{"id":322,"date":"2008-05-28T21:40:45","date_gmt":"2008-05-28T20:40:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=322"},"modified":"2010-05-01T16:52:15","modified_gmt":"2010-05-01T15:52:15","slug":"go-mueller-zum-hafelekeating-experiment","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2008\/05\/go-mueller-zum-hafelekeating-experiment\/","title":{"rendered":"G.O. Mueller zum Hafele\/Keating Experiment"},"content":{"rendered":"<p>Vor dem Hintergrund der <a href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=285\" target=\"_blank\">Anfrage von Ekkehard Friebe an Prof. Dr. Gerd Litfin, Pr\u00e4sident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft<\/a>, wiedergebe ich nachstehend eine kurze Bewertung der Forschungsgruppe G.O. Mueller \u00fcber das Hafele\/Keating Experiment, aus ihrem Buch <a href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/buch.pdf\" target=\"_blank\">\u00dcber die absolute Gr\u00f6\u00dfe der Speziellen Relativit\u00e4tstheorie<\/a>:<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote><p><strong>Kapitel 2 &#8211; Fehlerkatalog &#8211; D: Zeit &#8211; Fehler Nr. 7 &#8211; Seite 96-97<\/strong><\/p>\n<p><strong>Der Atomuhren-Transport von Hafele \/ Keating 1972 soll eine Zeitverz\u00f6gerung bewiesen haben<\/strong><\/p>\n<p>Der Transport von 2 Paaren von Atomuhren um die Erdkugel in D\u00fcsenflugzeugen, in Ost-West- und in West-Ost-Richtung, insgesamt f\u00fcnf Tage lang, hat nach dem Bericht von Hafele und Keating 1972 folgende Ergebnisse gebracht (kritische Zusammenfassung nach Louis Essen 1978): die Autoren haben nicht alle Daten mitgeteilt, haben statt Einzeldaten nur Durchschnittswerte f\u00fcr eine Durchschnittsuhr angegeben und nur eine nichtdefinierte Auswahl der Daten verwendet; es wurden jeweils Paare von Uhren transportiert, um Gangunterschiede zu erkennen: diese betrugen bis zu ca. 300 Nanosekunden zwischen den einzelnen Uhren eines Paares (also auf demselben Flug!); die von Hafele \/ Keating mitgeteilten Rohdaten f\u00fcr eine Durchschnittsuhr betrugen einen Zeitverlust von 132 Nanosekunden auf der West-Ost-Reise und einen Zeitgewinn von 134 Nanosekunden auf der Ost-West-Reise. Nach Korrekturberechnungen von Hafele \/ Keating soll die Durchschnittsuhr 59 Nanosekunden auf dem Flug nach Osten verloren und 273 Nanosekunden auf dem Flug nach Westen gewonnen haben und sich damit in enger \u00dcbereinstimmung mit den vorhergesagten Werten befinden.<\/p>\n<p>L. Essen beurteilt das Ergebnis als nicht aussagekr\u00e4ftig, weil die mitgeteilten Messwerte nur Durchschnittswerte sind und obendrein geringer sind als die Gangunterschiede der Uhrenpaare.<\/p>\n<p>Nach Galeczki \/ Marquardt 1997, S. 114-115, haben Hafele \/ Keating ihre Uhren w\u00e4hrend der Reise pers\u00f6nlich justiert und synchronisiert: ihre Daten sind deshalb v\u00f6llig wertlos und fallen unter die Kategorie des wishful thinking (nach Wesley 1983, S. 171-172).<\/p>\n<p>J. P. Wesley diskutiert den Zweck des Experiments: Hafele \/ Keating nahmen an, da\u00df die Geschwindigkeit der Reise eine Wirkung auf die Uhren hat im Sinne der behaupteten Zeitdilatation der SRT; die Autoren haben jedoch keine theoretische Rechtfertigung geliefert f\u00fcr die Annahme, da\u00df die relative Geschwindigkeit der Uhren in Bezug auf die Erdoberfl\u00e4che ihren Gang einmal verlangsamt und einmal beschleunigt.