|
die Repräsentations-Notationen, die die
Kommunikation zwischen Menschen verbessert sollte, und die er schon
Studenten beigebracht hatte. Er suchte aber auch Wege außerhalb der
Universitäten. Ich fand es sehr interessant und spannend, und ich sollte
sogar mal in diesem Forum als Laie sein „Versuchskaninchen“ beim Erlernen
seiner Sprache sein. Es ist aber ziemlich schief gelaufen. Und Dr. Heinz
Enders ist Ostern 2003 80jährig gestorben. Ich trauere um ihn.
Er war ein sehr offener, mutiger,
verantwortungsbewusster, liebenswürdiger, wahrheits- und
freiheitsliebender Mensch mit hohen ethischen Maßstäben. Er hat mich auch
ermutigt in eine wissenschaftliche Diskussionsrunde aktiv und öffentlich
teilzunehmen. Er hat mich auch dabei verteidigt, und auch zu PhilTalk
geführt, als in den Foren von Wissenschaft-online nichts mehr offen ging
und schwere Einschränkungen der Meinungsfreiheit sowie Zensur geübt
wurden.
Schon 2001 hatte er mich um Erlaubnis gebeten,
folgende private e-mail von ihm in eine Internet-Debatte zu stellen.
Damals hatte ich es abgelehnt. Heute gehe ich hier seiner Bitte nach:
Liebe Frau Lopez, 11.12.01
da ich seit geraumer Zeit dabei bin, mit den
entsprechenden Instituten der Universitäten Ulm, Augsburg, München und
Graz einen Forschungskern "Quid Verum" zu bilden, und ich ausreichend
Schlaf brauche, meine Gedanken zusammenzuhalten, komme ich jetzt zwischen
den Seminaren dazu, Ihre interessante und in der Substanz bedeutsame
e-mail zu beantworten. Sie ist auch in der Wahrheitsfrage ein wichtiger
außeruniversitärer Mosaikstein. Die Wahrheit muss zwar universitär
behandelt werden, ist aber keineswegs ein hauptsächlich universitäres
Anliegen, sondern Angelegenheit der gesamten Menschheit, d.h. von arm,
reich, alt, jung, Künstlern, Gelehrten, Narren, Weisen, Dummen,
Gescheiten, Inländern, Ausländern, Schülern und Lehrern. Kurz und gut, sie
ist viel zu wichtig und allgemein, um geheim gehalten und von ein paar
interesselosen und gelangweilten Intellektuellen, die nur auf lukrative
Forschungsaufträge aus sind, betrieben und okkupiert zu werden. Für mich
sind Sie in Sachen "Wahrheit" ein Vorbild. Hoffentlich stoßen noch mehr
"Öffentlichkeits- und Debattenüberdrüssige" zur Auseinandersetzung "Die
Wahrheit in der Wissenschaft", auch wenn Steine auf mich fliegen sollten.
Ich habe ein dickes Fell, scheue mich aber nicht das zu sagen, was ich für
wahr halte. Nicht auf den Titel und den akademischen Rang eines
Teilnehmers kommt es an, sondern auf das, was er sagt und was davon wahr
ist. Und dieses "Quid Verum" gilt unterschiedslos für alle, die der
Überzeugung sind, etwas Wichtiges nicht zurückhalten zu dürfen.
Und dies gilt nicht nur für diese mail, sondern
auch im Blick auf die Öffentlichkeit. Nehmen Sie sich alle ein Beispiel an
Jocelyne, die sagt, was sie denkt und die ich jetzt frage, ob ich den Teil
dieser mail, den sie für publikationsgeeignet hält - wenn nicht gar die
gesamte Nachricht - in unsere Debatte stellen darf. Vergebens habe ich
andere dazu bringen wollen, wichtige Kritik in vollem Text nicht
zurückhalten, sondern in die Debatte zu stellen. Und nun danke ich Ihnen,
Frau Lopez, nochmals vor den Augen aller verehrten Diskussionsteilnehmern
für die Offenheit Ihrer wahrheitsförderlichen Gesinnung.
Heinz Enders

Hier nähere Informationen über Dr. Heinz Enders und
das Gedicht, das er für seine Stiftung ausgesucht hatte:
Stiftung Quid Verum
Heinz W. Enders
STIFTUNG und WAHRHEIT
Eine Initiative zum Mitmachen
(Gegen Pauschalurteil und ideologische
Verirrung.)
http://home.t-online.de/home/Enders.h.w.QuidVerum/
Mut
Was keiner wagt, das sollt ihr wagen
Was keiner sagt, das sagt heraus
Was keiner denkt, das wagt zu denken
Was keiner ausführt, das führt aus.
