Blog – Jocelyne Lopez

Oktober 2007: G.O. Mueller schreibt an Frau Karin Lochte, Vorsitzende der Wissenschaftlichen Kommission

Offener Brief über Mut zu schrägen Ideen
und Mut zur Freiheit der Wissenschaft
an die Wissenschaftskommission des Wissenschaftsrates

Betr.: Freiheit der Wissenschaft nach Grundgesetz Art. 5, Abs. 3

Bezug: Ihr Interview mit dem TAGESSPIEGEL v. 12.9.07: „Öfter Mut zur schrägen Idee haben

Anlage: CDROM „Offener Brief über Wissenschaftsfreiheit an 100 Professoren der Humboldt-Universität Berlin und an 100 Professoren der Technischen Universität Dresden“ ; enthält außerdem sämtliche aktuellen Veröffentlichungen des Forschungsprojekts „95 Jahre Kritik der Speziellen Relativitätstheorie (1908-2003)

Sehr geehrte Frau Lochte,

wir nehmen höflichst Bezug auf das obengenannte Interview, in dem Sie mehrere sympathische Grundsätze befürworten, wie z. B.

– die Identifikation von „Einzelpersonen … , die gegen den Strom schwimmen„;

– die Kritik, daß viele Wissenschaftler und Gutachter im Elitewettbewerb „Moden folgen„;

– die Aufforderung, „vielmehr Themen anzupacken, die auf den ersten Blick verrückt erscheinen„;

– die Anregung, „man sollte öfter den Mut haben, die schräge Idee, die Innovation zu fördern„.

Ihre Äußerungen haben uns geradezu elektrisiert, denn sie entsprechen vollkommen auch unseren Erwartungen an die Wissenschaften, weshalb wir uns zu diesem „Offenen Brief“ entschlossen haben, um Ihnen die von unserem Forschungsprojekt aufgedeckte Problematik vorzutragen, mit der höflichen Bitte um Information des Gremiums, in dem Sie den Vorsitz innehaben, und um Prüfung unserer Dokumentation und der darauf begründeten Forderungen.

Was uns weiterhin so beeindruckt, ist die Tatsache, daß Ihre Äußerungen aus einem Gremium kommen, dem wir bereits zweimal unsere Veröffentlichungen zugesandt haben, und bisher zweimal vergeblich:

– am 3. Juni 2002 sandten wir dem Wissenschaftsrat eines der seltenen Druckexemplare aus der kleinen Manuskriptauflage unserer Dokumentation 2001 (Ex.-Nr. 63) an die Adresse Brohler Str. 11, D-50968 KÖLN;

– am 22. Nov. 2003 sandten wir den gedruckten SRT-Forschungsbericht v. November 2003 an dieselbe Adresse.

Da sich in den seither vergangenen 5 Jahren an der Aktualität unseres Vorbringens nichts geändert hat, und um Ihnen die Suche in der Registratur Ihres Hauses zu ersparen, geben wir hier den Text unseres Briefes v. 3. Juni 2002 vollständig und unverändert wieder:

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G. O. Mueller im Juni 2002

An den WissenschaftsratBrohler Str. 11
D-50968 KÖLN

Betr.: Unsere Dokumentation: G. O. Mueller: Über die absolute Größe der Speziellen Relativitätstheorie.
Ein dokumentarisches Gedankenexperiment.
Textversion 1.1 – Unverkäufliches Manuskript.
Umfang: 1005 Seiten.
Oktober 2001
Anlage: Ein Exemplar der Dokumentation, Nr. 063

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erlauben wir uns, den Wissenschaftsrat mit unserer obengenannten Dokumentation bekanntzumachen, die die wissenschaftspolitischen Zustände auf dem Gebiet der theoretischen Physik darlegt, insbesondere in Deutschland seit 1922. Diese akademischen Zustände sind anscheinend noch keinem Physiker, keinem Wissenschaftshistoriker und keinem Wissenschaftssoziologen aufgefallen: unsere Dokumentation könnte daher für die Öffentlichkeit Nachrichtenwert haben. Da es Aufgabe des Wissenschaftsrats ist, Empfehlungen zur inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung in der Bundesrepublik zu geben, ist er ein entscheidendes Gremium für die von uns aufgeworfene Problematik.

