Blog – Jocelyne Lopez

Archiv für 'vom Leben'

Natürlich gehört der Islam zu Deutschland.

La Liberté guidant le peuple.
Anläßlich einer Diskussion bei Facebook habe ich mich vor kurzem mit einer Teilnehmerin ausgetauscht, die sich darüber geärgert hat, dass Christian Wulff nicht in der Lage sei, der Bevölkerung eine Erklärung über seine Aussage abzugeben, dass der Islam zu Deutschland gehöre.

Ich habe mich wiederum sehr darüber gewundert, dass man eine Erklärung für diese Aussage von Christian Wulff erwartet. Man braucht eine Erklärung von niemandem darüber zu erwarten, das steht doch in der deutschen Verfassung, warum der Islam zu Deutschland gehört, das steht in der Verfassung aller europäischen Rechtsstaaten, das steht in der internationalen Erklärung der Menschenrechte, die Deutschland seit langem anerkannt hat: Jedem Mensch steht das Grundrecht zu, einer Religion anzugehören und sie auszuüben: Artikel 3 Grundgesetz.

Natürlich gehört der Islam zu Deutschland, wie alle anderen Religionen auch. Man kann auch nicht in Deutschland von einem Ausländer verlangen, dass er sich allen Pflichten der Verfassung seines Gastlandes unterwirft, ohne ihm zu garantieren, alle Grundrechte der Verfassung in Anspruch nehmen zu dürfen, das geht nicht. Und es gilt nun mal in unseren europäischen Rechtsstaaten Religionsfreiheit, für jeden einzelnen Mensch und für jede einzelne Religion.

Ich habe jedoch als Französin, als ich nach Deutschland zog, ein paar Überraschungen hinsichtlich Religionsfreiheit erlebt. In Frankreich gilt nämlich seit der französischen Revolution nicht nur Religionsfreiheit, sondern auch absolut strenge Trennung des Staats und der Kirche, absolut streng: Staat und Kirche haben in Frankreich gar keine Berührungspunkte, sie dürfen auch keine haben, es gilt strenge Laizität. Religion ist ein privates Grundrecht, eine rein private Angelegenheit, die dem Staat mit nichts angeht.

Als ich in Deutschland meinen ersten Arbeitsvertrag abgeschlossen habe, musste ich angeben, welcher Religion ich angehöre. Wie bitte? Was geht es meinem Arbeitsgeber an? In Frankreich undenkbar. Ich habe erfahren, dass die Kirche berechtigt ist, Steuer zu erheben. Wie bitte? In Frankreich undenkbar, einzig der Staat ist berechtigt, Steuer zu erheben. Ich habe erfahren, dass der Staat die Erhebung der Steuer für die Kirche verwaltet. Wie bitte? In Frankreich undenkbar. Ich habe erfahren, dass es in staatlichen Schulen einen staatlich organisierten und finanzierten Religionsunterricht gibt. Wie bitte? In Frankreich undenkbar. Ich habe erfahren, dass es staatlich finanzierte Universitäten für Theologie gibt. Wie bitte? In Frankreich undenkbar. Ich habe erfahren, dass Politiker ihre Religion bei ihren Mandaten als Volksvertreter angeben. Wie bitte? Wem geht es an? In Frankreich undenkbar.

Es gibt nicht eine so strenge Trennung von Staat und Kirche in Deutschland wie in Frankreich, so daß möglicherweise bei der Bevölkerung der Eindruck entstehen kann, dass nur bestimmte Religionen (Evangelismus oder Katholizismus) zu Deutschland gehören bzw. „Staatsreligionen“ sind – was aber auf gar keinen Fall zutrifft. In Frankreich kann dieses Missverständnis nicht vorkommen, wie gesagt, Staat und Kirche meiden sich und haben sich zu meiden, und das weiß jeder. Religion ist in Frankreich ein privates Grundrecht, streng privat. Deshalb interessiert es auch keinen Mensch in Frankreich, ob eine neue Kirche oder eine neue Moschee oder eine neue Synagoge oder sonst was für eine Kultstätte gebaut wird oder nicht. Das ist die private Sache der Menschen, die sie benutzen wollen, und dafür interessieren sich alle anderen Menschen nicht und haben sich auch nicht dafür zu interessieren.

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Hommage an meine Schwester Christiane

Als Illustration der Erzählung „Disziplin“ meiner Homepage habe ich der Kölner Künstlerin Antonia Sanker den Auftrag erteilt, die dort erzählte gemeinsame Kindheitserinnerung mit meiner Schwester Christiane nach Fotovorlagen bildlich darzustellen.

Das Ergebnis dieser Auftragsarbeit finde ich großartig!

Antonia Sanker hat durch sehr aufmerksames Zuhören und viel Einfüllungsvermögen es meisterhaft gekonnt, dieses um die 60 Jahre alte Erlebnis, das sich gleichermaßen in unserer Erinnerung geprägt hat, künstlerisch festzuhalten. Dafür danke ich ihr recht herzlich!