Wenn keiner ja sagt, sollt ihr's sagen,
Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein.
Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben.
Wenn alle mittun, steht allein.
Wo alle loben, habt Bedenken.
Wo alle spotten, spottet nicht.
Wo alle geizen, wagt zu schenken.
Wo alles dunkel ist, macht Licht.
(Zenetti, Texte der Zuversicht.)
Für die Stiftung Quid Verum ausgesucht von Birgit
Hirmer, 1.11.1997

Nachstehend der letzte Beitrag von Heinz Enders in der
Online-Debatte
"Die Wahrheit in der Wissenschaft", die er mit
bewundernswerter Vitalität und vorbildlichem Engagement über mehrere
Monate bereichert und vorangetrieben hat:
Beitrag von Heinz Enders 29.03.03:
Ein Mahnmal für die Wahrheit und
Friede
An alle, die
lesen können, gegen einen neuen Krieg und für eine humanere Zukunft sind.
Einfälle kommen
nicht von selbst, ganz gegen Laune und Lust. Sie kommen nur, wenn man mit
ihrer Möglichkeit spielt; vor allem solange sie noch gar nicht da sind,
und ganz gegen den Strich, die Norm, den Hauptstrom und das Geläufige
gehen. Da stirbt am Morgen meines 80. Geburtstages meine Frau, und ich muß
alle Feierlichkeiten absagen. Da gibt es eine bekannte Maklerin im
Wissenschaft-Online-Forum „Gehirn und Geist“, da flattert ein Grußwort von Searle zur Diskussion seines „Chinesischen Zimmers“ ins Haus; da erscheint
eine Zeitungsseite mit dem Titel „Politiker auf der Suche nach Wahrheit“,
geschrieben von einer Runde, die vom Stadtberger Bürgermeister Dr. Fink
zusammengerufen wurde. Dabei ist Dr. Fink ein erfolgreicher Promovend,
dessen Doktorvater eben jener Prof. Theo Stammen ist, der gerade vor
einigen Wochen als Vorsitzender des „Institutes für Europäische
Kulturgeschichte“ mit der Stiftung „Quid Verum“ eine
Kooperationsvereinbarung getroffen hat. Die ganze Runde verliert trotz
mehrfacher Vorsprache meinerseits kein einziges Wort über die Tatsache,
daß hier am Ort eine Stiftung für die Wahrheit mit dem Namen „Quid Verum“
in der Schwalbenstr. 1 ihren Sitz hat. Unsere Meinung ist: es ist höchste
Zeit, daß sich das ändert. Dabei fühlt sich die Stiftung jedenfalls
universitärer als während unseres ersten Treffens im FAW. Dem Ulmer
Professor, der die universitäre Eignung der Stiftung in Frage gestellt
hat, könnte man heute einiges entgegen halten. Allerdings bin ich trotz allem universitätskritisch geblieben, was an meinem
|
„Wie
universitär ist die Wahrheit?“ unschwer auszumachen ist. Nun habe ich
die „Fixe Idee“, gemäß dem Andenken meiner Mutter und dem des für mich
(nicht für meine Frau) schlimmen Ableben meiner braven Gattin am Morgen
meines 80. Geburtstages einen Gedenkstein auf eben diesem Ebental zu
setzen, auf dem ich als Knabe am Rocksaum meiner Mutter immer zum
Kirschenpflücken hinauf schnaufte: Dabei nahmen wir den Weg übers „Wissepädche“,
hochdeutsch Wiesen-pfädchen (heute bebaut), das eine große Abkürzung
gegenüber der normalen Bergstrecke bedeutete. Hoch oben schaute ich
aufs Rheintal, das Binger Loch und das Nationaldenkmal auf dem
Niederwald |
 |
|
und verzehrte eine
Handvoll Kirschen auf dem 0.428 ha (bzw. 4280 qm) großen Stück
Ackerland, das im landwirtschaftlich
genutzten Boden der Stadt
und Gemarkung Rüdesheim liegt. Weil dieses Projekt
so einfach realisierbar (und gerade deshalb bes. schwierig, d.h. wenn
überhaupt, nach jahrelangen Kämpfen mit den Behörden, i. e. der
„pluralistischen Ignoranz“ zu verwirklichen) ist, reizt es meinen
aufsässigen Geist um so mehr. Es wäre sogar vielleicht eine geeignete
Gelegenheit das oben genannte humane Anliegen ins Gespräch zu bringen. |
|
Ich lege somit
einiges an vielleicht publikationswürdigem Material bei. Und weiß
dabei nicht, ob ich nicht die eine oder andere Publikation schon
vorgebracht habe. Jedenfalls ist der Einfall, Ihre und meine Schriften
(darunter auch Ihre epochemachense Untersuchung über das
nicht-explizite Wissen mit meiner „Wahrheitssuche im Abendland“ hinter
ein geeignetes Logo in luftige Höhen vor das Nationaldenkmal zu packen
und auf den ehrwürdigen Vater „Rhein“ blicken zu lassen, ein evtl.
