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Apropos Kinder als Opfer der Gewalt fällt mir ein schweres psychisches Trauma aus meiner Kindheit ein. Ich bin wie gesagt nach der Trennung meiner Eltern zwischen ca. meinen 4. und 13. Lebensjahren vorwiegend in von katholischen Nonnen geführten |
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Internaten großgeworden, zusammen mit meiner um 1 Jahr älteren Schwester Christiane (katholische Internaten fungieren in Frankreich als Kinderheime).
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Meine Mutter hat also in der Praxis keine große
Einwirkung auf meine Erziehung gehabt. Jedoch hatte sie sozusagen in
abstrakter Weise wohl einen sehr großen Einfluss: Wir haben sie
angehimmelt und abgöttisch geliebt, sie war für uns die Göttin auf Erde,
ich habe nur gelebt, um die Gnade zu haben, ein paar Stunden bei ihr zu
sein, was selten genug war. Eine Erziehungsmaßnahme hat sie jedoch auf uns
wie ein Leitmotiv ausgeübt: Wir sollen zusammenhalten, wir sollen zusammen
bleiben, wir sollen uns lieben, wir sollen solidarisch sein, wir sollen
uns nicht streiten. Das haben wir auch einigermaßen gut hingekriegt, bloß
das mit "sich nicht streiten", na ja, das ist nicht so
selbstverständlich als Kind…. |
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Ich war zu dieser Zeit vielleicht 9-10 Jahre alt. Eine Zeit lang hatten wir sonntags Ausgang und sind zu der Mutter gefahren. Gegen Mittag ist der Vater für eine gemeinsame Mahlzeit dazu gekommen. Es war die Zeit, wo wir die intakte Familie mal kurz gespielt haben, es war die Zeit, wo ich innerlich und heimlich nur gezittert habe. Ich hatte schreckliche Angst vor meinem Vater, er hatte eine oder zwei Mal in Wut vor uns gesagt, er wird eines Tages die Mutter töten, und ich habe es geglaubt. |
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Wir hatten dann immer die Aufgabe für die gemeinsame Mahlzeit einkaufen zu gehen, und das taten wir auch eben an diesem Tag. Auf den Weg zum Supermarkt haben wir uns gestritten, natürlich. Dieses Geschäft war ziemlich groß, zwei Stockwerke, war lokalisiert auf „La Canebière“, die berühmteste Straße der Welt (so die Marseiller…) und hatte zwei Eingänge: einen Seite Canebière, einen Seite Straße dahinter. Christiane wollte durch den Eingang Seite Canebière und ich durch den Eingang Seite Straße dahinter, oder umgekehrt. Aber im Geschäft haben wir uns nicht mehr gefunden.
Mir blieb also nichts anderes übrig als nach Hause zurückzugehen, schrecklich weinend, ohne die Einkäufe. Mutti: „Und Deine Schwester?“. Ich: „Ich haabe siiie verloooren!!!…“ Zack, eine ausgewischt. Zehn Minuten später kam Christiane, in Tränen aufgelöst, ohne die Einkäufe. Mutti: „Und Deine Schwester?“. Christiane: „Ich haaabe siiie verloooren!!!…“. Zack, eine ausgewischt.
So kam es, dass wir an diesem Sonntag zwei Dosen Raviolis gegessen haben, statt Hähnchen/grüne Erbsen. Mutti kann nicht kochen, das war vielleicht der Grund ihrer Unstimmigkeiten? Na ja, wir sollten es später verstehen, wenn wir groß sind, jetzt bin ich groß, aber ich habe es immer noch nicht verstanden. Seitdem mag |
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ich keine Raviolis. Mein Vater hat kein Kommentar gemacht, wie es seine Art war, er war schweigsam und verschlossen, spanischer Baske noch dazu. Ich habe die ganze Zeit innerlich nur gezittert.
Jetzt meine Frage: Sind Raviolis schädlich für die psychische Gesundheit?
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