{"id":148,"date":"2007-12-22T11:27:28","date_gmt":"2007-12-22T10:27:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=148"},"modified":"2009-06-21T20:31:26","modified_gmt":"2009-06-21T19:31:26","slug":"go-mueller-die-besondere-strategie-der-verleumderische-antisemitismus-vorwurf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2007\/12\/go-mueller-die-besondere-strategie-der-verleumderische-antisemitismus-vorwurf\/","title":{"rendered":"G.O. Mueller: Die besondere Strategie: der verleumderische Antisemitismus-Vorwurf"},"content":{"rendered":"<p>Zu dem allgemeinen Ungl\u00fcck der politischen Hetze kam mit dem Einbruch der antisemitischen Propaganda in die Fachliteratur die Zerst\u00f6rung der bis 1921 durchaus sachlichen physikalischen Diskussion. Obwohl es erwiesenerma\u00dfen nur vereinzelte F\u00e4lle waren, in denen physikalische Argumentationen mit antisemitischer Hetze verbunden worden sind, so machten die Relativisten daraus eine bis heute funktionierende Verleumdungskampagne, alle Kritiker seien offene oder heimliche Antisemiten, ihre Ver\u00f6ffentlichungen antisemitisches Geschmiere, auf das ein anst\u00e4ndiger Mensch nicht einzugehen braucht.<\/p>\n<p>Diese pauschale Verleumdung hat ca. 98 Prozent aller kritischen Autoren betroffen. die in ihrer physikalischen Kritik auch nicht ein einziges antisemitisches Wort geschrieben haben. Sie hat wahrscheinlich auch nicht unwesentlich zu der Verbitterung auf seiten der Kritiker \u00a0beigetragen und mu\u00df nach Wiederherstellung der Wissenschaftsfreiheit auf dem Felde der theoretischen Physik durch die f\u00fchrenden Gremien der Schulphysik \u00f6ffentlich widerrufen und mit einer Bitte um Vergebung verbunden werden: alle haben diese Vorw\u00fcrfe geh\u00f6rt und gewu\u00dft, da\u00df sie nur Verleumdung waren, und geschwiegen.<\/p>\n<p>Die Verleumdung als Antisemiten zeigt verst\u00e4ndlicherweise in dem Land, das den ungeheuerlichen V\u00f6lkermord begangen hat, bis heute Wirkung. Auf die einfache Frage an einen Physiker, ob es f\u00fcr die behaupteten Effekte der Speziellen Relativit\u00e4tstheorie empirische Beweise gebe, mu\u00dfte man in Deutschland noch 1990 mit der Gegenfrage rechnen, ob man etwa die Sache der Antisemiten unterst\u00fctzen wolle. Damit war die physikalische Frage beantwortet.<\/p>\n<p>Aus dem verleumderischen pauschalen Antisemitismus-Vorwurf gegen jegliche physikalische Kritik konnten die Relativisten in verschiedenster Hinsicht gro\u00dfen Gewinn ziehen:<\/p>\n<p>(1) Jede antisemitische Hetze auf politischem Feld bis hin zu Morddrohungen gegen Albert Einstein sowie die tats\u00e4chlich begangenen politischen Morde in der Weimarer Republik verlieh der Verleumdung der Kritiker in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung einen zus\u00e4tzlichen Grad an Wahrscheinlichkeit. Die pauschale Verleumdung und Diffamierung wurde kaum noch von irgend jemandem kritisch gepr\u00fcft.<\/p>\n<p>(2) Unterschwellig konnte dem Leser suggeriert werden: Die physikalische Theorie eines Mannes, der politisch derart verfolgt wird, kann gar nicht falsch sein, wenn nicht gar die politische Verfolgung die Richtigkeit der physikalischen Theorie noch wahrscheinlicher machte; und jeder Kritiker der Theorie schien mit den Antisemiten gemeinsame Sache zu machen. Diese Logik, auf die nat\u00fcrliche Sympathie mit dem unschuldig Verfolgten bauend, ist zwar der schiere Unsinn, aber in den K\u00f6pfen vieler Leute wirksam.<\/p>\n<p>(3) Der drohende Antisemitismus-Vorwurf setzt bei manchen Menschen, die verleumderische Vorw\u00fcrfe f\u00fcrchten, die ber\u00fchmte Schere im Kopf in Gang, die den Zensor ersetzt. So bleibt den Relativisten manche Arbeit mit Kontrolle, Unterdr\u00fcckung und Ausgrenzung von Kritik erspart.<\/p>\n<p>(4) Die Relativisten verkn\u00fcpften mit der erfolgreichen pauschalen Verleumdung unausgesprochen die moralische Befreiung von der Pflicht zur Auseinandersetzung mit jeglicher physikalischen Kritik ohne Ansehen der Person. Mit der Behauptung, ein Kritiker sei Antisemit oder eine Ver\u00f6ffentlichung sei antisemitisch, glaubten die Relativisten die Auseinandersetzung mit der vorgebrachten physikalischen Kritik ablehnen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Als Beweis f\u00fcr den vors\u00e4tzlich b\u00f6swilligen Charakter dieser st\u00e4ndig vorgebrachten Verleumdung kann der Fall des 1931 erschienenen Sammelwerks \u201e<em>100 Autoren gegen Einstein<\/em>&#8220; dienen, der kein einziges antisemitisches Wort enth\u00e4lt, was angesichts der Beteiligung mehrerer j\u00fcdischer Autoren und Herausgeber auch ziemlich unwahrscheinlich ist. Von mehreren Autoren der Relativistik wird dieses B\u00e4ndchen als antisemitisches Machwerk verleumdet.<\/p>\n<p>Albert Einstein selbst hat den Antisemitismus-Vorwurf diesem Sammelwerk gegen\u00fcber nicht erhoben, soll aber mit einem gleicherma\u00dfen merkw\u00fcrdigen Ausspruch darauf reagiert haben, dem Sinne nach: Wenn es etwas gegen seine Theorien vorzubringen g\u00e4be, dann h\u00e4tte auch ein Autor gen\u00fcgt. Weshalb er keinen Grund zu einer Beantwortung sehe. Die Tatsache, da\u00df viele Autoren ihre Kritik vortragen, mu\u00df in den Augen von Albert Einstein die Unerheblichkeit der Kritik beweisen.<\/p>\n<p>(G.O. Mueller)<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;<\/p>\n<p>NB: Zur konkreten und aktuellen systematischen Anwendung dieser Strategie in Internetforen siehe z.B. der Thread im Forum von Ekkehard Friebe: <a href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/friebeforum\/thread.php?threadid=295&amp;sid=b935e1d847e6ae6dc21b2bec18f02fa3\" target=\"_blank\">Unterdr\u00fcckung, Mobbing, Stalking<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu dem allgemeinen Ungl\u00fcck der politischen Hetze kam mit dem Einbruch der antisemitischen Propaganda in die Fachliteratur die Zerst\u00f6rung der bis 1921 durchaus sachlichen physikalischen Diskussion. 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