propagandaträchtiges Projekt, das einem parteiübergreifenden Zu- oder
Widerpruch gewiss sein kann.(hwe) |
Anlagen (Was hinter das Logo an der Spitze mit Friedenstaube und
Wahrheitssymbol alles gehört):
3 AZ –
Ausschnitte;
Artikel: „Wie universitär ist die Wahrheit?“;
Stiftungssatzung; Vorschlagliste für ein Stiftungs-Kuratorium;
Der „Hauptgedanke des Beweises“;
„Repräsentations-Explikationen I“;
Vorankündigung der Trilogie „Wahrheitssuche im Abendland“;
3 Teile Radermacher bmb+f-Abschlußbericht „Management von nicht-explizitem
Wissen.“;
F.J. Radermacher, „Balance oder Zerstörung“, Wien 2002
____________________
Siehe auch die Beiträge von Heinz Enders in Internet online-Diskussionen:
- Die Wahrheit in der
Wissenschaft
Online-Forum zu einer Diskussion der Spektrum-Redaktion
mit dem
Astrophysiker Prof. Jürgen Ehlers und dem Sozialwissenschaftler Prof.
Rudolf Stichweh.
http://www.wissenschaft-online.de/sixcms/list.php?page=sc_forum_baum&level=01&article_id=575314
- Gehirn & Geist Forum: Hirnforschung mit Folgen
Online-Forum zu einem Interview der Zeitschrift Gehirn&Geist
mit dem
Hirnforscher Prof. Dr. Wolf Singer und dem Philosophen Prof. Dr. Thomas
Metzinger:
"Ein Frontalangriff auf unsere Menschenwürde"
-
Repräsentationismus - Was sonst? -
Philosophieforen PhilTalk.de
|
|

Siehe auch mein Thread bei der INTERDIS-AKADEMIE:
"Kann man die Lichtgeschwindigkeit messen?"
Jocelyne:
Als Laie interessiere ich mich sehr für die Wissenschaft – mein
Niveau: Nur Populärwissenschaft.
Ich habe seit fast 3 Jahren im Bereich der Physik eine
Hinterfragung der Messung der Lichtgeschwindigkeit in vier Foren durchgeführt
(ein Physikforum in Frankreich, ein Physikforum in Deutschland und zwei
Philosophieforen in Deutschland), ausgehend aus ganz naiven Überlegungen.
Ich bin persönlich dadurch zu dem Schluß gekommen, dass die
Höchstgeschwindigkeit bzw. der Grenzwert des Lichtes sich nicht
experimentell ermitteln lassen kann, und dass die Festlegung von c nur ein
administrativer Beschluß ist, der nicht als experimentell nachgewiesen
gelten kann.
Eine Zusammenfassung dieser umfangreichen Forenhinterfragungen für
potentiell interessierte Laien oder Fachleute habe ich in der Seite
„Hochintelligentes“ aus meiner privaten Homepage zusammengestellt, mit
einer Auswahl von repräsentativen Originalauszügen in Dialogform:
Ekkehard Friebe:
[...] Denn wie Ghost schon zutreffend sagt: Eine Messung der
Lichtgeschwindigkeit c geht heute in der Tat wirklich nicht mehr, da der
Meter über c definiert ist.
Jocelyne:
Ich meine, es handelt sich hier
schon um einen wesentlichen Punkt: Ich bin nämlich im Rahmen meiner
Hinterfragungen der Messung der Lichtgeschwindigkeit zu der Überzeugung
gekommen, dass die Geschwindigkeit des Lichts sich
prinzipiell nicht messen lässt.
Was gemessen wurde ist offensichtlich
"die grobe Mittelgeschwindigkeit
eines Lichtsignals auf ein paar Meter zwischen Spiegeln"… Dass man
dieses Messergebnis im Handumdrehen als
„genaue und absolute
Grenzgeschwindigkeit des Lichtes in Zeit und Raum“ umgewandelt hat
finde ich gelinde gesagt unglaublich dreist…
Das Universum besteht nämlich nicht aus einem Raum von ein paar Metern
zwischen Spiegeln...
