Blog – Jocelyne Lopez

September 2006: G.O. Mueller schreibt an Frau Bundesministerin Annette Schavan über Wissenschaftsfreiheit nach GG Art. 5

Sehr geehrte Frau Ministerin,

als wir im Oktober 2005 unseren „Offenen Brief“ über die Wissenschaftsfreiheit auch an Sie richteten, ging er an die Bundestagsabgeordnete, und jetzt haben Sie auf die Email-Nachfrage unserer Partnerin, Frau Jocelyne Lopez, als zuständige Ministerin antworten lassen, was wir als ein gutes Omen nehmen wollen, und wofür wir Ihnen aufrichtig danken, haben doch von 614 Bundestagsabgeordneten, auch nach der Email-Rückfrage unserer Partnerin, Frau Jocelyne Lopez, vom Juli dieses Jahres bisher insgesamt nur 3 Abgeordnete auf unseren „Offenen Brief“ vom Oktober 2005 reagiert. Die Forderung nach Einführung des Grundrechts auf Freiheit der Forschung und Lehre im Fachgebiet der Theoretischen Physik scheint im Deutschen Bundestag bisher auf kein nennenswertes Interesse zu stoßen.

Um so mehr danken wir Ihnen für die Antwort, die allerdings etwas merkwürdig ausgefallen ist (wir legen sie in Kopie bei): Herr Professor Jürgen Richter teilt uns im Auftrag nur mit, was wir selbst bereits im Oktober 2005 in unserem „Offenen Brief“ an Sie ausgeführt hatten:

– daß wir unsere Dokumentation gedruckt, auf CD und im Internet bekanntgemacht haben;
– daß wir von unserem Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch machen;
– und daß Politiker nicht über physikalische Theorien entscheiden müssen.

Dieses uninformative Antwortschreiben beweist also nur die Fähigkeit, auf nicht gestellte Fragen zu antworten und die gestellten Fragen zu ignorieren. Wir können nicht glauben, daß solche mißlungenen Ausfluchtversuche in Ihrem Sinne sind. Wir glauben aus Ihrer Amtsführung durchaus die Bereitschaft zu klaren Stellungnahmen zu erkennen und bitten Sie höflichst, eine klare Stellungnahme auch unserem Projekt zukommen zu lassen. Wir hoffen, daß das nicht zu viel verlangt ist, da wir uns immerhin die Mühe gemacht haben, als Beweisstück erstmals eine bisher einzigartige Dokumentation vorzulegen.


Damit Sie selbst sofort eine erste Vorstellung vom Charakter unserer Dokumentation gewinnen können, legen wir diesem Schreiben einen Teilausdruck unserer Dokumentation bei. Er enthält die ersten 3 Kapitel noch in der ersten Textversion 1.1, die wir anfangs u. a. an einige Evangelische Akademien versandt hatten; der Text dieser Kapitel ist in der neuen Textversion 1.2 von 2004 weitgehend unverändert geblieben. Damit Sie auch von dem Charakter unserer Literaturdokumentation selbst einen Eindruck gewinnen können, legen wir auch den Ausdruck von ein paar Beispielseiten aus dem zentralen Kapitel 4 bei (die Seiten 799-826). Sie sind der neueren Textversion 1.2 entnommen. Das Kapitel 4 ist der Kern der Dokumentation, auf den sich alle Erkenntnisse, Schlußfolgerungen und Forderungen gründen. Die beigefügte CDROM enthält zu Ihrer Information die jüngsten Veröffentlichungen des GOM-Projekts. Zum jetzt erfolgten Start der Präsentation unserer Dokumentation auf internationaler Ebene haben wir eine englischsprachige Einführung in das Forschungsprojekt und die Dokumentation produziert (G. O. Mueller: 95 Years of Criticism …) und einen ersten offenen Brief an 298 Adressaten in 11 Ländern Europas und der USA gerichtet (G. O. Mueller: First Open letter …).