Wir bitten Sie höflichst, die Stichhaltigkeit unserer Dokumentation nachzuprüfen und bei einem positiven Ergebnis der Nachprüfung sich für eine öffentliche Diskussion und für die Wiedereinführung der Wissenschaftsfreiheit auf dem Gebiet der theoretischen Physik einzusetzen; diese Wissenschaftsfreiheit soll zwar seit der Geltung des Grundgesetzes in der Bundesrepublik Deutschland als ein Grundrecht verankert sein, steht für die Physik allerdings nur auf dem Papier.

Der Wissenschaftssoziologie und Wissenschafts-geschichte eröffnet sich damit übrigens ein hochinteressantes Feld der Forschung, warum diese Situation eingetreten und wer dafür historisch und aktuell verantwortlich ist. In der offiziellen theoretischen Physik wird seit 1922 jegliche Kritik der speziellen Relativitätstheorie durch Verschweigen und Verleumden unterdrückt, um eine unhaltbare Theorie zu schützen, deren Hinfälligkeit vor der Öffentlichkeit nur durch Abschaffung der Wissenschaftsfreiheit verborgen werden kann. Die im Größenwahn der Zwanziger Jahre betriebene Heiligsprechung der Theorie und ihres Urhebers hat zu einer dogmatischen Erstarrung der Physik und Einstellung jeglicher kritischer Forschung geführt. Wenn die Vertreter der Relativistik an ihre eigene Propaganda glauben, hätten sie von einer freien Diskussion eigentlich nichts zu befürchten.

Bei der Abschaffung der Wissenschaftsfreiheit geht es durchaus auch um öffentlich-rechtliche Belange, denn die theoretische Physik in der Bundesrepublik wird fast ganz aus Steuergeldern alimentiert, die von den Machthabern der Physik dazu verwendet werden, die Kritiker zum Schweigen und die mögliche Forschung darüber zum Stillstand zu bringen: ein klarer Mißbrauch von Steuergeldern, die eigentlich der Forschung dienen sollen, die nur in Freiheit und nur durch Kritik vorangetrieben werden kann. So weit die handelnden Personen Beamte sind, haben sie einen Eid auf die Verfassung abgelegt und müßten jederzeit für die Wahrung der Grundrechte eintreten, zu denen nicht zuletzt die Freiheit von Forschung und Lehre gehört.

Die von der Öffentlichkeit unbemerkte Abschaffung der Wissenschaftsfreiheit auf dem Felde der theoretischen Physik und das Andauern dieses Zustands über viele Jahrzehnte müßten eigentlich auf großes Interesse stoßen in einer Gesellschaft, die sich gerade mit wissenschaftspolitischen Fragen von einiger Tragweite beschäftigt und sogar vorgibt, in den Naturwissenschaften ethische Gesichtspunkte zu bedenken. Vielleicht sind aus der Ethik der Physiker in den letzten 80 Jahren nicht uninteressante Schlüsse zu ziehen auf die Art und Weise, wie Naturwissenschaftler die Öffentlichkeit behandeln, wenn sie sich unkontrolliert fühlen.

Als Fachleute wissen Sie, wie das Physik-Establishment mit Dissidenten umgeht. Deshalb möchten wir unsere besten Wünsche für Ihre Arbeit und unsere freundlichen Grüße bis zur Wiedereinführung der Wissenschaftsfreiheit nur unbekannterweise und mit größter Diskretion zum Ausdruck bringen.
(Stempel)

Hinweis: Ein materieller Transferweg zur Forschungsstelle ist nicht vorgesehen. Die Absenderadresse auf dem Umschlag hat keine Bedeutung.