Jedoch findet der Streit um die RT offensichtlich überwiegend im Rahmen
der Mathematik statt. Ich verstehe nichts davon. Jedoch ganz allgemein,
unabhängig davon ob mathematische Fehler gemacht werden oder nicht hat die
Mathematik sowieso keine Beweiskraft und kein Wahrheitsanspruch, oder?
Die gängigste Einschätzung, der ich z.B. in Foren
begegnet bin, ist die Mathematik als eine „Wissenschaft“
einzusehen. Mathematik ist aber keine Wissenschaft, Mathematik ist eine
Sprache! Wie Deutsch, wie Französisch, wie Chinesisch, wie Bantu.
Wie keine andere Sprache auch hat sie Anspruch auf Wahrheitsfindung: Sie
verarbeitet nur Informationen, wie jede andere Sprache auch. Wenn diese
Informationen wahr sind, sind die Ergebnisse der mathematischen
Verarbeitung wahr. Wenn diese Informationen falsch sind, sind die
Ergebnisse der mathematischen Verarbeitung falsch. So einfach ist das.
Genauso wie in jeder beliebigen Sprache. Wenn ich irgendetwas Falsches auf
Bantu sage, wird es nicht wahrer, wenn ich es auf Italienisch sage…
Deshalb ist die Entwicklung der Mathematik, die sich anscheinend
selbständig zu machen versucht und keinen Bezug mehr zur Natur sucht eine
große Falle, vor allem für die Physik. Die Physik ist nämlich die Natur.
Die Physik liefert die Informationen. Ohne Physik, keine Mathematik (und
nicht andersrum, wie man es wiederholt hört, ohne Mathematik keine
Physik…).
Deshalb reicht nur eine einzige
Information aus der Natur, um ein ganzes mathematisches Gebäude zum
stürzen zu bringen: Das sehen wir exemplarisch im Fall der
Lichtgeschwindigkeit:
Ist die Lichtgeschwindigkeit nicht konstant stürzt die RT, SRT und etliche
moderne Theorien, die Tausend von Büchern mit mathematischen Berechnungen
ausfüllen, wie ein Kartenhaus zusammen...
Deshalb der schützende Beschluss zur Festsetzung der Konstanz der
Lichtgeschwindigkeit und zur Eichung der Maßeinheiten:
Nur dieser Beschluß stützt die
RT, nicht die Mathematik.
Ekkehard Friebe:
Eine
hervorragende
Argumentation, liebe Jocelyne. Sie
trifft den Nagel auf den Kopf. Noch
deutlicher ausgedrückt:
Der Beschluss zur Festsetzung der Konstanz
der Lichtgeschwindigkeit ist der
genialste Betrug in der physikalischen
Wissenschaftsgeschichte seit 1905.
Er verdient mindestens zwei Nobelpreise.
Jocelyne:
Ich möchte auf diese gängige Vorstellung „Mathematik als
Wissenschaft“ zurückkommen, weil sie eine zentrale Rolle bei meinem
„wissenschaftliche Denken“ und meiner Beurteilung der Polemik um die RT
einnimmt.
Bis vor 3 Jahren habe ich nämlich nicht „gewusst“, dass Mathematik
eine Sprache ist bzw. habe ich mich mein Leben lang überhaupt keine
Gedanken darüber gemacht. Für mich war „Mathematik“ eben ein
hochbewertetes Hauptfach in der Schulausbildung (gleichgesetzt mit „Deutsch“,
also für mich mit „Französisch“, da ich in Frankreich ausgebildet
wurde), und hatte sowohl in der Wissenschaft als auch psychologisch als
Maßstab für „Intelligenz“, „Logik“, „Rationalität“
oder „Denkleistung“ in der Gesellschaft eine extrem hohe Bewertung.
Erst als ich in einer Internet-Fachdiskussion von
Wissenschaft-online einen Teilnehmer kennen lernte, Dr. Heinz Enders,
Chemiker, Philosoph und Sprachforscher, habe ich von ihm auf einmal
gelernt, dass Mathematik eine Sprache ist. Das war für mich sozusagen ein
„Augenöffner“, der meinen Blickwinkel über Mathematik, Wissenschaft
und gesellschaftliche Vorgänge völlig neu ausgerichtet hat.
