220; (oder auch ihr Pendant die &#8222;<em>L\u00e4ngenkontraktion<\/em>&#8222;) nachzupr\u00fcfen und zu best\u00e4tigen. Wir sind lediglich auf die Gedankenexperimente Einsteins aus dem Bereich Science-Fiction angewiesen (Hier: Zwillingsparadoxon), die absolut keine Beweiskraft, sondern nur der Status von Behauptungen haben.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">&#8212;&#8211;<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/friebeforum\/thread.php?postid=12891#post12891\" target=\"_blank\">Zitat Sebastian Hauk<\/a>:<br \/>\nEine Wiederholung w\u00e4re aber schon einmal sehr wichtig.<br \/>\nEigentlich wird jedes Experiment in der Physik oder in einer anderen Wissenschaft mehrfach durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">&#8212;-<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/friebeforum\/thread.php?postid=12892#post12892\" target=\"_blank\">Zitat Jocelyne Lopez<\/a>:<br \/>\nDas stimmt. Und viele Experimente sollten eigentlich wiederholt werden (siehe zum Beispiel die Liste von 11 Experimenten, die nach Auffassung von G.O. Mueller in seinem <a href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=92\" target=\"_blank\">Offenen Brief an 200 Professoren<\/a> wiederholt werden sollten).<\/p>\n<p>Auch eine Einwegmessung der Lichtgeschwindigkeit als \u201e<em>geradlinig gleichf\u00f6rmige<\/em>&#8220; Bewegung sollte durchgef\u00fchrt werden. Bis jetzt verf\u00fcgen wir n\u00e4mlich nur \u00fcber <span style=\"text-decoration: underline;\">gemittelte Werte hin und zur\u00fcck<\/span> zwischen Spiegeln, was nicht die Auflage Einsteins aus seinem Postulat erf\u00fcllt. Siehe hierzu der Thread <a href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/friebeforum\/thread.php?threadid=271&amp;sid=244841d5031d72e35c99e9aa5348e901\" target=\"_blank\">Warum keine Einwegmessung der Lichtgeschwindigkeit?<\/a><em>\u00a0o<\/em>der auch <a href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/friebeforum\/thread.php?threadid=347&amp;sid=244841d5031d72e35c99e9aa5348e901\" target=\"_blank\">Lichtgeschwindigkeit in einer Fl\u00fcssigkeit<\/a>, wo sogar ein Anh\u00e4nger der Relativit\u00e4tstheorie in unserem Forum eine Einwegmessung der LG in einer Fl\u00fcssigkeit vorgeschlagen hat.<\/p>\n<p>Es geht aber hier bei der Untersuchung des Hafele\/Keating Experiments zu verdeutlichen, dass die etablierte Physik gar keine Hemmung hat, ein Experiment, <span style=\"text-decoration: underline;\">das grunds\u00e4tzlich v\u00f6llig ungeeignet ist<\/span> die SRT bzw. die Zeitdilatation nachzupr\u00fcfen&#8230; uns als triumphale Best\u00e4tigung der SRT zu verkaufen!<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">&#8212;&#8211;<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/friebeforum\/thread.php?postid=12893#post12893\" target=\"_blank\">Zitat Ekkehard Friebe<\/a>:<br \/>\nHierzu verweise ich auf folgenden Beitrag von Harald Maurer (Edition Mahag): <a href=\"http:\/\/www.mahag.com\/srt\/hafele.php\" target=\"_blank\">Das Experiment von Hafele und Keating<\/a>. Hierin hei\u00dft es zu Beginn:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p><strong>Das Experiment von Hafele und Keating <\/strong><\/p>\n<p><strong>(Leseprobe aus &#8222;<em>Die Relativit\u00e4tstheorie &#8211; Lehre, Wirkung, Kritik<\/em>&#8220; von Prof. Dr. rer. nat. Walter