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Die Geschichte von Nasrin, meine kluge, in Deutschland aufgewachsene und in London Mathematik studierende „Märchenprinzessin“, die geliebte Tochter ihres geliebten/gehassten Vaters. |
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Sie saß mir gegenüber im Büro 6 Monaten lang vor ein paar Jahren, als Aushilfe, sie musste eine Auszeit in ihrem Studium einlegen. Äußerlich war sie nicht zu unterscheiden von einer anderen deutschen Studentin, cool, ein bisschen teeny-artig, verspielt und ernst, mit auffälliger kastanienbrauner langer Mähne. Ihr Vater war wohlhabender Ingenieur in Iran, wollte aber für seinen Sohn und seine Tochter eine „westliche“ Berufsausbildung, das Beste, die ganze Familie zog nach Deutschland. Sie liebte ihn und bewunderte ihn über alles, sie war seine Prinzessin, sie lernte und spielte ihm zu Liebe Klavier, lernte und spielte mit ihm Schach, und verkrachte sich böse mit ihren Eltern als Jugendliche, mit ihrem geliebten Vater. Er sei so konservativ was die Freiheit der Frau anbelangt, sie wollte frei sein in ihren Verhalten, westlich, wie alle anderen freien Mädchen auch. Die Familie ist nach Iran zurückgekehrt, sie ist alleine hier geblieben, für ihr Studium, für ihre Freiheit.
Sie liebte ihr Land, sie hat mir Bücher geliehen und empfohlen, sie hat viel erzählt, sie hat mich eingeladen in das Haus ihres Vaters in Persien, ich sei jederzeit willkommen. Sie hat mir viele privaten Fotos gezeigt, keine aber wo sie den Tchador trug, sie hatte es immer schnell für die Fotos weggenommen. Sie hätte sich geschämt mit dem |
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Kopftuch fotografiert zu werden.
Wir haben uns mal wieder zu Mittagsessen getroffen. Ihr Mathe-Studium hat sie abgeschlossen, sie sucht in Hamburg Arbeit aber findet keine, sie ist immer noch so „rebellisch“, sucht immer noch innerlich gequält ihren Weg zur Freiheit, es ging ihr nicht so gut, nein nicht so gut, sie sprach kurz von ihrem persischen Psychiater.
Wo ist man frei? Als Tchadortragende Mathematikerin und Mutter in Persien oder als mähnetragende Bürogehilfin in Hamburg? Ich konnte ihr das auch nicht sagen. Aber vielleicht können Wissenschaftler und Gelehrte es sagen, oder? |
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