Das möchte ich wieder mit einem ganz einfachen Beispiel
verdeutlichen:
Wenn 10 Äpfel in einem Korb liegen, ich verzähle mich und zähle nur
9, ich notiere es mir und verarbeite es mathematisch, dann habe ich eben
Pech gehabt: Ich könnte eine seitenlange korrekte mathematische
Verarbeitung liefern, meine Berechnungen kann ich mir knicken, es liegen
10 Äpfel im Korb. Und auch die größten mathematischen Genies der Welt
könnten an diese Tatsache nichts ändern: Es liegen 10 Äpfel im Korb.
Ekkehard Friebe:
Mir ist es ähnlich ergangen. Auch ich wußte nicht, daß
Mathematik eine Sprache ist. Aber als ich das erste Mal diese
Argumentation von Dir las, spürte ich sofort: Das ist es!!! Denn aufgrund
meiner langjährigen Bemühungen um die Grundlagen der Physik war ich in
diesem Sinne vorgepolt. Ich hatte lediglich folgenden Satz selbst einmal
veröffentlicht:
Zitat:
Zwar hat Albert EINSTEIN in seiner Arbeit von 1905: „Zur Elektrodynamik
bewegter Körper“, ausgehend von zwei Grundannahmen, mathematische Formeln
vorgelegt, aus denen - bei oberflächlicher Betrachtung - eine absolute
Konstanz der Vakuum- Lichtgeschwindigkeit gefolgert werden kann. Leider
sind ihm aber bei der Ableitung dieser Formeln mehrere Irrtümer
unterlaufen (PAGELS 1985), so daß die Formeln zu logischen Widersprüchen
führen (GUT 1981). Unabhängig davon kann die Mathematik selbst keine
physikalischen Erkenntnisse vermitteln: Sie ist - Fehlerfreiheit
vorausgesetzt - lediglich die formelmäßige Abbildung der eingegebenen
Prämissen (vgl. MESCHKOWSKI 1976, THÜRING 1967).
Vorstehendes Zitat aus:
"Was sind physikalische Gesetze?"
[...] Professor Roman U. Sexl, Wien, hat das noch
etwas prägnanter ausgedrückt: "Mathematikunterricht ist der
systematische Mißbrauch einer eigens dazu erfundenen Formelsprache."
Es sieht so aus, als ob er die Mathematik auch
nur als Sprache sieht.
Jocelyne:
Wenn ich mir als Laie die maxwellsche Formel angucke, die mir in Foren
anlässlich meiner Hinterfragung der Lichtgeschwindigkeit angegeben wurde,
wird mir dieser Missbrauch irgendwie bewusst.
Diese Gleichung wurde mir nämlich so
angegeben:
c = 1/sqrt(eps0*mü0) = 2,9*10^8m/s
Als Laie kann ich schon daraus
selbstständig, ganz einfach und ohne weitere Erläuterung etwas herleiten:
c = 2,9*10^8m/s
ist "eine gemessene Geschwindigkeit des
Lichtes". Ganz einfach zu verstehen. Das
könnte ich auch einem Kind erklären, und das würde es auch ohne Problem
verstehen: Man hat bei einem Messexperiment diese Geschwindigkeit des
Lichtes ermittelt. Kein Problem.
Das Problem entsteht aber bei dem 2. Teil
der Gleichung:
c=1/sqrt(eps0*mü0)
Was ist 1/sqrt(eps0*mü0) ?
Was gleicht einer gemessenen Geschwindigkeit des
Lichtes? Was wurde hier experimentell gemessen? Auf
welche Messexperimente beruht diese Formel? Wie sehen die
Versuchsanordnungen aus?

Keiner konnte mir diese Fragen
beantworten. Keiner.
Keiner wußte, was, wann, wie hier gemessen wurde. Keiner.
Wenn jedoch bei c=1/sqrt(eps0*mü0) derselbe experimentelle Messwert, der bei der Messung der
Licht-geschwindigkeit ermittelt wurde, einfach übernommen wurde, dann
Lebewohl, Verstand...

Dann wäre nämlich diese Formel nichts
Anderes als eine Tautologie:
c = c = 2,9*10^8m/s
Solange mir keine Experimente
und Messversuche beschrieben werden, die
verdeutlichen, wie die Formel
c= 1/sqrt(eps0*mü0) experimentell zustande gekommen ist, betrachte ich
diese Formel als eine Tautologie und als ein mathematischer Missbrauch im
Sinne der obigen Aussage von Prof. Roman U. Sexl.
Ekkehard Friebe:
Zu Professor Dr. Roman Ulrich Sexl kann ich noch einige Daten
ergänzen: Er war Österreicher, hatte sein Institut für Theoretische Physik
bei der Universität Wien, starb schon 1986 im Alter von 46 Jahren. Er war
Inhaber des POHL-Preises für besondere Leistungen auf dem Gebiet der
Didaktik und des physikalischen Unterrichts. Dieser Preis wird von der "Deutschen
Physikalischen Gesellschaft" verliehen.
