Blog – Jocelyne Lopez

August 2006: Antwort von Jocelyne Lopez an Frau Dr. Annette Schavan, Bundestagsabgeordnete und Bundesministerin für Bildung und Forschung

Sehr geehrte Frau Bundestagsabgeordnete Schavan,

Sie haben Herrn Prof. Dr. Jürgen Richter beauftragt, meine E-Mail von 31. Juli 2006 unter der Überschrift „Freiheit der Wissenschaft nach Artikel 5 des Grundgesetzt – Kritik der Relativitätstheorie“ zu beantworten. Ich bedanke mich hierfür.

Mit Bestürzung musste ich jedoch feststellen, dass Sie sich für die zwei wichtigen Aspekte der vorgetragenen Missstände der Unterdrückung der Kritik der Relativitätstheorie seit 80 Jahren nicht zuständig fühlen, weder als Bundestagsabgeordnete, noch als Bundesministerin für Bildung und Forschung.

[Zitat von Herrn Prof. Dr. Richter:]
Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung sind unter den Experten in der Wissenschaft selbst zu diskutieren.

Hier kann man schon Zweifel haben, ob Sie oder Herr Prof. Dr. Richter überhaupt Kenntnis der Ihnen vorliegenden Dokumentationen vom Juni 2004 und Oktober 2005 der Forschungsgruppe G.O. Mueller genommen haben oder sie untersuchen ließen, bevor Sie diese Antwort verfassten. Ich mache Sie nämlich darauf aufmerksam, dass ausgerechnet das systematische Ignorieren und Verschweigen der Kritik durch die offiziellen Instanzen der Bildung und Forschung in diesem Land ein Kernproblem der Unterdrückung darstellen:

Hier zum Beispiel einige Auszüge aus der Ihnen vorliegenden Dokumentation, die Sie offensichtlich überlesen oder ignoriert haben:

[Zitat Forschungsgruppe G.O. Mueller:]

Die Existenz einer ungebrochenen Kritik-Tradition

Wer die Behauptung nachprüft, es gebe keine substantielle Kritik der Speziellen Relativitätstheorie, es habe nur in den Anfangsjahren eine Kritik gegeben, und die sei damals schon widerlegt worden, wird auf die Existenz einer starken und durch alle Jahrzehnte hindurch bis heute ungebrochenen Kritik stoßen, die seit ungefähr 1922 in den Fachveröffentlichungen der Physik nicht mehr zitiert und nicht mehr diskutiert wird, so daß die Öffentlichkeit und sogar auch selbst Teile der Fachöffentlichkeit nichts von der Existenz einer Kritik erfahren haben.
[…]

Die Existenz von kritischen Veröffentlichungen wird von der Schulphysik bis heute verschwiegen; die Veröffentlichung kritischer Arbeiten in physikalischen Fachzeitschriften und Fachverlagen wird unterdrückt; die Autoren kritischer
Veröffentlichungen können nur in fachfernen oder allgemeineren Zeitschriften und Verlagen zu Wort kommen und werden im akademischen Establishment der „scientific community“, wie sie sich gern nennt, massiv diskriminiert. Viele kritische Autoren können deshalb ihre größeren Arbeiten nur im Selbstverlag veröffentlichen. Für Aufsätze zur Theoriekritik sind im Laufe der letzten Jahrzehnte immerhin einige wenige Zeitschriften speziell gegründet worden, die von der Schulphysik jedoch als Untergrundliteratur geschmäht und möglichst ausgegrenzt werden.
Die Unterdrückung und Verleugnung jeglicher Kritik der Speziellen Relativitätstheorie führt auch zum Fehlen der Kritik in den Fachbibliographien: dadurch fehlt auch vielen kritischen Autoren eine Kenntnis ihrer eigenen großen Tradition.

Zur Unterdrückung der kritischen Veröffentlichungen kommt eine massive pauschale Verleumdung der kritischen Autoren als unfähige Außenseiter und Querulanten oder als Antisemiten, Nazis, Stalinisten oder sonst wie moralisch minderwertige Subjekte.
[Zitatende]
 

 

 

Unter diesen Bedingungen werden Sie vielleicht verstehen, sehr geehrte Frau Bundestagsabgeordnete Schavan, dass Ihre Antwort mir sehr leichtfertig erscheinen kann. Die von Ihnen genannten Experten aus der Wissenschaft, mit denen diese Problematik zu diskutieren sei, sind ja zum größten Teil Ihre verbeamteten Mitarbeiter, die ggf. Opfer des seit Jahrzehnten erfolgenden systematischen Ignorierens und Verschweigens der Kritik sind oder gar sich selbst daran beteiligt haben. Denn auch in unseren Lehrbüchern und Lehrprogrammen wird praktisch kein Wort über die existierende Kritik erwähnt. Wer sollten also Ihrer Meinung nach die erwähnten Experten sein, die die Kritik der Relativitätstheorie fachlich untersuchen und die Diskussionen führen sollten, wenn Sie sich als Bundesministerin für Bildung und Forschung hier nicht für zuständig fühlen? Können Sie mir bitte Auskünfte darüber geben und die Namen der Wissenschaftler in diesem Land nennen, die Sie dafür als zuständig und kompetent ansehen, wenn Sie schon in Ihrem Ministerium über keine geeigneten Experten verfügen?

Auch äußerst enttäuschend fand ich die Stellungnahme von Herrn Prof. Dr. Richter zu dem zweiten Kernproblem der Ihnen vorgetragenen Thematik:

[Zitat Prof. Dr. Richter:]
Des Weiteren ist festzustellen, dass die Ergebnisse der Forschungsgruppe G.O. Mueller veröffentlich wurden, zum einen in gedruckter Buchform und zum anderen im Internet. Die Forschungsergebnisse sind damit öffentlich breit zugänglich. Ihr Vorwurf, die Forschungsgruppe könne ihre Meinung nicht öffentlich äußern, ist daher unrichtig und eine Verletzung der Grundrechte in Bezug auf freie Meinungsäußerung kann nicht festgestellt werden.

