{"id":113,"date":"2007-12-01T09:59:28","date_gmt":"2007-12-01T08:59:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/?p=113"},"modified":"2007-12-01T10:03:04","modified_gmt":"2007-12-01T09:03:04","slug":"karl-popper-wir-intellektuellen-haben-schauerliche-dinge-gemacht-wir-sind-eine-grose-gefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2007\/12\/karl-popper-wir-intellektuellen-haben-schauerliche-dinge-gemacht-wir-sind-eine-grose-gefahr\/","title":{"rendered":"Karl Popper: Wir Intellektuellen haben schauerliche Dinge gemacht, wir sind eine gro\u00dfe Gefahr."},"content":{"rendered":"<p>In der <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.neundorf.de\/Kritik\/kritik.html\">Homepage von Wolfgang Neundorf<\/a> werden Ausz\u00fcge eines Interviews von Karl Popper mit der Zeitung &#8222;DIE WELT&#8220; zitiert:<\/p>\n<p><strong>Wolfgang Neundorf:<\/strong><\/p>\n<p>Erinnern wir uns doch eines Interviews, welches <strong>Karl Popper<\/strong> (1902-1994, siehe Foto) der Zeitung DIE WELT am 29. Januar 1990 gab (1991 ver\u00f6ffentlicht als Taschenbuch bei Ullstein unter dem Titel &#8222;<strong>Ich wei\u00df, da\u00df ich nichts wei\u00df &#8211; und kaum das<\/strong>&#8222;):<\/p>\n<p>&#8212;&#8211;<\/p>\n<p><strong>Popper<\/strong>: Wir Intellektuellen haben schauerliche Dinge gemacht, wir sind eine gro\u00dfe Gefahr. Wir bilden uns viel ein &#8211; wir wissen nicht, wie wenig wir wissen. Und wir Intellektuellen sind nicht nur anma\u00dfend, sondern auch bestechlich.<\/p>\n<p><strong>WELT<\/strong>: Materiell bestechlich?<\/p>\n<p><strong>Popper<\/strong>: Ich meine nicht nur mit Geld, sondern auch bestechlich durch Ansehen, Macht, Einflu\u00df und so weiter. Das ist leider so. Man m\u00fc\u00dfte auch hier eine neue Mode schaffen. Ich hoffe, da\u00df es f\u00fcr Intellektuelle einmal modern werden wird, bescheiden zu sein. Das ginge schon. Nat\u00fcrlich bin ich nicht der beste Mann, um eine neue Mode zu kreieren.<\/p>\n<p><strong>WELT<\/strong>: Welchen &#8222;Modetrend&#8220; erkennen Sie heute bei den Intellektuellen?<\/p>\n<p><strong>Popper<\/strong>: Sie machen aus Theorien Ideologien. Selbst in der Physik und in der Biologie gibt es leider viele Ideologien. [&#8230;] \u00dcberall, auch in diesen Fachbereichen, gibt es einen Dogmatismus, gegen den es schwierig ist, sich durchzusetzen. [&#8230;] Die Intellektuellen sind unkritisch und gehen mit den Moden, und es gibt einen starken Druck. Das hei\u00dft: Wer nicht mit der Mode geht, der steht bald au\u00dferhalb des Kreises derer, die ernst genommen werden.<\/p>\n<p><strong>WELT<\/strong>: W\u00fcrden Sie so weit gehen und sagen da\u00df durch diesen Anpassungsdruck die Wissenschaft gef\u00e4hrdet ist?<\/p>\n<p><strong>Popper<\/strong>: Ich bin ein begeisterter Anh\u00e4nger der Wissenschaft. Physik und Biologie sind f\u00fcr mich gro\u00dfartige Wissenschaften, und ich halte die meisten Physiker und Biologen f\u00fcr sehr gescheit und gewissenhaft. Aber: Sie stehen unter Druck. Diesen Druck gibt es erst seit dem zweiten Weltkrieg, seitdem so viel Geld f\u00fcr die Wissenschaft ausgegeben wird.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;<\/p>\n<p><strong>Wolfgang Neundorf<\/strong>: Diese Aussagen sind aktueller denn je. Gerade weil Popper alles andere als ein Wissenschaftsgegner und Technikfeind war, sollte man seine Aussagen durchaus ernst nehmen. Denn er erkannte eine Entwicklung &#8211; im und nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzend, wie er bemerkte -, die sich letztlich nicht unbedingt als f\u00f6rderlich f\u00fcr den wahren Erkenntnisfortschritt herausstellte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Homepage von Wolfgang Neundorf werden Ausz\u00fcge eines Interviews von Karl Popper mit der Zeitung &#8222;DIE WELT&#8220; zitiert: Wolfgang Neundorf: Erinnern wir uns doch eines Interviews, welches Karl Popper (1902-1994, siehe Foto) der Zeitung DIE WELT am 29. 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