Prof. SEXL hat ab 1979 eine Buchreihe: "Facetten der Physik" mit 26
Bänden herausgebracht. Diese Reihe ist nach seinem Tode, vermutlich von
seiner Frau Dr. Hannelore SEXL, fortgeführt worden. Es handelt sich
hierbei um Literatur aus dem englisch-sprachigen Raum, die Herr Professor
Roman SEXL ins Deutsche hat übertragen lassen.
Eine Arbeit aus Band 1 der Reihe: "Facetten der Physik" habe ich in
meine Homepage übernommen:
DUNMORE, Paul (1970):
„Trugschlüsse und ihre Anwendungen“, „New Zealand Mathematics Magazine“ 7,
15 (1970).
Ich, Ekkehard Friebe, habe Prof. SEXL noch 1983 persönlich
kennengelernt. Prof. SEXL und seine Assistenten saßen nach einer Tagung in
Gießen in demselben Restaurant am Nachbartisch zu mir und Dr. Wolfgang
SCHMIDT, von dem folgende Arbeit stammt:
SCHMIDT, Dr. Wolfgang (1988):
„Die natürliche Selektion der Theoretischen Physiker“,
DPG-Didaktik-Tagungsband 1988, S. 593 - 599. Hrsg.: Prof. Dr. W. KUHN,
Gießen
Prof. SEXL sah mich und winkte mich zu seinem Tisch hinüber. Dr.
SCHMIDT sprang sofort auf, denn er glaubte, selbst gemeint zu sein. Aber
Prof. SEXL winkte ab und zeigte auf mich. Wir kamen ins Gespräch, wobei
Prof. SEXL zunächst fragte, ob ich tatsächlich Regierungsdirektor des
Deutschen Patentamtes sei. Ich bejahte. Dann fragte er, wie ich denn
erkannt hätte, daß die Geschwindigkeitsabhängigkeit der Masse ein Irrtum
sei (siehe nachstehendes Vortrags-Manuskript, von dem ich ihm ein Exemplar
bereits beim Vortrage an demselben Tage ausgehändigt hatte). Ich
antwortete: Durch intensives Recherchieren, denn Recherchieren von
Patenten ist mein Beruf. Und so ging es dann im Plaudertone weiter.
Hier das Vortrags-Manuskript:
FRIEBE, E. (1983):
„Gibt es einen experimentellen Beweis für die sogenannte
„Geschwindigkeitsabhängigkeit der Masse“?“, DPG-Didaktik-Tagungsband 1983,
S. 735 - 741. Hrsg.: Scharmann, Hofstaetter und Kuhn,
Justus-Liebig-Universität, Gießen.
Jocelyne:
Auch Dr. Enders ist nach den enttäuschenden Erfahrungen in den
Diskussionsforen von Wissenschaft-online.de zum Philosophieforum „PhilTalk.de“
übergewechselt und hat dort seinen o.g. Thread „Repräsentationismus –
Was sonst?“ am 17.03.03 eröffnet. Das war jedoch leider sein letzter
Forumauftritt, er ist kurz darauf gestorben. In diesem Thread hat er diese
Thematik wieder angesprochen und auch selbst den kompletten Text einer
private e-mail an mich veröffentlicht, die er mir über ein Jahr zuvor
geschrieben hatte. Ich stelle auch seine Mail hier:
Liebe Frau Lopez, 22. 12. 01
Vielen Dank für Ihre Rückmail. Sie haben Zivilcourage. Für mich
sind Sie so etwas wie die Eliza in "My Fair Lady". Während Eliza mit ihrem Gockney-Englisch aus der Gosse kam, stammen Sie - in den geordneten
Verhältnissen einer Bankangestellten - wissenschaftsalethologisch (ein
anderes Wort für wahrheits-wissenschaftlich) aus der mathematischen
Vorhölle. Ich selbst bin auch kein Professor Higgins, obwohl ich so etwas
wie einen Sprachforscher darstellen könnte. Während es in "My Fair Lady"
jedoch um Mundart und Aussprache geht, die Gelegenheit zu wunderschönen
"Gags" und „Gesangseinlagen" geben, stehen im Falle der
"Repräsentations-Notationen" zunächst einmal "Informationen" und "Inhalte"
auf dem Prüfstand. Obwohl es auch hier um Prosodie und Aussprache gehen
kann, z. B. lässt sich durch Veränderung des Tonfalls "ironisch" sprechen
und damit der Sinn eines Satzes ins Gegenteil verkehren. Doch zielen
"Repräsentations-Notationen" in der Hauptsache auf die "comoedia tragica
communicationis" des neuzeitlichen "homo sapiens". Und da gibt es die
mathematische "Grundlegungshölle", eine ganze Palette verschiedenster Antinomien und axiomatischer Ansätze, die dem Mathematiker vorgaukeln, er
könne im Gegensatz zu anderen (z.B. Ethikern, Psychologen, Psychiatern
oder Dichtern) exakt über menschliche Seeleninhalte sprechen.