Wir bitten Sie höflichst, unseren Arbeitsergebnissen, die wir seit Dezember 2001 kontinuierlich immer mehr Vertretern der Öffentlichkeit in Deutschland und jetzt auch in anderen Ländern vorlegen, die Ehre einer Antwort zuteil werden zu lassen. Die Fragen unseres „Offenen Briefes“ v. 28.10.05 lassen sich in wenigen Zeilen zusammenfassen und ermöglichen klare Antworten:

1. Gibt es eine Tradition der Theoriekritik seit 95 Jahren? – Ja oder nein?
2. Ist diese Theoriekritik seit 80 Jahren unterdrückt und verleumdet worden? – Ja oder Nein?
3. Ist diese Theoriekritik in der wissenschaftlichen Diskussion argumentativ ausgeräumt worden? – Ja oder Nein?
4. Kommen in der wissenschaftlichen Diskussion der theoretischen Physik zur Speziellen Relativitätstheorie – wie in der Wissenschaft allgemein üblich – Minderheitsmeinungen fachlich und öffentlich zur Sprache? – Ja oder Nein?
5. Haben die Amtsinhaber der theoretischen Physik mit der Diskriminierung und dem Boykott von kritischen Minderheitsauffassungen durch deren Ausschluß aus der wissenschaftlichen Diskussion und damit den Ausschluß der Kritiker von den Grundrechten massenhaft ihre Amtseide auf das Grundgesetz gebrochen? – Ja oder Nein?
6. Sind die Wissenschaftsredaktionen der deutschen Tagespresse, der Zeitschriften und der elektronischen Massenmedien zur Unterdrückung der Theoriekritik erfolgreich gleichgeschaltet worden? – Ja oder Nein?
7. Herrscht in allen Bereichen unserer Gesellschaft (mit der einzigen Ausnahme: Internet) – also in Universitäten, Massenmedien, Schulen, allgemeinen und fachlichen Zeitschriften, Verlagsprogrammen – bezüglich dieser einen Theorie eine von dieser gesetzwidrigen Zensur verordnete Friedhofsruhe? – Ja oder nein?
8. Wird schon in den Schulen von den Fachlehrern mit pädagogischem Notendruck ein gegebenenfalls auch heuchlerisches Bekenntnis der Schüler zur Theorie verlangt und durchgesetzt, weil jeder, der kritisiert. für dumm erklärt wird? – Ja oder Nein?
9. Werden Zweifel der Schüler von vornherein abgekanzelt und damit bei den Schülern (und übrigens auch bei den Lehrerkollegen der anderen Fächer) Duckmäusertum und Opportunismus gezüchtet? – Ja oder Nein?
10. Wird die Öffentlichkeit durch das jahrzehntelange Verschweigen der Existenz einer kritischen Tradition betrogen? – Ja oder Nein?

Wir beantworten die Fragen 3 und 4 mit „Nein„, alle anderen Fragen mit „Ja„. Wir glauben, daß die Beweise für unsere Beantwortungen mit etwas Arbeitsaufwand, aber mit großer Sicherheit zu liefern sind, weil mit unserer Dokumentation das wichtigste Material bereitliegt.

Von einer Bundesministerin, die mit ihrem Ministerium einen ausreichenden Apparat zu ihrer Verfügung hat, sollten Bundesbürger in ihrem Kampf um ein Grundrecht zumindest eine klare Antwort erwarten dürfen, damit sie ihre weiteren Schritte vernünftig planen können. Wir haben vorstehend die 10 wichtigsten Fragen formuliert. Nun kann sie auch beim besten Willen niemand mehr überlesen oder ignorieren.

Um ganz sicher zu gehen, wollen wir noch feststellen: Es geht nicht um unsere persönliche Meinungsfreiheit als Kritiker, daß wir auf einsamen Waldspazierwegen in Selbstgesprächen eine gewisse physikalische Theorie kritisieren dürfen. Wir tun dies sogar schon in offenen Briefen an die Bundestagsabgeordneten und an Medienvertreter. Es geht vielmehr um die Freiheit der Wissenschaft, die ohne diese Freiheit der Diskussion Gefahr läuft, Fehlerhaftes zu produzieren und durch die Lehre dieses Fehlerhafte in die Köpfe der Abhängigen und einer vertrauensseligen Allgemeinheit zu prägen. Nur eine Wissenschaft, in deren Diskussionen die kritische Minderheitsmeinung stets gegenwärtig ist, kann die Gefahr von Fehlentwicklungen bannen. Deshalb muß ein öffentliches Interesse an der Verwirklichung der Grundrechte auch auf dem Gebiet der theoretischen Physik bestehen.

