{"id":2288,"date":"2009-04-15T07:47:39","date_gmt":"2009-04-15T06:47:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=2288"},"modified":"2009-04-28T15:50:50","modified_gmt":"2009-04-28T14:50:50","slug":"corinna-nadine-schulz-whistleblowing-in-der-wissenschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2009\/04\/corinna-nadine-schulz-whistleblowing-in-der-wissenschaft\/","title":{"rendered":"Corinna Nadine Schulz: Whistleblowing in der Wissenschaft"},"content":{"rendered":"<p>Eine Buchempfehlung:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Whistleblowing-Wissenschaft-Rechtliche-wissenschaftlichem-Fehlverhalten\/dp\/3832935118\" target=\"_blank\">Whistleblowing in der Wissenschaft<br \/>\nRechtliche Aspekte im Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten<br \/>\nCorinna Nadine Schulz<br \/>\n<\/a>Verlag: Nomos;\u00a0 1. Auflage (20. Oktober 2008)<br \/>\nISBN-10: 3832935118\n<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">\u00a0<\/p>\n<p>Siehe hierzu ein Artikel aus dem FAZ vom 25.02.09 <a href=\"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/whistleblowing-in-der-wissenschaft\/\" target=\"_blank\"><em>im Blog von Ekkehard Friebe<\/em><\/a>:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><strong>Wer den Plagiator verpfeift, mu\u00df mit Undank rechnen<\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Hinweise auf wissenschaftliches Fehlverhalten k\u00f6nnen zu erheblichen Repressalien gegen\u00fcber den Hinweisgebern f\u00fchren. Welchen Schutz kann und will das deutsche Recht bieten?<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">Was wissenschaftliches Fehlverhalten ist, muss von Disziplin zu Disziplin beantwortet werden. Zwischen Abschreiben, Datendiebstahl und vorget\u00e4uschten Therapieerfolgen liegen viele M\u00f6glichkeiten. Es hat aber lange gedauert, bis sich die empirische Normalit\u00e4t des Versto\u00dfes gegen die Normen der Forschung in der allgemeinen Wahrnehmung durchgesetzt hat; gro\u00dfe F\u00e4lschungsskandale in den Naturwissenschaften waren die Vorreiter.<br \/>\n[&#8230;]<br \/>\nDie Hamburger Dissertation von Corinna Nadine Schulz ist dieser Idealfall, und w\u00e4re ohne die Assistentenzeit der Verfasserin beim Ombudsmann der Deutschen Forschungsgemeinschaft nicht denkbar (\u201eWhistleblowing in der Wissenschaft&#8220;. Rechtliche Aspekte im Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten, Baden-Baden, 2008). Schulz geht vom allgemeinen Arbeitsrecht aus und behandelt dann das eigentliche Whistleblowing in der Wissenschaft. Dem Leser wird auf diese Weise klar, dass hier strukturelle Defizite vorliegen, die durch einige Besonderheiten des Wissenschaftssystems potenziert werden. Auch Dieter Deiseroth, Richter am Bundesverwaltungsgericht, und Peter Derleder (Universit\u00e4t Bremen) sehen in ihrem Beitrag das Whistleblowing als gesellschaftspolitisches Problem und sehen zivil-rechtlichen Reformbedarf {\u201eWhistleblower und Denunziatoren&#8220;, Zeitschrift f\u00fcr Rechtspolitik, 41. Jg., 2008, Heft 8).<br \/>\n[&#8230;]<br \/>\nSchulz endet pragmatischer und fordert wie Deiseroth und Derleder Rechts\u00e4nderungen. Wo die beiden dem Gesetzgeber zuraten, rasch zu handeln, entfaltet sie ein beeindruckend differenziertes Panorama von erg\u00e4nzenden und vertiefenden Vorschl\u00e4gen. Wichtiger als zersplitterte Regelwerke mit zahllosen Schutzvorkehrungen sei die staatliche Schaffung von Anreizstrukturen f\u00fcr Arbeitgeber, damit diese organisationsinterne Verbesserungen vornehmen. Anders als bei den gerne parallelisierten Korruptionsf\u00e4llen helfen in der Wissenschaft aber Kronzeugenregelungen und Ma\u00dfnahmen zum Zeugenschutz kaum weiter. Immerhin kann man von ihnen lernen, dass die Motive des Anzeigenden sekund\u00e4r bleiben d\u00fcrfen. Institutionen brauchen eigene Whistleblower-Regelungen, und die Forschungsf\u00f6rderung k\u00f6nnte davon abh\u00e4ngig gemacht werden, dass es sie gibt. Gro\u00dfbritannien und die Vereinigten Staaten haben es vorgemacht.\n<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">Denn \u201eWhistleblowing&#8220; ist ein Fremdwort, dessen Erscheinen hierzulande neben einer Aufmerksamkeitsverschiebung auch einen internationalen Wissenstransfer im Recht signalisiert. Als Verhaltensvariante wurde es zuerst 1963 in Amerika so bezeichnet, und von dort sowie aus Gro\u00dfbritannien kommen nun auch die juristischen L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge und im Unternehmensrecht auch manche konflikttr\u00e4chtige Vorgabe. Man k\u00f6nnte die Vorreiterrolle beider L\u00e4nder mit der Struktur der dortigen Forschungsf\u00f6rderung erkl\u00e4ren: Wo die externen Geldgeber m\u00e4chtiger und empfindlicher sind, scheint das Wissenschaftsrecht eilfertig, deren rechtsethische Vorstellungen umzusetzen. Mancher mutige Verpetzer genie\u00dft dort ein Ansehen, von dem Whistleblower in Deutschland, vorsichtig formuliert, weit entfernt sind.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">(Milos Vec)<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">\u00a0<\/p>\n<p><strong>NB<\/strong>: Aus meiner Sicht liegt z.B. ein eindeutiger Fall von Fehlverhalten in der Wissenschaft mit dem dringenden Verdacht auf Datenmanipulation bei dem ber\u00fchmten Experiment von Hafele und Keating 1972 vor, das seit Jahrzehnten Anla\u00df zu weltweiten Einw\u00e4nde durch zahlreiche Wissenschaftler gegeben hat. Jedoch hat sich z.B. 2008 der Pr\u00e4sident der\u00a0Deutschen Physikalischen Gesellschaft, Prof. Dr. Gerd Litfin geweigert, diese ihm vorgetragenen Beschwerden zu untersuchen und hat ohne jegliche sachliche Pr\u00fcfung die Einw\u00e4nde forsch zur\u00fcckgewiesen, siehe\u00a0in diesem Blog: <a rel=\"bookmark\" href=\"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2008\/08\/deutsche-physikalische-gesellschaft-weder-wissenschaftlich-noch-glaubwurdig-noch-vertrauenswurdig\/trackback\/\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #8e1600;\"><em>Deutsche Physikalische Gesellschaft: Weder wissenschaftlich, noch glaubw\u00fcrdig, noch vertrauensw\u00fcrdig<\/em>. <\/span><\/a><\/p>\n<p>(Jocelyne Lopez)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Buchempfehlung: Whistleblowing in der Wissenschaft Rechtliche Aspekte im Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten Corinna Nadine Schulz Verlag: Nomos;\u00a0 1. Auflage (20. 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