Und da gibt es noch einen schönen Film aus den dreissiger Jahren,
der heisst "Die Drei von der Tankstelle" mit Heinz Rühmann, Willy Fritsch
und Lilian Harvey. Darin kommt der Schlager vor: "Ein Freund, ein guter
Freund, das ist das Schönste, was es gibt auf der Welt." Solche Freunde
sind nötig, wenn man mit "Repräsentations-Notationen" durch die Wände der
wissenschaftlichen und sprachtheoretischen Vorurteile gehen will. Wenn Sie
darüber nachgrübeln, warum so manche aus unserer Debatte ausgestiegen
sind, vor allem die, die das "Auswahlaxiom" zum dominierenden Thema machen
wollten, so ist die Antwort, weil sie instinktiv spürten, dass die neue
Notation unser auf Vernunft, Wissenschaft und Mathematik basierendes
Weltbild vor einschneidende Umwälzungen stellen wird. Wenn Mathematiker
wie Wolfgang Klein oder Klaus-Peter Kuhn auf eine Notation stossen, die
zwischen Zahl und Ziffer auch formal unterscheiden kann, die Mengentheorie
durch Bezeichnungstheorie ergänzen und mathematische Modelltheorie durch
Repräsentationtheorie ersetzen will, dann verliert die Mathematik
automatisch ihre dominierende Stellung als einzig mögliche globale
Grundlegungssprache. Im anthropologischen Bereich ist sie schon heute nur
noch stochastisch interessant. Studierte Mathematiker werden in Sachen
"Repräsentations-Notationen" nicht mehr antworten wollen.
Ähnliches gilt für Orthodoxe und Autoritätsgläubige, denn unsere
Notation ist nicht nur ein mathematisches Ärgernis, sondern auch ein Waffe
gegen Sektiererei und ethische Fremdbestimmung. Sie stellt eo ipso jedes
alleinseligmachende religiöse oder philosophische System in Frage. So
glaube ich kaum, dass sich orthodoxe Katholiken, Protestanten oder Zeugen
anderer Offenbarungen in eine Debatte mit Quid Verum drängen werden.
Doch genug damit: Sie haben auf meinen Vorschlag positiv reagiert.
Das ist das Wichtigste. Daraus muss das Beste gemacht werden. Auch ich
muss mit meiner Zeit haushalten. Ich werde also versuchen, das Experiment
ins Internet zu stellen und auf kleinste Portionen zu verteilen. Ich habe
zwar versucht, die technische Abt. des Spektrum-Verlages dazu zu bringen,
dass unseren Beiträgen ins Internet e-mail-analoge attachments angehängt
werden können, habe darüber bis heute keinen Rückbescheid und zweifle, ob
Chefredakteur Breuer sich hierzu breitschlagen lässt.
Andererseits kann ich diese "attachments" unserer eigenen
e-mail-Verbindung anfügen, wie ich es heute schon probeweise versuche.
Indem ich Ihnen nochmals schönen Weihnachtsurlaub, Gesundheit und ein
Frohes Fest wünsche, verbleibe ich mit besten Grüssen Ihr Heinz Enders
Ekkehard Friebe:
Du schreibst [über die maxwellsche Gleichung]:
Diese Gleichung wurde mir nämlich so angegeben: c =
1/sqrt(eps0*mü0) = 2,9*10^8m/s
Um Deine Argumente zusätzlich zu unterbauen und damit Deiner
Auffassung zuzustimmen, möchte ich Dir hierzu im Folgenden den
geschichtlichen Hintergrund erläutern. Ich verweise dazu auf meine
folgende Seite:
"Sind Dielektrizität und Permeabilität des Vakuums
Naturkonstanten?":
http://www.ekkehard-friebe.de/Gesetz-2.htm
Hierin heißt es:
Dabei werden die Skalare e0 (Dielektrizitätskonstante des Vakuums) und m0
(Permeabilitätskonstante des Vakuums) als zeitunabhängig konstant
angenommen. Schließlich gilt folgende Definition:
(5) e0 · m0 = 1 / c²
Diese Definitionsgleichung hat MAXWELL in Zusammenhang mit der
Hypothese eines lichttragenden Mediums (Äther bzw. Lichtäther) eingeführt,
um der sogenannten "Wellengleichung" zu genügen.