[Zitatende]

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 Nach einem längeren Vorlauf hatte unser Projekt im Dezember 2001 mit der Veröffentlichung der Ihrem Gremium seit 2002 vorliegenden Dokumentation begonnen, die die vollständige Unterdrückung der Wissenschaftsfreiheit bezüglich der Speziellen Relativitätstheorie im Fachgebiet „Theoretische Physik“ seit der Geltung des Grundgesetzes nachweist. Inzwischen haben wir die Dokumentation und die Forderung nach endlicher Einführung der Wissenschaftsfreiheit in diesem Fachgebiet an ca. 1770 Adressaten im öffentlichen Leben der Bundesrepublik und auch an einige weitere Adressaten im Ausland zugestellt. Darunter in der Bundesrepublik an
– Redaktionen von ca. 60 Zeitungen und Zeitschriften,
– ca. 100 Publizisten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens,
– die Kultus- bzw. Wissenschaftsministerien der Länder und des Bundes,
– alle diesbezüglichen gemeinsamen Gremien der Länder und des Bundes,
– alle 72 Vorstände und Parlamentsfraktionen der Parteien im Bundestag und in allen Länderparlamenten,
– alle 614 Bundestagsabgeordnete,
– 221 Journalisten von drei Zeitungen (FAZ, SZ, taz) und einem Nachrichtenmagazin (SPIEGEL),
– 100 Professoren der Humboldt-Universität zu Berlin und 100 Professoren der TU Dresden.

Die Veröffentlichungen des Forschungsprojekts sind außerdem ca. 130 Bibliotheken in der Bundesrepublik (und in geringerem Umfang auch im Ausland) unentgeltlich für die allgemeine Benutzung durch die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt worden.

Bisher hat sich keiner der Adressaten am Nachweis der vollständigen Unterdrückung eines Grundrechts auch nur im geringsten interessiert gezeigt. Die Öffentlichkeit über die Existenz einer starken kritischen Tradition und ihre Unterdrückung bis zum heutigen Tage zu informieren, wagt niemand. Auch der Wissenschaftsrat hat sich seit 2002 nicht gerührt. Insgesamt halten alle obengenannten Adressaten es anscheinend für richtig, auf dem Gebiet der theoretischen Physik weiterhin

– das Grundrecht der Wissenschaftsfreiheit zu verweigern,

– damit die Amtsträger in Forschung und Lehre ihre Amtseide brechen zu lassen,

– jegliche Kritik der Speziellen Relativitätstheorie zu unterdrücken und, wo das Unterdrücken nicht mehr gelingt,

– die dennoch erschienenen kritischen Werke von der Rezeption in Literaturnachweisen und Fachveröffentlichungen auszuschließen,

– die Kritiker der Speziellen Relativitätstheorie von der Mitarbeit und von Ämtern in Forschung und Lehre, von der Teilnahme an der wissenschaftlichen Fachdiskussion und von Vorträgen auf Kongressen auszuschließen und damit – kritischen Menschen die freie Berufswahl in Forschung und Lehre zu versagen und – den Betrug der Öffentlichkeit durch das Zensurschweigen der Presse fortzusetzen.

Anscheinend sind sich alle Adressaten darin einig und bereit, diese Zustände in dem Fachgebiet und in unserer Gesellschaft bis in alle Ewigkeit zu zementieren.

Uns erscheint diese geschlossene Front zur Fortsetzung des Unrechts in unserer angeblich demokratisch, rechtsstaatlich und pluralistisch organisierten Gesellschaft ziemlich bizarr und obendrein unrealistisch. Der Zusammenbruch dieses wissenschaftlichen Systems der Unfreiheit und seines Unterstützernetzwerks in der Presse und in allen Gremien und Bildungseinrichtungen der Republik kann nach unserer Beurteilung der Lage zwar aufgeschoben werden, wird dann aber eines Tages einen um so größeren Kreis der Mitwisser und Mitverantwortlichen auf die Bühne der Öffentlichkeit transportieren. Obwohl wir in unseren Rundschreiben und „Offenen Briefen“ eigentlich nur Selbstverständlichkeiten fordern, haben wir vergeblich an die Verantwortlichen appelliert, die ahnungslose Öffentlichkeit zu informieren, die Rechtsverweigerungen und Rechtsbrüche zu beenden und in dem Fachgebiet die offene wissenschaftliche Diskussion, wie sie vor 1922 geherrscht hat, wiedereinzuführen.