Eine Ministerin als Organ der Exekutive hat mit der Rechtsaufsicht, der Fachaufsicht und der Dienstaufsicht – wie immer sich diese Funktionen in der Hierarchie der Zuständigkeiten verteilen mögen – die entscheidenden Instrumente zur Verfügung und damit eine große Verantwortung dafür, Fehlentwicklungen im geistigen Leben zu entdecken und gegebenenfalls zu korrigieren. Wir hoffen, daß wir von einer Ministerin nicht an andere Zuständigkeiten verwiesen und damit auf den Holzweg bürokratischer Verhinderungsstrategien geschickt werden.

Die Fragen sind gestellt, die Zuständigkeit eines Bundesministeriums für Bildung und Forschung ist gegeben. Mehr kann man demokratisch nicht tun. Nun sind die höchsten Repräsentanten unserer Demokratie am Zuge. Wir werden die Antworten auf unsere Fragen durch eine sehr sorgfältige Prüfung zu würdigen wissen. Wir wollen gern anerkennen, daß die von unserem Forschungsprojekt ans Tageslicht beförderten Probleme bei unseren Adressaten höchst unwillkommen sein werden. Angesichts der ungeheuren Relativitäts-Propaganda seit Jahrzehnten werden unseren Adressaten die vom Projekt vorgelegten Befunde zunächst völlig unglaublich und widersinnig erscheinen. Das sollte aber niemanden von einer nüchternen, sachlichen Prüfung abhalten.

Unsere Fragen werden natürlich auch auf den größten Unwillen und massivsten Widerstand der Physikmachthaber und aller ihrer kompromittierten Parteigänger in den Universitätsinstituten, Fachzeitschriften, Fachverlagen, Wissenschaftsredaktionen von Zeitungen, Zeitschriften und AV-Medien und natürlich auch in Bundesministerien stoßen. Wer bisher immer die Großartigkeit der Theorie gerühmt hat, wird nicht zugeben wollen, daß eine öffentliche Nachprüfung nötig ist.

Wir erkennen an, daß es Selberdenken, soziale Unabhängigkeit, intellektuelle Integrität und Mut erfordert, sich unseren Fragen öffentlich zu stellen. Irgendwann wird es aber jemand tun müssen. Die Dokumentation wird durch Liegenlassen nicht schlechter, auch geraten die Fragen durch Nichtbeantwortung keineswegs in Vergessenheit. Wenn nicht wir, dann werden unsere Nachfolger irgendwann einmal Antworten auf die gestellten Fragen erhalten, zu denen dann wohl noch weitere Fragen kommen werden.

Wir glauben, daß es im Interesse einer demokratischen Gesellschaft liegen muß, wenn es einen Betrug der Allgemeinheit geben sollte, ihn so schnell wie möglich aufzudecken und zu beenden. Unser „Offener Brief“ und die darauf erforderlichen öffentlichen Antworten sollen diesen Prozeß gegen alle Widerstände in Gang bringen und beschleunigen. Weitsichtige Politik, die über den Zeitrahmen von Legislaturperioden hinausdenken kann, sollte daher die Problematik prüfen und gegebenenfalls unverzüglich handeln.Wenn eine sorgfältige Prüfung ergeben sollte, daß unsere Dokumentation und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen haltlos sind, werden sich alle Zuständigen beruhigt zurücklehnen können – aber erst dann!

Im Jahr 2002 hatten wir unsere Dokumentation bereits zum ersten Mal der bundesdeutschen Exekutive zugestellt: mehreren Bundesministern, Bund-Länder-Gremien und den zuständigen Landesministern. Am 3.10.02 hatten wir unsere Dokumentation auf CDROM, Ex.-Nr. 126, auch an das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Stuttgart gesandt.