Die Gleichung (5) ist identisch mit der von Dir genannten Gleichung:
c = 1/sqrt(eps0*mü0)
Sie ist eine reine Definitionsgleichung und von MAXWELL in Analogie
zur Ausbreitung von Schall in Luft eingeführt worden, da hierfür bereits
eine von Mathematikern entwickelte "Wellengleichung" existierte.
MAXWELL hat dann tatsächlich, wie Du es richtig vermutet hast, die aus
Meßergebnissen anderer Wissenschaftler abgeleitete Lichtgeschwindigkeit c
dieser Definitionsgleichung c = 1/sqrt(eps0*mü0) gleichgesetzt. Ich muß
daher Deiner Argumentation voll zustimmen. (Fundstelle: MAXWELL, J. C.
(1865): "A Dynamical Theory of the Electro-magnetic Field", Philosoph.
Transactions, London, p. 459 - 512 )
Jocelyne:
Deine Erläuterungen finde ich interessant! Jetzt weiß ich - und das ist auch für
andere mathematische Laien wohl schon rein optisch ersichtlich -, wie c
in die maxwellsche Gleichung klammheimlich reingerutscht ist: e0 · m0 = 1
/c²
Auch Donna war schon in diesem Sinne bei Philo-Forum auf meine
Bedenke über die maxwellsche Gleichung eingegangen. Wie Du es aber noch
kürzlich selber feststellen konntest, war ein sachlicher und zivilisierter
Austausch bei Philo-Forum schon seit Monaten kaum möglich, weder von der
Seite der Teilnehmer, noch von der Seite der Moderatoren und des
Administrators. Du wurdest ja selber persönlich angegriffen, vergrault und
zensiert (die Links zu Deinen wissenschaftlichen Abhandlungen wurden mit
dem Kommentar „unerwünschte Werbung“ gelöscht! Muß man sich
vorstellen...
). Auch Donna und ich wurden äußerst scharf
persönlich angegriffen, verspottet und gejagt, und schließlich von dem Hauptmoderator
als „Trolle“ bezeichnet und ausgesperrt. Muß man sich
vorstellen...
Diese Formel ist also in meinen Augen eindeutig eine Tautologie
bzw. ein mathematischer Mißbrauch im Sinne der von Dir zitierten Aussage von Prof. Sexl. Die
maxwellsche Gleichung kann man sich eigentlich knicken, oder? Sie beruht
nicht auf experimentell gewonnenen Messergebnissen, sondern nur auf einer
versteckten, stillschweigend eingeführten groben Annahme. Das finde ich schon stark
für eine sogenannte „exakte Wissenschaft“… Solche
mathematische Beweisführungen kann nämlich jeder in jeder beliebigen
anderen Sprache einbringen, ohne ein mathematisches Genie zu sein. Zum
Beispiel meine einwandfreie Beweisführung in der deutschen Sprache:
Die Lichtgeschwindigkeit ist konstant, weil die
Lichtgeschwindigkeit konstant ist.
Oder wenn Du lieber eine Beweisführung in der französischen Sprache
Glauben schenkst, auch kein Problem, bitteschön:
La vitesse de la lumière est constante, parce que la
vitesse de la lumière est constante.
Einleuchtend, oder?

Ekkehard Friebe:
Da Du so schnell geantwortet hast, habe ich gleich einmal
nachgeschaut, welche Meßwerte denn MAXWELL (1865) verwendet hat:
MM. WEBER and KOHLRAUSCH: v = 310,740,000 Meter pro Sekunde
M. FIZEAU: V = 314,858,000 Meter pro Sekunde
M. FOUCAULT: V = 298,000,000 Meter pro Sekunde
Abgeleitet vom Koeffizienten der Aberration: V = 308,000,000 Meter pro
Sekunde.
Da kann man wirklich nur staunen!

[.../... ]

Siehe auch mein Thread bei
Philo-Forum.de:
"Das Chinesische Zimmer"
Siehe auch im Forum von Ekkehard Friebe "Wissenschaft und moralische
Verantwortung" mein Thread:
"Ist die Mathematik eine Wissenschaft, oder nur
eine Sprache?"
Siehe mein
Blog

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