Da werden Sie nachvollziehen können, daß Ihre Thematisierung von „Einzelpersonen … , die gegen den Strom schwimmen„, die keinen „Moden folgen„, sondern „vielmehr Themen anzupacken, die auf den ersten Blick verrückt erscheinen“ , und daß „man öfter den Mut haben [sollte], die schräge Idee, die Innovation zu fördern“ uns aufs äußerste überrascht und geradezu verblüfft hat. Wenn Sie diese Leitgedanken wirklich ernstnehmen, woran zu zweifeln wir keinen Grund haben, so müßten Sie sich eigentlich für die von unserem Projekt zutage geförderte Problematik interessieren, da die Verantwortlichen der theoretischen Physik auf Ihren schönen Zielvorstellungen offensichtlich und vorsätzlich herumtrampeln.

Die Kritiker der Speziellen Relativitätstheorie zahlen seit 1922 durch den vollständigen Ausschluß der Minderheitsauffassungen aus der „Wissenschaft“ der theoretischen Physik einen hohen Preis für den von Ihnen gepriesenen Mut, mit schrägen Ideen gegen den Strom zu schwimmen, Innovationen zu entwickeln und Themen anzupacken, die auf den ersten Blick verrückt erscheinen.

Der Preis besteht darin, daß ihnen die freie Berufswahl (eigentlich auch rechtlich zugesichert) als „Physiker“ in Forschung und Lehre konsequent verwehrt wird, ihre kritischen Arbeiten in keiner Fachzeitschrift und in keinem Fachverlag veröffentlicht werden dürfen, sie keine Vorträge auf wissenschaftlichen Kongressen halten dürfen, sie in keiner Wissenschaftsredaktion unserer Medien und in keiner Lehrerausbildung geduldet werden, dafür aber von der akademischen „Wissenschaft“ reichlich mit Verleumdungen bedacht werden als Dummköpfe, Ewiggestrige, Reaktionäre, Antisemiten, Nazis, Verrückte, Geisteskranke, Psychopathen, Quertreiber und was dergleichen Nettigkeiten mehr sind, die dann gern auch aus dem englischen Vokabular ergänzt werden mit Cranks, Crackpots, fringe physicists usw., weil die deutsche Sprache zur nötigen Beleidigung der Kritiker gar nicht mehr ausreicht. Die Beleidigung der Kritiker ist nämlich die einzige Strategie der Physiker zur Verteidigung ihrer heiligen Theorie.

Die von uns aufgedeckten Zustände müssen bei unseren Adressaten, sofern sie ahnungslos sind, natürlich zunächst  auf Zweifel und Ungläubigkeit stoßen. Kein Mensch kann sich vorstellen, daß wirkliche Wissenschaftler solche Zustände hinnehmen würden: kein Literaturwissenschaftler, kein Soziologe, kein Mediziner und wohl auch kein Meeresforscher könnte sich solche Zustände in seinem Fach vorstellen. In der theoretischen Physik dagegen gelten nur strikte Hierarchie und Heiligenverehrung, und da die Forschung dort viel mehr Geldmittel erfordert und überwiegend in großen Teams organisiert ist, kann keiner der Abhängigen sich dem Götzendienst verweigern, so daß sich die Mehrheit des Faches 1922 das Fach selbst als Beute nehmen und alle kritischen Minderheitsauffassungen vollständig ausschließen konnte; da ergänzend auch allen Fachfremden jedes kritische Nachprüfen verwehrt wird, konnte diese kalte Machtergreifung von der Öffentlichkeit 1922 unbemerkt über die Bühne gehen und bis heute – 6 Jahre nach Veröffentlichung unserer Dokumentation – vor der Öffentlichkeit verborgen werden.

Wir können daher den zweiten Absatz unseres Briefes von 2002 heute als unverändert zutreffend an Sie und Ihre Kollegen im Gremium wiederholen:

Wir bitten Sie höflichst, die Stichhaltigkeit unserer Dokumentation nachzuprüfen und bei einem positiven Ergebnis der Nachprüfung sich für eine öffentliche Diskussion und für die Wiedereinführung der Wissenschaftsfreiheit auf dem Gebiet der theoretischen Physik einzusetzen; diese Wissenschaftsfreiheit soll zwar seit der Geltung des Grundgesetzes in der Bundesrepublik Deutschland als ein Grundrecht verankert sein, steht für die Physik allerdings nur auf dem Papier. Der Wissenschaftssoziologie und Wissenschaftsgeschichte eröffnet sich damit übrigens ein hochinteressantes Feld der Forschung, warum diese Situation eingetreten und wer dafür historisch und aktuell verantwortlich ist.