<\/p>\n<p>Unklar ist im \u00fcbrigen die Geltung jeglicher Ergebnisse eines Atomuhren-Transports um die Erde: die mehrt\u00e4gige Reise ist keine geradlinig-gleichf\u00f6rmige, sondern durch die Flugbahnkr\u00fcmmung st\u00e4ndig beschleunigte Bewegung, f\u00e4llt also nicht in das definierte Gebiet der SRT (wof\u00fcr das Ergebnis jedoch angeblich entscheidend sein soll!); die mehrt\u00e4gige Reise durch das ungleichm\u00e4\u00dfige Gravitationsfeld der Erde und durch das ungleichm\u00e4\u00dfige Magnetfeld der Erde k\u00f6nnte allenfalls in die Zust\u00e4ndigkeit der ART fallen, von der eine Interpretation in der kritischen Literatur nicht erw\u00e4hnt wird.<\/p>\n<p>Der von Hafele \/ Keating behauptete Unterschied in beiden Reiserichtungen kann in der SRT auch deshalb keine Erkl\u00e4rung finden, weil nach dem Relativit\u00e4tsprinzip die Richtungen der relativen Bewegungen keine Rolle spielen.<\/p>\n<p>Wenn zwei \u00fcberzeugte Relativisten ein Experiment allein und unkontrolliert durchf\u00fchren k\u00f6nnen, so mu\u00df die offizielle Schul-Physik um das Ergebnis des Experiments eigentlich nicht bangen. Die Nicht-Bekanntgabe s\u00e4mtlicher relevanten Einzeldaten, die Zusammenfassung zu Durchschnittswerten von &#8222;Durchschnittsuhren&#8220; (wo, bitte sch\u00f6n, gibt es eine Durchschnittsuhr?) und vor allem das eigenh\u00e4ndige Weg-Justieren der Gangunterschiede der Uhrenpaare sollten daf\u00fcr sorgen, da\u00df der Relativistik nichts B\u00f6ses zust\u00f6\u00dft. Aber alle Vorsichtsma\u00dfnahmen haben nichts genutzt: Hafele \/ Keating haben immer noch zuviel erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Wenn man wei\u00df, wer Louis Essen war, dann liest man seinen Bericht geradezu mit Vergn\u00fcgen: er ist der &#8222;Vater&#8220; (oder einer der V\u00e4ter) der Atomuhr und durchschaut, was die Experimentatoren mit &#8222;seinen&#8220; Uhren angestellt haben.<\/p>\n<p><em>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\nJ. C. Hafele, R. E. Keating: Around-the-world atomic clocks : observed relativistic time gains. In: Science. 177. 1972, S. 166-168; 168-70. &#8211; Essen, Louis: Relativity and time signals : &#8222;The theory is so rigidly held that young scientists dare not openly express their doubts&#8220;. In: Wireless world. 84. 1978, October, S. 44-45. &#8211; Wesley, James Paul: Causal quantum theory. Blumberg, BR: Benjamin Wesley, 1983. 405 S. &#8211; G. Galeczki, P. Marquardt: Requiem f\u00fcr die Spezielle Relativit\u00e4t \/ Georg Galeczki, Peter Marquardt. Frankfurt a. M.: Haag u. Herchen, 1997. 271 S.<\/em><\/p>\n<p>(G.O. Mueller)<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">&#8212;&#8212;-<\/span><\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<p>Folgende Autoren, die Einw\u00e4nde, Bedenken und kritische Argumente bzgl. dem Hafele\/Keating-Experiment vorgebracht haben wurden von der Forschungsgruppe G.O. Mueller (bzw. von Ekkehard Friebe\u00a0in seiner Anfrage) dokumentiert:<\/p>\n<p>Kelly, A.G.<br \/>\nTheimer, Dr. Walter 1985<br \/>\nRudakov, N. 1981<br \/>\nWesley, J.P. 1983<br \/>\nEssen, Louis 1978<br \/>\nGeorg Galeczki \/ Peter Marquardt, 1997<br \/>\nAgathangelidis, Antonis 2001<br \/>\nAspden, Harold 1980<br \/>\nHayden, Howard C. 1991<br \/>\nMcCarthy, Dennis J. 1997 u. 2001<br \/>\nMcCausland, Ian 1980<br \/>\nOliveira, E. C. de, 1989<br \/>\nRodrigues, Waldyr Alves, jr. 1988<br \/>\nSelleri, Franco 1998<br \/>\nWeitzel, Donald F. 1998<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor dem Hintergrund der Anfrage von Ekkehard Friebe an Prof. Dr. Gerd Litfin, Pr\u00e4sident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, wiedergebe ich nachstehend eine kurze Bewertung der Forschungsgruppe G.O. 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