Das Bild habe ich digital in der Erzählung „Disziplin“ meiner Homepage eingebunden (dort auf das Bild klicken, um es in hohe Auflösung zu sehen):

 

Erzählungen vom Leben mit Jocelyne Lopez: Disziplin

Bild: Auftragsarbeit, Öl auf Leinwand, 2016
Copyright © Antonia Sanker, Köln
All Rights Reserved

 

 

NB: Die Künstlerin Antonia Sanker ist die Schwester des Kölner Rechtsanwalts David Sanker, der mit hoher Kompetenz und großartigem Engagement für uns die missachteten Rechte der Tiere und der Bürger bei Tierversuchen einklagt, sogar bis zu einer Verfassungsbeschwerde. Die Gene der Kreativität und der Leistungsfähigkeit scheinen in dieser Familie zu stecken. 🙂

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Zugeständnis von Jocelyne Lopez: Lüge vor Amt

Eine Lüge vor einem deutschen Amt habe ich vor 39 Jahren mit einer Mittäterin begangen, und da ich fest davon ausgehe, dass Verjährung gilt, kann ich sie wohl jetzt gestehen, um mein Gewissen zu entlasten…
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Erzählungen vom Leben: Lüge vor Amt

Foto © 2013 Norbert Fenske – Photografically

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Die einmalige Besonderheit meiner Heimatstadt Marseille…

Aus der Reihe „Männer“ meiner Homepage: Die einmalige Besonderheit meiner Heimatstadt Marseille, wunderschön musikalisch hinterlegt…

Erzählungen vom Leben mit Jocelyne Lopez : Kommunikatives

Foto © 2003 – oppisworld

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Hommage an meine Schwester Christiane

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Erzählungen mit Jocelyne Lopez: Disziplin

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Damals war Spanien Syrien – Kriegsflüchtlinge Willkommen!

Ich verdanke mein Leben einer Mutter, die mit ihren drei Kindern vor Krieg und Faschismus geflohen ist und Asyl fand:
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Erzählungen mit Jocelyne Lopez – Mein Vater.

Bild © Jocelyne Lopez – Privat
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Erzählungen mit Jocelyne Lopez: Meine Oma

Bild © 2003 – Norbert Fenske – Photografically

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Ich habe Anlaß zu Zuversicht. Menschen sich fähig sich grausam zu bekriegen, aber sie sind auch fähig in Frieden und Freundschaft zu leben, sogar ehemalige Erzfeinde, das zeigt uns die Geschichte, ich bin zuversichtlich, die Liebe gewinnt immer.
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Kriegsflüchtlinge Willkommen!

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Damals war Spanien Syrien

Ich verdanke mein Leben einer Mutter, die mit ihren drei Kindern vor Krieg und Faschismus geflohen ist und Asyl fand:

Erzählungen mit Jocelyne Lopez – Mein Vater.


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Darf man die Menschenrechten und die Werte der Freiheit und der Demokratie mit den Waffen verteidigen? War der militärische Widerstand „No pasaran!“ gegen Diktaturen ein Fehler und ein Verbrechen?

Diese Frage kann man nicht beantworten. Und doch vor dieser Frage stehen wir heute alle mit unserem Gewissen im internationalen Syrienkonflikt. Das ist schwierig, sehr schwierig, ich finde diese Frage sehr schwierig zu beantworten.

Damals war Spanien Syrien. Der spanische Bürgerkrieg löste eine internationale militärische Beteiligung aus, insbesondere von Frankreich, mit einer starken Beteiligung an den freiwilligen „Internationalen Brigaden“ und von Nazi-Deutschland mit der „Legion Condor“.

Ich finde die Frage nach der Berechtigung eines internationalen militärischen Einsatzes in Syrien sehr schwierig zu beantworten. Das ist ein schrecklicher Gewissenskonflikt.

Eins weiß ich nur mit Sicherheit: Frankreich ist mein Heimatland auf ganz besondere Weise: Ich bin ein Wunschkind Frankreichs, es hat mich gewollt und willkommen geheißen, noch bevor ich geboren wurde.

Und eins weiß ich auch:  wir haben Anlaß zu Zuversicht. Menschen sich fähig sich grausam zu bekriegen, aber sie sind auch fähig in Frieden und Freundschaft zu leben, sogar ehemalige Erzfeinde, das zeigt uns die Geschichte, ich bin zuversichtlich.

 



Ich bin viel bunter, als ich aussehe…

 

 

Großeltern väterlicherseits: Spanisches Baskenland

Ethnische Herkunft der Basken: vermutlich aus Völkerwanderungen aus dem Kaukasus, Vermischungen mit Kelten, Wikingern und Mauren.
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Großmutter mütterlicherseits: Kalabrien

Ethnische Herkunft der Kalabresen: Zuwanderungen aus Griechenland, Türkei und Nahost.
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Großvater mütterlicherseits: Frankreich/Madagaskar

Als Kind von französischen Kolonialisten in Madagaskar geboren, mit Vermischung mit einer Madagassin (eine Urgroßmutter von ihm, sprich eine Ur-Urgroßmutter von mir) – Ethnische Herkunft der Madagassen: Afrika und Indonesien.
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Ich wurde in Frankreich geboren, bin mit einem Deutschen verheiratet, lebe seit fast 40 Jahren in Deutschland. In meiner Familie pflegen wir den Spruch: „Notre famille, c’est l’ONU !“ (unsere Familie, das ist die UNO!).

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Kann mir jemand sagen in welchem Land ich Asyl beantragen könnte, mit meinem EKH-Kater (Europäischer Kurzhaar), falls ich Asyl bräuchte?

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Mahnwache Gegen Fremdenhass! Willkommen in Deutschland

Mittwoch, 2. September 2015 um 16:00

Willy-Brandt-Platz in Essen

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Erzählungen vom Leben mit Jocelyne Lopez: Disziplin

Eine neue Erzählung aus meiner Homepage „Erzählungen vom Leben“:

 

Disziplin

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Erzählungen vom Leben mit Jocelyne Lopez: Sündiges

Nach den Erzählungen Verschollen und Deutsche Sprache darf ich eine weitere Erzählung aus meiner Homepage mit einer Musikkomposition („256 Stufen„) des begabten Komponisten ELKAWE aus Nordrhein-Westfalen hinterlegen.

Viel Spaß bei der musikalischen Begleitung von einem, der leichtfüßig und voller Lebensfreude über so viele Stufen in einem verzauberten Ort zu seiner Liebe läuft…

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SÜNDIGES

Foto © web-provence.com

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