Alle unsere Veröffentlichungen und auch die jetzt aktuelle Textversion 1.2 der Dokumentation finden Sie auf der CDROM, einmal das Buch vollständig als eine große Datei (02_dokumentation.pdf) und anschließend jedes Kapitel in eigener Datei:

G. O. Mueller [Pseudonym]:
Über die absolute Größe der Speziellen Relativitätstheorie.
Ein dokumentarisches Gedankenexperiment über 95 Jahre Kritik (1908-2003) mit Nachweis von 3789 kritischen Arbeiten.

Textversion 1.2 – Juni 2004. XXIV, 1159 S.

Wenn es Ihnen möglich ist, unsere 2002 dem Wissenschaftsrat zugesandte Druckausgabe der Dokumentation aufzufinden – der Druck im Format A 4 wiegt knapp 2 Kilo und löst sich nicht von allein in Luft auf, wenn man ihn nicht in den Papierkorb entsorgt hat – dann können Sie sich die Lektüre der ersten drei Kapitel erleichtern, die in der neueren Textversion 1.2 kaum verändert worden sind.

Falls Sie informierte Gesprächspartner suchen, so finden Sie in unserem 2. Tätigkeitsbericht (Nov. 2004) eine Liste der 696 Adressaten aus dem Zeitraum Dezember 2001 – Oktober 2004 (auf der CDROM: 12_forschungsbericht1.pdf).

Anschließend finden Sie die Namenslisten der Adressaten in unseren „Offenen Briefen“ abgedruckt.

Zur ersten Information über unser Forschungsprojekt, unsere Veröffentlichungen und die Präsenz im Internet empfehlen wir die Lektüre unserer „Offenen Briefe“ an die Bundestagsabgeordneten (Oktober 2005) und an die 200 Professoren in Berlin und Dresden (März 2007): im letzteren Schreiben haben wir auch die Kommentare zum Grundgesetz ausgewertet. Diese beiden Schreiben befinden sich auf der CDROM in den Dateien:
01_professoren_berlin_dresden.pdf ; 16_bundestagsabgeordnete.pdf

Zum Abschluß möchten wir Ihnen aus unserem Brief v. 21.9.06 an Frau Bundesministerin Schavan die konkreten Fragen zitieren, die wir ihr – und hiermit nun auch Ihnen und Ihrem Gremium – mit der Bitte um Beantwortung vorgelegt haben, worauf wir jedoch von der Bundesministerin auch nach einem Jahr immer noch keine Antwort erhalten haben:

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[Zitat:]

Wir bitten Sie höflichst, unseren Arbeitsergebnissen, die wir seit Dezember 2001 kontinuierlich immer mehr Vertretern der Öffentlichkeit in Deutschland und jetzt auch in anderen Ländern vorlegen, die Ehre einer Antwort zuteil werden zu lassen. Die Fragen unseres „Offenen Briefes“ v. 28.10.05 lassen sich in wenigen Zeilen zusammenfassen und ermöglichen klare Antworten:

1. Gibt es eine Tradition der Theoriekritik seit 95 Jahren? – Ja oder nein?

2. Ist diese Theoriekritik seit 80 Jahren unterdrückt und verleumdet worden? – Ja oder Nein?

3. Ist diese Theoriekritik in der wissenschaftlichen Diskussion argumentativ ausgeräumt worden? – Ja oder Nein?

4. Kommen in der wissenschaftlichen Diskussion der theoretischen Physik zur Speziellen Relativitätstheorie – wie in der Wissenschaft allgemein üblich – Minderheitsmeinungen fachlich und öffentlich zur Sprache? – Ja oder Nein?