Als direkt Betroffene zusammen mit Herrn Dipl.-Ing. Ekkehard Friebe bei der Verbreitung der Dokumentation der Forschungsgruppe G.O. Mueller im Internet habe ich diese Antwort von Prof. Dr. Richter wie eine Ohrfeige empfunden.

Haben Sie bzw. hat Prof. Dr. Richter vor Verfassung dieser Antwort überhaupt von den unzumutbaren Bedingungen Kenntnis genommen, die wir als Privatpersonen im Internet bei der Vermittlung der Kritik der Relativitätstheorie erfahren? Die Dokumentation ist nämlich nicht in Buchform von einem Verlag veröffentlich worden. Haben Sie überhaupt die Links zu Forendiskussionen im Internet gelesen, die ich in meiner E-Mail zur Information angeben hatte? Daran ist ebenfalls stark zu zweifeln. Sie hätten nämlich dann von der Behandlung Kenntnis erhalten, die im einzigen zugänglichen Medium für die Kritik der Relativitätstheorie die Personen erleben, die es wagen, die Relativitätstheorie öffentlich zu kritisieren oder die Kritik zu vermitteln: Öffentliche Beleidigungen, Diffamierungen, Verleumdungen, üble Nachrede, Beschimpfungen, Verunglimpfungen, kollektive Hetze, Drohungen, öffentliche Aufrufe zum Boykott und zur Ächtung, private Belästigungen, gravierende Verletzungen der persönlichen Integrität und der Persönlichkeitsrechte und belastende Beeinträchtigungen des privaten Lebenskreises.

In einem Einzelfall ist sogar dokumentiert, dass offizielle Stellen die Diskriminierung und die Hetze fördern und haarsträubende „Richtlinien“ für den Umgang mit den Kritikern in der Öffentlichkeit vorgeben. Neben schwerwiegenden Verleumdungen des Nazismus, Antisemitismus, Rassismus und Rechtsradikalismus ist es nämlich ein besonders beliebtes „Argument“ der Relativisten, die Kritiker der Relativitätstheorie als Geisteskranke, Irre, Ignorante, Dumme, Clowns, Verschwörer, Fanatiker und Psychopathen darzustellen. Eine beliebte Kategorisierung ist in diesem Sinne die Bezeichnung „cranks“ für alle Kritiker der Relativitätstheorie, die sogar vor mehr als 10 Jahren von Dr. Markus Pössel, offizieller Sprecher des Albert- Einstein-Instituts /Max-Planck-Gesellschaft in Potsdam benutzt und als „Richtlinie“ für den Umgang mit Kritikern im Internet gestellt wurde, und auch natürlich von einer Schar anonymer Forenteilnehmer befolgt und nicht selten bis zur Hysterie nachgeahmt wird.

Siehe hierzu meine Berichte über die im Internet empfohlenen und nachgeahmten Methoden des Herrn Dr. Markus Pössel im Thread Forschungsgruppe G.O. Mueller im Forum von Ekkehard Friebe „Wissenschaft und moralische Verantwortung„: Meine zwei Beschwerden per private E-Mail an die Pressestelle und die Stelle für Öffentlichkeitsarbeit der Max-Planck Gesellschaft, an ihre Gesellschafter und an den Vorgesetzen des Herrn Dr. Markus Pössel über diese Methoden wurden natürlich ignoriert und sind mit keiner einzigen Zeile beantwortet worden.

Was ist schief gelaufen in unserem Bildungssystem? Sind es die Bedingungen, die Sie als Bundesministerin für Bildung und Forschung den Kritikern der Relativitätstheorie gegenüber zu verantworten haben? Sollen die Kritiker der Relativitätstheorie in diesem Land nur unter Einbeziehung von Staatsanwälten und Anwälten zum Schutz ihrer persönlichen Integrität und ihrer Gesundheit die Kritik dieser Theorie vortragen? Wie stellen Sie sich das vor? Sind es Bedingungen, die einem demokratischen und zivilisierten Land würdig sind? Können Sie solche Missstände in der Wissenschaft als Mensch, als Bundtagsabgeordnete und als Bundesministerin für Bildung und Forschung moralisch verantworten? Was können Sie tun, um Abhilfe zu schaffen?

Ich würde mich freuen, sehr geehrte Frau Bundestagsabgeordnete Schavan, von Ihnen eine Stellungnahme dazu zu erhalten.

Ich bedanke mich im Voraus und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Jocelyne Lopez



Comments

  1. Mai 18th, 2008 | 10:49

    […] August 2006: Antwort von Jocelyne Lopez an Frau Dr. Annette Schavan, Bundestagsabgeordnete und Bunde… […]

  2. März 25th, 2009 | 11:43

    […] Ich habe zum Beispiel seit Jahren für den Fall der Kritiker der Relativitätstheorie alle Bundestagsabgeordnete des Deutschen Bundestages einzeln und persönlich über diese Umstände informiert. Bis auf drei Abgeordnete, Jörn Wunderlich und Katja Kipping (beide Fraktion DIE LINKE) und Annette Schavan (CDU), hat keiner reagiert. Annette Schavan als Bundesministerin für Bildung und Forschung hat zwar ausdrücklich Kenntnis von den erschreckenden Umständen im Internet genommen, sie hat sie aber wohlwollend akzeptiert und stillschweigend bewilligt: http://www.jocelyne-lopez.de/blog/2007/1…-und-forschung/ […]