Im Jahr 2004 hatten wir dann erstmals auch der Legislative, nämlich allen ca. 70 Parlamentsfraktionen in allen deutschen Parlamenten, unsere Dokumentation zugestellt.

Damals hatten wir allerdings noch nicht Herrn Friebe und Frau Lopez als erklärte Partner unseres Projekts in der Kommunikation mit der Öffentlichkeit gefunden, so daß damals eine Rückantwort unserer Adressaten sehr aufwendig gewesen wäre. Diese Situation hat sich jetzt durch unsere Partner völlig gewandelt, die unser Projekt aus Überzeugung unterstützen und die Anonymität des Projekts als Schutz für das gesamte Vorhaben respektieren. Wir haben die begründete Hoffnung, auch im Ausland auf selbstlose Unterstützung aus Überzeugung von der Notwendigkeit und Dringlichkeit des Projekts zu treffen.

Falls es Sie befremdet, daß unser Forschungsprojekt anonym bleibt und nur über seine Partner mit der Öffentlichkeit kommuniziert, so bitten wir Sie um Verständnis für unsere Befürchtung, daß die verschiedenen bundesdeutschen „Forschungsorganisationen“ – nach der bisherigen großartigen Unterdrückung und Verleumdung jeglicher Kritik – sicher ihre Steuergroschen-Forschungsgelder ausgeben würden, um uns mundtot zu machen. Einer solchen weiteren Verschwendung von Steuergeldern zur Torpedierung von Grundrechten der Kritiker dürfen wir keine Gelegenheit bieten. Die 13 Millionen Euro Bundesmittel zur Feier einer haltlosen Speziellen Relativitätstheorie und zur Erstickung jeglicher kritischer Gedanken im Physikjahr 2005 waren genug.

Falls Sie unsere Befürchtungen für übertrieben halten sollten, möchten wir nur daran erinnern, daß eine unserer Forschungsgesellschaften heute nach dem Mann benannt ist, der als „Reichskanzler der Physik“ die Unterdrückung der Theoriekritik seit 1922 organisiert und den Betrug der Öffentlichkeit begonnen hat, darin unterstützt von einigen anderen autoritären Nobel-Hüten. Nur weil der Betrug von „allerhöchster Stelle“ in der akademischen Physik organisiert wurde, konnte er gelingen und die gesamte Gesellschaft bis heute durchdringen. Die Physikgeschichte des 20. Jahrhunderts birgt mit der akademischen Propagierung der Speziellen Relativitätstheorie einen der spannendsten Kriminalfälle. Die heute noch handelnden und profitierenden Personen würden es natürlich nicht gern sehen, wenn sie auf die Bühne gebeten und nach ihrer Verantwortung befragt werden. Irgendwann wird es dennoch geschehen.

Wir werden den vorliegenden „offenen Brief“ erst einen Monat nach Absendung an Sie zur Veröffentlichung im Internet freigeben. Wenn Sie bis dahin an die Adresse unserer Partner vielleicht einen Zwischenbescheid senden könnten, daß Sie unser Vorbringen sachlich prüfen lassen werden, würden wir den Zwischenbescheid gern zusammen mit unserem „offenen Brief“ veröffentlichen. Daß eine sachgerechte Prüfung und Stellungnahme zu unseren 10 Fragen einige Zeit zur Bearbeitung verlangen, versteht sich von selbst. Nach 80 Jahren Unterdrückung soll es aber jetzt nicht an Zeit für eine sorgfältige Untersuchung fehlen.

Mit freundlichen Grüßen –
G. O. Mueller

http://www.ekkehard-friebe.de/060921gom_schavan.pdf



Comments

  1. April 25th, 2008 | 19:35

    […] auch natürlich sorgfältig vermieden, den Fragekatalog der Forschungsgruppe G.O. Mueller in ihrer Offenen Brief vom September 2006 zu beantworten, versteht sich, wie zum Beispiel folgende Fragen: 2. Ist diese Theoriekritik seit […]