5. Haben die Amtsinhaber der theoretischen Physik mit der Diskriminierung und dem Boykott von kritischen Minderheitsauffassungen durch deren Ausschluß aus der wissenschaftlichen Diskussion und damit den Ausschluß der Kritiker von den Grundrechten massenhaft ihre Amtseide auf das Grundgesetz gebrochen? – Ja oder Nein?

6. Sind die Wissenschaftsredaktionen der deutschen Tagespresse, der Zeitschriften und der elektronischen Massenmedien zur Unterdrückung der Theoriekritik erfolgreich gleichgeschaltet worden? – Ja oder Nein?

7. Herrscht in allen Bereichen unserer Gesellschaft (mit der einzigen Ausnahme: Internet) – also in Universitäten, Massenmedien, Schulen, allgemeinen und fachlichen Zeitschriften, Verlagsprogrammen – bezüglich dieser einen Theorie eine von dieser gesetzwidrigen Zensur verordnete Friedhofsruhe? – Ja oder nein?

8. Wird schon in den Schulen von den Fachlehrern mit pädagogischem Notendruck ein gegebenenfalls auch heuchlerisches Bekenntnis der Schüler zur Theorie verlangt und durchgesetzt, weil jeder, der kritisiert, für dumm erklärt wird? – Ja oder Nein?

9. Werden Zweifel der Schüler von vornherein abgekanzelt und damit bei den Schülern (und übrigens auch bei den Lehrerkollegen der anderen Fächer) Duckmäusertum und Opportunismus gezüchtet? – Ja oder Nein?

10. Wird die Öffentlichkeit durch das jahrzehntelange Verschweigen der Existenz einer kritischen Tradition betrogen? – Ja oder Nein?

Wir beantworten die Fragen 3 und 4 mit „Nein„, alle anderen Fragen mit „Ja„. Wir glauben, daß die Beweise für unsere Beantwortungen mit etwas Arbeitsaufwand, aber mit großer Sicherheit zu liefern sind, weil mit unserer Dokumentation das wichtigste Material bereitliegt.
[Zitatende]

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Obwohl alle unsere Adressaten – zusammen mit den Physikern – zu glauben scheinen, daß man die Öffentlichkeit bis in alle Ewigkeit täuschen kann, sind wir der Überzeugung, daß früher oder später die Verantwortlichen diese Fragen öffentlich beantworten müssen.

Wir bitten Sie, sehr geehrte Frau Lochte, sich davon zu überzeugen, daß das Fachgebiet theoretische Physik 1922 von der Mehrheit des Faches in einer kalten Machtergreifung unterworfen worden ist, die kritische Minderheit aus dem Fach vertrieben und die Öffentlichkeit seither über diese Sachlage getäuscht worden ist.

Gegenüber 2002 hat sich die Lage unseres Forschungsprojekts seit 2004 entscheidend verbessert durch die gute Aufnahme unserer Veröffentlichungen im Internet. Mehrere Internet-Portalbetreiber bieten unsere Veröffentlichungen zum gebührenfreien Download an oder verweisen mit Links auf sie, und zwei von ihnen, Herr Ekkehard Friebe (München) und Frau Jocelyne Lopez (Hamburg) haben sich aus freien Stücken zu Partnern und Interessenvertretern unseres anonymen Projekts in der Öffentlichkeit erklärt und wären bereit, die Kommunikation mit dem Projekt zu vermitteln.

Wir wären Ihnen sehr verbunden, wenn Sie uns nach diesem dritten Versuch einer Informierung des Wissenschaftsrats wenigstens eine Eingangsbestätigung an unsere Partner zukommen lassen könnten. Eine Stellungnahme in der Sache braucht natürlich einige Zeit, aber daran soll es nun, nach 85 Jahren Unterdrückung und Verleumdung der kritischen Wissenschaft, nicht fehlen.

Falls unsere Partner eine Veröffentlichung des vorliegenden „Offenen Briefes“ im Internet beabsichtigen sollten, werden wir sie bitten, dies nicht vor dem 10. November zu tun, um Ihnen als der Adressatin den Vortritt zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen –
(Stempel: G. O. Mueller)

Siehe Originalbrief: http://www.ekkehard-friebe.de/wissenschaftsrat_lochte_071010.pdf