Theimer) <\/strong><\/p>\n<p>Hafele und Keating flogen im Oktober 1971 mit vier C\u00e4sium-Atomuhren in fahrplanm\u00e4\u00dfigen Verkehrsflugzeugen um die Erde. Atomuhren gelten als empfindlich genug, um die in Betracht kommenden winzigen Ver\u00e4nderungen zu registrieren. Die Erde wurde einmal in Ost-, einmal in Westrichtung umflogen. Es wurde von einer modifizierten Relativit\u00e4tstheorie ausgegangen, die einen Unterschied in beiden Richtungen voraussagt, weil die Geschwindigkeit des Flugzeugs relativ zur Erde je nachdem, ob es mit der Erddrehung oder ihr entgegen fliegt, verschieden ist. (Davon hatte Einstein nichts gesagt.) Die Ostreise dauerte 65,4 Std., davon 41,2 Std. Flugzeit. Die Westreise dauerte 80,3 Std., davon 48,6 Std. Flugzeit. Die Routen waren nicht die gleichen. Die Uhren waren gegen magnetische Einfl\u00fcsse, Druck- und Temperatur\u00e4nderungen gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Angewandt wurde eine Kombination der speziellen und der allgemeinen Relativit\u00e4tstheorie unter Addition ihrer Effekte. Dem Ansatz Einsteins widersprach der Versuch insofern, als Einstein hinsichtlich der speziellen Theorie eine gleichf\u00f6rmige und geradlinige Bewegung postuliert, hier aber die Bewegung st\u00e4ndig wechselte; ferner wirkte hier das Gravitationspotential dauernd \u00fcber die Flugh\u00f6he, nicht nur momentan an einem Wendepunkt wie bei Einstein, und es wirkte additiv. Als Unterlage wurden die Daten der Flugkapit\u00e4ne (H\u00f6he, Geschwindigkeit, geographische Breite usw.) verwendet. Die Ostreise wurde in 125 Intervalle, die Westreise in 108 Intervalle geteilt. Daraus wurden mittlere Daten berechnet.<\/p>\n<p>Eine weitere Vereinfachung der Berechnungen bestand darin, da\u00df der Gangfaktor nicht mit Quadratwurzel aus (1 &#8211; v\u00b2\/c\u00b2) sondern mit 1 &#8211; v\u00b2\/2c\u00b2 gew\u00e4hlt wurde. Dabei handelt es sich um eine N\u00e4herung zur Vermeidung von Rundungsfehlern bzw. endloser Dezimalstellen. Als Vergleichsuhr auf der Erde diente eine Normal-Atomuhr gleicher Bauart im Marine-Observatorium der USA. Die Autoren betonen jedoch, da\u00df eine Bodenuhr, weil sie sich mit der Erde dreht, nicht als ruhende Kontrolluhr verwendet werden kann. Man kann aber, sagen die Autoren, einen nichtrotierenden inertialen Raum zu dieser Uhr konstruieren. Die Geschwindigkeit der bewegten Uhr relativ zu diesem konstruierten System bestimmt ihr Gangverhalten. Der als Bezugssystem dienende hypothetische Raum entsteht aus Berechnungen, die bereits eine Verschiedenheit der Zeit im Flugzeug und am Boden voraussetzen. Es werden also schon ziemlich viele relativistische Hypothesen als Voraussetzungen der \u00dcberpr\u00fcfung der Relativit\u00e4tstheorie verwendet. Weiter wird vorausgesetzt, da\u00df die Bewegung den Uhrengang ontologisch beeinflu\u00dft (Relativit\u00e4tstheorie Nr. 2). Von Messungen durch relativ bewegte Beobachter mit Hilfe von Lichtstrahlen (Relativit\u00e4tstheorie Nr. 1) ist l\u00e4ngst keine Rede mehr.<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Anfrage von Ekkehard Friebe\u00a0an die Deutsche Physikalische Gesellschaft \u00fcber das Hafele-Keating Experiment hat in mehreren Diskussionsforen ein sehr hohes Interesse erweckt und gibt Anla\u00df zu zahlreichen und regen Austauschen. 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